Köln - damals und heute (Galerie)

  • Mit dem nächsten Bildvergleich greife ich mal wieder aus meinem nächsten Video vor, dessen Fertigstellung langsam näher rückt :wink:


    Wir kehren also zurück in den Kern der Altstadt, an den Anfang der Mühlengasse, nur dass wir diesmal nicht in die Mühlengasse blicken, sondern in die parallel zum Rhein verlaufende Mauthgasse. Die Mühlengasse zweigt rechts ab.


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    Auch hier haben wir den Blick auf den Häuserriegel rings um Groß Sankt Martin.


    Schauen wir uns das historische Bild an...


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    Wir sehen, dass die Mauthgasse früher deutlich schmaler war, in der Mitte zweigt die Zollstraße ab und gibt den Blick frei auf das Kirchenschiff von Groß St Martin. Die Straße führte auf den Alter Markt und wurde nach dem Krieg nicht wieder ins Straßennetz aufgenommen.

    Links oben sieht man die Eckverzierung vom Stapelhaus.

    Der Häuserblock in der Mitte wurde übrigens schon im Zuge der "Altstadtsanierung" in den 30ern vollständig abgerissen.

  • Quote
    Wenn man sich die heutigen Bilder der Christuskirche und ihrer Nachbargebäude anschaut dann muss man sich fragen: Hat der liebe Gott diese Städte für immer an die Beelzebuben verloren? Alles Göttliche wurde von diesen offensichtlich ausgetrieben.

    In erster Linie haben einmal das die Zerstörer gemacht und nicht die Wiederaufbauer. Was hätten die Wiederaufbauer viel machen sollen? Neogotik stand und steht nicht hoch im Kurs, und es waren einfach andere Schwerpunkte zu setzen. Nämlich 11 romanische übelst verheerte Innenstadtkirchen aufzubauen. Angesichts gerade dieser Leistung, nämlich gerade im ecclesiastischen Bereich verbietet sich diese deine Kritik. Die Stadt Köln muss sich, was den Wiederaufbau von Kirchen anbelangt, genau nullkommanichts vorwerfen lassen. Köln hat ganz sicher nicht alles Göttliche verloren. Dass hier eine radikale Lösung gewählt wurde, die nicht jedermanns Sache ist, soll nicht bestritten werden. Aber auch immerhin das: eine radikale, keine lauwarme Lösung. Aber diese Kritik geht jedenfalls zu weit.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Erinnert ihr euch an meinen Beitrag zur Wehrgasse?

    Wenn man der Wehrgasse geradeaus folgt, trifft man auf die quer verlaufende Große Neugasse und dahinter auf die Straße "Auf dem Brand".


    Heute findet sich dort die Rückseite der Häuserzeile am Rheinufer, auf der anderen Straßenseite ein riesiger Verwaltungsbau (nicht im Bild). Im Hintergrund sieht man die massive Wand des Gebäudekomplexes Museum Ludwig/Philharmonie aufragen:

    Köln Auf dem Brand heute


    Früher gab es hier eine schmale Gasse mit zwei ikonischem Fachwerkhäusern, die Ansicht wurde oft als Postkartenmotiv verwendet und gemalt:

    Köln Auf dem Brand früher

  • Es gab ja schon 1920-1940 massive Abrisse in Köln, daher meine Frage, vielleicht weiß es ja jemand.

  • So, ich habe es euch ja schon öfter versprochen, und hier ist es nun: Teil 1 meines neuesten Videoprojektes. Darin werden nicht nur eine ganze Reihe Bildvergleiche entlang einer Route gezeigt, sondern zu jedem Bild gibt es detaillierte Erklärungen. Einige Bilder wurden hier auch schon gezeigt, die meisten dürften aber neu sein. Aber seht einfach selbst:


  • Wie immer sehr interessante Vergleiche, bei denen die Gegenwart weit überwiegend nicht punkten kann.


