Tausenden Kirchen droht der Abriss

  • lange Liste.
    Zweifellos ein Teil der Entfremdung von etwas, das einst europäischen Menschen "Heimat" war.
    Der Lebensraum wird dadurch weit anonymer und austauschbarer.
    Wahrscheinlich sind die Windparks ebenfalls in diesem Zusammenhang zu sehen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/…osef_Essen-Kupferdreh.jpg



    Quote from wiki

    Am 1. Mai 2014 wurden der Altar, das Taufbecken und insgesamt 18 Bänke aus der entweihten Kirche abtransportiert. Die jeweiligen Gegenstände waren für die Pfarrei St. Katharina in Polen für eine neugebaute Kirche in Kośmidry vorgesehen.

    Zweifellos hätte man diese Sachen auch im kiregszerstörten Lande zur optischen Aufpäppelung man steriler Wiederaufbauräume ganz gut gebrauchen können...

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

    Edited 2 times, last by ursus carpaticus ().

  • Den Denkmalschutz mal wieder mit Füßen getreten...
    Leider bekommt die Baukultur nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient.


    Quote
    • RWE kündigte Abriss des Denkmals nicht an
    • Wahrzeichen von Immerath aus dem 17. Jahrhundert
    • Initiativen hatten bis zuletzt für Erhalt gekämpft


    Quelle: https://www1.wdr.de/nachrichte…GpP_gbo5Lsf3zXiSJg0bG140Y

  • Bedauerlich. Allerdings geht es nicht nur um "ein bisschen Kohle". Die Ressourcen sind begrenzt, und wir dürfen gespannt sein, was erst los ist, wenn das Erdöl knapper wird. Alle wollen täglich ihre Smartphones aufladen, die Waschmaschine befüllen, das Haus beleuchten, die Pizza im Backofen zubereiten, den Fernseher oder Computer laufen lassen und mit dem Auto herumfahren. Und dreimal im Jahr in Urlaub fliegen. Nur der Strom dazu kommt irgendwie aus der Steckdose. Zudem sind noch bislang keine Windräder durch Windenergie gebaut worden. Ein riesiges Problem.
    Gleichwohl, wie gesagt, bedauere ich diesen Abriss ungemein.


    P.S.: Die Meldung sollte allerdings im Strang "Abrisse" gepostet werden. Es handelt sich ja um keine Kirche.

  • Ich finde es immer wieder amüsant, welche wirren Vorstellung von Kirche und Christentum kursieren. Wie @Wangener schon andeutete: kaum jemand nahm im Mittelalter an, die Erde sei eine Scheibe, und schon gar nicht war das ein Dogma. Beispielsweise wird die Erde an den Portalen gotischer Kirchen im Rahmen der Schöpfungsgeschichte als Kugel dargestellt. Und dann hat die Frage, ob Kugel oder nicht, auch nichts mit der koperkanischen Lehre zu tun. Kopernikus - übrigens katholischer Kleriker - ging von der Vorstellung aus, dass die Sonne und nicht die Erde Mittelpunkt des Universums sei (Heliozentrik versus Geozentrik).
    Die Hexenverbrennung war ein vor allem im protestantischen Bereich verbreitetes Phänomen, was aber auch nichts mit der Lehre der Reformatoren zu tun hatte, sondern mit in den Nordeuropa virulenteren Relikten germanischen Aberglaubens. Träger der Hexenverfolgung waren übrigens die Stadtgesellschaften, also das Bürgertum.
    Wissenschaft = Gotteslästerung? Das ist der größte Unfug, den ich je gehört habe. Die katholische Kirche war seit dem Zusammenbruch der antiken Gesellschaft Trägerin von Kultur und Wissenschaft schlechthin; sie hat das Universitätswesen samt Magister-, Promotions-, und Disputationsverfahren, hat das logische Denken in der Wissenschaft etabliert (Thomas von Aquin, Neo-Aristotelismus), hat das dekonstruktivistische Denken entwickelt (Nominalismus), das Völkerrecht, das Naturrecht; die Jesuiten waren bis weit ins 18. Jh. hinein in vielen Disziplinen, gerade auch in naturwissenschaftlichen, führend. Im 15. und 16. Jh. war der Vatikan neben Florenz - und in Konkurrenz zu Florenz - das Zentrum des Humanismus schlechthin.
    Die römische Inquisition, nächstes Thema, war weitaus besser als ihr Ruf; sie hat die moderne Prozessordung entwickelt - inklusive Unschuldsvermutung, Umkehr der Beweislast zugunsten des Angeklagten, Recht auf juristischen Beistand, Protokollierung von Verhören usf.
    Und dann darf es durchaus erlaubt sein, zu fragen - ohne die vielen Errungenschaften der Aufklärung per se in Frage zu stellen - , wie im Vergleich zur Religion sogenannte aufgeklärte oder atheistische Systeme vorgegangen sind: wie verhält es sich mit den Massenhinrichtungen in der Französischen Revolution, im Kommunismus, im Nationalsozialismus, also all jenen Ideologien, die der Wahnidee erlagen, der Mensch könne sich selbst erlösen, sich das eigene Paradies auf Erden errichten? Welches Verständnis von Toleranz und Recht hatten sie? Und dann müssen wir uns doch bloß ansehen, wie heutzutage im Namen der Aufklärung neue Dogmen blühen: Feminismus, Genderismus, Multikulti, und mit welchen Zensurmaßnahmen die heutigen Eliten ihre zum Teil sehr pseudowissenschaftlichen Ideen durchsetzen - inklusive Zensur, sozialer Ausgrenzung, beruflicher Verfolgung, Diffamierung und Denunziation...

