Dresden, Neumarkt - Quartier VII/2 - Jüdenhof

  • Sorry, wenn ich frage, was ist AdF20? (Archi-degdur-forum 20) :-)))

    Hi,


    hierbei handelt es sich wohl um eine Adresse, konkret um "An der Frauenkirche 20"!
    Das ist allerdings die frühere Hausnummer.


    Zu sehen ist dieses betreffende Gebäude mit den beiden Knicks - bis 1945 ausgeprägter und leicht geschwungener als heute - auf diesen Fotos. Es ist das gelbliche Haus!


    http://www.neumarkt-dresden.de…08/bilder-maerz-2008.html
    (viertes Foto und folgende)
    sowie


    http://www.neumarkt-dresden.de…ilder08/bilder-mai08.html
    (auf dem zweiten Foto fällt dieses gelbliche Haus sofort ins Auge)

  • Genau. AdF 20 = An der Frauenkirche 20, auch bekannt als Soli-Deo-Gloria Haus


    Hier eine Aufnahme vom März diesen Jahres




    Bild von mir

    Gruß aus Potsdam

  • WOWWW!


    Sehr schönes Foto!
    Hinzukommend ein wenig Schnee...das macht was her.
    Schade, dass der geschwungene Verlauf ziemlich reduziert ist. Das merkt man bei Luftaufnahmen.
    Speziell hierzu sind auch die Websites je nach Upload beeindruckend:


    http://www.bausituation-dresden.de/


    sowie


    http://www.dresdner-bauten.de/


    Dort wurden zur Entstehungszeit (2008 ff.) Aufnahmen gezeigt, die im Vergleich zur Zeit vor '45 die leichte Änderung der Fassadenschwingung (von links nach rechts im Straßenverlauf) erkennbar machen.
    Heute wirkt es so, als ob es drei gerade Seiten an der Front hat. Früher wirkte die gesamte Fassade ein wenig gebogener.
    Aber egal.
    Hauptsache, die Ensemblewirkung ist da.


    Farblich hat es wirklich Ähnlichkeit mit dem Dinglingerhaus am Jüdenhof.
    Das eigentliche Dinglingerhaus (Juwelier statt obiger Goldschmied) stand ja in der Frauenstraße (Quartier VI). Das kommt ja wohl als nächstes dran.

  • Ja, das kommt als nächstes an die Reihe. Vorerst dürfen wir uns aber über das am Jüdenhof freuen.

    Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe

  • auf Arstempano kann man ja die Situation zwischen 2012 und der Zukunft vergleichen und in der Bildgalerie sich die Situation vom Anfang der 90iger zu Gemüte ziehen - schon Wahnsinn, was entstanden ist!


    Links ADF 20, Zittelsches Haus, geradeaus der Neumarkt mit der Baumgruppe an Stelle des Gewandhauses, rechts daon das Dinglingerhaus/Jüdenhof. Link zum Panorama an der Frauenkirche.


    nun ja - auf der grünen Wiese stehen nun wieder Häuser... jedem Recht war es nicht, aber ich sag immer, wer Stadt haben will braucht Häuser, wer es überwiegend grün haben will, möge auf´s Land fahren... Link zur Galerie Neumarkt 1990-95:


    Im übrigen - gehört hier zwar nicht eigentlich her - aber dies ist einer meiner Inspirationsorte und ein Paradebeispiel des Weiterbauens ohne die vorherige Geschichte jedesmal komplett zu beseitigen: Schloss Weesenstein - mehr Infos in der Infokarte Schloss Weesenstein. Am Schloss kann man vorbildlich die Wirkung der illusionistischen Malerei studieren; schauen, wie es in den Häusern am Neumarkt vielleicht früher mal ausgeschaut hat (die Räume im Unterschloss passen problemlos auch in Dresdner Bürgerhäuser und Palais), eine Schlosskapelle im Stile Bährs (vom Nachfolger G. Schmidt) hat es auch und obendrein gibt es in der Schlossbrauerei lecker Bier!

  • Tolle Sache!


    Da fehlen nur noch die "Zierschornsteine" und die Vase auf dem Zwerchhaus, damit Dresden sein wahrscheinlich prächtigstes barockes Bürgerhaus zurück hat.


    Ohne sentimental werden zu wollen, ziehe ich meinen Hut vor der Familie Kimmerle und allen am Bau und der Planung beteiligten Personen. Danke! :applaus:

  • Hier noch ne Ladung. Freundlicherweise von nem Stadtführer zur Verfügung gestellt. Ich denke, dass sich einige von euch dieses Wochenende es sich nicht nehmen lassen selbst vorbei zu schauen und zu knippsen. ;)





  • Ich denke, dass sich einige von euch dieses Wochenende es sich nicht nehmen lassen selbst vorbei zu schauen und zu knippsen.

    Oder schon heute ^^ ...
    Das Dinglingerhaus nimmt am Jüdenhof und vom Neumarkt eine ganz zentrale Rolle ein, ist ein wahrer Hingucker - und noch viel mehr. Diese überwältigende Wirkung dieser herausragenden Rekonstruktion kann jedenfalls keiner infrage stellen und mein Dank gilt dem Investor und allen Beteiligten, die dazu beigetragen haben, dass dieses Quartier, allem voran das Dinglingerhaus, in dieser unglaublich hohen Qualität umgesetzt werden konnte.


    Doch zunächst ein Blick von der Schlossstraße aus. Der Erker des Trierschen Hauses hat alle Sandsteinelemente erhalten, nun fehlen u.A. noch die Fenster.



