Essenheim (Galerie)

  • Diese Galerie ist eine kleine Reise in das nördliche Rheinhessen und zeigt das unmittelbar vor Mainz gelegene Dorf Essenheim in der VG Nieder-Olm.
    Die VG Nieder-Olm setzt sich aus den Gemeinden Essenheim, Jugenheim, Klein-Winternheim, Nieder-Olm, Ober-Olm, Sörgenloch, Stadecken-Elsheim und Zornheim zusammen und wurde um 1969 im Zug der Kommunalreform gegründet. Während jede Gemeinde noch ihr Rathaus hat, ist der eigentliche Verwaltungssitz in Nieder-Olm. Durch die Lage der VG direkt südlich vor Mainz, dazu noch direkt an der A 63, sowie die unmittelbare Nähe zum ZDF etc. hat diese VG das große Glück, von den Wachstumsraten des Rheinmaingebietes zu zehren und dürfte in dieser Hinsicht in Nordrheinhessen wohl auch die privilegierteste von allen sein. Die Einwohnerzahl beträgt derzeit etwas über 31.000 mit wachsender Tendenz, was sich in den letzten 20 Jahren durch einen regelrechten Bauboom zeigte, der sich noch fortsetzen wird. So betrug in Nieder-Olm die Einwohnerzahl um 1993 etwa um die 4.500 und hat sich heute mehr als verdoppelt, sodaß der bisherigen Gemeinde Nieder-Olm vor einigen Jahren Stadtrechte verliehen wurden.
    Durch den Konzern Eckes und Chantre dürfte der Name Nieder-Olm überdies einen gewissen Bekanntheitsgrad genießen.


    Der erste Ort alphabetisch ist Essenheim, das sich "Domherrngemeinde" nennt und auch "Dörfchen am sonnigen Hang" und mit dem Slogan wirbt: "Essenheim - Zwischen Reben gelegen". Es ist die zweithöchst gelegene Gemeinde Rheinhessens mit max. bis etwa 250 m. Höhe über N.N. und liegt sehr reizvoll in einem Kessel. Vom Nieder-Olmer Berg auf der Höhe hat man den Eindruck eines halben Trichters, der sich nach unten hin verjüngt. Der renommierte Weinbauort hat mit dem Essenheimer Berg eine der besten Weinanbauflächen im näheren Umkreis und ist auch heute noch wenigstens teilweise landwirtschaftlich geprägt. Durch das etwa 4 km. entfernte ZDF hat Essenheim in den letzten 40 Jahren einen beachtlichen Boom erlebt, der sich z.B. darin zeigt, daß 1985 der 2.000. Bürger geboren wurde und die Einwohnerzahl heute bei über 3.400 liegt. Die prominentesten Einwohner sind Dieter Kürten und der "Wetterfrosch" Gunther Tiersch. Ein vor Jahren geschaffenes "Kunstforum Rheinhessen" durch den Kunstverein Essenheim hat der Gemeinde zusätzlich ein illustres Renomee verschafft. Zu den Höhepunkten im Jahreslauf gehören die Kerb und das Essenheimer Domherrenfest.
    Zunächst ein kurzer geschichtlicher Überblick:
    2300-2000 v. Chr.: Die ältesten Funde menschlicher Besiedlung aus der Jungsteinzeit und der Glockenbecherkultur
    1200-800 v. Chr.: Siedlungsfunde aus der Bronzezeit (Urnenfelderkultur)
    800-40 v.Chr.: Kelten
    40 vor bis ca. 400 n.Chr.: Römisches Siedlungsgebiet, vermutlich 7 Villae rusticae, intensiver Getreide- und Weinanbau, römischer Sarkophag im Rathaus
    6 Jhd.: Gründung des Dorfes durch fränkische Siedler
    1023: eine angenommene Ersterwähnung als "Hesinesheim" wird heute als unzutreffend angesehen und mit Heidesheim in Verbindung gebracht
    1140: erste sichere Erwähnung als Esenheim, Ersterwähnung der Kirche
    1260: Übertragung der Mauritiuskirche vom Kloster Tholey an das Mainzer Domkapitel
    1354: Besitz der Grafen von Veldenz
    1444: Zugang durch Erbe in den Besitz des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken
    1533: Einführung der Reformation, als erstem Ort in Rheinhessen
    1632-36: Schwedische Besatzung
    1645: Erstürmung des befestigten Friedhofs durch marodierende Soldaten
    1689-92: Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wird Essenheim bis auf zwei Gebäude vollständig zerstört
    1733: Zugang an die Kurpfalz
    1741-46: Erste Auswanderungswelle von mehr als 120 Personen nach Nordamerika
    1792: Frz. Revolutionstruppen im Ort stellen im "Fronkreich" (Münchhofstraße) einen Freiheitsbaum auf
    1797-1814: Teil Frankreichs
    1816-1918: als Teil der neugegründeten Provinz Rheinhessen Zugehörigkeit zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt
    1820-38: zweite Auswanderungswelle nach Nordamerika, vermutlich infolge der katastrophalen Folgen des Vulkanausbruchs 1816
    1857: Einweihung der neuen Synagoge in der Klappergasse
    1918-45: Zugehörigkeit zum Volksstaat Hessen
    1947: Land Rheinland-Pfalz, Landkreis Mainz, ab 1969 Landkreis Mainz-Bingen
    1972: Gründung der VG Nieder-Olm


