Dresden, Altstadt - Quartier VII/1 - Baywobau/CTR

  • Ich finde ja den Neubau an der Südseite sehr passend zur Restumgebung und ist ja mal voll im Stil des sozialistischen Wohnungsbaus im Zentrum gestaltet. Fehlt eigentlich nur noch das Hammer und Sichel - Relief am Erker. Oder wahlweise eine Hommage an die Kämpfer des Wiederaufbaus des Neumarktes: so ne Art tatkräftiger Werktätiger :-D


    Spass bei Seite: dadurch, dass die komplette Südseite neu gestaltet werden muss und sie ein "Eingangstor" zur Schloßstraße bildet, wenn man vom Altmarkt drauf zu schreitet, finde ich eine Frontbildung an der Südseite besser, als eine Ausrichtung zur Schloßstraße. Man könnte direkt eine symmetrische Fassadengestaltung planen, die mehr bieten kann, als grau und stupide Fensterreihen. So eine Art modernes Palais. Repräsentativ. Einladend. Mittiger Zentraleingang. Aber sind nur mal wieder Träumereien.

  • Bei der Visualisierung der Ecke Schloßstraße/ Rosmaringasse sind zwei Aspekte erwähnenswert: zum einen ist der Kulturpalast etwas nach hinten hinausgeschoben, was bedeutet, daß die Rosmaringasse in Wirklichkeit breiter ist, als man es auf dem Bild sieht. Zum anderen gäbe es sicherlich zum Eckbau anzumerken, daß dieses Gebäude nicht unbedingt kommen wird bzw. daß hierüber das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Würde dieses Eckhaus realisiert, würde wenigsten an den Erkerreichtum der Schloßstraße angeknüpft werden und jede Fassade erhielte auf dieser Quartierseite ihren eigenen Erker.
    Ich habe nun zum ersten Mal das Quartier 8 und damit auch die "neue" Schloßstraße gesehen und es fällt auf, daß bereits jetzt der Raumeindruck in Blickrichtung Georgentor vor allem auch durch die neuen Giebel des Zehm´schen Hauses und des Frau-Mutter-Haus auch im Zusammenspiel mit dem Kanzleihaus sich an diesem Ort ungewöhnlich verdichtet. Man hat den Eindruck von einer regelrechten Kompression an diesem Standort; und bei Erinnerung an den so lange gekannten Vorzustand der Brache ist das natürlich zunächst einmal etwas völlig neues.

  • Wer mir eine Stadt zeigt, in der etwas Bessres geschieht, möge den ersten Stein auf diesen mittelschönen Glaserker werfen!

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Wie kann man so einen Schrott durchwinken? Ich glaubs ja nicht … Eckbau Schrott und diese Fenster und der andere bau im nächsten Block ist nicht kleinteilig und der Erker zur Schlossstraße dieses großen Baus ist einfach nur häßlich. Dass hier krampfhaft versucht wird, vom unsäglichen Kulti einen Übergang zu schaffen, der nicht zu machen ist … Der Kulti sollte genau das sein, was er ist: Ein Solitär und nicht noch irgendwie auf Teufel komm raus in die ALTstadt integriert werden!


    @ursus
    Also gibt viele Altstädte, die NICHT so einen Rotz mitten in ihre Mitte bauen. Und Wahrschau zeigt ja, wie es geht (zumindest in der Altstadt.

  • Wie kann man so einen Schrott durchwinken?


    Der gezeigte Entwurf ist ein reiner Platzhalter, der in dieser Form mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht umgesetzt werden wird. Insofern dürften sich jegliche Kommentare zu seiner Qualität erübrigen.


    Und Wahrschau zeigt ja, wie es geht (zumindest in der Altstadt).


    Warschau hat es vielleicht einmal gezeigt. Der Wiederaufbau liegt bereits Jahrzehnte zurück und basierte auf vollkommen anderen Voraussetzungen. Gleichsetzungen dürften somit gleichfalls kaum zielführend sein.

