Oettingen in Bayern (Galerie)

  • Na, da sag ich dankschee. Ein sehr interessantes Stadtbild, gerade ob der Dualität Stein- Fachwerk Leider wird man sich ob einer abblätternden Fassaden Sorge und den Bestand machen müssen. Mit der Abrissbirne scheint man ja hier recht schnell bei der Hand zu sein. Derzeit ist das Stadtbild noch recht gut erhalten. Der eine Neubau mit integriertem (vorgeblendetem, wahrscheinlich originalem Fachwerkfragment wäre für eine Wiederaufbauleistung nach dem Krieg mit geretteter Spolie ja sehr gut, so ist es ein Skandal sondergleichen. Mit einem solchen stattlichen und wertvollen Fachwerkbau in prominentester Lage muss man doch anders umgehen!
    Offenbar leidet das Stadtla unter der Nähe zu seinen berühmten Schwestern. Auch ich hab' s mir damals - leider- nicht angeschaut.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Auch danke, speziell für das für mich bestimmte Bild. Habe ich 2008 ähnlich aufgenommen:


    Und gleich noch eine Innenaufnahme von der Ev. Pfarrkirche St. Jakob:


    Um den Zustand manch eines älteren Hauses muß man sich tatsächlich ernsthaft Sorgen machen, wie auch vielerorts anderswo.

  • Oettingen ist eine kleinere Residenzstadt, die 1806 zu Bayern kam. Die Stadt liegt knapp 14 km nordöstlich von Nördlingen und hat etwa 5200 Einwohner.


    Die nachfolgenden Aufnahmen sind vom Juli letzten Jahres im Anschluss an Harburg.



    Der Rundgang durch das Städtchen beginnt in der südlichen Vorstadt.


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    Königsstraße


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    Nr. 20


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    Die Nr. 22, laut Denkmalliste Ende 17. Jahrhundert, mit traufseitigem Fachwerk und für die Gegend typischem Schweifgiebel.


    Erfreulich im Städtchen die doch recht hohe Zahl an gepflegten Häusern (auch in Bezug an vorhandenen Fensterläden).


    Recht originell der Giebel der Nr. 15 (2. Viertel 18. Jh.):

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    Die Nr. 9 ein besonders breit gelagertes Gebäude aus der Zeit um 1800:

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    Im Hintergrund das Königstor, der südliche Abschluss der Altstadt:

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    Der Gasthof zur Post (Nr. 14) ein Fachwerkbau mit vorkragenden Obergeschossen und geschnitzten Eckpfosten (wie auch manche Häuser z.B. in Nördlingen), laut Denkmalliste 1. Hälfte 17. Jahrhundert.


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    Die Nr. 12 rechts nicht in der Denkmalliste.


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    Königsstraße mit Königstor, rechts das Hotel Restaurant Goldene Gans.


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    Feldseite vom Königstor (auch Unteres Tor genannt), laut Denkmalliste "Unterbau wohl 14. Jahrhundert, Oktogon mit Schweifkuppel 1594".


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  • Bevor es in die Altstadt geht, noch ein wenig aus der südlichen Vorstadt.


    Hadergasse, links die Nr. 3


    Aurach 2, in der Denkmalliste findet sich zumindest die Maria Immaculata aus dem 18. Jahrhundert.



    Die Nr. 3 ein reizvolles Kleinhaus mit verputztem Fachwerk aus dem 18. Jahrhundert:


    Es geht weiter nordwärts in den Entengraben.


    Die dortige Nr. 3 ein weiteres hübsches Häusle, hier wieder mit frei liegendem Fachwerk, das Obergeschoss vorkragend.

    Im Hintergrund das ehemalige Reithaus.



  • Über eine Brücke geht es nun in die Altstadt. An die südliche Stadtmauer angrenzend und z.T. darüber gebaut, das ehemalige Reithaus, ein größerer, derzeit offenbar leer stehender und verfallender Gebäudekomplex, mit der einstigen Reithalle im Erdgeschoss:


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    Klosterplatz 1 (Anfang 19. Jahrhundert)


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    Nahebei die Gruftkapelle des Hauses Oettingen (nicht zugänglich), ehemals Deutschordens- und Schlosskapelle. Sie reicht noch z.T. in das 13. Jahrhundert zurück. Das Langhaus wurde 1798 abgebrochen. Nahebei befand sich das 1945 zerstörte Deutschordenshaus.


    Um 1850 abgegangen ist ebenso das nahebei gelegene Alte Schloss (auch Unteres Schloss genannt), die ursprüngliche Stammburg der Grafen, später der Sitz der evangelischen Linie der Fürsten von Oettingen-Oettingen (neben der kath. Pfarrkirche).



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    Im ehemaligen Park des Alten Schlosses das Grabmal des Rittmeisters Carl von Oettingen-Spielberg von 1824. Es stand offenbar bis 1847 in Hanau. Dahinter die kath. Pfarrkirche Sankt Sebastian, ganz im Hintergrund der Turm der evang. Pfarrkirche. Links Hofgasse 10.


