Ahlen

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    • Abrisse in westfälischen Ahlen und das Versagen des Denkmalschutzes - dem Kommentar von Christian Wolff von den WN ist nichts hinzuzufügen.
      Typisch Ahlen, sagen nicht nur die Warendorfer. Sie beweisen – kräftig unterstützt vom Verein „Altstadtfreunde“ – dass die Kombination historischer Bausubstanz mit neuen Nutzungen funktionieren und sogar Gewinn bringen kann, obwohl sie anfangs mehr Geld kostet als ein simpler Neubau. Beim Blick nach Ahlen schütteln sie zu Recht mit dem Kopf, denn hier steht wieder mal ein historisches Bauwerk auf der Streichliste.[...] Wenn solch filigrane Architektur, die dazu noch bestens erhalten ist, nicht höher zu bewerten ist, als beliebige Quaderarchitektur aus Beton und Glas, ist Denkmalschutz in Ahlen nicht mehr ernstzunehmen.
      Sinn für Stadtbildpflege fehlt

      Aktueller Bezug ist der unbegreifliche bevorstehende Abriss der Villa Mentrup:
      Geplanter Abriss der Fabrikantenvilla von Herding & Mentrup - Wieder eine Nacht- und Nebelaktion?
      :kopfschuetteln:
      Bereits vor Kurzem abgerissen wurde die Villa Kerkmann in Ahlen:
      Kerkmann-Villa - Kulturpolitiker empört Abriss
      Alte Villa Kerkmann weicht Neubebauung, nach 118 Jahren kommt jetzt der Bagger - Kein Denkmal
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Der Fall in Ahlen ist einfach nur noch traurig. Das Münsterland ist von der ursprünglichen Architektur her eines der schönsten Ecken Deutschlands, dann noch eingebettet in diese wunderbare Landschaft. Leider wird seit dem 2. Weltkrieg massiv historische Architektur zerstört, Geschichtsbewusstsein existiert quasi nicht. In meinem Heimatdorf Wettringen stehen im Ortskern gerade mal 2 Gebäude unter Denkmalschutz - in einer 8000 Einwohner-Gemeinde. Aber davon abgesehen ist auch nicht mehr viel da, was noch zu retten wäre. Und auch in Münster, Coesfeld etc. wird abgerissen. Die einzigen Ausnahmen sind m.w. Warendorf, Telgte und zum Teil Burgsteinfurt. Ich hoffe ja immer noch, dass ein Umdenken stattfindet und mehr Wert auf die Erhaltung dessen was noch da ist gelegt wird. Eine Gestaltungssatzung für Neubauten im traditionellen Stil (Klinker und Sandsteingefasste Fenster) würden ihr übriges tun, aber derzeit ist die gesamte Region noch sehr weit davon weg. Aufgrund der recht hohen wirtschaftlichen Stärke ist Patina nicht gern gesehen, was nicht auf Hochglanz poliert ist, wird gerne weggerissen und auch von vielen noch bejubelt. Ich bin früher jedenfalls immer auf Unverständnis gestoßen, wenn ich den Verlust von Gründerzeitlern in der Heimat bedauert habe.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Über den geplanten Abriss der Villa Mentrup im westfälischen Ahlen hatte ich unlängst hier berichtet:
      Denkmalschutz in der Kritik

      Nunmehr ist in Ahlen eine Aktion zur Rettung des Gebäudes ins Leben gerufen worden, der ich viel Erfolg wünsche.
      [...] Diese Initiative geht vom Verein „Ahlener Stadtbildfreunde“ aus, der sich derzeit in der Gründungsphase befindet. „Wir haben das Ziel, unsere Stadt Ahlen als Teil des Münsterlandes mitzugestalten. Wir stehen für Tradition und Entwicklung für Jung und Alt. Diese Stadt muss Zukunft haben und lebenswert sein“, sagt Silke Büscher-Wagner.
      Aktion für den Erhalt der Villa Mentrup - Die Glocke
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Zur Abwechslung mal sehr gute Nachrichten. Einsicht und entsprechendes Handeln statt Sturheit - Bravo!

      Schon in Kürze möchte Ludwig das Gebäude behutsam sanieren und dauerhaft als Wohnhaus erhalten. Zugleich beabsichtigt Ludwig, die Baulücke östlich der Villa mit einer angemessenen Bebauung zu versehen. [...] Die Diskussion der vergangenen Wochen habe in der Stadt das Bewusstsein für den Umgang mit alter Bausubstanz geschärft.
      Unternehmer Ludwig kauft Villa Mentrup - Die Glocke

      Auch zukünftigen Generationen wird die Fabrikantenvilla von Herding & Mentrup erhalten bleiben. Der Interessent, der das Objekt abreißen lassen wollte, ist von seinem bereits unterschriebenen Vertrag zurückgetreten und hat Hermann-Josef Ludwig, Geschäftsführer der Firma SMF, den Vortritt gelassen. Nun wird das historische Gebäude saniert.[...]
      Abriss ist endgültig vom Tisch - Amtlich: Villa Mentrup bleibt - WN Online
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Das ohnehin an historischer Bausubstanz arme Ahlen wird wahrscheinlich weitere alte Gebäude verlieren. Es gibt Abbruchpläne für Gründerzeithäuser in der Oststraße und "Im Kühl".

