Fachwerk in Bayerisch-Schwaben (Galerie)

  • Nachfolgend möchte ich Fachwerkbauten aus dem bayrischen Regierungsbezirk Schwaben vorstellen. Durch Schwaben verläuft die östliche Verbreitungsgrenze des Fachwerks. Interessante Beispiele für schwäbisches Fachwerk finden sich in den westlichen und nördlichen Landkreisen: im Nördlinger Ries, von Ulm die Donau abwärts nach Donauwörth, zwischen Ulm und Memmingen, im westlichen Allgäu und Raum Lindau.


    In der Inhalts-Übersicht werden Orte mit Fachwerkgebäuden, von denen bereits eine Galerie im APH-Forum vorhanden ist, verlinkt. Weitere Verlinkungen verweisen auf in diesem Strang folgende Beiträge mit Orten, in denen interessante Fachwerkgebäude zu finden sind.

  • Stadt Augsburg

    Stadt Kaufbeuren

    Stadt Kempten (Allgäu)

    Stadt Memmingen
    Memmingen (Galerie)


    Lkr. Aichach-Friedberg


    Lkr. Augsburg


    Lkr. Dillingen an der Donau
    Dillingen an der Donau
    Lauingen an der Donau (Galerie)
    Wertingen (Galerie)
    Wittislingen


    Lkr. Donau-Ries
    Donauwörth (Galerie)
    Harburg
    Mönchsdeggingen
    Monheim
    Nördlingen
    Nördlingen (Galerie)
    Oettingen in Bayern
    Wemding (Galerie)


    Lkr. Günzburg
    Burtenbach
    Ettlishofen (Gde. Bibertal)
    Günzburg (Galerie)
    Jettingen (Markt Jettingen-Scheppach)
    Leipheim
    Leipheim (Galerie)
    Limbach (Stadt Burgau)
    Scheppach (Markt Jettingen-Scheppach)
    Silheim (Gde. Bibertal)
    Wettenhausen (Gde. Kammeltal)

    Lkr. Lindau (Bodensee)
    Ebratshofen (Gde. Grünenbach)
    Hergensweiler
    Lindau (Bodensee) (Galerie)
    Nonnenhorn
    Opfenbach
    Riedholz (Gde. Maierhöfen)
    Schweinebach (Gde. Maierhöfen)
    Simmerberg (Markt Weiler-Simmerberg)
    Wildberg (Gde. Weißensberg)
    Zwirkenberg (Gde. Gestratz)

    Lkr. Neu-Ulm
    Aufheim (Stadt Senden)
    Biberberg (Markt Pfaffenhofen an der Roth)
    Erbishofen (Markt Pfaffenhofen an der Roth)
    Häuserhof (Stadt Neu-Ulm)
    Illertissen
    Pfuhl (Stadt Neu-Ulm)
    Weißenhorn

    Lkr. Oberallgäu
    Ahegg (Markt Buchenberg)
    Aleuthe (Markt Sulzberg)
    Sulzberg
    Unterminderdorf (Markt Sulzberg)
    Wiggensbach

    Lkr. Ostallgäu
    Görisried
    Ried (Gde. Lengenwang)
    Seeg
    Stadels (Gde. Görisried)

    Lkr. Unterallgäu
    Heimertingen
    Herbishofen (Gde. Lachen)
    Illerbeuren (Galerie)
    Katzbrui (Gde. Apfeltrach)
    Wolfertschwenden

  • Generell sind die Angaben zu den einzelnen Gebäuden, Datierungen etc. aus dem Dehio Schwaben und der offiziellen Denkmalliste übernommen.


    Zuerst gibt es Aufnahmen von der Stadt Weißenhorn (evtl. folgt davon ja auch bald eine Galerie im APH-Forum).


    Weißenhorn



    Die ehemalige Schranne, auch Altes Rathaus genannt, an der Hauptstraße; im Kern spätmittelalterlich, 1356/57 (Dendro), 1584 (Dendro) umgebaut, 1777 Erdgeschoss massiv ausgemauert, 1872 Anbau der neuen Schranne.





    Von der Hauptstraße zweigt nach Osten die Hasengasse ab. Die Nr. 4 zeigt noch teils altertümliches Fachwerk (Denkmalliste: "im Kern um 1430, in der 1. Hälfte 16. Jh. Erneuerung des Dachwerks, um 1640 Erneuerung des südlichen Giebels, im 19. Jh. teils Ausmauerung der Ständer, Veränderung des Grundrisses und Anbau des Nebengebäudes").