    Blick vom Nieder-Olmer Berg



    Blick von Ober-Olm



    Blick von Klein-Winternheim



    Zunächst mal ein erster Eindruck vom Dorfmittelpunkt, der auch "Dalles" genannt wird, auf das 1836 gebauten Rathaus und die architekturhistorisch regional durchaus bedeutende Mauritiuskirche.



    Das Ensemble von Rathaus und Mauritiuskirche im Ortsmittelpunkt. Das Rathaus wurde neben dieser Funktion auch als Schulhaus mit zugehöriger Lehrerwohnung sowie auch als Spritzenhaus für die Feuerwehr erbaut. Es wurde möglicherweise unter Einbeziehung älterer Substanz 1836 als stattlicher spätklassizistischer Bruchsteinbau errichtet, vermutlich vom Kreisbauamt Mainz. Das Spritzenhaus diente gleichzeitig auch als Arreststätte (in Essenheim ist die Drohung "Du kimmst aach noch emol ins Rothes" mit dem verschleierten Hinweis auf den damit gemeinten Arrestort noch geläufig.) Im Hofbereich bestand bis dahin ein Teil der angeblich 6 Fuß starken Wehrmauer der Mauritiuskirche, die aufgrund des Rathausneubaus abgerissen wurde. Im inneren ist heute ein etwa 1980 aufgefundener spätrömischer Steinsarkophag mit Deckel aufgestellt (4. oder frühes 5. Jhd., Widmungsinschrift eines Ursinius Restitutus an seine Mutter Sanctinia.



    Das Essenheimer Wappen mit den Kurpfälzischen Löwen, die darauf hinweisen, daß Essenheim gemeinsam mit Stadecken im 18. Jhd. einst zum Territorium der Kurpfalz gehörten.



    Beherrscht wird Essenheim von der Mauritiuskirche (ehemalige Wehrkirche), die 1260 vom Kloster Tholey an das Mainzer Domkapitel übertragen wurde (Diese Übertragung wurde 1288 durch den Mainzer Erzbischof Heinrich II. von Isny bestätigt.) Um 1459 existierte ein Kollaturrecht des Domkapitels. Als erste Gemeinde in Rheinhessen wurde die Gemeinde 1533/35 lutherisch, ab 1592 calvinistisch. Zwischen 1686-89 und 1719-21 eigneten sich jedoch Katholiken im Dorf die Kirche nochmals an. Der Kirchhof war von einer angeblich 6 Fuß starken Wehrmauer umgeben, die 1645 von kaiserlichen Soldaten gestürmt wurde und die im Zusammenhang mit dem Rathausneubau 1836 abgerissen wurde. Vor der Kirche ursprünglich der alte Friedhof mit Kerner (Beinhaus), der in der 2. Hälfte des 19. Jhd. aufgelassen wurde.
    Die Anlage erhebt sich ortsbildprägend über einer Anlage von Stützmauern und stellt eine im Kern spätgotische Baugruppe dar, die im 15. Jhd. begonnen wurde und deren jüngsten Teile 1775 durch die Neuerrichtung der Langhausnord- und Südwand entstanden.











    Blick in den Rathaushof.



    Blick auf das noch relativ neue Kunstforum Rheinhessen, welches anstelle eines ehemaligen Bauernhofs (Kirchstraße 2) errichtet wurde und mittlerweile Essenheim zu einiger Berühmtheit verholfen hat.



    Straße der Champagne 1, Ecke Elsheimer Straße. Heutiger "Domherrenhof". Ehemalige Gastwirtschaft von Georg Metzler "Zur schönen Aussicht", 1907 wohl unter Verwendung von massiven Bauteilen eines barocken Vorgängers errichteter winkelförmiger Bau mit barockisierendem Fachwerk, sehr ortsbildprägend. Im Inneren barockes profiliertes Portalgewände aus rotem Sandstein, bezeichnet 1700. Das Innere wurde in den 1990er Jahren stark umgestaltet. In den 1980er Jahren beliebter Treffpunkt von Personen und Mitarbeitern etc. aus dem nur 4 km. entfernten ZDF-Sendezentrum vom Lerchenberg, u.a. auch Burt Lancaster.




    Die folgende derzeitige "Baulücke" am Ortsmittelpunkt ist erst etwa zwei Jahre alt und entstand nach dem Abriß des Hofs von Tante Berta. In diesem Quartier soll eine Bebauung mit einem Hotel, einer zweigeschossigen Garage, einem Eiscafe und evtl. weiterer gewerblicher Nutzung erfolgen.



