Berlin-Mitte - Oranienburger Straße - ehem. Tacheles

  • Exilwiener schrieb:


    Quote

    aber der gerettete Rest der Friedrichstraßenpassage wird nach Sanierung sicherlich auch wieder wunderbar aussehen!



    .....wenn wäre Phantastisch, aber der gerettete Rest wird doch abgerissen oder.....?

  • Nein, soll meines Wissens nach saniert werden.




    Ich warte schon ewig auf dieses Projekt, ich hoffe inständig, dass es endlich angeschoben wird!
    Das wird eine Aufwertung der gesamten Nachbarschaft nach sich ziehen. Einige mögen wieder über "Gentrifizierung" schimpfen, aber letztlich bringt genau diese Berlin nach vorne und beschert uns gepflegte, sanierte Stadtviertel.

  • Immerhin war dieses Viertel auch einmal "en schene Eck" und soll es unbedingt wieder werden. Ich verneige mich vor den Künstlern, dass sie diesen letzen Rest der Freidrichsstraßenpassage gerettet haben, aber den ehemaligen chick gilt es wieder zurückzuholen.


    Ich hoffe, dass es nun wirklich einmal losgeht und wir in 2 Jahren uns wieder über eine Zeitungsente echauffieren.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Da ich während meines letzten Berlin Aufenthaltes aufgrund eines argen Mißempfindens nur die Möglichkeit hatte die Innen und Außenarchitektur einer modernen Klinik zu bewundern, bekam ich leider nur am Rande mit daß das Tacheles ( schräg gegenüber der jüdischen Moschee in der Oranienburger Straße) abgerissen werden soll. Weiß da jemand näheres über die Zukunft des Areals?

  • Das wird nicht abgerissen, es wurde nur endlich geräumt. Es weiß sicher auch jeder, wo und was das Tacheles ist, ohne wertende Ortsbeschreibungen wie "jüdische Moschee", weil Neue Synagoge optisch nicht "Kirchenjustes" Backsteinkirchen entspricht.


  • Konkrete Pläne zur Neugestaltung und für einen Baubeginn gibt es demnach aber wohl noch immer nicht!?


    Über "Tante Google" läßt sich auch irgendwie nichts konkretes finden, außer daß man noch nach einem Investor suche. Wenn dies aber schon mit der Auflage verbunden ist die "Künstler" in dem neuem Projekt wieder unterzubringen, dürfte es sich wahrscheinlich als schwierig erweisen, einen Interessenten zu finden.


    Im Berliner Kurier (so Anfang September) stand jedenfalls etwas vom geplanten Abriß - ich kann mir gut vorstellen daß die Bausubstanz nicht mehr zu erhalten ist. Schon zu DDR Zeiten schloß man wegen Baufälligkeit das dort enthaltene Kino; daß ein Gebäude 22 Jahre später ohne nennenswerte Bausubstanzerhaltung besser geworden ist, wage ich zu bezweifeln.


    Wäre ja schön, wenn man die Friedrichstadtpassagen in Anlehnung an dem ursprünglichen Stile wieder errichten würde

  • Und nun ist es verkooft worden.
    Die Jagdfeld-Gruppe hat für 150 Mio. € an einen internationalen Hedgefonds abgestoßen.


    Einstiges Berliner Kunsthaus Tacheles an Investor verkauft - Berliner Morgenpost


    Kunsthaus Tacheles offenbar für 150 Millionen verkauft - Rundfunk Berlin-Brandenburg


    Da bin ich mal gespannt, wieviel gestalterisch von den alten Planungen übrigbleibt.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Da wir im Forum noch keine Bilder des Objekts haben, stelle ich hier mal - bevor es wann auch immer mit einer wie auch immer gearteten Bautätigkeit los geht - einige Aufnahmen ein.


    Ansicht vom Parkplatz an der Johannisstraße.



    Von der Friedrichstraße, wo sich einst der andere Passagenausgang befand.


    Oranienburger Straße.