    Wettbach 6, ehem. Badstube (Denkmalliste: "im Kern wohl noch 16. Jh.")



    Memminger Str. 2, ehem. Schmiede (Denkmalliste: wohl 1. Hälfte 18. Jh.)


  • Wie auch die Schmiede in der Memminger Straße liegt die ehem. Badstube (im Dehio "Äußere Backstube") und jetzige Gasthof zum Deutschen Kaiser (Illerberger Straße 9) außerhalb der alten Stadtmauern. Das Gebäude stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.


    Nordwestlich der ehem. Schranne befindet sich eine der bekannteren Ruinen Schwabens: das ehem. Pfründehaus (Sebastian-Sailer-Str. 2) aus dem 15. Jh., seitdem mehrfach verändert und bereits längere Zeit leer stehend (aktuell offenbar im EG als Lager genutzt) und in bedauerlichem Zustand verharrend.



  • Biberberg (Markt Pfaffenhofen an der Roth)



    Biberberg hat wie manch anderer Ort im Lkr. Neu-Ulm zumindest noch ein interessantes Fachwerkgebäude zu bieten: das ehem. Kanzlei- oder Bedientenhaus des nicht erhaltenen Schlosses aus dem 17. Jh. Generell sind in dieser Gegend südöstlich von Ulm nur wenige Fachwerkhäuser anzutreffen.




    Erbishofen (Markt Pfaffenhofen an der Roth)



    Wohnstallhaus aus dem 17. Jh., das Giebelfachwerk 2. Hälfte 18. Jh.

  • Häuserhof (Stadt Neu-Ulm)



    Am Osthang des Illertales liegt dieser ehem. Gutshof, der von 1329 bis in das 19. Jh. Lehen Ulmer Patrizier war. 1624-31 errichtet, von der ursprünglichen Vierseitanlage stehen nur noch der Südtrakt sowie der Querbau mit Glockentürmchen.





    Aufheim (Stadt Senden)



    Etwas arg modernisiert erscheint heute das aus dem 17. Jh. stammende ehem. Amtshaus der nahen oberschwäbischen Abtei Wiblingen, seit einiger Zeit Hotel Gasthof Rössle.
    http://www.gasthof-roessle.com…e=tradition&seite=roessle

  • Illertissen



    Das ehem. Benefiziatenhaus, an die Friedhofsmauer der Pfarrkirche St. Martin angebaut, laut Denkmalliste "1764 an Stelle eines 1509 gestifteten Vorgängerbaus neu errichtet, stark erneuert".
    Das östlich anschließende Gebäude wie auch gegenüber die Bebauung der anderen Straßenseite lässt schon stark das nahe BaWü erkennen.





    Auf der Südseite der Hauptstraße der Gasthof zur Krone aus der 2. Hälfte des 17. Jh.

  • Silheim (Gde. Bibertal)



    Ein stattlicher Fachwerkbau ist der ehem. Gasthof Zahn aus der 2. Hälfte des 17. Jh.




    Ettlishofen (Gde. Bibertal)



    Ein jüngst von den Eigentümern renoviertes Bauernhaus, laut Inschrift von 1748.




    Wettenhausen (Gde. Kammeltal)



    Fachwerkgebäude in der Dossenbergerstraße, rechts die ehem. Vogtei



    Limbach (Stadt Burgau)



    Pfarrhaus (um 1630, Umbau 1875)

  • Heimertingen



    Im wenige Kilometer nordwestlich von Memmingen gelegenen Heimertingen gibt es einen besonders interessanten Bau mit Krüppelwalmdach, eine Mischung aus Fachwerk-, Block- und Ständerbohlenbau, innen bez. 1524, 1984/85 innen erneuert.



  • Ahegg (Markt Buchenberg)



    Die ehem. Aheggmühle, in hügeliger Umgebung nur wenige Kilometer WSW von Kempten, bez. 1722



    Wiggensbach



    Der Gasthof zum Kapitel am Marktplatz westlich der Pfarrkirche mit offenbar neuerem Fachwerk


    Südlich anschließend der Gasthof zum goldenen Kreuz, das seitliche Fachwerk laut Denkmalliste noch aus dem späten 17. Jh.:



    Sulzberg


    Südsüdöstlich von Kempten gelegener Marktflecken.



    Der breitgelagerte Gasthof zum Hirsch, ehem. Meierhof, aus der Mitte des 18. Jh.

  • Bin beim Wort Schwaben als Baden-Württemberger natürlich etwas irritiert ;-)
    Vielleicht könnte man zur genaueren Einordnung Bayrisch-Schwaben oder eine entsprechende Zutat wählen?

