Ostseebäder auf Rügen und Usedom

  • An der Bansiner Promenade sind in den letzten Jahren an prominenter Stelle, links und rechts der Einmündung der Seestraße, die folgenden, früher schon erwähnten Neubauten entstanden:


    Östlich das "Kaiserstrand Beachhotel" in nichtssagend-modernem Baustil - hier hat man sich endgültig davon verabschiedet, Elemente der Bäderarchitektur auch nur zu zitieren. Dieser Bau könnte weltweit in jedem anderen Küstenort genauso stehen:


    Annäherung von Osten aus Richtung Heringsdorf über die Promenade:


    Von vorne:



    Von Westen, mit Uhrentürmchen:




    Westlich der Seestraße hingegen ein durchaus gelungener Neubau eines privaten Investors . Man sieht, dass es auch heute noch möglich ist, einigermaßen auf Augenhöhe mit der historischen Bebauung zu bauen. Umso trauriger stimmt der unbegreifliche Fehlgriff des Hotels gegenüber.



    Blick von der Promenade, links angeschnitten das "Kaiserstrand Beachhotel", rechts der bessere Neubau:




    Weitere Bilder:








    Entlang der Seestraße in Richtung Ortsmitte:




    Östliche Seite der Seestraße hinter dem "Kaiserstrand Beachhotel":




    Westliche Seite - auch hier eine weitgehend erhaltene historische Bebauung:

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • An der Ahlbecker Promenade direkt gegenüber der historischen Seebrücke befindet sich die folgender, äußerlich teils fertigestellter, aber anscheinend seit längerer Zeit nicht weitergebauter Neubau:



    Beim Bau hat man offenbar zumindest das - besonders in der Fernsicht - grauenvoll unproportionierte Dachgeschoss korrigiert, welches noch auf dem Bauschild abgebildet wird:



    Dieser Artikel aus der Ostsee-Zeitung von 2016 (!) berichtet über die Komplikationen bei der Bebauung des Grundstücks. Das auf dem Bauschild rechts abgebildete historische Haus ist inzwischen weitgehend saniert.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Direkt im schönsten Bereich der Ahlbecker Promenade, zwischen diesem



    und diesem



    schönen Altbau, musste, wie weiter oben im Strang erwähnt, das historische Hotel "Seestern" zugunsten des Hotelkomplexes "Das Ahlbeck" fallen.


    Der an Stelle des Seesterns entstandene Neubau ist weitgehend fertiggestellt:
    Blick von Osten:



    Der Baustil ist ja durchaus der Bäderarchitektur nachempfunden, und man kann dem Investor sicherlich ein gewisses Bemühen nicht absprechen. Dennoch ist eben nicht viel mehr als ein trauriger Abklatsch dabei herausgekommen. Schlimm finde ich persönlich besonders die billig und wie angetackert wirkenden Balkone aus verzinktem Metall.


    Traurig auch, was man dem historischen Bau in der Mitte des Komplexes angetan hat:



    Das aufgepropfte obere Stockwerk wirkt vollkommen entstellend:



    Leider geht das Grauen auch nach Westen hin weiter, wo sich ein runder Pavillon anschließt:



    Wie man auf die Idee kommen kann, so etwas in Ahlbeck an die Promenade zu setzen, ist mir ein Rätsel. Keinerlei Bezug zur Bestands-Bebauung, bei der Rundpavillons sonst nicht anzutreffen sind. Falls es in Ahlbeck so etwas wie eine Gestaltungssatzung geben sollte ...

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Vielen Dank erstmal für deine Bilder-Updates Snork! Hoffe dir hat der Urlaub gut gefallen. :) Trotz einiger architektonischer Neckigkeiten...


    Östlich das Bansiner "Kaiserstrand Beachhotel" in nichtssagend-modernem Baustil - hier hat man sich endgültig davon verabschiedet, Elemente der Bäderarchitektur auch nur zu zitieren. Dieser Bau könnte weltweit in jedem anderen Küstenort genauso stehen

    Was wir leider ausgerechnet der regionalen Denkmalschutzbehörde zu "verdanken" haben! Der Investor Seetel wollte stark historisierend im Bäderstil bauen, der Denkmalschutz hat interveniert und zu einer modernistischen Bauweise gezwungen. Angeblich um die "originale Bäderarchitektur nicht zu verwässern". :whistling:


    Wobei es dann natürlich konsequent gewesen wäre, das originale Ensemble von Hotel Meeresstrand und Co. an der Stelle zu rekonstruieren, das zu DDR-Zeiten und nach der Wende allmählich abgerissen wurde...



    Beim Komplex "Das Ahlbeck" ein ähnliches Problem. Der Denkmalschutz hat von Beginn an angemahnt, dass sich die neuen Bauteile sichtbar abheben müssen... Zum Glück vollzieht sich da allmählich ein Personalwechsel, wie ich hörte. Hoffentlich zum Besseren, bzw. werde ich die für das Thema sensibilisieren.

  • Sellin:
    Das erst 2001 eröffnete Kurhaus am Hochufer (abgesehen von den kitschigen Farben der Fassaden eigentlich kein schlechter Bau) wird im Frühjahr abgerissen und soll einem deutlich "komfortableren" Neubau im Stil der, ich nenne es mal Neo-Bäderarchitektur folgen.
    Hierzu ein Bericht mit einem ersten Bild des geplanten Neubaus.

  • Ein weiteres Ziel ist es mit dem Neubau eine Art Tor-Situation als Abschluss und Finale der Wilhelmstraße zu schaffen, wie es diese Visualisierung zeigt (das Gegenstück auf der Südseite ist bereits fertiggestellt). Kritisch anzumerken ist aber dass diese Tor-Situation eigentlich bereits existiert und dass das "alte" Kurhaus eigentlich nur neutraler gestrichen werden müsste, um sich harmonischer in die Wilhelmstraße einzufügen.
    Zudem frage ich mich ob die Badegäste und Seebrückenbesucher in der kommenden Saison überhaupt ihren Urlaub genießen können, wenn hinter ihnen die Abrissbagger dröhnen.

  • Sicher ist der Abriss nach so relativ kurzer Zeit freundlich zu hinterfragen. Nur mein selbst gemachter persönlicher Eindruck vom Kurhaus vor mehreren Jahren ist eher der einer aufgepeppten Seniorenresidenz mit einer wenig ansprechenden Innengestaltung. Von der Aussenseite betrachtet ein guter Versuch, aber der jetzt geplante Bau scheint von der Visualisierung und der Baumasse mehr als nur ein besserer Kompromiss zu sein und die Torsituation wirkt harmonischer als heute.

    Ich bin sicher kein Verfechter der "Traditionelle um jeden Preis", aber ich bin gegen die "Trostlosigkeit und Langeweile im zeitgenössischen Bauen". dto.

  • 2001 eröffnet und 2019 schon wieder abgerissen? Das ist ja schon rekordverdächtig.

    Vor allem ist ganz und gar nicht nachhaltig oder ökologisch. Scheint aber keinen Demonstranten zu stören.

  • Wurde hier schon auf das Buch von Hans-Ulrich Bauer "Holzhäuser aus Wolgast - Ikonen der Bäderarchitektur" hingewiesen? Es beinhaltet auch Villen auf Usedom U. A.eine Villa "Heimdall". ISBN 978-3-9810371-5-9.
    Restaurierte Häuser und die dazu gehörigen historischen Aufnahmen.