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    Am Eck das Haus Hofgasse 10, links zweigt die Manggasse ab, die es als nächstes weiter entlang geht. Rückwärtig liegt die kath. Pfarrkirche (folgt noch ausführlicher).

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    Über die beiden barocken Schweifgiebel der Häuser Hofgasse 1 und 3 geht der Blick zu zwei Storchennestern mit 4 Weißstörchen (auf dem Dach von Schloßstr. 23). Oettingen zählt in Bayern zu den Orten mit den meisten brütenden Störchen.


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    Nun noch ein paar Aufnahmen von der Manggasse, die die Hofgasse mit der Schloßstraße verbindet:


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    Ein weiteres Kleinhaus ist die Nr. 16 mit Vorgarten.


    Gegenüber zwei schmale, dreigeschossige Häuser, die Nrn. 9 und 11:

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    Die Nr. 10 wurde 2009 abgebrochen:

    1024px-Oettingen_in_Bayern,_Abbruch,_Manggasse_10-001.jpg (1024×678) (wikimedia.org)


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    Nr. 3 (1. Viertel 18. Jh.)


    Und schließlich noch die Nr. 2, das (ehem.) Gasthaus zum Wolf (im Hintergrund links die Baulücke der Nr. 10):

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    Weiter geht es dann in der Schloßstraße, der Hauptstraße des Residenzstädtchens,

  • Im übrigen gab es auch in Oettingen einige Kriegsverluste bei einem Bombenangriff am 23. Februar 1945.

    So traf es das Spital mitsamt der Kirche und das Deutschordenshaus mit prächtigem Renaissanceportal schwer. Die Ruinen wurden jeweils abgeräumt.


    Spital und Spitalkirche (Oettingen) (Oettingen // ) - Wiederaufbauatlas :: Haus der Bayerischen Geschichte (bavariathek.bayern)


    Ehem. Deutschordenshaus (Oettingen) (Oettingen // Kirchen und Klöster) - Wiederaufbauatlas :: Haus der Bayerischen Geschichte (hdbg.eu)


    Kommende des Deutschen Ordens - Stadt Oettingen - romantische Residenzstadt im Ries (Bayern)


    Eine Aufnahme vom einstigen Spital stelle ich bei Gelegenheit noch dazu.

  • Auch den Baukomplex des ehem. Reithauses hat es im Februar 1945 schwer getroffen. Dabei wurde der bereits gezeigte östliche Teil anschließend instand gesetzt, die baulichen Überreste des westlichen Teils wurden jedoch nach 1945 abgebrochen.

    Ehem. Reithalle (Oettingen) (Oettingen // Übrige) - Wiederaufbauatlas :: Haus der Bayerischen Geschichte (hdbg.eu)


    In jüngster Zeit verfiel das Reithaus zunehmend, wurde aber vor zwei Monaten verkauft (Bezahlschranke):

    Oettingen: Das Reithaus in Oettingen ist verkauft | Rieser Nachrichten (augsburger-allgemeine.de)

  • Schloßstraße


    Die Hauptstraße des Städtchens verläuft zwischen dem Königstor im Süden und dem Residenzschloss im Norden. Sie wird geprägt durch Fachwerkhäuser auf der westlichen Seite und barocken Bürgerhäusern sowie der evangelischen Pfarrkirche auf der Ostseite.


    Zuerst geht es auf der westlichen Seite nordwärts:


    Königstor, Stadtseite




    Die Nr. 42 rechts in der Denkmalliste mit 2. Hälfte 17. Jahrhundert datiert.


    Das gewaltige Rathaus stammt noch aus dem 15. Jahrhundert und zählt zu den bedeutendsten Fachwerkbauten Bayerisch-Schwabens.


    Drei Detailaufnahmen dazu von 2008:



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    Rückseite vom Rathaus (links davon die Krone).


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    Die Nr. 34 (links) das Gasthof Hotel zur Krone wird derzeit saniert.


    "Nach heutigem Stand handelt es sich bei der Krone in Oettingen um das älteste erhaltene bürgerliche Gebäude der Residenzstadt. Einer dendrochronologischen Untersuchung des Dachstuhls zu Folge wurden die Balken bereits im Jahr 1424 für selbigen geschlagen. Damit ist der Dachstuhl der Krone auch älter als der des Rathauses, dessen Baubeginn auf das Jahr 1430 datiert wird und das wohl rund 50 Jahre später dann seinen Dachstuhl erhielt...

    Anfang 2017 musste die Krone dann geschlossen werden. Der Grund: Der Denkmalschutz hatte Bedenken, dass das Gasthaus einsturzgefährdet ist. Anfang April 2019 kam Hoffnung für die Krone auf. Im Rahmen des Förderprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ kann das Projekt Hotel Krone in Oettingen mit 9,76 Millionen Euro gefördert werden. Jetzt sind Besitzer und Stadt am Zug, um ein Stück Heimatgeschichte zu erhalten."

    Die Krone in Oettingen|Oettingen|Donau-Ries-Aktuell


    Hotel-Gasthof "Krone" in Oettingen ist dicht | BR24



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  • Nun die gegenüberliegenden barocken Gebäude auf der Ostseite.