    Vorheriger Zustand vor dem Abriß von Tante Berta´s Haus. (Ecke Hauptstraße und Straße der Champagne).




    Durch den Abriß dürften auch die Blicke auf den Domherrnhof...



    ...sowie die Ecke Kirchstraße/ Elsheimer Straße in Richtung auf das hier zu sehende Kunstforum in dieser Form nicht mehr möglich sein.



    Linke Hälfte des Rathauses mit Verwaltung und Ratssaal.



    Mittlerer Teil des Rathauses, ehemals im EG das Spritzenhaus der Feuerwehr, welches auch die Funktion einer Arrestzelle hatte.



    Blick nach rechts in die Hauptstraße. Rechte Hälfte des Rathauses und angeschnitten Hauptstraße 6.



    Beispiel für ein Rheinhessisches Ortsbild mit einer manchmal etwas ungegliederten Folge von Wohnhäusern aus Bruchstein, dazwischen immer wieder die teils riesigen Scheunen. Hier ein Blick auf die heutige Straße der Champagne, vorher (bis etwa 1978) Schmittgasse, wohl aufgrund einer ehemals dort ansässigen Schmiede.



    Ein kleiner Einblick in eine typische Eesemer Scheier nach der Anlage eines Dreiseitenhofs (abgerissen). Links im Hof der Pferdestall, dann das Kelterhaus mit dem hier zu sehenden Kellerabgang, folgend Scheune und Tenne, oben auf dem Gerüst Heu- bzw. Strohlager, rechts im Hof der Hinkel- und der Wutzestall.



    Hauptstraße 6: Eines der besterhaltenen Gehöfte der Gemeinde in Form eines Vierseitenhofs. Das zur Hauptstraße weisende spätbarocke Wohngebäude mit einem hohen Walmdach liegt zwischen zwei Seitenarmen der Straße (Krebser- bzw. Schornsteinreul sowie Stockgasse) und dürfte kurz vor 1750 erbaut worden sein. Die geohrten Portal- und Fenstergewände sind erhalten, der Hauseingang wurde aus der Mitte nach links verschoben. Das Fachwerk-OG dürfte vermutlich entegen dem heutigen Zustand verputzt gewesen sein. Im Inneren existiert ein stuckierter "Salon" mit Supraporten aus der Zeit etwa um 1900. Rechts die Torfahrt mit barocken Torbogenpfeilern und ein Kelterhaus mit Speicher in Fachwerk aus dem 19. Jhd. Die stattliche Scheune aus Bruchsteinen wird über die Seitengasse befahren.




    Das noch bestehende Gebäude der ehemaligen Raiffeisenbank wird irgendwann demnächst abgerissen werden und stammt etwa aus 1962-63. Der Standort dieser Bank stellt für Essenheim zugleich den Ort seines größten Verlusts dar, den es mit dem Abriß seines "alten", d.h. wahrscheinlich aus dem 16. Jhd. stammenden Backes erfahren hat. Es war zusammen mit dem Dexheimer Backes das bedeutendste Gemeindebackes Rheinhessens und hat sogar Einzug gehalten in Ernst Stephans "Das Bürgerhaus in Mainz".
    Nach dem Abriß diesen Gebäudes wird auf dem mittlerweile weitgehend abgerissenen Quartier nach den jetzigen Planungen eine Mischbebauung aus Hotel, Eisdiele, Cafe, Parketagen sowie evtl. ein kleinerer Lebensmittelmarkt entstehen.



    Rechts angeschnitten das Postreul/ -reil (auch. Milchreil), folgend Hauptstraße 9, wohl erstes Viertel 19. Jhd oder doch früher, bis um 1935 Haus des jüdischen Kaufmanns Max Mayer, im EG bis um die Jahrtausendwende über viele Jahrzehnte ein Gemischt- und Kolonialwarenladen, später Schreibwaren, Postannahme etc. Heute eine Fahrschule.
    Folgend Hauptstraße 11.



    Hauptstraße 13, Gasthaus Zum roten Ochsen, etwa um 1875 herum errichteter Gründerzeitbau, in dieser Form ein Solitär. Solche Fahnen 10 km. vor Mainz öffentlich sichtbar auszuhängen, ist eine Schande.



    Hauptstraße 12: Ein in den 1880er Jahren errichtetes stattliches Gehöft in der typischen nachklassizistischen Sprache des 19. Jhd. Auch hier zeigt sich, daß in dieser Zeit die Erträge von Acker- und Obstbau sowie dem in Essenheim sehr stark betriebenen Weinbau auch im 19. Jhd. so substantiell waren, daß sich dieses in den Neubauten der Höfe bemerkbar machte.