    Der komplette Eckerker:



    Oberstes Geschoss:


    Nun endlich zum Dinglingerhaus:
    Von der Sporergasse aus:


    Blick nach oben - die Seitefassade ist schlicht gehalten:



    Ich denke, die Vermutung, das Erdgeschoss bleibe steinsichtig, ist hiermit bestätigt.


    Rasch wandert der Blick nach oben:



    Der Schwung der Fassade wurde glücklicherweise korrekt wieder hergestellt.
    Einige weitere Details:


    Das Zwerchhaus von unten:





    Ein letzter Blick aufs Detail, weil es so schön ist:



    Bilder sind von mir von heute.

  • Sehr schön...aber warum wirken die Wände oberhalb der Fenster so dünn wie Pappe?


    Wie hier bei den rechten Fenstern:


  • Teil 2



    Wer es schafft, den Blick vom Dinglingerhaus abzuwenden, kann auch die gestrichenen Nachbarhäuser erkennen. Die an das Dinglingerhaus anschließenden Renaissance-Gebäude haben einen grau-bläulichen Anstrich erhalten, das Beutlersche Haus von Haase ist etwas blasser geworden als in den Visualisierungen zu sehen.







    Ein Blick vom Neumarkt aus:



    Nun geht es hinauf auf die Kuppel der Frauenkirche, wo man leider mit etwas Gegenlicht auskommen musste.




    Das Dinglingerhaus:


    Mit der Umgebung:


    Und ein letzer Blick auf das Quartier VII/2:

    Bilder sind von mir von heute.

  • Hm, das hoffe ich doch. Aber sicher hast du recht, hab ich doch glatt eins meiner Fotos übersehen, das deine These unterstützt:


    Es ist tatsächlich eine Grundierung. Schön :)

  • Ja, ohne Grund(farbe) geht's im Ende nimmer. ;)


    Die Häuserzeile (und damit meine ich die 4 Rekos zum Jüdenhof hin) wird sicher unglaublich schön werden. Das Dinglingerhaus ist es jetzt schon!

  • Großartig!


    Gerade der Kontrast zu den recht einfachen Nebengebäuden steigert noch einmal die pure Pracht des Dinglinger-Hauses.


    Aufgrund der "Luftaufnahmen" - vielen Dank dafür, lieber "Millennio" - ist wohl davon auszugehen, dass das Zwerchhaus des Dinglinger-Hauses nicht von einer Vase bekrönt sein wird. Der Segmentbogengiebel ist vollständig verblecht und keine Konsole oder dergleichen zu sehen. Schade.

  • Solche wiedererrichteten Ensembles sollten die beste Werbung für noch mehr Rekonstruktionen sein! Alle erfreuen sich daran, bis auf die meisten Mitgleider der Gestaltungskommission.


    Ich kann gut verstehen, dass der Investor sein großartig investiertes Geld wieder refinanziert sehen möchte/muss, aber dass eine deutsche Fastfoodkette in das rekonstruierte Dinglingerhaus einzieht, betrachte ich trotzdem mit gemischten Gefühlen. Andere, abseits des Mainstreams angesiedelte Mieter, können sich vermutlich die Mietpreise nicht leisten, die hoch sein müssen. Die Nachfrage nach anderen "Edelprodukten" wird in Dresden auch (noch) nicht gegeben sein. Es ist eine enorme, beinahe unbewältigende Herausforderung, das enorme Ausbluten des Bürgertums durch die sozialistische Diktatur zumindest in einem kleinen Prozentsatz wieder zu korrigieren. Bürger wie die GHND oder Investoren wie Kimmerle, Prisco, Blobel, Zeibig & Co kann man gar nicht genug dafür danken, dass sie - mehr oder weniger bewußt - Dresden wieder so etwas wie eine bürgerliche Identität zurückgeben.


    Ich wünsche Dresden, dass noch viel mehr rekonstruiert wird und dass die heute aufgebauten Viertel pro futuro auch noch wertigere Mietkunden anziehen werden. Ein ausgeglichener Mietermix ist für das Gelingen eines Quartiers ganz wesentlich. Wenn ich lese, dass Vapiano im EG einzieht, dann macht mich das ein Stück weit skeptisch. In Wien findet man diese Kette vornehmlich auf Bahnhöfen situiert - wobei sehr schön und hochwertig gestaltet. Wichtig ist einmal, dass die Quartiere (hoffentlich auch einmal außerhalb des Neumarktes) rekonstruiert werden und die sozialistische Stadt nachhaltig rückgebaut wird, um eine weiteres Gesunden überhaupt zu ermöglichen.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Exilwiener: ja ganz recht, aber das Tempo reicht nicht um über 20 Jahren viel geändert zu haben zur Gönste eine mehr Bürgerliche Grosstadt. Wenn ich das alte Dresden gut betrachtte dann sollen meisten Bauten der ehemalige Prager Strasse, Altmarkt, Postplatz, Neustädter Markt, Carola Strasse, Willsdruffer Strasse, Ferdinand Platz, Ring, Sachsen Platz, Bahnhofplatz und die Querstrassen rekonstruiert werden müssen um etwas vom alter Flair Dresdens wieder geniessen zu können.


    Weil das alles um Neumarkt sehr langsam voran schreitet und es sehr viel Dialog und Streit gibt (z.B. um Palais Riesch) wird dies noch mindestens 200 Jahren andauern oder es kommt ein Diktator (undenkbar in D.) der klassischen und Barock Bauten liebt .....Ein Diktator wird die benötigte Riesenarbeit innerhalb einige Jahren lösen.....Stell dich einmal vor dass wieder ganze Strassenzüge rekonstruiert würden wie im Tempo der Neue Reichskanzlei...


    Ich werde es leider nicht mehr erleben .