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

    Edited once, last by Seinsheim ().

  • ...Die Hexenverbrennung war ein vor allem im protestantischen Bereich verbreitetes Phänomen, was aber auch nichts mit der Lehre der Reformatoren zu tun hatte, sondern mit in den Nordeuropa virulenteren Relikten germanischen Aberglaubens. ...

    Seinsheim, hier muss ich wiedersprechen.
    Ich verweise auf Wikipedia:
    "Es findet sich kein eindeutiger Zusammenhang zwischen regionaler Konfession und Hexenverfolgung: In einigen katholischen Ländern wie im Kirchenstaat, in Irland, Portugal und Spanien waren Hexenverfolgungen selten bis sehr selten. In Gebieten der orthodoxen Kirchen kamen sie nahezu nirgends vor, ... Im gemischt konfessionellen Deutschland waren sowohl protestantische wie katholische Territorien unterschiedlich stark betroffen."


    Das Zuschieben des schwarzen Peters auf die andere Konfession bereinigt nicht die eigenen Sünden.


    Luftpost

  • Von wikipedia halte ich in vielen Fragen nichts. Zudem ist bei genauer Beachtung der Zahlen "Seinsheims" Aussage uneingeschränkt zuzustimmen, auch wenn das Protestanen nicht schmecken mag.


    Hier rechtfertigen sich Protestanten damit, dass ja in katholischen Bereichen mehr Männer (Hexer/Zauberer) getötet wurden.
    https://www.evangelisch.de/inh…nisse-ueber-hexenprozesse


    Gleichwohl waren die männlichen Opfer insgesamt eine Minderheit. Etwa ein Viertel. Im Süden Deutschlands waren es mehr Männer, im Norden deutlich mehr Frauen.
    https://www.historicum.net/the…artikel/maenner-in-hexen/


    Hier ist von 50.000 Opfern in Deutschland die Rede. Von diesen hatten die Katholiken einen Anteil von 10.000, also 20 Prozent.
    http://www.k-l-j.de/hexenverfolgung_irrtuemer.htm


    Insofern hat "Seinsheim" mit seiner Aussage von einem "vor allem im protestantischen Bereich verbreiteten Phänomen" bezogen auf Deutschland recht. Dass natürlich in Spanien keine Protestanten eine Rolle spielten, da nicht vorhanden, erklärt sich von selbst. Die Hauptverfolgungen fanden aber in unseren Landen statt.


