Berching

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    • In Berching war ich erst vor rund einem Monat an einem Freitagabend und fand die Stadt irgendwie seltsam leblos, keine Menschen unterwegs, teilweise etwas heruntergekommene Gebäude, kein einziges ansprechendes Restaurant in der Altstadt. Irgendwie ein starker Kontrast zum sehr gepflegten, nahen Beilngries, wo unglaublich viel los war.
    • Mit vorgeschobener Barrierefreiheit gegen historisches Pflaster

      Quelle: robl.de/berching/berching4.html

      Dieser Artikel thematisiert eine Problematik, die in Stadtbildfragen kaum Beachtung findet und Berching nicht allein betrifft.


      Jeder, der sich die
      Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.

      www.archicultura.ch

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von zeitlos ()

    • Danke für den Link, Zeitlos! Sehr interessant und traurig. Dieses Phänomen der "Glättung" der Städte durch diese 0815 Gestaltung im Namen der Barrierefreiheit beschäftigt mich schon seit langem. Bei uns in Beilngries war es vor ca 12 Jahren schon so weit. Da wurden die Reste des Jurasteinbelag, der sich links und rechts der (geteerten) Hauptstraße zog und zugegebenerweise in einem teilweise desolaten Zustand war, entfernt. Dazu auch noch das wohl in den 70er/80er Jahre auf den Bürgersteigen verlegte (und sehr schöne) Kopfsteinpflaster aus Granit. Schöner ist die Stadt dadurch nicht geworden. Großflächige, glatte Granitplatten der Marke "Via Castello" (Made in China) wurden als Ersatz auf den Bürgersteigen und am Kirchplatz (obwohl dort fast keine Schäden vorhanden waren) verlegt, die ich schon damals für eine Katastrophe hielt und heute erst recht. Das Architektenbüro faselte damals irgendwas von einer Vision von einer steineren Stadt :blah: und lies gleich sämtliche Bäume mit aus der Altstadt verschwinden. Was allerdings nicht von langer Dauer war, da bereits kurz danach durch heftige Proteste aus der Bevölkerung und wohl auch durch Einsicht im Stadtrat verursacht Pflanzkübel aus Metall in Anthrazit-Grau (passend zum restlichen Müll) aufgestellt wurden um wenigstens ein bisschen Grün zu haben. (Das diese regelmäßig von Betrunkenen und Assozialen als lohnendes Zielobjekt gesehen werden muss ich nicht extra betonen.)
      Damals ist für mich ein Stück Altstadt unwiederbringlich verloren gegangen.

      Diese Straßenbeläge haben einerseits durch ihre Form eine Sterilität, wie man sie von Vorplätzen von Shopping Centern kennt und die Straßenzüge leblos und beliebig wirken lassen. Andererseits verschmutzen sie schnell und mit Fett, Kaugummi etc.
      Aber wie es auschaut ist es ein Trend in Bayern:
      Diese hässlichen, in irgendwelchen hippen Großstadtbüros designten Straßenbeläge dazu noch die passende Straßenmöblierung von der Stange und schon träumt der Bürgermeister davon wie die Kollegen in den Städten ringsum ihn beneiden werden ob der "gelungenen" Altstadtsanierung. Dietfurt hat es Beilngries vor wenigen Jahren gleich getan. Im bayerischen Wald auch schon gesehen, Ingolstadt etc. und nun wohl auch noch Berching? Bitte nicht! Es ist jedes mal wieder ein Schlag in die Magengrube, wenn man in ein noch nicht bekanntes Städtchen kommt und einem als erstes diese unsensibel durchsanierten Straßenbeläge mit dazu passender Straßenmöblierung ins Auge springt. Irgendwo am Rand das Bauschild: Ingenieurbüro XY, Nürnberg/München, gefördert durch EU, Freistaat Bayern etc...
      Aber andererseits: Wenn man es nicht einmal auf der zum Weltkulturerbe gehörenden steinernen Brücke in Regensburg schafft, für einen adäquaten Ersatz zu sorgen (hier dasselbe Trauerspiel!), warum sollen sich dann die Lokal-(W)Fürstchen um einen der historischen Bedeutung angemessenen Ersatz scheren?

