Köln - Domhotel

  • Man kann nur hoffen, daß der Bericht diese "Vorgänge" ein wenig mehr in den Fokus der Kölner Öffentlichkeit rückt.


    Warum auf dem Café Reichard direkt um die Ecke das Ecktürmchen rekonstruiert worden ist hätte man den Mann vom Denkmalschutz mal fragen sollen. Beim Dom-Hotel ist das nach deren Willen natürlich ausgeschlossen. Das Excelsior Hotel Ernst auf der Nordseite des Doms hat ein höheres Dach, vermutlich weil es die Nordseite ist und nicht die Südseite. Oder über was redet der Mann da eigentlich ?

    Architektur ist nichts anderes als die Formensprache einer Kultur. Entweder sie lebt, oder sie ist tot.

  • Ziele erreicht man nicht, wenn man danach geht, ob man kurzfristig "Bock hat", sondern nur durch den langen Atem. Insofern, nicht die Flinte ins Korn werfen. Weitermachen. Notfalls zieht man wichtige Erfahrungswerte daraus für die Zukunft. :thumbup:

  • Zitat aus dem Artikel:

    Quote

    Im Ergebnis soll das Dom-Hotel um fünf bis sechs Meter aufgestockt werden und einen verglasten, flachen Dachaufbau erhalten. Eine zuvor länger diskutierte Rekonstruktion des im Krieg zerstörten charakteristischen Kuppeldachs wurde damit verworfen.

    Das nur mal für alle diejenigen, die immer behauptet haben, durch eine Dachrekonstruktion würde das Hotel dem nahen Dom die Schau stehlen. Durch eine sechs Meter hohe Glasaufstockung ist das dann offenbar also nicht der Fall, oder?...
    Tja, was soll man sagen? Nichts dazugelernt. Hauptsache moderne Glasbar auf dem Dach. Ich werde dort schon aus Ablehnung eines derartigen ästhetischen Geistes nie einchecken.

  • Für die Party- und Eventstadt Köln ist so eine Dachbar einfach zwingend notwendig. Der größte Bau der Christenheit kann mit einem Martini oder Caipirina in der Hand viel besser bestaunt werden. Zudem kann man von dort oben wunderbar das Freiwildgehege auf der Domplatte beobachten, wo einheimische Frauen versuchen, von einer Seite auf die andere zu gelangen ohne angefallen zu werden.

  • Quote from Heimdall

    ... durch eine Dachrekonstruktion würde das Hotel dem nahen Dom die Schau stehlen. Durch eine sechs Meter hohe Glasaufstockung ist das dann offenbar also nicht der Fall, oder?...

    Na, dieses Argument gilt freilich nur dann, wenn man eine Rekonstruktion verhindern will. Genau wie das Schattenwurfargument zur Verhinderung einer Kirchenrekonstruktion. Bei einem modernen Hochhaus ist die Verschattung völlig schnurz.

  • Wer hat denn damals diese Argumente angebracht? Vielleicht kann man diese Personen öffentlich um ein Statement bitten, wie sie zu dem jetzigen Entwurf stehen?

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Ich finde das nicht mehr, aber ich habe das - so meine Erinnerung - selbst innerhalb der Diskussion in diesem Forum einst gelesen.

  • Quote from Heimdall

    Ich finde das nicht mehr, aber ich habe das - so meine Erinnerung - selbst innerhalb der Diskussion in diesem Forum einst gelesen.

    Ich erinnere mich auch daran. Es hieß noch, daß man die abgehackte flachdachgeprägte Wiederaufbauleistung der Domumgebung erhalten wolle, und daher die Rekonstruktion des Dom-Hotels ablehnt. Außerdem solle das prunkvolle Hotel nicht in Konkurrenz zum Dom treten.

  • Die "Moderne" wird in der Kunstgeschichte sicherlich einmal als sogenannter "Vergewaltigungsstil" Geschichte schreiben. Eine andere Begrifflichkeit kann es einfach nicht geben - objektiv gesehen.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • In Köln regiert offenbar die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands. Pech gehabt.
    Vielleicht würde es helfen, ein bisschen Architekturleidenschaft zu schicken im Ostpaket?
    Sonst werden unsere Brüder und Schwestern auf ewig im Nachkriegsland dahinvegetieren müssen, weil die 3000%igen Genossen es einfach nicht hinkriegen, schöne Rekonstruktionen auf den Weg zu bringen. Stattdessen beschäftigen Sie sich lieber mit Silvesterparties.

  • Ich war letztes Jahr nach langer Zeit wieder in Köln.


    Vergesst es - diese Stadt ist hinsichtlich eines (rekonstruktionswürdigen) historischen Stadtbilds definitiv verloren.
    Wenn man sich schon im Jahre 2017 (!) bei einem wie auch immer (ich bin der Meinung, man hätte es nicht 1:1 machen müssen) wiederzubringenden und städtebaulich auch hochnotwendigen Domhotel-Dach so anstellt, dann wird dort auch gar nichts anderes je kommen.
    Man hat den Dom und die (sehr stark auch rekonstruierten) romanischen Kirchen - das war's dann.

  • Vergesst es - diese Stadt ist hinsichtlich eines (rekonstruktionswürdigen) historischen Stadtbilds definitiv verloren.
    ...


    Man hat den Dom und die (sehr stark auch rekonstruierten) romanischen Kirchen - das war's dann.

    Ja seltsam, dass der dortige exzessive Lokalpatriotismus nicht dazu führt, sich für das eigene Stadtbild einzusetzen. Ich kann mir das nur mit einer Art Kaufmannsmentalität erklären, die dort "Tradition" hat, Fassadengestaltung gilt wohl als unnötiger Nippes.


    Ohne die Preußen wäre selbst der Dom wohl heute noch turmlos.

  • Am Domhotel gibt es von außen leider nichts weltbewegend Neues, der Bau rottet nach wie vor hinter Bauzäunen vor sich hin, immerhin habe ich Teile einer Klimaanlage erkennen könne, ob diese nun ein oder ausgebaut wird, vermag ich nicht zu sagen, ansonsten ist der Bau weiter in einem sanierungsbedürftigen Zustand.






    Vom Inneren war nur dieser Blick über den Bauzaun zu erhaschen.








    Ansonsten bleibt der etwas nostalgische Blick auf die einstige Pracht



  • Auch ein Update zum Domhotel, wobei es seinen Namen nicht wirklich verdient, weil schlicht nichts passiert und das seit Jahren.













    Wenigstens der Weihnachtsbaum steht :lachentuerkis::lachentuerkis:

  • Na hoffentlich wird das beim Domhotel nicht so eine Never-Ending-Story wie beim Leipziger Astoria...

    "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski

  • weil schlicht nichts passiert und das seit Jahren.

    Ich kann nur hoffen, dass noch eine ganze Weile nichts passiert. Dann haben die Verantwortlichen ausreichend Zeit ihre modernistische Verunstaltung des Gebäudes noch einmal zu überdenken und entscheiden sich vielleicht doch für eine Dach-Rekonstruktion.

  • @Heimdall


    da stimme ich dir voll zu, nur bitte bedenke, wir sind nicht in Potsdam, Leipzig oder Berlin, sondern in Köln und ich sehe einfach nicht, wo der Umschwung her kommen soll, leider :daumenunten: