Dresden, Neumarkt - Quartier VII/2 - Jüdenhof

  • Ja, die waren schon immer leer. Kartuschen sind doch im Barock häufig als Schmuckelemente verwendet worden, ohne selbst mit Inhalt gefüllt gewesen zu sein.

  • Bei Schlössern, hochadeligen oder adeligen Häusern befinden sich in Kartuschen häufig das Wappen der Eigentümer bzw. der Bauherrn. Vor allem über Toren oder Mittelrisalliten von Gebäuden. Meist in Stein gehauen und/oder bemalt. Man spricht dann von Wappenkartuschen. Ebenso waren im 18. Jh. in Kartuschen kunstvoll ineinander verschlungene Initialen oder Monogramme beliebt.

  • War dieses Wochenende in Dresden und musste natürlich auch sofort Bilder vom bald fertigen Quartier am Jüdenhof und insbesondere vom Dinglingerhaus machen. Einige der Motive wurden hier schon eingestellt. Ich möchte meine Sicht trotzdem zeigen, es ist einfach wunderschön, was da wiederersteht.



    Der Blick über den Türkenbrunnen auf das Dinglingerhaus. Die Spengler waren sogar am Sonnabend fleissig ...





    Hier ein paar Blicke auf Details der Fassade








    Und noch ein Blick auf die Dachlandschaft des Quartiers vom Hausmannturm des Schlosses aus gesehen. Dunkel bedeutet immer modern.



  • Und noch mal ein Blick auf das Dinglingerhaus. Es tut einfach gut anzusehen, wie die Hüllen immer mehr fallen.


    Nach über 70 Jahren kommt dieses Haus zurück ... Was gibt es Schöneres?


  • Derzeit präsentiert sich das Dinglingerhaus ganz ohne Gerüstplanen. Noch mehr Bilder gibt es in unserer neuesten Bildgalerie zum Baugeschehen. Ansonsten nicht wundern - die Seite hat ein komplett verändertes Design, um a) eine bessere Menüführung zu erbringen und b) vor allem die Seite für Smartphones bedienbar zu machen. Man kann also jetzt mit dem Smartphone sich die Panoramen des künftigen Neumarktes vor Ort ansehen und so mit der Realität vergleichen.


    Link zur Galerie des Baugeschehens in der Dresdner Altstadt






    Bilder sind von mir und von gestern abend.

  • Eine kleine Aktualisierung von heute Nachmittag:
    Es lassen sich definitiv Unterschiede zur Situation vor einigen Tagen ausmachen.


    Am Trierschen Haus hat man im Dachbereich einige Gerüste abgenommen, wo jetzt die Gaupen fertig gestrichen sind:


    Im Erdgeschoss wurde dem Beton nun eine recht massive Ziegelschicht vorgeblendet, die das Portal in der Schössergasse jetzt fasst:


    Interessanterweise wurden die Gerüste im Bereich des Erkers, der ja nahezu vollständig aus Sandstein erbaut werden soll, abgenommen, vielleicht schon als Maßnahme, Platz für die Sandsteinelemente zu schaffen...




    Wer genau hinschaut, kann schon erkennen, dass sich an der Fassade des Trierschen Hauses zur Sporergasse hin schon entsprechende Elemente der Fassade rustiziert zeigen:

    In der Sporergasse existiert ebenfalls ein Portal (jedoch nicht dermaßen imposant wie in der Schössergasse), dieses ist jedoch durch die Enge der Gasse und dichte Planen nur partiell fotografisch festhaltbar, hier eine Seite:


    Der untere Abschnitt im Detail:


    Das Dinglingerhaus hat seine Spiegelfelder mit konkaven Rundungen an den Ecken aufgeputzt bekommen:


    Am Beutlerschen Haus werden - ebenso wie beim Dinglingerhaus - in Kürze die Schornsteine kommen:


    Die "Renaissance"-Häuser haben deren Bossierungen erhalten:



    Im Hof ist das stählerne Gerüst für die Überdachung des Hofes gekommen, leider nicht fotografisch festzuhalten. Was mich leider ein wenig enttäuscht hat, ist die Tatsache, dass - soweit durch den Bauzaun ersichtlich - alle Gerüste schon weg sind und damit die Fassaden im Hof sicher alle weiß bleiben und die Fenstergewände wohl deren Steinsichtigkeit beibehalten werden. Auf den Visualisierungen waren die traditionell gestalteten Fassaden stets in einem hellen Blau-Grau-Ton gehalten, was optisch sehr ansprechend wirkte...



    Hier jedoch eine Aufnahme des zukünftigen Hotel-Einganges:



    Ein Blick vom Neumarkt auf das Quartier VII/2 am Jüdenhof:



    Mit der Gesamtansicht wird deutlich sichtbar, dass der Eckbau des Stellwerk-Entwurfs, der nun ebenfalls verputzt ist, recht uneigenständig scheint, während er dennoch das Gesamtbild empfindlich beeinflusst:



    Bilder sind von mir.

  • Da das Quartier in riesigen Schritten seiner Vollendung entgegen geht, dürften aktuelle Bilder abermals nicht von Schaden sein.



