Dresden - der Pirnaische Platz

  • :zeitung: "Auf der einen Seite stellt Dresden die Villenviertel Striesen und Blasewitz per Erhaltungssatzung unter strengen Schutz. Auf der anderen Seite wird DDR-Baukunst noch immer nach Belieben abgerissen."


    :augenkrummblau: Äpfel und Birnen Stinkmorchel...


    Hier noch ein Bild vom Pirnaischen Platz. Bitte nicht fragen, von wo aus aufgenommen. Vom Dachfirst des Landhauses?

    Vom Eckturm des Polizeipräsidiums. Auf dieser großartigen Hahn'schen Aufnahme gut zu erkennen. Die bekanntere Ansicht von SW.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Unfassbar, wie kann man nur so verblendet sein? :kopfwand::wuetenspringen:


    Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (39, Grüne):„Per Erhaltungssatzung kann auch Architektur und Städtebau der DDR-Zeit geschützt werden. Wichtig ist, dass eine besondere städtebauliche Qualität herausgearbeitet werden kann..."

    Da fehlen einen die Worte! Und das sind doch alles Politiker (und noch dazu noch realtiv jung Ende 30) die aus dem rotgrünen Lager kommen...

  • Ich hatte es prophezeit. Ein Grüner aus Hannover mit Doppelnamen - dabei kann nichts Gutes rauskommen.

    "Willst du eine Stadt vernichten, baue Kisten, Kisten, Kisten!"

  • Da fehlen einen die Worte! Und das sind doch alles Politiker (und noch dazu noch realtiv jung Ende 30) die aus dem rotgrünen Lager kommen...


    Worin erkennst du hier eine politische Orientierung? Herr Schmidt-Lamontain beschreibt nur den "technischen Vorgang", wie er auch für historische Ortskerne gelten könnte.


    Ansonsten halte ich den Artikel, genauso wie die "Diskussion" hier, für reichlich skurril, denn natürlich gibt es Politiker einzelner Fraktionen, die sich bereits seit langer Zeit für eine Erhaltung einzelner Baudenkmäler der Ostmoderne eingesetzt und auf diesem Weg auch Erfolg gehabt haben. Nicht umsonst stehen der Kulturpalast oder das Rundkino unter Denkmalschutz.
    Was den Erhalt einzelner Ensembles anbelangt, muss ich auf die Aussage Herrn Schmidt-Lamontains verweisen. Eine besondere städtebauliche Qualität fand bzw. findet man vielleicht bei der inzwischen zerstörten Prager Straße, der abgerissenen Webergasse, der Wilsdruffer Straße oder den Ortsteilzentren in Gruna und Prohlis. Nichts also, was einen zur Schnappatmung bringen müsste.

  • Die Sanierung des Kopfbaus am Beginn der Wilsdruffer Straße ist nunmehr abgeschlossen und kann sich durchaus sehen lassen. Viele historische Details wurden erhalten oder wieder hergestellt. Noch wird allerdings nach einem Mieter für das Gewerbeobjekt gesucht.


    Die SZ berichtet:


    http://www.sz-online.de/nachri…osen-kauften-3524730.html


    Einziger Wermutstropfen sind für mich die Plastikfenster, die irgendwann in den frühen 90er Jahren eingesetzt wurden und reichlich grob daherkommen. Hier wäre ein Tausch von Vorteil gewesen. Allein die Kosten...

  • Also o.k., wirklich keine Schönheit. Aber doch deutlich mehr Charme als viele Beispiele neueren Datums.

    "Willst du eine Stadt vernichten, baue Kisten, Kisten, Kisten!"

  • Saumäßig häßlich das Teil!

    Das ist ein typisches Flachdach-Klischee. Es ist wahrlich nicht ganz schön, könnte aber an der Größe liegen.
    Viel schlimmer finde ich es ja, dass solche modernen, minimalistischen Gebäude einfach in einer Umgebung errichtet werden, die aus viel älteren Häusern bestehen. Diese "Integration" klappt nicht immer und ist optisch gewöhnungsbedürftig. Es ist schon ungewöhnlich, dass man im Hintergrund eines solchen Hochhauses den alten Rathaus-Turm sieht. Wenigstens ist etwas Farbe enthalten und es ist nicht weiß, wie fast alle anderen Gebäude dieses Stils!