    Interessant auch diese Aussage von Kai Lehmann, Direktor des Museums Schloss Wilhelmsburg im thüringischen Schmalkalden:

    Quote

    Dann wird er wieder ernst. Niemand solle denken, dass die Mechanismen der Hexenverfolgungen heute nicht mehr wirksam seien. Da müsse man gar nicht erst nach Afrika oder in den Pazifikraum blicken, wo teilweise heute noch Menschen als Hexen umgebracht werden. "Wir verbrennen heute nicht mehr", sagt er. "Wir zerstören den Leumund oder die wirtschaftliche Grundlage."

    Exakt.

  • Ich habe ja gesagt, dass der Hexenglauben nichts mit den Lehren der Reformatoren an sich zu tun hatte. Aber die Reformation hat sich überwiegend im germanischen Kulturbereich ausgebreitet, wo dieser Aberglaube noch stark lebendig war, während er in den romanischen Ländern eine viel geringere Rolle spielte. Da das germanische Europa überwiegend protestantisch war (bis auf einige Gebiete am Rhein, in Flandern und in Süddeutschland), war der Hexenwahn eben auch in protestantischen Gebieten (einschließlich Skandinaviens und Islands) stärker als in den katholischen. Und ich gebe @Heimdall mit dem Zitat von Kai Lehmann völlig recht, zumal zwei weitere Gemeinsamkeiten hinzukommen: die zunehmende Hysterisierung der Gesellschaft und die Doppelmoral.

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Das ist doch großer Mumpitz. Erfolg oder Misserfolg der Reformation haben nullkommanull mit "germanischem Aberglauben" zu tun. Die Reformation war in ihrer politischen Dimension eine Emanzipation vom römischen Hegemonialanspruch, ganz wesentlich getrieben von wirtschaftlichen Interessen. Dabei hat es sowohl in slawischen Gebieten (Böhmen, Jan Hus) als auch in romanischen (Hugenotten, Frankreich) ähnliche Bestrebungen gegeben. Wohl und Weh hingen meist von politischen Faktoren ab. Dass weite Teile Österreichs zwischenzeitlich protestantisch geworden waren, weiß ja heute auch kaum noch jemand.
    Die moderne Forschung ist ansonsten auch schon längst davon abgekommen einen, Zusammenhang zwischen Konfession und Hexenverfolgung zu ziehen. Es gibt positive und negative "Ausreiser" in beiden Lagern. Einige der schlimmsten Verfolgungen hat es in katholischen Hochstiften wie Würzburg und insbesondere Bamberg gegeben. Im protestantischen Württemberg passierte hingegen kaum etwas.

  • Bitte meine Beiträge sorgfältiger lesen, lieber @Saxonia! Ich habe zweimal deutlich gesagt, dass es zwischen der Ausbreitung der Reformation und dem Hexenwahn keinen ursächlichen Zusammenhang gab und stattdessen betont, dass die Reformation sich in Bereichen ausgebreitet hat, in denen aufgrund der germanischen Inkulturation der Aberglaube noch existierte. Natürlich hat das nichts mit den Konfessionen an sich zu tun. Die Hexenverbrennungen im katholischen Hochstift Würzburg (unter Julius Echter von Mespelbrunn) sind übrigens eine historische Fiktion, es hat sie vor allem in den protestantischen, nicht zum Hochstift gehörigen Nachbargemeinden gegeben. Auch dazu gibt es mittlerweile neue Forschungen.Nichtsdestoweniger hat es natürlich auch in den deutschsprachigen katholischen Gebieten, Hexenverbrennungen gegeben (wie ich auch schon sagte) - eben weil es dort wie in Nordeuropa Relikte germanischen Aberglaubens gab....

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

    Edited once, last by Seinsheim ().

