Kaisheim (Galerie)

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    • Kaisheim (Galerie)

      Kaisheim liegt wenige Kilometer nördlich von Donauwörth im Kaibachtal. Bekannt ist der Ort durch das älteste Zisterzienserkloster in der Diözese Augsburg, eine der beeindruckendsten Klosteranlagen in Bayerisch-Schwaben. Das 1134 gegründete Kloster wurde ab 1656 reichsunmittelbar („Kaisersheim“), 1802 aufgehoben und dient seit 1863 als Zuchthaus. Mächtig ist die ehemalige Klosterkirche, im Inneren der Klosteranlagen ist der Kaisersaal besonders hervorzuheben und auch zu besichtigen.



      Blick auf Kaisheim von Südosten, über eine Löwenzahnwiese hinweg.


      die ehem. Klosterkirche Mariä Himmelfahrt mit Vierungsturm


      Ostflügel des Klosters (mit dem zweistöckigen Kaisersaal)






      Die gewaltige Klosterkirche mit fünfschiffigem Chor stammt aus der 2. Hälfte des 14. Jh.

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    • Schon einmal vielen Dank vor der Fertigstellung. Toll, solche Orte, wo man nicht sagen kann "ein Ort mit Kloster", sondern es treffender ist, zu sagen: "ein Kloster mit ein bisschen Ort herum" ^^

      Die Kirche sieht großartig aus! :anbeten: Laut Google Earth ist sie immerhin über 80 Meter lang und fast 40 Meter breit. Diese seltene Chorform dürfte etwas spezifisch zisternzienserisches sein. Im ehem. Zisternz.-Stift Baumgartenberg nahe Linz gibt es Ähnliches zu bestaunen.

      Kommt "Kaisheim" also von "Kaisersheim", oder vom "Kaibach"? Weißt du Näheres?

      LG
    • Ehem. Klosterkirche Mariä Himmelfahrt

      Kaisheim kommt schon offenbar vom lateinischen "Caesarea" (=Kaisersheim").


      Ehem. Klosterkirche Mariä Himmelfahrt von Westen mit einfachem gotischen Portal. Außerhalb Augsburgs wohl der größte, gotische Kirchenbau Bayerisch-Schwabens.


      Die Kirche eine kreuzförmige, dreischiffige Anlage mit Vierungsturm, beeindruckend auch durch die Maße: 80,5m lang, 27,7m breit und 24m hoch.


      An den Hochschiffwänden barocke Gemälde der 12 Apostel in prunkvollen Rahmen.


      Die bedeutende spätgotische Ausstattung wurde in der 2. Hälfte des 17. Jh. beseitigt, u.a. ein Schnitzaltar von 1502 (Daucher, Erhart, Holbein d. Ä.; nur die Flügeltafeln sind erhalten, heute in der Münchner Alten Pinakothek), das Sakramentshaus von Adam Krafft und die Orgel.
      Dafür findet sich heute anstelle der gewaltige Hochaltar (bez. 1673, vom Tiroler Thamasch) und die 1699 geschaffene Kanzel.


      Hochaltar mit dem Altarbild Himmelfahrt Mariens und mächtigem Tabernakel in Form eines Zentralbaus


      Nördlicher Querhausaltar mit der hl. Sippe und Blick in den fünfschiffigen Chor


      Nördliches Seitenschiff mit prächtigem barockem Chorgestühl von 1698



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    • Ehem. Klosterkirche Mariä Himmelfahrt


      Südliches Seitenschiff, das Chorgestühl hier wie auch im nördlichen Seitenschiff nicht an seinem ursprünglichen Standort.
      Der fünfschiffige Chorbereich nicht zugänglich.


      An den Vierungspfeilern Muttergottes mit Kind, 1682


      ...und Joseph mit Kind


      Tumba von 1434 für den Klosterstifter Graf Heinrich von Lechsgmünd, gest. 1142


      Ältere Muttergottes um 1360 mit zwei Tauben und buchblätterndem Jesuskind


      Orgel von 1677, wiederum schwarzgolden und dem Tiroler Andreas Thamasch, Stiftsbildhauer aus Stams zugeschrieben.
      In Stams im Tiroler Inntal gibt es auch ein bedeutendes Zisterzienserstift.