  • @ Markus


    Danke für diese neue Galerie mit interessanten Beispielen! Im Inhaltsverzeichnis hast du aber für "Lindau" nicht die Galerie verlinkt, sondern den Strang aus "Rekonstruktionen, Sanierungen, Neubauten, Stadtumbau und Denkmalschutz". Den richtigen Link findest du hier:
    Lindau (Bodensee)

  • Oh ja, danke, da bin ich eins abgerutscht. Die Auflistung ist natürlich vorläufig, im Lkr. Lindau sollte es z.B. abseits der Kreisstadt auch noch den einen oder anderen interessanten Fachwerkbau geben. Auch sonst gibt es noch das eine oder andere zu ergänzen.

  • Jettingen (Markt Jettingen-Scheppach)



    Ein Beispiel für einen historisierenden Fachwerkbau, 1902 erbaut.



    Scheppach (Markt Jettingen-Scheppach)



    Im Schwäbischen sind ja bekanntermaßen nicht wenige Fachwerkgebäude verputzt, so auch z.B. der ehem. Gasthof Adler in Scheppach (im Kern wohl um 1500, das Erdgeschoss massiv erneuert).



    Burtenbach



    Ein weiteres verputztes Fachwerkhaus, das sog. Mauselehaus, bez. 1672, an der Hauptstraße von Burtenbach.



    Links das Rathaus.

  • Oettingen in Bayern



    Das Rathaus von Oettingen gehört zu den stattlichsten Fachwerkgebäuden in Bayrisch-Schwaben. Während das steinerne Erdgeschoss mit 1431 bezeichnet ist, werden die Obergeschosse sowie der Giebel in die Zeit um 1480 datiert. Das mächtige Zwerchhaus und das alemannische Fachwerk erinnert an z.B. Ulm oder Geislingen.



  • Als Halbschwabe aus dem Augsburger Raum hatte ich schon gehofft, daß die Formulierung im Bezug auf den bayr. Regierungsbezirk durchgeht, aber mit Bayerisch Schwaben kann man auch leben.
    Und Scheppach sowie Burtenbach dürfen natürlich nicht fehlen.


    OT: Diesen gewaltigen Kirchturm hat übrigens die sonst sehr wenig vom Hocker reißende Stadt Dietenhofen im württembergischen Schwaben:

  • Und wenn ich mit der Unart der Baden-Württemberger konfrontiert werde, dass sie so tun, als wären sie die Schwaben und uns gäbe es nicht, na krigi jedsmal mein Zora.

    Stimmt, unsere Augsburger Verwandtschaft sind auch Schwaben. Sehen sich auch so, zumindest die ältere Generation.
    Das Fachwerk allerdings lügt nicht. Solches typisch "Schwäbisches Fachwerk" wird man hier an der Rheinschiene nie finden.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Und wenn ich mit der Unart der Baden-Württemberger konfrontiert werde, dass sie so tun, als wären sie die Schwaben und uns gäbe es nicht, na krigi jedsmal mein Zora. :wuetenspringen:


    Früher habe ich überhaupt nicht gewusst, dass der Begriff Schwaben auch von Baden-Württemberg beansprucht wird.


    Richtigstellung: Mir geht es nicht um Abgrenzung, sondern um die bauliche Differenzierung, damit das klar gestellt ist!
    Die hier gezeigten, z.T. flacheren Giebel zeigen durchaus einen Unterschied im Übergang vom Schwäbischen zum Bayerischen.


    Zum schwäbisch-alemannische Kulturraum zählen neben Bayerisch-Schwaben auch das Elsass, große Teile der Schweiz bis hin zum Vorarlberg und natürlich die südlichen Landesteile von Baden-Württemberg. Stuttgart liegt im übrigen nicht im Zentrum von Schwaben, sondern an der nördlichen Peripherie.
    Ob diese Tatsachen in Bayerisch-Schwaben so bekannt sind, fortan muss ich es bezweifeln... :lachen:

  • Schieben wir diese Bayern-BW-Schwaben Diskussion zur Seite! :lachentuerkis:


    Danke für die tolle Galerie :anbeten: Die riesigen Fachwerk-Einhöfe sind der Wahnsinn!


    Quote

    Zum schwäbisch-alemannische Kulturraum zählen neben Bayerisch-Schwaben auch das Elsass, große Teile der Schweiz bis hin zum Vorarlberg und natürlich die südlichen Landesteile von Baden-Württemberg


    Scheint mit eigentlich relativ unterrepräsentiert, die Gegend. Vielleicht können einige Forumler ja etwas nachholen? ;)