  • Ich glaub nicht, dass das nur eine Fuellbaudarstellung ist. Es wurden zwar schon andere Entwuerfe gezeigt, aber dieser kommt mir, gemessen an dem Investor und den Architekten schon am ehesten der Realitaet nah. Und wuerde eben einen Sinn ergeben in direkter Nachbarschaft zu Kulturpalast und dem Altenheim gegenueber.

  • Ich glaub nicht, dass das nur eine Fuellbaudarstellung ist.


    Glauben kann man bekanntlich alles.
    Die Zeitungen – über deren Qualität man sich trefflich streiten muss – schreiben hier jedoch etwas anderes. So muss die Baywobau der Stadt mindestens drei Entwürfe vorlegen, über deren anschließende Umsetzung dann mehr oder weniger konsensual entschieden wird.

  • Anlässlich des gestrigen Tags des offenen Denkmals bot sich die Gelegenheit, mit Mitarbeitern des Landesamts für Archäologie ins Gespräch zu kommen. So sagte einer dieser besagten Mitarbeiter, dass die Grabungen auf der Fläche des Quartiers VII/1 noch in diesem Jahr beginnen sollen. Wir werden sehen.

  • Da gräbt noch niemand. Derzeit dient die Fläche zum rangieren von Kran und Baugerät für Kimmerles Baugrube. Und ist ja auch noch nicht 2015... ;-)

  • Übrigens hat die Baywobau/CTR noch nicht einmal den Kaufvertrag unterschrieben. Warum sollte man da teure archäologische Ausgrabaungsarbeiten in Auftrag geben?
    Abgesehen von der Tatsache, dass Baywobau und CTR zur Zeit genug andere große Vorhaben in der Umsetzung haben, drängt sich die Vermutung auf, dass die Investoren erst einmal die Querelen um den Bebauungsplan (Schallschutzproblematik) abwarten möchten.

  • Die DNN berichten heute, am 21.01.2015, dass der Kaufvertrag für das Quartier VII/1 noch immer nicht unterzeichnet sei. Der potentielle Käufer, die Baywobau Dresden, wolle erst den Ausgang des Lärmschutz-Streits abwarten und auf dieser Grundlage eine Entscheidung treffen - wie immer diese auch aussehen mag.

  • Bei aller berechtigten Kritik an der starren Haltung der Stadtverwaltung in Sachen Fensterausführung ist die geplante Ausweisung von Wohnflächen durch die Investoren direkt gegenüber dem "Kulturpalast" mehr als nur eine Schnapsidee !!


    Hier können lediglich Büroflächen und allenfalls eine Hotelnutzung mit den gemachten Schallschutzauflagen in Frage kommen !

  • Heilig-Geist-Viertel
    Mit der Ablehnung von Wohnungen unter den an dieser Stelle geltenden Rahmenbedingungen hast Du prinzipiell recht! Allerdings verkennst Du etwas die Lage in Dresden. Momentan wird fast nichts anderes als Wohnungen gebaut und das in Größenordnungen. Alle Investoren wollen von diesem Kuchen ein gutes Stück abhaben.

  • Es wird seine Gründe haben, das man nicht in erster Linie Büros baut - siehe meine Antwort im Strang QVI. Außerdem - lieber ein unbebauter Neumarkt als ein lebloses Büroviertel mit rekonstruierten Fassaden, wo nicht ein Fenster aufgeht! Dan lieber eine grüne Wiese....

  • Schaut man sich folgende Visualisierungen Herrn Hummels an, könnte man meinen, dass Herr Kimmerle ursprünglich auch das Quartier VII/1 bebauen wollte:


    http://www.arte4d.de/index.php/details/items/kim_03.html


    Zumindest erkennt man hier eindeutig die Hof-Arkaden des Hauses Schloßstraße 24, die als besonderes Beispiel für ein Durchhaus rekonstruiert werden sollten.