      Musizierende Engel an der Orgelbrüstung.

      Soweit die Klosterkirche, es folgen demnächst noch Aufnahmen aus dem Ostflügel der Klostergebäude mit dem Kaisersaal.
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    • Also mit dem fünfschiffigen Chor stimmt was nicht. Schaut wie böhm. Barockgotik aus, à la Santini-Aichel. Wenn ich mich irre, soll ich für immer aus diesem Forum ausgeschlossen sein (zur Freude aller Historismusanbeter).
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Kaisersaal

      kaisheim.de/gast/3sehenswert/03kaisersaal/kaisersaal04.htm



      Der 23,60 x 10,80m große Kaisersaal wurde zwischen 1718 und 1725 ausgestattet.

      „Die Ausstattung des Saales ist ein wichtiges Beispiel des Régence-Stils, der den Übergang zwischen schweren spätbarocken Formen und dem geschmeidigen Rokoko bildet...
      Die Kaisheimer Stuckdekoration weist in Komposition und Motiven starke Ähnlichkeiten mit den Stuckaturen im Bibliothekssaal der Zisterzienserabtei Waldsassen auf: Für die Stuckornamentik des Bibliothekssaales ist die Zuschreibung an den italienischen Stuckator Jacopo Appiani urkundlich belegt...Zwar erscheinen in den Kaisheimer Quellen keine Künstlernamen, doch kann die Stuckdekoration im Kaisersaal aus stilistischen Gründen zweifellos Jacopo Appiani zugeschrieben werden, der diese unmittelbar vor den Stuckaturen in Waldsassen ausgeführt haben könnte.“
      kaisheim.de/gast/3sehenswert/03kaisersaal/kaisersaal01.htm



      Kaiser Karl der VI. machte 1711 Station in Kaisheim. Danach gab es zwar keine kaiserlichen Besuche mehr, der Saal wurde trotzdem in Erinnerung an große Zeiten der Reichsunmittelbarkeit und kaiserlicher Verbundenheit Kaisersaal genannt.

      Von den ursprünglichen zisterzienserischen Idealen war im 18. Jh. nicht mehr viel übrig...


      Über dem Eingang das Wappen des Stifters des Klosters Graf Heinrich II. zu Lechsgemünd


      Wappen des Konvents der Reichsabtei Kaisheim







      Ein paar Aufnahmen folgen noch...
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    • Vielen Dank für die schönen Ansichten des Klosters :zwinkern:



      Also mit dem fünfschiffigen Chor stimmt was nicht. Schaut wie böhm. Barockgotik aus, à la Santini-Aichel. Wenn ich mich irre, soll ich für immer aus diesem Forum ausgeschlossen sein (zur Freude aller Historismusanbeter).
      Zugegeben, zunächst hat mich die Kirche insgesamt recht stutzig gemacht, vor allem der achteckige Vierungsturm. Aber ich denke, man kann gerade den Chorraum aus zisterziensische Umdeutung der schwäbischen Spätgotik des Augsburger Domchores sehen. Vor allem die in recht klassischen Formen gehaltenen Dienste in den Chorkapellen sprechen für eine mittelalterliche Bauzeit. Und in der böhmischen Barockgotik hat man auch gerne auf das Maßwerk verzichtet, und die Strebepfeiler des Chorhaupts wären so wahrscheinlich eher nicht errichtet worden (auch hier Zisterziensergotik dahingehend, dass die Strebebögen durchgehend unterm Dach verborgen sind.

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    • Was an dem fünfschiffigen Chor nicht so ganz stimmen soll, weiß ich nicht. Jedenfalls, Pablo de la Riestra`s Ausführungen dazu in Kunstdenkmäler in Bayern Oberbayern, Niederbayern und Schwaben wären interessant dazu (sofern ich mal wieder in die Innenstadt Münchens und die Gasteig-Bücherei komme).
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