    Panoramaansicht der Oranienburger Straße


    Abschließender Blick aus der Auguststraße.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Gern kann das oben von unserer Archivseite verlinkte Panorama vom Tacheles hier auch gezeigt werden:

    Ich kann zusätzlich noch die Panoramaansicht von der Friedrichstraße beisteuern, die in unserem Archiv noch nicht publiziert wurde. Die große Baulücke in der Bildmitte gehörte einst zum Passagenkomplex:

    Bildquelle: panoramastreetline.com

  • Hoffentlich wird das Quartier in hochwertiger, würdiger Architektur wiederbelebt.
    Erinnert sei daran, dass hier einmal die herrlich-majestätischen Friedrichsstadtpassagen standen, die in den 80-er Jahren - bis auf den heute noch erhaltenen Rest - von den Roten Taliban gesprengt wurden. :kopfschuetteln:
    Eindrucksvolle Bilder der ehemaligen Friedrichsstadtpassagen gibt es auf dieser Seite (etwas runterscrollen).

  • Hoffentlich wird das Quartier in hochwertiger, würdiger Architektur wiederbelebt.

    Wenn ich mir anschaue, was sich an den Fassadentorso anschließt, habe ich so meine Zweifel. Bin richtig erschrocken, so was scheußliches, kannte ich noch garnicht, Brrrr! :augenkrummblau: :gehtsnoch:
    Wie kann man nur so Gedankenlos in einem Umfeld wie der Spandauer Vorstadt bauen, das ist doch eigentlich heute die Altstadt von Berlin!

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Ich habe ein sehr interessantes Bild aus dem Jahr 1982 entdeckt, welches die Friedrichstraße am Oranienburger Tor zeigt. Bemerkenswert ist, dass dieser wenig später abgerissene Flügel in einem besseren Zustand zu sein schien, als das heutige Rumpfstück an der Oranienburger Straße, das 1990 auch noch abgerissen werden sollte.
    http://ddr-fotograf.de/wp-cont…gallery/berlin/39_bln.jpg


    Im Jahr 1961 war zumindest im Erdgeschoss an der Friedrichstraße noch Ladenbetrieb.

    Bildquelle: http://www.bildindex.de


    Insgesamt gibt es offenbar verdammt wenige erhaltene Aufnahmen der alten Friedrichstraßenpassagen.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Nein, so etwas meinte ich eher nicht.
    Es gibt m. W. n. nur drei qualitativ eher mäßige Innenaufnahmen der Passage im TU-Architekturmuseum.
    Ansonsten gibt es nur kleine und verwaschene Bildchen à la bushtrash.de sowie dieselben Bilder irgendwo auf groß gezogen - Qualität ist etwas anderes.


    Und: Hier im Forum sollen "genug" Bilder sein? Das bezweifele ich und finden kann ich die (mit der Suchmaske) erst recht nicht.


    Ich würde gerne mal gute Architekturbilder oder Postkartenansichten (Totalen/Details) der unversehrten Fassaden zur Oranienburger Straße und zur Friedrichstraße sehen, toll wäre auch eine anständige Schrägluftaufnahme des Komplexes.


    Wenn du derartiges hast, magst du diese bitte zeigen?

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Die Vernichtung der alten Friedrichstadtpassage ist einer der größten Baufrevel Groß-Berlins. Hier war noch das alte Wertheimfeeling vorhanden und hätte leicht wiederhergestellt werden können
    http://www.forschung-fischerpr…cheles_files/image019.jpg


    http://www.forschung-fischerpr…cheles_files/image033.jpg


    http://ddr-fotograf.de/wp-cont…chstrasse1980-447x654.jpg


    Diese Passage war einmalig in Deutschland und konnte sich problemlos mit allem ähnlichen in Europa messen.
    Traurig, traurig, man kann es fast nicht anschauen.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Ich bin sprachlos, wie schön, elegant und großstädtisch die Passage war. Sie war nicht überladen sondern sehr ausgewogen in der Architektur. Heute wäre sie der Touristenmagnet und der Anziehungspunkt für alt und jung.
    Überhaupt nicht zu vergleichen mit dem Potsdamer Platz und dem schiefen Glasdach, was zwar den Zweck erfüllt, aber das war es auch.


    Mal ehrlich: Das einzig Richtige wäre, die Passage so zu rekonstruieren, wie sie früher ausgesehen hatte. Schöner geht es nicht!