      Rein optisch, da stimmten ihr die weiteren Vorstandsvertreter zu, seien die Gebäude keine Schandflecke, sondern vielmehr angenehme Bestandteile des Innenstadtbildes. Die Vorsitzende verwies vor allem auf die Stuckverzierungen der Fassaden. Den „Stadtbildmachern“ gehe es aber nicht um einen „Erhalt mit der Brechstange“, sondern darum, sich zumindest fundiert zu informieren, bevor die Bagger anrücken.


      wn.de/Muensterland/Kreis-Waren…eue-Abrissplaene-im-Fokus
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.
    • Irgendwie ist das schon komisch in Westfalen... bei den ohnehin schönen Städten wird versucht, historische Gebäude zu erhalten und angepasst zu bauen und in Städten, die eh schon viel Bausubstanz verloren haben (z.B. Rheine, Ahlen, auch Münster) wird weiterhin Tabula Rasa gemacht. Aber immerhin spricht man jetzt mal drüber und versucht eine Lösung zu finden. Das Problem ist vielerorts aber die geringe Wertschätzung der historischen Architektur. Was neu ist, ist schick und was alt ist gehört ersetzt. Wenn man dann auf Beispiele verweist, wo sich Leute Arbeit gemacht haben, um historische Bauten zu erhalten, wird nur verständnislos der Kopf geschüttelt ("Ja, jetzt hat er es schön, aber mit Abriss und Neubau hätte er das auch schneller und billiger haben können). Es fehlt definitiv an Leuten, die an historischen Gebäuden interessiert sind.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Ein Abriss wäre sicherlich schädlich für das Stadtbild. Die Fassaden sind doch sehr schmuck und wären heute wohl kaum bezahlbar. Auch ein Immobilienvermarkter muss doch erkannt haben, dass die Menschen durchaus bereit sind, Eigentumswohnungen in hübschen Gründerzeitgebäuden zu erwerben, statt immer nur den gleichen Rendite-Kisten. Man sollte die Fassaden auf jeden Fall erhalten, die Erdgeschosse angleichen und in das Wohnungsbauten-Konzept harmonisch integrieren. Dass die Wohnungen innen nach neuesten Standard gestaltet werden, also eine Kernsanierung stattfinden kann, steht dem doch nicht im Wege.
    • Das ist vorbildlicher Bürgersinn, den die 'Ahlener Stadtbildmacher' an den Tag legen. :applaus: Hoffentlich können sie mit diesem Engagement etwas bewirken.
      Die Ahlener Stadtbildmacher starten am Dienstag, 7. Juli, mit einer Flugblatt-Aktion zum Erhalt der historischen Häuser Oststraße 9 und Im Kühl 9 in Ahlen. Der Verein wirbt mit dem Flugblatt um einer Erhaltungssatzung für die Stadt. [...]
      „Leider erscheinen der Denkmalbehörde gerade die älteren Zeugen der Vergangenheit aufgrund von Modernisierungen im Innenbereich nicht denkmalwürdig“, beklagen die Stadtbildmacher weiter in ihrem Handzettel. Damit würden jedoch der heutigen Bestrebung zur Innenstadtverdichtung die Möglichkeit gegeben, erhaltenswerte Fassaden abzureißen und durch gesichtslose Bauten zu ersetzen, meinen die Stadtbildmacher.
      Forderung: Historische Häuser erhalten - Die Glocke

      Siehe auch:
      Schonfrist eine Chance für Erhalt? - Westfälische Nachrichten

      Verein drängt auf Erhalt der Gründerzeit-Fassade - Westfälische Nachrichten
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Die Oststraße 9 ist leider abgerissen worden, vorher haben die Ahlener Stadtbildmacher noch ein Relief bergen können (Bericht aus den Westfälischen Nachrichten).

      Dafür hat der Verein jetzt eine eigene Homepage und ist m.E. sehr aktiv, vielleicht gehören zukünftig solche Abrisse der Vergangenheit an:
      ahlenerstadtbildmacher.de/
      Schön auch so Projekte wie das Entrümpeln eines leerstehenden Gebäudes, um eventuelle Käufer nicht vom Zustand abzuschrecken. Solche kleinen Alternativen könnte es noch viel mehr geben...
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • „Wir werden das Schmuckstück vorerst als Verein aufbewahren“, so Silke Büscher-Wagner. „Unser Ziel ist die Einrichtung einer offiziellen Sammelstelle in Ahlen nach dem Vorbild des Denkmalpflege-Werkhofs in Steinfurt.“ Dafür bergen und sammeln die Aktiven zukünftig wertvolle oder besondere Baustoffe aus Abrissen und Sanierungen zur Wiederverwendung und zum Erhalt. „Wir sind noch auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten. Wer vielleicht einen Raum oder eine Scheune zur Verfügung stellen könnte, darf sich gerne an uns wenden.“