  • ...unveraendert...


    haesslich. Sieht genauso schaebig aus wie zuvor und fuegt sich wunderbar in den restlichen autobahnkreuzcharmanten Platz ein. Am besten den Neumarkt nicht verlassen oder nur mit einer abgedunkelten Limousine in Richtung Vororte.

  • Ich finde den Bau eigentlich nicht schlecht, nur die Fenster ziehen das Gesamtbild meiner Meinung nach total runter. Da hilft die rote Farbe auch nicht.
    Ich würde mich freuen, wenn der gesamte Pirnaische Platz bzw. die St. Petersburger in absehbarer Zeit angegangen wird, vor allem auch mit Blick auf die entstehende "Lingnerstadt". Bis dahin braucht man dort sowieso keine hohen ästhetischen Ansprüche stellen.

  • Nach jahrzehntelangem Verfall könnte nun eine Sanierung des vor über 50 Jahren errichteten Hochhauses am Pirnaischen Platz erfolgen, das mit seinem signifikanten Schriftzug "DER SOZIALISMUS SIEGT", der in unserer Mundart zu "Dor Sozialismuss siecht" wurde, ein beredtes Zeugnis des DDR-Wiederaufbaus darstellt.


    Sachsen-Fernsehen berichtet über einen neuen Investor für die marode Immobilie:


    https://www.sachsen-fernsehen.…pirnaischen-platz-360062/

  • Na super, abgerissen gehört diese ultimative Bausünde. Aber in Dresden lernt man es einfach nicht. Und das direkt in Sichtweite des Neumarkts. Wieder mal eine verpasste Chance. Es ist echt manchmal alles extrem bitter. Aber Dresden will es ja nicht anders, also muss man letztlich auch die Konsequenzen tragen.


    Auch wenn es angesichts der weithin extrem enttäuschenden Entwicklung in Dresden derzeit völlige Utopie ist, so hoffe ich doch, dass wir in fernerer Zukunft den Kaiserpalast wiedersehen. Sollte es in Frankfurt gelingen, das Schauspielhaus zurückkehren zu lassen, wäre auch die Tür zu Rekonstruktionen von Gründerzeitbauten in anderen Städten aufgestoßen. Ich fürchte nur, dass man vorher aber die gesamte Verwaltung in Dresden austauschen muss!

  • Ich fürchte nur, dass man vorher aber die gesamte Verwaltung in Dresden austauschen muss!

    Na dann mal los! Tu dir keinen Zwang an!


    Wissen.de: Du weißt, dass deine Vorstellung bez. KP vollkommen unrealistisch ist.
    Mit allem anderen, v. a. bez. des Hochhauses, bin ich ja ganz bei dir. Ich denke, angesichts der gesamtpolitischen Lage wird es zu keinen größeren Abrissen in DD mehr kommen. Die links-rot-grüne Weltverbesserungs-Mehrheit wird massiv dagegen schreien, zumal man jetzt ja auch zahlreiche Neubürger hat, die dort liebend gerne einziehen wwerden....


    Gottseidank stehen Frauenkirche und Neumarkt. Das wäre alles - du hast das ja auch schon zum Berliner Schloss geschrieben - heute undenkbar, nochmals anzugehen. Zeitfenster öffnen sich, schließen sich aber auch wieder ganz schnell.


    Dies all denjenigen hier, denen es am Neumarkt nicht historisch, historisierend oder traditionell genug gehen kann und die die dort jetzt erreichten Ergebnisse immer wieder schlecht reden wollen.

  • Tja, wir haben momentan eine wirklich üble Periode. Die Linken werden von den letzten paar DDR Nostalgikern getragen und die Grünen von naiven jungen Studenten. Zusammen legitimieren sie diese schrille Minderheit von Ideologen, die jetzt in Dresden ihr Unwesen treiben darf.
    Aber auch das geht vorbei. Bei den Linken übernimmt das die Zeit und den Grünen wird bundesweit langsam ihre unsagbare Inkompetenz zum Verhängnis. Ich behaupte, dass R2G nach den nächsten Wahlen Geschichte sein wird. Dann geht es in der Stadtbildentwicklung hoffentlich wieder bergauf.