    Ein kleines Ensemble von Hauptstraße 14 und 16



    Die Hauptstraße 14 dürfte in ihrer Grundsubstanz sicherlich zu den älteren Häusern der Gemeinde zählen, wohl aus der ersten Hälfte des 18. Jhd. Im EG war über viele Jahrzehnte eine kleine Bäckereifiliale, die aber leider auch geschlossen ist.



    Hauptstraße 16



    Blick von der Hauptstraße nach Süden in die Neubrunnenstraße, lokal: Bornsgass.



    Hauptstraße 20



    Wie in so vielen anderern Gemeinden waren es auch in Essenheim in den 50er/ 60er Jahren noch ganz andere Zeiten, noch ohne Fernsehen, dafür aber viel geselliger, wenngleich "in die Wertschaft gehen" nicht Essen bedeutete, sondern im allgemeinen einen halben oder einen Schoppen. Auch dieses Haus war durch die zentrale Lage der Hauptstraße eine beliebte Wirtschaft und trug den Namen "Zum Uschbes" - dieser Name ist wohl jiddisch-lateinischen Urprungs und stammt wohl aus dem Zusammenhang Wirt= Hospes.



    Das stattliche Giebelhaus Hauptstraße 22 ist durch die Erscheinung eines Erkers mit geschweifter Haube ein singulärer Vertreter im näheren Umkreis, allerdings wurde das Haus auch in Teilen modernisiert. Eine Rarität bilden die beiden auf 1740 datierten geohrten barocken Fenstergewände im Nebengebäude. Ob sie dort eine Spolie bilden, bleibt offen, aber dennoch zählen sie mit dem Portal von 1700 in Straße der Champagne 1 zu den ältesten erhaltenen Resten profaner Bebauung am Ort.





    Hauptstraße 21...



    ...und Hauptstraße 23.



    Mit Hauptstraße 26 hat sich das wohl besterhaltene Beispiel einer Hofanlage aus dem 18. und 19. Jhd. erhalten. Ältester Teil dürfte das links zu sehende Wohnhaus mit Fachwerk-OG sein, welches halbe Mannfiguren und geschweifte Gegenstreben zeigt; die rechts zu sehende Erweiterung und die Torfahrt dürften aus dem 19. Jhd. stammen. Erhalten ist auch der Wirtschaftstrakt mit Stallungen, Remise, Kelterhaus, Speichergeschoss, Scheune und Keller sowie der natursteingepflasterte Hof.




    Hauptstraße 28...



    ...und Hauptstraße 30.



    Hauptstraße 40: Das heutige Hauptgebäude ist im Kern älter, wurde in den 1840er Jahren in der heutigen Form umgebaut und war damals der stattlichste Hof der Gemeinde. Zugleich besaß er auch zeitweise die Funktion einer Großherzoglich-Hessischen Bürgermeisterei. Wie die geohrten Fenstergewände an der Seite verraten, kann es sich aber auch nur um einen Neubau bei Verwendung alter Substanz gehandelt haben, passen doch diese Gewände so gar nicht in das 19. Jhd. Das Hauptgebäude aus Bruchstein war bis vor einigen Jahren noch steinsichtig und wurde dann erst verputzt. In den 1990er Jahren wurden die Wirtschaftsgebäude abgerissen und stattdessen Wohngebäude neu errichtet, auf die wir ebenfalls einen kleinen Blick werfen.








    Ecke Hauptstraße und Hintergasse.



    Hauptstraße 44: außen ein typischer Bruchsteinbau aus der Mitte des 19. Jhd., im inneren ein stattlicher Bauernhof, der heute auch als Event-Hof angemietet werden kann. (http://www.hof-herzberg.de).




    Östliches Ende der Hauptstraße : Im Hintergrund ist etwas schwach erkennbar die Fläche des alten Dorfgrabens erkennbar. Das kleinere Gebäude dürfte vermutlich zu den ältesten erhaltenen in der Gemeinde gehören. Noch bis in die 80er Jahre bestand hier eine Schusterwerkstätte.



