Dresden - der Pirnaische Platz

  • Quote

    Zu meiner Überraschung scheint das Gebäude teilweise noch bewohnt zu sein.


    Warum, wie anders?
    Oder: warum nur teilweise? Ist es als Ganzes schon ruinös

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Es ist ruinös.
    Alle Jubeljahre ist den Gazetten zu entnehmen, dass der Kammerjäger durchs Objekt geschickt oder irgendein Kabelbrand gelöscht wurde. Schließlich handelt es sich um ein schlecht gepflegtes Gebäude, das seit 50 Jahren keine grundlegende Sanierung erfahren hat. Deshalb wird es auch systematisch leergezogen.

  • (Gesellschaftskritische) Kunst am Bau scheint beim Eigentümer/Verwalter nur selten auf Gegenliebe zu stoßen. Aber Eigentum verpflichtet, wie man nicht zuletzt in unserem Grundgesetz nachschlagen kann.


    http://www.dnn.de/Dresden/Loka…e-wegen-Sachbeschaedigung


    Wann sollte die Sanierung des maroden Hochhauses beginnen?

  • Ich frag mich, warum so etwas überhaupt so zügig wieder entfernt werden muss, wenn das Hochhaus eh saniert werden muss. Das ist doch nur ein platter Spruch, der niemanden beleidigt und auch sonst in keinster Weise irgendwen trifft oder irre ich mich?
    ... aber nicht dass ich hier falsch verstanden werde, Sachbeschädigung und Schmierereien verurteile ich grundsätzlich. Nur wenn man sich bei ähnlichen Sachverhalten auch nicht so mit dem Entfernen beeilt und damit Nachahmer anlockt, die auch noch ihre Duftmarken hinterlassen, warum ist dann hier so eine Eile geboten?


    Darüber hinaus kann sich die Sanierung gerne noch ewig hinziehen - bis irgendjemand verstanden hat, dass es städtebaulich eine bessere Lösung an der Ecke gibt.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Ich finde auch, dass das eine absolute Verbesserung ist. Schon das Entfernen der ursprünglichen Inschrift war fragwürdig, denn diese gehört einfach zu Form wie Funktion. Man hätte ja auch das g dialektgemäß zu ch umschreiben lassen können, so kleinlich bin ich ja nicht. Auch die Variante "Der Kapitalismus siegt" hätte man anbringen können bzw man könnte den jetzigen Spruch dahingehend abändern. Das hätte immerhin auch etwas unfreiwillig Komisches an sich.
    Aber irgend so ein Spruch gehört da drauf, anders geht 's nicht.
    Ich bin für Unterschutzstellung des Status quo, das ist eine historisch gewachsene und schlussendlich auch originelle Situation, ob der man den Touristen jeden Menge Kschichteln erzählen kann. Bald wird dieser Bau als "Siechturm" in den Stadtplänen als Sehenswürdigkeit eingezeichnet sein. Und auf so etwas kommt es in Fremdenverkehrsstädten ja schlussendlich an.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.


  • Hallo,
    hab hier noch ein paar Innen-/Aussichtsaufnahmen. Ein paar wohnen noch drin aber es darf niemand mehr einziehen.










  • Bürogebäude Wilsdruffer Straße 3


    Nun mit Plakat am Gerüst.
    Werden doch keine Wohnungen. Büroflächen und Läden werden vermietet.


    Wenn nicht anders angegeben, sind alle Bilder von mir.

  • Die SZ berichtet über die Sanierung des Geschäftshauses am Pirnaischen Platz:


    http://www.sz-online.de/nachri…wird-saniert-3319388.html


    Diese soll im dritten Quartal 2016 abgeschlossen sein. Es entstehen 2.800,00 qm Gewerbefläche. Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss ist Einzelhandel vorgesehen, darüber Büroräume. Die markante Sandsteinfassade wird - Gott sei Dank - erhalten.

  • Hier noch ein Bild vom Pirnaischen Platz. Bitte nicht fragen, von wo aus aufgenommen. Vom Dachfirst des Landhauses? Noch mehr Bilder vom Ring in Dresden gibt es in der entsprechenden Galerie auf Arstempano.



    So sah es im übrigen etwa 100 Jahre vorher aus (1799). Die Allee zwischen Innenstadt und Kaiserpalast wäre der Stadtgraben gewesen. Das Haus ganz links wäre somit der Vorgängerbau des Kaiserplastes. Ganz hinten in der Alle im übrigen der Nachfolgebau des Palais Fürstenhoff. Davon gibt es noch ein Gemälde Bellottos, was das Palais als Ruine durch die preußische Kanonen zeigt. Die Sage erzählt, das der Architekt Fürstenhoff, Halbbruder august des Starken, sich mit seiner Frau nicht so dolle verstanden hätte. Daraufhin hätte er im Keller so einiges versteckt, aber gefunden hatte man nach seinem Tode nix. Immer, wenn das Haus verkauft wurde, gab es dann die Regel, dass der Schatz dem Vorbesitzer anheim falle, wenn er den gefunden würde, was bis heute nicht geschehen ist.... Das Pirnaische Tor lag ungefähr auf der Höhe des Pavillons der GHND.


  • Der Kaiserpalast scheint wohl ein reiner Gewerbebau gewesen zu sein. Herr Starke nennt als Mieter u.a. die Commerzbank, die Deutsche Gasolin Aktiengesellschaft, die Kanzlei Barmann und Hennig und das Photoatelier Horst Meier.



    Nachlesen kann man das hier:



    http://www.starkes-dresden.de/illgen/

  • https://mopo24.de/nachrichten/…-wohnungen-rathaus-157169


    :--):cursing: Denkmalschutz für die Platten am Neustädter oder am Pirnaischen Platz oder oder...na herrlich...das nimmt ja selbst Stadtbildheilungschancen in der mittel- bis langfristigen Planung.

  • Sind die denn von allen guten Geistern verlassen? Meine Großmutter selig hätte gesagt: " Sind die denn noch bei Trost?"