  • Vielleicht passt das hier hinein. Es handelt sich eigentlich um den gleichen linken Ungeist, der auch bei BLM oder den Ikonoklasten hierzulande dominiert. In Chile haben sich Proteste an einer Kleinigkeit entzündet (der Erhöhung von Fahrpreisen für Busse und Bahnen im ÖPNV um umgerechnet 3 Cent). Nun soll es eine neue Verfassung richten, die mehr "soziale Rechte" festschreibt. Die alte Verfassung stammt von 1980, also aus der Zeit der Pinochet-Herrschaft. Die deutsche Presse jubiliert, Chile feiere seine "Wiedergeburt" ("Spiegel") oder wähle seine "Diktatur-Verfassung" ab ("ntv"), unter der ja nun bereits seit 1990 Wahlen und Demokratie stattfanden.


    Die "Deutsche Welle" konstatiert nüchterner:

    Quote

    An der aktuellen Verfassung gab es wegen ihres autoritären Ursprungs, der starken Bündelung von Machtbefugnissen bei der Zentralregierung und begrenzter Einflussmöglichkeiten der Bürger stets viel Kritik. Sie weist erhebliche Mängel auf, wie der Politologe Gabriel Negretto erklärt: "Es fehlen grundlegende soziale Rechte, insbesondere auch die von Indigenen. Die Verfassung hat zudem in ihrer Ausgestaltung dafür gesorgt, dass der Staat auf ein Minimum reduziert und das Sozialsystem privatisiert wurde."

    Die Folgen sind ein unzureichendes öffentliches Bildungs- sowie Gesundheitswesen, hohe Lebenshaltungskosten, mickrige Renten und eine hohe private Verschuldung. "Man darf nicht vergessen, dass die neoliberale Verfassung Chile auch einen beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung beschert und das Entstehen einer neuen Mittelklasse ermöglicht hat. Das Paradoxe ist, dass es zu einem guten Teil genau diese Menschen sind, die jetzt unzufrieden sind und auf die Straße gehen", sagt Negretto, der an der Päpstlich-Katholischen Universität von Chile lehrt und bereits die Vereinten Nationen beraten hat.


    Die alte Sehnsucht Sozialismus dürfte eine Rolle spielen. Sie sollen nach Annahme einer neuen Verfassung am besten ihren zweiten Allende bekommen. Vielleicht sind sie dann zufriedener.


    In diesem Zusammenhang aber ist folgendes für uns anmerkenswert. U.a. eine der ältesten Kirchen Santiagos wurde von einem vermummten Mob geplündert und abgefackelt:

    Kirchen in Chile gehen in Flammen auf

    https://www.dw.com/de/kirchen-…in-flammen-auf/a-55319242


    Ich bin ja nicht in der Kirche. Trotzdem lässt mich das nicht kalt. Und auf mich wirken diese ganzen Unruhen in der gesamten westlichen weißen Welt so, als hätte Satan nach der Macht gegriffen und seine vermummten Jünger losgeschickt.

  • Vielleicht könnte man mal unvoreingenommen die Voraussagen des Mühlhiasl und des Alois Irlmaier über die Zukunft lesen, ebenso den Text des Gedichtes der Linde von Staffelstein. Das sind alles keine Glaubensdogmen, aber frappierend sind diese Aussagen allemal. Jeder mag darüber denken, was er will.

  • Vielleicht könnte man mal unvoreingenommen die Voraussagen des Mühlhiasl und des Alois Irlmaier über die Zukunft lesen, ebenso den Text des Gedichtes der Linde von Staffelstein. Das sind alles keine Glaubensdogmen, aber frappierend sind diese Aussagen allemal. Jeder mag darüber denken, was er will.

    a rot´s Gwand hamt´s an ….

  • Sieht nach einer typischen Neubaugebiet-Kirche aus den 60ern aus. In solchen Gegenden kamen die Babyboomer zur Welt und füllten verlässlich etliche Konfirmanden-/Kommunionsgruppen. Heute wohnen dort die letzten Jahrgänge der "Ureinwohner", gemischt mit Nachzüglern sehr unterschiedlichen Alters und viel weniger Kindern. Falls überhaupt noch kirchlich geheiratet wird, sucht man sich im weiteren Umfeld eine schöne "Hochzeitskirche", die zu 100% Altbauten sind. In die sonntäglichen Gottesdienste gehen auch die Alten größtenteils nicht.