    Die heutige Mainzer Straße schließt östlich an die Hauptstraße an und ist eine Ausfallstraße in Richtung Mainz. Entgegen der Hauptstraße, die ein dichtes Bild vornehmlich aus dem 19. Jhd. bietet, ist die Mainzer Straße schon aufgelockerter und unspektakulärer und entspricht schon eher dem Bild einer gewachsenen Wohngebäudestraße mit einigen wenigen Bauernhöfen. Nur wenige Häuser sind deshalb fotowürdig.
    Mainzer Straße 2: Über viele Jahrhunderte hinweg bestand rund um das Dorf ein etwa zwei bis drei Meter tiefer und mit Wasser gefüllter Graben, der mit Ulmen („Effen“) bewachsen war und für die Dorfbewohner eine Siedlungsgrenze, ähnlich einer Stadtmauer bedeutete. Dort befand sich ein befestigter und verschließbarer Zugang zum Dorf, der als Klingelpforte bezeichnet wurde und einen der drei Zugänge zum Dorf bildete. Der Verlauf des Dorfgrabens ist zwischen den Häusern Hauptstraße 44 und Hauptstraße 48 noch erkennbar. Erst mit der Erweiterung des Siedlungsgebiets im 19. Jhd wurde die Mainzer Straße angelegt und parzellenweise bebaut. Daher ist ihr Erscheinungsbild aufgelockerter als das der Hauptstraße und entspricht eher dem Bild einer gewachsenen Wohngebäudestraße mit einigen wenigen Bauernhöfen.
    Die Parzelle der Mainzer Straße 2 lag ursprünglich "außerhalb" des Dorfes "hinter" dem Dorfgraben und dessen Übergang, der Klingelpforte. Im Kern ist das Haus wohl die älteste Bebauung der heutigen Mainzer Straße. Ältester Teil ist der westliche, nicht unterkellerte Hausteil. Nach den erhaltenen Brandkatastern wurde dieser um 1830/31 durch Jakob Schmahl 9. (1806-1878) und Maria Eva Schmahl geb. Schott (1809-1868) erbaut. Jakob Schmahl betrieb neben Landwirtschaft und Weinbau im Erdgeschoß des Hauses eine Brennerei und vermittelte umfangreiche Immobilien- und Grundstücksgeschäfte. Wie sein erhaltenes Kassenbuch verrät, verlieh er auch Geld an sozial benachteiligte Mitbürger. Die Summen entsprechen einer frühen Form einer Darlehenskasse. Die jüngstgeborene Tochter Magdalena Mossel geb. Schmahl (1844-1901) übernahm 1879 den Hof und führte gemeinsam mit ihrem Ehemann Adam Mossel III. (1835-1905) die umfangreiche Landwirtschaft weiter. Ein erster Erweiterungsanbau am Haus wurde in den Jahren 1882/83 angefügt. Mit der Errichtung eines Kellers in 1887 und einem weiteren Anbau wurde die heutige Fassadenbreite erreicht. Die Umbauten der Wirtschaftsräume zogen sich bis zum Jahr 1900 hin.
    Das Erdgeschoß ist massiv in Bruchstein, das Obergeschoß in verputztem Fachwerk erbaut. Im Erdgeschoß befand sich am 2. Fenster von rechts ursprünglich eine (in den 1950er Jahren beseitigte) Haustüre. Türen nach der Straße deuten auf eine gewerbliche Nutzung, hier auf die erwähnte Brennerei hin. Eine heute noch vorhandene Durchreiche im Inneren soll noch auf diese Funktion zurückgehen.
    Als einem von nur ganz wenigen weiteren Beispielen in Essenheim ist an der westlichen Grundstücksgrenze noch ein Kreuzgewölbestall aus der Zeit um 1830/40 erhalten, die in Rheinhessen auch als Kuhkapelle bezeichnet werden. Die Haltung von Milchvieh und der Verkauf hauseigener Produkte bildete über jahrhunderte hinweg einen kontinuierlichen Wirtschaftsfaktor.
    Eine Vorstellung von der Bedeutung des Getreideanbaus und der Lagerung vermittelt die gewaltige Scheune, die im Kern ebenfalls aus der Zeit um 1840 stammt und etwa um 1890-1900 erweitert und auf die Höhe eines fünfgeschossigen Wohnhauses ausgebaut wurde.
    Das Anwesen Mainzer Straße 2 ist ein anschauliches Beispiel für einen im 19. Jhd in mehreren Abschnitten gewachsenen Bauernhof, dessen Familiengeschichte in eindrucksvoll geschlossener Form erhalten geblieben und nachvollziehbar ist.




    Mainzer Straße 2: Grenzstein des Klosters Eberbach von 1705 aus der Essenheimer Gemarkung.



    Mainzer Straße 4: 1909 erbaut, stattlicher Bauernhof auf langgestrecktem Grundstück und mit langgestrecktem Hof, eines der wenigen Beispiele für ein qualitativ hochwertiges Bauen in der 1900er Dekade, welches Elememte aus rotem Sandstein mit Backstein verbindet. Die Zierbacksteine der Fassade stammen vermutlich aus einer Finther Brennerei, umgekehrt ist auch an der Seitenfassade zu sehen, daß hier schon entgegen der Zierbacksteine normale verwendet wurden. Was ich als ein ganz kleines Detail von der Baugeschichte dieses Hauses weiß ist, daß man damals mit dem Pferdefuhrwerk gelben Sand in Finthen holte. Ein stattlicher Keller, außen aus Sandstein, trägt das Gebäude. Das Gebäude ist auch im inneren im Stil seiner Erbauungszeit erhalten und zeigt ein exemplarisches Beispiel eines hochwertigen Bauens in der ersten Dekade des Jahrhunderts.