    Ich wollte erst noch eine (blöde) Frage stellen, bevor ich diese Belehrung fand. eek:)

    Offenbar gilt dies dann nicht bei der Martinsabteigasse oder dem Martinspförtchen?


    Zwei schöne alte Ansichten auf Groß-St. Martin von Westen.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Danke für die beiden schönen Bilder. Derartige Perspektiven kann ich in meine Videos ja leider nicht aufnehmen, weil ich dafür in angrenzende Häuser hineinmüsste - und da ich die Blickrichtung genau treffen will, müsste ich von zig Fenstern und Stockwerken aus die Bilder machen - da müssten mich erst einmal mehrere Nachbarn hereinlassen...

    Auf dem unteren Bild sieht man aber einen Standort von einem Bildvergleich aus dem nächsten Teil :smile:

    Was die Aussprache betrifft - mir wäre es nicht bekannt, dass man die angrenzenden Straßennamen auch so ausspricht. Vielleicht werden die Namen aber auch zu selten gesprochen, als dass sich so eine Aussprache etabliert hätte. Es ist ja auch nicht so, dass der Name Martin in Köln generell "komisch" ausgesprochen würde :lachentuerkis:

  • Morje. Die arme Katze 😁. Ich kenn zwar ein paar kölsche Klassiker, aber dieses Lied war mir unbekannt. Jetzt kann ich mit nem Lacher in die neue Woche starten, danke dafür! Tschö zosamme!

  • @Centralbahnhof

    Sehr schöne und informative Videos über das alte Köln. Es zeigt auch das heutige architektonische Desaster in all seiner Lieblosigkeit, Kälte und das bei schönstem Sonnenschein. Vielleicht noch ein paar Poller mehr auf dem Laurenzparkplatz.

    Architektur ist nichts anderes als die Formensprache einer Kultur. Entweder sie lebt, oder sie ist tot.

  • Großartiger Dreiteiler. Die alten Bilder sind ein ebenso großer Genuss wie der sehr schöne Begleittext.

    Früher hieß es: "Der Geist weht, wo er will". Heute muss es heißen: "Der Zeitgeist tickt, wo er will".

  • Eine aus dem zweiten Video stammende Perspektive, wo sich die Stadtbildsituation grundlegend geändert hat.

    Heute schaut man auf diesen riesigen Waschbetonkomplex aus den siebzigern:

    Köln, An Groß St Martin


    Vor dem Krieg war dort die Martinsabteigasse mit urigen kleinen Fachwerkhäusern, auch häufig als Postkartenmotiv zu finden:

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  • Gleich um die Ecke in der ehemaligen Zollstraße sieht es heute so aus:


    Köln Zollstraße heute


    Hier noch einmal die Erinnerung, dieses Gebäude hat 1981 den Deutschen Architekturpreis gewonnen. :kopfschuetteln:huh:)


    Früher konnte man dagegen von der Zollstraße bis auf den Alter Markt blicken:


    Köln Zollstraße früher

    Bildquelle: https://www.kulturelles-erbe-koeln.de/documents/obj/05111827


    Dieser Straßenzug wurde vermutlich im frühen 19. Jahrhundert gebaut, als das Klostergelände von Groß St. Martin abgerissen und die Kirche in eine Pfarrkirche umgewandelt wurde. Leider ist mir von dem vorherigen Zustand keine einzige bildliche Darstellung bekannt.

  • dieses Gebäude hat 1981 den Deutschen Architekturpreis gewonnen.

    Nicht misszuverstehen und nicht vor Empörung aufzujaulen - dieses Gebäude ist nicht altstadtkonform und nicht der Würde seines Standortes entsprechend, aber es hat wenigstens so etwas wie ein Gesicht und spielt sogar auf Kölner Altstadtformen an. Was ich sagen will: es gibt ungleich Schlimmeres. Das ist allerdings kein Trost.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.