  • Dann geht es in der Stadtbildentwicklung hoffentlich wieder bergauf

    Weiß ich nicht. Schön wär's
    War denn die Stadtbildentwicklung in DD seit 1989 denn eigentlich irgendwann einmal wirklich positiv?? Die CDU war zumindest in den letzten 20 Jahren, in denen sie in DD an der Macht war, alles andere als stadtbildfreundlich, sondern ausschließlich investorenfreundlich eingestellt.
    Hingegen gibt es auch gute Leute bei den Grünen und sogar bei den Linken, die voll auf "unserer" Seite stehen. Das Problem sind aber die linken Medien und Intellektuellen, v. a. unter den Denkmalpflegern und Publizisten etc.

  • Was nun hat der Verkauf eines Hochhauses von einem Investor an den anderen und die daraus folgende Sanierungsankündigung mit dem Stadtrat zu tun?


    Ansonsten ist es köstlich, mit was für einer ideologischen Brille manche Zeitgenossen durch die Landen ziehen. Da wird ein durch SPD, Linke und Grüne dominierter Stadtrat für die ach so negative Stadtentwicklung Dresdens verantwortlich gemacht, als hätte es die CDU-Baubürgermeister Feßenmayer und Marx nicht gegeben, die sich teils als Antagonisten des Neumarkt-Projektes gerierten, wohingegen sich Politiker der Grünen und Linken teils vehement und zum Teil schon seit vielen Jahren gegen Fehlentwicklungen aussprechen. Eine Gestaltungskommission, die ihre Wirkung noch entfalten muss, war unter Schwarz-Gelb jedenfalls nicht möglich, die eher als willfährige Technokraten eines entfesselten Individualverkehrs auftraten und denen das Stadtbild mehr oder minder am Allerwertesten vorbeiging. Eine Figur wie "Beton-Brauns" ist doch nicht umsonst zur berüchtigten Figur verkommen.


    Und nun zurück zum "Pirni"!


    edit: Mein Beitrag hat sich mit dem von "Oktavian" überschnitten.

  • [...] das mit seinem signifikanten Schriftzug "DER SOZIALISMUS SIEGT", der in unserer Mundart zu "Dor Sozialimuss siecht" wurde, ein beredtes Zeugnis des DDR-Wiederaufbaus darstellt.

    Am besten genauso ranschreiben.

  • Alleine der störende Einfluss auf den Blick vom Neustädter Ufer sollte Grund genug sein, dieses Ungebäude in Trümmer zu legen.

    "Willst du eine Stadt vernichten, baue Kisten, Kisten, Kisten!"

  • Ach bitte. Wer fordert denn permanent den Erhalt der ach so wertvollen DDR Hinterlassenschaften überall in der Stadt? Wer will nochmal die Robotron Kantine um jeden Preis erhalten? Und klar, die Pläne die Gorbitzer Platten unter Denkmalschutz zu stellen, hätten natürlich auch von der CDU kommen können. :S

  • Zunächst: Was hat das mit dem Verkauf des Hochhauses am Pirnaischen Platz zu tun?


    Ansonsten bist du schlecht informiert. Keinesfalls geht es um einen Denkmalschutz für die "Gorbitzer Platten", sondern um eine exemplarische Unterschutzstellung ausgewählter Bauten des industriellen Wohnungsbaues der DDR. Das dürfte für uns alle verkraftbar sein, zumal sich die betreffenden Gebäude in Gorbitz befinden sollen.
    Ein anderes Thema ist die Robotron-Kantine, für deren Erhalt wahrscheinlich die inneren Werte des Gebäudes sprechen. Dennoch fordert hier niemand den Weiterbestand "um jeden Preis", sondern vielmehr die Suche nach einer den Erhalt rechtfertigenden Nutzung. Sollte bis August keine gefunden sein, wird der Bau also fallen.