  • Danke, dass sich auch mal jemand Rheinhessens annimmt. Es gibt in RH sehr schöne, verträumte Ortsbilder, die einen ganz besonderen Charme aufweisen. Westhofen bei Worms ist auch so eine kleine Perle. Leider, oder zum Glück, sieht man auf diesen Fotos nicht die immer weiter fortschreitende Landschaftsverhunzung durch Windparks! Jeder zweite Berg ist inzwischen zugebaut und die Dinger werden immer mehr und immer höher, über 200 Meter, drunter tut man es nicht mehr. Ein sehr schlimmes Beispiel von Zerstörung einer deutschen Kulturlandschaft, die (bisher!) im Süden ihresgleichen sucht.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Die Domherrnstraße ist eine Nebenstraße von der Südseite der Hauptstraße aus. Für die Ortsgeschichte und das Gesamtbild sind die beiden Gebäude Domherrnstraße 1 und der Zehnthof sehr wichtige Gebäude.
    Domherrnstraße 1 ist ein Dreiseitenhof in der Grundsubstanz aus dem frühen 18. Jhd mit Ergänzungen aus dem 19. Jhd.









  • Der Weg nach Essenheim führt heute mal über das Tal der Selz, Rheinhessens erhabenes Gewässer. Der recht profane Grund: Neue Bremsbeläge für mich incl. Wartezeit ergo neue Fotos fürs Forum. Vielleicht sollte mein Auto mal öfters in die Werkstatt...





    Und hier ist sie auch schon, die Selz, die bei Frei-Weinheim in den Rhein mündet und ihren Namen noch aus Römischen Zeiten von "Salix" her trägt: Der Weidenbach. Sicher unschwer zu erkennen, woher das kommt.






    Blick auf den Essenheimer "Großeberg" und die Lage Essenheimer Teufelspfad, links hinten verläuft die Gemarkungsgrenze zu Elsheim und der Weinlage Elsheimer Blume. Folgend einige Impressionen.






    Da Essenheim die zweithöchste Gemeinde Rheinhessens ist, ergeben sich nicht nur für die Bewohner der Häuser "Zimmer mit Aussicht". Hier ein reizvoller Blick ins Selztal und das Umland. Es wird nachvollziehbar, warum Rheinhessen als Toskana Deutschlands gepriesen wird.







    Jetzt aber...
    Die heutige Straße der Champagne hieß früher Schmittgasse, vermutlich wegen einer hier ansässigen Schmiede. Ein erster Einblick vom Ortsmittelpunkt aus.



    Ein zweiter Eindruck vom umgekehrten Standort her in Höhe der Alten Schule. Durch den kürzlichen Abriß zweier Gehöfte ergibt sich ein neuer Einblick auf den Ortsmittelpunkt in Richtung Kirche und Rathaus.



    Das vordere Gebäude der alten Schule, welches bis in die 1980er Jahre ein Lehrerwohnhaus war und später Teil des Veranstaltungszentrums alte Schule wurde. Aus heutiger Sicht wäre es schöner gewesen, das Fachwerk damals freizulassen.



    Ein interessantes Beispiel, wie man aus einer alten Scheune unter Bewahrung der Substanz ein Wohnhaus schaffen kann, welches sich ebenfalls perfekt ins Ortsbild einfügt.



    Beispiel für ein stattliches Wohnhaus eines Gehöfts aus der Mitte des 19. Jhd. Durch die zahlreich hier vorkommenden Bruchsteine ist das nördliche Rheinhessen auch recht stark von diesem Material geprägt.



    Eines der wenigen unter Denkmalschutz stehenden Anwesen ist das Gehöft Nieder-Olmer Straße 2 (die Nieder-Olmer Straße schließt in südlichem Verlauf an die Straße der Champagne an). Das Haus wurde wohl Anfang des 18. Jhd. an der Ecke zur Münchhofstraße hin unter Einbeziehung älterer Bauteile errichtet und steht auf einem stattlichen tonnengewölbtem Keller. Die nordwestliche Hausecke springt deutlich aus der Bauflucht hervor. Das Erdgeschoß ist massiv gebaut unter Verwendung von Sandsteinelementen, das OG ist als Fachwerk errichtet, welches allerdings heute verputzt ist. Erhalten sind die Fensterläden des 19. Jhd., welche offensichtlich während einer Vergrößerung der Fenster angebracht wurden. Markant ist die Dachform als Krüppelwalmdach. Auffallend ist auch die ungewöhnlich starke Wand im Osten und ein Schildgiebel, welcher etwas an spätgotische Traditionen erinnert. Ursprünglich war das Haus nächst der ehemaligen Münchpforte gelegen und bildet heute einen schönen Blickpunkt am Übergang zwischen altem Ortskern und den Erweiterungen des 19. und 20. Jhd. nach Süden hin.




    Südlich der Hauptstraße liegt etwas versteckt die Neubrunnen- und die Münchhofstraße.




    Deutlich wird, daß entgegen der recht aufwendigen Hauptstraße die Bebauung schon sparsamer gestaltet ist, hier zwei Beispiele für kleinere Bauernhöfe des 19. Jhd.




