Berlin - Pariser Platz und Brandenburger Tor

  • Wobei man ja auch sagen muß, daß eine rekonstruierte Franzen-Botenschaft zwischen den modernen Nachbarhäusern wie ein Fremdkörper gewirkt hätte. Auch wenn die Ami-Botschaft ebenfalls rekonstruiert worden wäre - sie hätte sich mit dem Gehry-Bau optisch gebissen. Man hätte den Platz als Ensemble rekonstruieren sollen - oder aber denen, die rekonstruieren wollen, es erlauben, und für den Rest wenigstens Füllbauten vorschreiben, die sich immerhin in vereinfachter Form an dem Vorgängerbau orientieren, so wie die Häuser "Sommer und Liebermann" oder das Adlon. Auch dann hätte man ein harmonisches, stimmiges Ensemble erhalten. So wie es jetzt ist, ist es Mittelmaß geworden - es gibt sicher sehr viel häßlichere Fassaden in Berlin, aber für so einen bedeutenden Platz ist es nicht das Wahre.

  • @ Heimdall


    Und dann kannst du gleich schräg gegenüber anklopfen und fragen, ob es noch eine Rettung für deinen Sparkassenkredit gibt.


    Im Ernst, das furchtbarste Gebäude am Pariser Platz ist doch diese Unarchitektur der amerikanischen Botschaft. Wenn man sich über ein Gebäude aufregen kann (heißer Kandidat ist ja auch die Akademie), dann über dieses.

  • Unbedingt die Schrammen und den Ölfleck erhalten, sie gehören jetzt zur Geschichte des Brandenburger Tores dazu. Wehe hier vergreift sich einer an den Spuren des 21.Jhrdts. Nebenbei ist das auch im Sinne des Unfallverursachers, müsste er so keine teure Reparatur bezahlen. ablachen:)

  • Die alte Französische Botschaft hätte ohne weiteres auf ihr "Botschaftsschild" u. die Trikolore verzichten können.
    Jedermann musste sofort erkennen : das edel - elegante Palais am Pariser Platz kann doch nur die französische Botschaft beherbergen.


    Für das jetzige, ärmliche Haus, Botschaft genannt, kann weder gegenwärtig noch künftig Zuneigung und schon gar keine Liebe aufgebracht werden.
    Als überaus würdiges Pendant hat die Botschaft dieses albern - gläserne Unding von Akademie gegenüber.
    Das prächtige Hotel Adlon musste sich ringsum von geradezu geschäftsschädigenden Unsäglichkeiten und Grobschlächtigkeiten einrahmen lassen.

    Gewiss wird der Pariser Platz in absehbarer Zeit wieder eine aufwändige Baustelle, wenn man der dort gebauten Banalitäten überdrüssig ist.
    Die Abrissbirne ruft !

  • Bernd Ludwig,


    Obwohl ganz modern sind die Bauten am Pariser Platz bestimmt nicht die am schlechtesten der Modernen in Berlin.
    Bin also nicht optimistisch dass innerhalb von 30 Jahren wieder alte schöne Klassiker gebaut werden.


    Leider fehlt Ornamentik in Berlin und romantische Bauten wie die damals zwischen 1914 und 1930 gebaut wurden, mit
    herrlichen Steildächer, runde Formen, Sprossenfenster usw.
    Glücklicherweise wird dieser Stil in den Niederlanden immer häufiger gebaut neben rein modernen Bauten a la Dessauer Art.


    Es wird aber doch einmal kommen und die Ersten Spuren sind da schon weil ein Teil der neue Wohnungen immer mehr klassische Formen bekommen.


    Ob es zur Reko's kommen würde ist ausserhalb Schloss zweifelhaft. Sogar wenn die alte Stadtmitte wieder bebaut würde.........
    aber es könnte sein wenn wir nach den Ergebnissen in Potsdam schauen.

  • @ Klassiker


    verstehe nicht, was dir an diesem Aquarium, gen. "Akademie der Künste" zusagt.
    Mit Abstand das hässlichste, entbehrlichste Gebäude im gesamten Quartier.
    Sehr wohl gibt es eine Moderne aber nicht in Berlin, am Pariser Platz.
    Haus Sommer und Haus Liebermann kann man gerade eben noch gelten lassen, obwohl sie auch nicht der "große Wurf" sind.


    Für mich ist gerade der Akademie - Bau ein nicht akzeptables Etwas, in dem ggf. ausgestopfte Seefische ausgestellt werden könnten.
    Besonders peinlich dessen Nachbarschaft zum noblen Hotel Adlon.