      thommystyle™ schrieb:

      auf der Steinernen Brücke erkennt man gut die bisherige Gestaltung und wie der Belag/die Brüstung zukünftig aussehen werden:

      links das alte, rechts das neue; für meinen Geschmack sind die neuen Steine für den Belag "zu perfekt", zu glatt und zu groß

      Sage aber von den Herrschaften hinterher niemand man hätte es nicht besser machen können! :wuetenspringen:
      hier ein sehr schönes und gelungenes Beispiel aus Marktredwitz wie man solche Sanierungen wenigstens altstadtverträglicher Gestalten kann und trotzdem barrierefreiheit schaffen kann:

      Zeno schrieb:

      Bild 3738
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von thommystyle™ ()

    • In unmittelbarer Nähe der Kirche St. Lorenz stehen große Veränderungen an. Die Alte Post soll abgerissen werden:mittelbayerische.de/region/neu…ost-21159-art1515760.html
      wohnen-in-berching.de/aktuelles.html
      Hier gibt es eine Visualisierung der Neubauten, die doch sehr steril und phantasielos ausgefallen sind: wohnen-in-berching.de/kufferpark.html

      Auf der gegenüberliegenden Seite wurden Teile des Hotels Post abgerissen, um hier die so genannte Kulturhalle errichten zu können: donaukurier.de/lokales/beilngr…-Baustelle;art601,3607904
      So soll das Schmuckstück aussehen:mittelbayerische.de/region/neu…lle-21102-art1629042.html

      Das lange leerstehende Gasthaus Post wird saniert: mittelbayerische.de/region/neu…ran-21102-art1644428.html
    • Schade das mit der alten Post hätte man besser lösen können.

      Die Gebäude Aufteilung an und für sich ist ok 3 Giebel seitige bauten.

      Man hätte das Haupthaus Rechts stehen lassen können und zwei neubauten anfügen können den neubauten gibt man dann noch einen Fenster rahmen aus zb. einfachen Putz und die Logen Öffnungen erhalten eine schönen leichten Rundbogen es muss nix Großes und teures sein würde aber ungemein aufwerten mit wenig Aufwand.

      Das Kultur ding ohne Gosse Worte.

      Warum ist eigentlich jeder neubau der das Wort Kultur Geschenkt bekommt absurd Hässlich und nichts sagend. Das ist so ein Fenomen was alle diese "Kultur" Dinger vereint im Stilen Geiste.

      Die Hotel Sanierung bin ich mal Gespant wie es wird.
    • Die Kulturhalle wird allerdings kein Holzdach sondern eine Biberschwanzdeckung bekommen. Das wurde im Sommer vom Stadtrat so beschlossen. Also man hat sich immerhin gesteigert: am Anfang war eine Flachdachkiste vorgesehen "Terassen an der Sulz", dann hat man ein Satteldach daraus gemacht, wollte aber ganz fancy sein und ein Dach aus Lerchenholz bauen bis ein Gutachter und die Preise/der gesunde Menschenverstand einen Strich durch die Rechnung gemacht haben, und man sich kurzerhand für die Biberschwanzdeckung entschieden hat.Wenn man nun noch Ziegel unterschiedlicher Tönung nimmt, so dass das Dach dunkler erscheint und leicht chargiert, kann man damit leben.

      Die drei Neubauten sind natürlich mehr als bescheiden. Mit genau solchem lieblosen Investoren-Schrott macht man die Innenstädte kaputt. Und das schlimme ist, viele werden das wohl noch als gelungen oder zumindest nicht als störend wahrnehmen.
      Derweil war die Post auch mit dem seitlichen Treppenaufgang ein markantes Gebäude, das denkmalgerecht saniert ein wunderbares Schmuckstück hätte werden können. :weinen:
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • Die drei Neubauten sind natürlich mehr als bescheiden. Mit genau solchem lieblosen Investoren-Schrott macht man die Innenstädte kaputt. Und das schlimme ist, viele werden das wohl noch als gelungen oder zumindest nicht als störend wahrnehmen.
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      Jeder, der sich die
      Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.

      www.archicultura.ch