    Der kleine hier zu sehende Platz heißt im Lokaljargon Fronkreich; welches sich daher erklärt, daß recht bald nach 1793 hier ein Freiheitsbaum errichtet wurde. Die Erinnerung hieran hat sich bis heute gehalten.



    Zwischen Fronkreich und der Straße der Champagne verläuft die sehr kurze Münchhofstraße, die nur das eine zeigenswerte Gebäude hat. Der Name wurzelt auf einem einstmals hier stehenden Mönchshof, einem Wirtschaftshof des Klosters Eberbach.



    Eine Erinnerung an den erwähnten Münchhof ergibt sich durch den hier zu sehenden, nunmehr eingemauerten Grenzstein des Klosters Eberbach aus 1705, der leider nicht ohne Beschädigungen erhalten geblieben ist.



    Oberhalb der Münchhofstraße verläuft die heutige Schulstraße, ehemals Zwerchgasse, eher unspektakulär und halt eben eine beschauliche und gewachsene Nebenstraße.



    Im gesamten südwestlichen Raum ist das Wort "Reul bzw. Reil" immer noch geläufig, ein schmales Gäßchen zwischen zwei Häusern (vermutlich von frz.: Ruelle). Da auf dem jetzigen Abrißgrundstück bis etwa vor 60 Jahren eine Posthalterei war, führt(e) dieses Gäßchen den Namen Postreul/ -reil, welches hoch auf die Hauptstraße führt.



    Dieser Bereich wird irgendwann demnächst mit einem kleinen Hotel und einem zweigeschossigen Parkdeck bebaut werden. Das Gebäude der alten Schule von 1886, hier zu sehen, bleibt aber erhalten.



    Noch einmal die Schulstraße im westlichen Bereich, zu sehen auch die eher bescheidenen Häuser.



    Östlich der Neubrunnenstraße verläuft die Klappergasse (Sackgasse), deren Namen sich dadurch erklärt, daß im MA hier das Pest- und Siechenhaus stand. Durch eine "Klapper" mußten sich die Infizierten bemerkbar machen. Auch für einen Pestkranken gehört halt eben Klappern zum Handwerk. Die Klappergasse hat, wie hier ersichtlich, noch eine Handvoll typischer alter Gebäude bewahrt. Das hier zu sehende Fachwerkhaus gehört gleichzeitig zu den recht wenigen erhaltenen im Ort.





    Ein Beispiel für einen angepaßten Neubau in der Klappergasse. Wenn mer will, geht´s.






    Am Ende der Klappergasse befindet sich seit 1978 eine Freifläche. Wie das 1988 eingeweihte kleine Erinnerungs- und Mahnmal verrät, befand sich hier bis nach dem Krieg zum einen die Synagoge von 1857 als auch angeschlossen ein Haus aus der 1880er Dekade, welches als ein Gemeindezentrum und Wohngebäude für die jüdische Gemeinde diente. Nachdem die Synagoge in privaten Besitz gegangen war, wurde sie zunächst umgebaut und das Nachfolgegebäude später abgerissen; das erwähnte Wohnhaus verschwand 1978.





  • Es wird nachvollziehbar, warum Rheinhessen als Toskana Deutschlands gepriesen wird.

    Na, na, wer wird denn da in fremden Gefielden wildern :biggrin: ? Wenn es eine Deutsche Toskana gibt, liegt die bei uns.
    Sowas gibts in RH nicht.
    http://www.ferienhaus-foerlenb…sionen/DSC_1385%20Big.jpg
    http://img.fotocommunity.com/i…/2000-Jahre-a25233787.jpg
    http://www.adfc.de/files/1/4/5…gshoehe_bei_Edenkoben.jpg