  • Zum Anfahrunfall:
    Gut der kommentar eines milo dobrev:

    Quote

    Weltweit findet sich wohl keine zweite Hauptstadt, deren Zentrum so langweilig ist, dass für Autofahrer die Gefahr des Einschlafens besteht.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • @ursus: Die Straße des 17. Juni ist in der Tat eine schrecklich langweilige Straße, unterbrochen einzig durch die Siegessäule und, noch weiter westlich, das Charlottenburger Tor. Hier hilft nur die großflächige Rodung des Großen Tiergartens und eine prachtvolle Boulevard-Bebauung.

  • Soll das ein später Aprilscherz sein? Die Straße des 17, Juni ist schön so wie sie ist und durch den Tiergarten verläuft. Welche andere Stadt hat so eine große Parkanlage in ihrer Mitte? Und ganz am Ende winkt das Brandenburger Tor.

  • Sicher! Tiergarten plattmachen und mit Patzschke-Palais bebauen :gehtsnoch:. Jaja, wäre mal wenigstens die Nord-Süd-Achse noch gekommen :opa:.

  • Die zur Behrenstraße 73 gelegene Rückseite des Gehry-Baus der DZ-Bank am Pariser Platz N°3 ist erneut eingerüstet.



    Ich vermute, dass die Glubschfenster (Wassereintritt?) nicht ganz unschuldig an den erneuten Arbeiten sind.


    Hier ein Hintergrundbericht des Tagesspiegels aus dem Jahr 2010:
    Pariser Platz - Gerhard Schröder ist schon ausgezogen


    Und wenn ich mich nicht völlig täusche, war auch im letzen Jahr schon mal längere Zeit ein Gerüst davor - der Bau scheint ein Desaster.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Und dann ist der Bau auch noch ähnlich grottenhässlich wie das gelbe Etwas daneben. Man sollte sich das Sanierungsgeld sparen und den Kasten vergammeln lassen, bis man bessere Neubaupläne vorzuweisen hat.

  • Der hässlichste Bau am Platz ist aber meiner Meinung nach immer noch die US-Botschaft, ein Grauen... :kotz:

  • Richtig, der potthässliche Bau links ist die US-Botschaft. Der lächerliche knallgelbe Bau rechts ist die Rückseite der Akademie der Künste, deren banale Glas-Vorderseite zum Pariser Platz hin ebenfalls eine regelrechte Zumutung ist.

  • Die Kanariengelbe Gewerbegebiets-Architektur ist ja wirklich grässlich. Wenn die Fassade schon so banal ist, wollte man wohl wenigstens mit Farbe punkten. Ich kann dem Pariser Platz ohnehin nichts abgewinnen, da kommt es auf die Rückseite auch nicht mehr an. Konsequent wäre eine weitgehende Reko des Ensembles gewesen, zumal die Flankenhäuser am Brandenburger Tor essentiell für die Wirkung des Ensembles waren. Die Kubatur ist ja weitgehend der Vorkriegszustand. Aber aus Trotz konnten die historischen Fassaden wohl dann doch nicht kommen. Die Häuser am PP haben M.E alle irgendwie was Lego-haftes.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • [color=#000000]
    Ich vermute, dass die Glubschfenster (Wassereintritt?) nicht ganz unschuldig an den erneuten Arbeiten sind.


    Die Vermutung ist wahrscheinlich richtig. Gehrys schicke Gebaeude am schicken Mediahafen in Duesseldorf leiden dank ihrer Glubschfenster permanent an Wasserdurchlaessigkeit. Meinem Cousin zufolge sind sie deswegen haeufig von Geruesten umgeben.

  • Der Pariser Platz ist leider vermurkst, dabei gab es gute Ansätze, wie das Adlon und die Flügelbauten am Brandenburger Tor.

  • Sehe ich nicht so. Der Pariser Platz ist ein funktionierendes Ensemble mit schöner Platzgestaltung. Zwei, drei Rekonstruktionen wären zwar sehr wünschenswert gewesen, aber letztlich dominiert ohnehin das Brandenburger Tor mit seiner Magnetwirkung. Der US-Botschaft räume ich keine allzu lange Lebenszeit ein, das wäre jedenfalls ein vorzüglicher Rekokandidat. Bei dem einen Flügelbau am Tor würde es schon helfen, wenn man die Symmetrie mit dem anderen herstellt, indem man auch eine Dachbalustrade aufbringt.