    Dieses weiß angestrichene breitere Haus (Nr. 29) mit Freitreppe, den blauen Fensterläden, Blumenschmuck und Vasenaufsätzen gefällt mir zusammen mit dem viergeschossigen schmalen links davon besonders gut.






    Die weitere Häuserfolge nordwärts:


    Das zweite Haus von rechts, die Nr. 21, bekam jüngst einen grünen Anstrich.


    Und ein paar weitere Störche auf der Nr. 23:



  • Es geht wieder auf der westlichen Seite der Schloßstraße weiter.


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    Der Storch lebt ein wenig gefährlich. Wird aber wohl nicht so selten in Oettingen passieren. Im Hintergrund ist erstmalig das Residenzschloss zu sehen.


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    Die Nrn. 12 und 10, die Nr. 12 mit Fassadenmalerei (18. Jahrhundert), die Nr. 10 ist in der Denkmalliste mit 2. Hälfte 17. Jahrhundert datiert.


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    Schloßstraße 2 mit benachbartem ehem. Kornspeicher.


    Gegenrichtung vom Hofgarten aus mit ehem. Lateinschule:

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    Evangelische Pfarrkirche Sankt Jakob


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    Und schließlich noch mit Residenzschloss.


  • Residenzschloss


    Das Neue oder Obere Schloss wurde anstelle eines Vorgängers 1679-87 von Matthias Weiß errichtet. Matthias Weiß war u.a. in Stuttgart an der Alten Kanzlei und am Prinzenbau tätig. Der erste Sitz der katholischen Linie von Oettingen-Wallerstein und später Oettingen-Spielberg entstand ursprünglich nach der Teilung des Grafenhauses im Jahr 1410 an der alten Münzstätte.


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    Südseite zur Schloßstraße. Durch den Torbogen rechts gelangt man unter dem Schloss hindurch aus der Altstadt heraus. Im Durchgang die Reste des überbauten Oberen Tores. Im obersten Geschoss befindet sich der Festsaal. Das Dachgeschoss wurde 1851 verändert.


    Seite zum Schloss: Oettingen-Spielberg

    Galerie mit Bildern aus dem Inneren des Schlosses, u.a. vom Festsaal: Galerie – Oettingen-Spielberg
    Das Haus Oettingen gehört zu den ältesten heute noch bestehenden Adelsgeschlechtern in Bayern: Geschichte – Oettingen-Spielberg


    Nordseite des Schlosses mit Oberem Tor:

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    Blick nordwärts:

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    An der Georg-Friedrich-Steinmeyer-Str. stehen die ehemaligen Werkstattgebäude der berühmten Orgelfabrik Steinmeyer, deren Betrieb 2001 eingestellt wurde.

    "Auch die größte Kirchenorgel der Welt im Passauer Dom stammt ursprünglich von Steinmeyer (1928), ebenso die Orgel im Hamburger Michel (1960). Bereits 1914 und 1922 hatte man die historischen Orgeln der Basilika Ottobeuren restauriert. Nennenswert ist auch die Steinmeyer-Hauptorgel in St. Lorenz in Nürnberg (1879/1937), diese ist heute die zweitgrößte Orgel Deutschlands."

    G. F. Steinmeyer & Co. – Wikipedia


    Auf einem Gebäude der ehem. Orgelfabrik siedelt heute ein Storchenpaar:

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    Nach Norden verläuft weiter die Münzstraße mit Gasthaus Rose und Behindertenheim:

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    Zurück zum Schloss.


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    Blick vom Schlosshof aus auf den Hauptbau mit Treppenhaus in der Mitte und Oberem Tor rechts davon.


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    Der östlich an das eigentliche Schloss angrenzende Hof wird von einem Marienbrunnen beherrscht. Den Hof umgeben Neben- und Wirtschaftsgebäude sowie Stallungen.

  • Sehr schön, aber diese Teerstrassen und modernen Stadtmöbel sind einfach unpassend. In Bayerns Dörfern leider üblich.

  • ^Wobei das aber ein Jammern auf ganz hohem Niveau ist. Denn in 95 Prozent dieses Landes dürfte es diesbezüglich viel schlechter aussehen. :zwinkern:

  • Evangelische Pfarrkirche Sankt Jakob


    1312-26 erbaut, Turm 1565 erhöht, 1680/81 im Inneren barockisiert.





    Der Stuck vom Matthias Schmuzer d. J.


    Taufstein von 1689


    Chor mit Kreuzigungsgruppe:


  • Schloßstraße 5, die ehem. Lateinschule, erbaut von Johann Christian Lüttich 1724, mit einer ungewöhnlichen Nische zur Straße hin:



    Zur Pfarrstraße hin:


    Schloßstraße 7 (ehem. Amtshaus, Ende 18. Jahrhundert) und 9 (ehem. Gasthof Goldener Löwe, heute Bambus)




    Rechts Schloßstraße 15 mit einem Storchennestkamin a la Memmingen.