    Aber Spaß beiseite, das sind nur Frozzeleien unter Gleichgesinnten. Rheinhessen ist wirklich schön. Gerade das unspektakuläre und sanfte der Gegend macht ihren Reiz aus. Danke für die Fortsetzung der Galerie.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Gestern und vorgestern berichtete die AZ über zwei offenkundige Probleme in Mainz und auch in Essenheim. In Mainz fühlte sich eine selbsternannte Aktionskünstlerin dazu berufen, den zur Zeit abgestellten Brunnen vor dem Hilton mit blauen Farbtupfern zu "verschönern", was natürlich mit der Stadt mit keiner Silbe abgesprochen war, aber la grande Artiste ist natürlich der Auffassung, daß sie das dürfe, weil städt. Eigentum ja Gemeineigentum sei und die sich bei der Stadt nicht so anstellen sollen.
    Auch die Berichterstattung über eine Angelegenheit in Essenheim in der AZ läßt gewisse Fragen aufkommen. Im Bauquartier südlich des Rathauses zwischen Hauptstraße, Straße der Champagne, Schulstraße und Postreul sind in einem größeren Quartier drei unbedeutende Häuser und drei Scheunen abgerissen worden. Ebenfalls dem Abriß folgen werden noch das 60er-Jahre-Gebäude der ehem. Raiffeisenbank und die alte Milchannahmestelle. Auf dem Bild ist zu sehen ein von der Grundfläche unspektakuläres Häusel, dessen Grundfläche einer geplanten Neubebauung des Areals mit einem Hotel, einem Eiscafe und einem doppelgeschossigen Parkplatz sehr gelegen käme. Nun stellt sich heraus, daß die Besitzerin dieses Haus vor Jahren um die 70.000 € kaufte , aber andererseits Verkaufsanfragen der Gemeinde immer abgeblockt hat und sich mit ihrer Forderung bei um die 300- 400.000 € bewegt. Daß die AZ in diesem Fall so einseitig berichtet zugunsten der Grundeigentümerin und zu Lasten des Ortsbürgermeisters ist fragwürdig und lenkt auch den Blick auf die Problematik eines einseitigen Medienpopulismus, bei dem eine angemessene Neutralität leider nicht mehr feststellbar ist. Eine pragmatische Perspektive läßt es nämlich auch als möglich erscheinen, daß der vielgescholtene Bürgermeister das Anwesen keinesfalls kaufen MUSS, sondern daß das geplante Projekt durchaus auch um das Anwesen herum gebaut werden kann. Daß dabei eine Frau sich in den Medien in der Rolle des Opfers präsentiert, und dabei ihren Protest in französischer Sprache vorbringt, macht die Sache nicht gerade leichter (auf Französisch zu "schennen", klingt halt doch schon mal ganz anders vor den lokalen Medien als das blöde Deutsch).



    Südlich der Domherrnstraße ergibt sich ein betörender Ausblick über das Selztal auf Nieder-Olm sowie das Umland, gerade im Juli mit den fast reifen, aber noch nicht abgemähten Getreidefeldern ein Traum. Man fühlt sich erinnert, in den oberen Rängen eines Amphitheaters zu stehen und will eigentlich gar nicht mehr weg. Da in diesem Gebiet in Bälde ein neues Baugebiet entstehen wird, sind denn auch diese Perspektiven von hier oben bald nicht mehr möglich. Wenn man sich vor Augen hält, daß Essenheim die älteste protestantische Gemeinde Rheinhessens ist und andererseits Nieder-Olm kurmainzisches erzkatholisches Bollwerk war, kann man sich ungefähr denken, wie unglaublich grün sich die beiden Gemeinden über Jahrhunderte gewesen sind.













  • Zum Streit um das "Franzosen-Haus", dessen Besitzerin nicht (billig) verkaufen will, ließe sich sagen, dass dann eben um das Haus gebaut werden sollte. Ist doch kein Problem. Unsympathisch finde ich die Haltung nicht mal, wenn man an seinem Haus hängt. Aus Offenbach sind mir zwei solcher Fälle bekannt, bei denen Einkaufs- bzw. Kino-/Vergnügungs-Center um bestehende Altbebauung herum gebaut werden mussten, weil sich die Besitzer weigerten, zu verkaufen.


    Hier das eine Beispiel. Das kleine Fachwerkhaus auf der Rückseite des Komm-Einkaufscenters:
    Bauphase: http://www.construction.bilfin…GEKKU528DEBBEN?open&l=yes
    In diesem Luftbild sieht man die Endsituation: http://www.op-online.de/bilder…bild-komm-g77boatpQ09.jpg
    Das Fachwerkhaus ist von hohen Brandmauern eingezäunt. Aber dennoch bin ich froh, dass es für den Riesen nicht abgerissen wurde.


    Insofern sehe ich das entspannt. Sollen sie eben das Hotel und die Eisdiele um das "Franzosen-Haus" herumplanen. Allerdings darf sich die Besitzerin dann auch nicht beschweren. Sie hatte schließlich die Wahl.

  • Die beiden folgenden Bilder zeigen das ehemalige Essenheimer Gemeindebackhaus (Rheinhessisch: Backes), das 1961/62 wegen eines neuen Bank- und Wohnhauses abgerissen wurde. Es war gemeinsam mit dem Dexheimer Backes das bedeutendste Gemeindebackes in Rheinhessen und hat auch Einzug gehalten in Ernst Stephans Buch: "Das Bürgerhaus in Mainz".
    Da über das Baujahr bzw. allgemeiner über die ungefähre Epoche keine genauen Informationen vorhanden sind, würde es mich sehr freuen, wenn vielleicht jemand anhand der beiden Fotos den Bauzeitpunkt genauer einordnen könnte bzw. auch Vergleichsbeispiele kennen würde.
    Besten Dank!



    Quelle: Dorf- und Geschichtsverein Essenheim.

  • Das Ding sieht ja herrlich urig-archaisch aus, vor allem mit dem Mütterchen davor, könnte glatt als Kulisse für Nosferatu oder so dienen :thumbup: Gefällt mir, aber leider kann ich dazu auch keine Informationen beisteuern.