      Ebenfalls aus den Westfälischen Nachrichten

      Den Denkmalpflege-Werkhhof in Steinfurt konnte ich damals schon besichtigen, dort ist ein historischer Bauernhof vollgestellt mit alten Türen, Fliesen und sonstigen Dingen aus Abrissgebäuden, die für eine Restauration historischer Bauten erworben werden können. Dachte aber immer, so etwas wäre ein Standard. Was mich damals eher traurig gemacht hat, war, dass die vielen Gebäude, zu denen diese Details gehören, nicht mehr existieren.

      Interessant finde ich aus obigen Artikel auch die Erwähnung, dass sich der Verein mit 55.000€ um einen Kauf des Hauses bemüht hat, was jedoch leider zu wenig war.

      Der Gründerzeitler rechts davon existiert noch und ist auf dem Foto des verlinkten Artikels aus dem vorigen Beitrag links von der Rückseite zu sehen.

      Edit: Hier mal der Link zum städtebaulichen Kontext Bing Maps. Das Gebäude steht außerhalb der Altstadt in der Nähe der Bahngleise, zwei Häuser weiter ist ein überdimensionierter Klotz zu sehen. Das macht den Abriss zwar nicht weniger schlimm, aber zumindest ist hier kein Ensemble gestört worden. Positiv überrascht bin ich von dem doch scheinbar recht hohen Altbaubestand in der Ahlener Altstadt, wenngleich sich hier kein zweites Warendorf versteckt.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)

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    • Es gibt Sorgen um den weiteren Bestand von 'Haus Holtermann', einem großen (leerstehenden) historischen Geschäftshaus am Markt.
      Und das Haus Holtermann am Markt verfalle weiter. „Wenn man dem Eigentümer wenigstens entlocken könnte, was er vorhat, wäre schon viel gewonnen“, bedauerte der Denkmalschützer die fehlende Kommunikation bezüglich der exponiert liegenden Immobilie. Alfred Thiemann (BMA) spekulierte, sie werde möglicherweise so lange verfallen, bis man sie abreißen müsse.[...]
      Haus Holtermann: Denkmalpfleger besorgt - Die Glocke

      Bild aus dem Jahr 2014:


      Bildquelle: Wikimedia (Datei:Markt Ahlen Haus Holtermann.nnw.jpg), Urheber 'NordNordWest', CC BY-SA 3.0
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Es ist eigentlich eine Schande, dass so etwas überhaupt möglich ist. Eigentlich sollte dem Denkmalschutz die Mittel gegeben sein, aus Gründen des allgemeinen Interesses eine Enteignung der Immobilie zur Restaurierung zu ermöglichen. Aber das bewusste Verfallenlassen von historischen Gebäuden darf nicht erlaubt sein.

      Ich hoffe, dass das Gebäude zukünftig denkmalgerecht restauriert wird und damit zu einer Perle am Ahlener Markt wird.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Super Nachrichten. Weg mit dem Rathaus!

      Zum Haus Holtermann, aus Beitrag Nr. 12, gibt es auch Neuigkeiten. Der Eigentümer möchte zumindest die Fassade auffrischen lassen.

      Die Glocke wrote:

      (...) „Die Fassaden der Gebäude Markt 10 und 12 werden dieses Jahr instandgesetzt und farblich neu gestaltet“. Die Arbeiten seien bereits geplant gewesen und könnten nun nach Fertigstellung des Marktplatzes beginnen. Die Planung der Sanierung der Fassaden sei an ein Architekturbüro vergeben worden. (...)
      Man befürchtet allerdings, daß es bei der Fassade bleibt, und das Innere des Hauses unrenoviert belassen wird.
    • Ahlen sorgt wieder für negative Schlagzeilen. Ein historisches Häuserensemble (die zwei Bauten rechts auf dem Bild) kommt unter die Abrissbirne. wn.de/Muensterland/Kreis-Waren…erensemble-vor-dem-Abriss "...Gespräche mit der Unteren Denkmalbehörde der Stadt ergaben, dass der Wert der Häuser für eine Unterschutzstellung nicht ausreiche." Der Eigentümer will laut des Artikels übrigens den Jugendstilbau und den Backsteinbau der Berliner Schule durch eine WIESE ersetzen!!!
    • Das mit der Wiese ist pure Investoren-Spekulation. Der will eine Freifläche, um sie zu gegebener Zeit teurer weiterveräußern zu können oder eine Bebauung selbst vornehmen, wenn auch in Ahlen ein Eigentumswohnungs-Block mehr Rendite verspricht. Ist natürlich armselig. Mindestens um die Sicherung der Köpfe hätte sich die Denkmalbehörde kümmern können.