    Blick über das Quartier VI zum Bauvorhaben der Familie Kimmerle.



    Das Dinglinger-Haus hat einen grundierenden Anstrich erhalten.



    Detailaufnahme des Mittelrisalits.



    Auf der anderen Seite des Quartiers, am Trierschen Haus, finden ebenfalls ganz spannende Arbeiten statt.



    Der Aufbau des Eckerkers beginnt.



    Man kann bereits gut das Brüstungsfeld des ersten Obergeschosses erkennen, das durch Roll- und Muschelwerk sowie einen Reichsapfel im Zentrum geschmückt wird.


    Bilder sind von mir.

  • Wahnsinn, wie schnell es beim Kimmerle-Quartier nun vorwärts geht und wie die Fassaden schon jetzt in den Neumarkt hinein wirken!
    Da schmale, kantige Eckhaus wir ja Gott sei Dank vom Platz aus optisch hinter dem Regimentshaus verschwinden.


    Schade, dass nicht alle Quartiere in solcher Qualität bebaut worden sind... :-(

  • Da Pöppelmann mit ziemlicher sicherheit der Architekt des Dinglingerhauses war haben wir ihn als ersten auserkoren, über den wir einen letztlich doch nicht kleinen Artikel zu Leben und Werk des Meisters verfasst haben, andere Architekten und Baumeister sollen im Laufe der Zeit folgen. Im übrigen war Pöppelmann wohl der erste Architekt, der mittellos und jung sich in einer Baubehörde bis in die oberste Position gearbeitet hat. Die bürgerlichen Baumeister kamen eher aus dem Handwerk und bei Hofe gab es auch viele Militärs, die eben auch bauen konnten, wie Jean de Bodt und andere mehr. Weiterhin gibt es im Blog einige Bilder vom aktuellen Bauzustand des Dinglingerhauses von heute. Am Trierschen Erker war man auch Samstags am arbeiten.


    Link zum Artikel über Pöppelmann



    Link zum Blogeintrag mit noch mehr Bildern zum Dinglingerhaus


  • Auch heute kommt mal wieder eine kleine Aktualisierung zum Q VII/2.
    Vom Taschenberg aus:

    Originalgröße


    Am Erker des Trierschen Hauses wird weiterhin gearbeitet:


    Man arbeitet derzeit im 2. Obergeschoss.

    Originalgröße



    Originalgröße


    Schon sehr gut sichtbar ist der Schlussstein mit Akanthus-Blatt. Die Konsole des Erkers präsentiert sich folgendermaßen:

    Originalgröße


    Derzeit jedoch noch spannender: Das Dinglingerhaus hat seinen Farbanstrich erhalten, nachdem Samstag bereits erste Fassadenabschnitte einen gelblichen Farbton bekommen hatten:

    Originalgröße


    Ob das Erdgeschoss steinsichtig bleibt?



    Originalgröße


    Die Farbfassung über die gesamte Fassadenbreite betrachtet:

    Originalgröße


    Teilansicht des dritten Obergeschosses:
    Originalgröße


    Das Dach mit dem Altan, dessen Stuckwerk nun ebenfalls drangekommen ist:

    Originalgröße


    Das gesamte Dinglingerhaus vom Jüdenhof aus:

    Originalgröße


    Gesamtansicht der Westfront dieses Quartiers:



    Originalgröße
    Bilder sind von mir von heute.


    Mal sehen, wann dann wohl die ersten Gerüste fallen werden ^^ ...

  • Ich finde es ja immer etwas schade, wenn schöne Sandsteinmormorierung überstrichen wird, also freut es mich, falls das Sockelgeschoss steinsichtig bleibt. Historisch korrekt ist es aber nicht, oder?

  • Historisch korrekt wäre in diesem Fall ein Anstrich der Sandsteinelemente.
    Schützt auch den Stein besser vor dem Verwittern.
    Auch beim Berliner Schloss waren die ganzen gemeisselten Sandsteinelemente früher einmal gestrichen.

  • Es geht mit großen Schritten der Vollendung entgegen.


    Ansicht Jüdenhof


    Dinglingerhaus vom Brunnen aus


    Dinglingerhaus Komplettaufnahme, die Malerarbeiten sind fast vollendet


    Dinglingerhaus Detail


    Ansicht Schössergasse von Schloßstraße aus


    Eckerker Triersches Haus, die oberste Etage fehlt noch



    Bilder von heute

    Wenn nicht anders angegeben, sind alle Bilder von mir.

  • Sicher der perfekteste Platzraum des bürgerlichen Dresdens.
    Auch der Brunnen trägt seinen Teil bei.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Vielen Dank für die tollen Aufnahmen, lieber Chris!


    Die Farbigkeit des Dinglinger-Hauses ähnelt sehr AdF 20 und entspricht mehr oder minder den Hummel-Visualisierungen. Daraus darf man u.U. schließen, dass das benachbarte Doppelhaus grau und die Haase-Fassade apricot gefasst wird, was meiner Ansicht nach in der Gesamtschau recht stimmig wirken dürfte.