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Neukölln

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    • Damit der erste Beitrag im neuen Strang nicht so alleene rumsteht, findet dieses Bauprojekt nun auch Erwähnung.

      'Kindl-Residenzen' oder auch schlicht '12053', heißt ein jüngst begonnener Neubau im Neuköllner Rollbergviertel auf einer bisherigen Brache direkt am alten Sudhaus der Kindl-Brauerei.
      Architekt des nicht gerade besonders eleganten Baus ist Tobias Nöfer. Mir gefällt er vom Erscheinungsbild und der Einfügung aber dennoch ganz gut.
      Lage bei BingMaps




      Bildquelle jeweils: ZIEGERT - Bank- und Immobilienconsulting/Nöfer Architekten

      [...] Auf der heu­ti­gen Bra­che zwi­schen Main­zer Stra­ße und dem al­ten Sud­haus der Braue­rei ent­ste­hen zwei bis zu 7-​ge­schos­si­ge, durch die To­po­gra­phie un­ter­schied­lich ho­he Neu­bau­ten, die mit ei­ner ge­mein­sa­men Tief­ga­ra­ge ver­bun­den sind. Im Bau­teil West wer­den 70 Woh­nun­gen, im Bau­teil Sud­haus 49 Woh­nun­gen er­rich­tet. Durch ih­re Win­kel­form bil­den die bei­den Bau­ten ei­nen ge­mein­sa­men Gar­ten und ei­nen klei­nen Stadt­platz am his­to­ri­schen Sud­haus. Auch hin­sicht­lich der Far­big­keit schlie­ßen die Putz­bau­ten an die grün­der­zeit­li­che Be­bau­ung im Nor­den an.
      noefer.de/projekte/show/kindl-residenzen-berlin-neukolln

      Projektseite 12053

      Bericht in der Berliner Woche aus dem Dezember 2013
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Ich weiss nicht, mir gefällt der Komplex gar nicht. Gut, er ist immer noch besser als manch ein anderer modernistischer Entwurf und wertet diese Brachfläche auf, aber trotzdem will er mir nicht so recht gefallen...
      Es erinnert mich ein wenig an eine moderne Variante dieser DDR-Stalinismusbauten, was aber auch an der Farbgebung liegen kann. Nimmt man dieser "Residenz" die Gesimse und Profile weg, steht da eine langweilige in der vertikalen leicht gekürzte Blockbebauung aus den 60/70ern.
      Labor omnia vincit
      (Vergil)
    • Aedificium wrote:

      Nimmt man dieser "Residenz" die Gesimse und Profile weg, steht da eine langweilige in der vertikalen leicht gekürzte Blockbebauung aus den 60/70ern.
      Sehe ich genauso, Langeweile pur! Ählich habe ich mich ja schon oft geäußert. Heute ist man einfach zu bescheiden. Ein Paar Plastikstuck-Leisten und Säulchen machen aus einer Kiste kein Gebäude. Dabiei bräuchten sich die Herren Architekten doch nur mal in der Geschichte umzuschauen um zu sehen, wie es die Vorkriegsgeneration in den 20ern und 30ern schaffte, auch mit einfachen Mitteln anspruchsvolle Wohnbebauung zu errichten.
      Allein die Dachlösung ist eine Kathastrophe.
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.
    • Magdeburger wrote:

      Hätte man die Dachpartien noch ein wenig stärker ausgearbeitet und markanter gestaltet, hätte es sogar ein sehr guter Bau werden können.
      Das ist aber leider nicht geschehen und wird sich bestimmt auch nicht ändern. Der Mehrheit genüg es, sogar hier wird ein solcher 08/15 -Kram regelmäßig sogar begrüßt, weil es "ja hätte schlimmer kommen können, etwas so:
      duden.de/_media_/full/P/Plattenbau-201020443534.jpg

      Das kann doch aber nicht der Maßstab sein, oder?
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.
    • Weite lieber deinen Blick und die Beurteilungsbasis hinsichtlich dessen, was ansonsten so im Land der Dichter und Denker gebaut wird. Dann relativiert sich die ganze Moserei sehr grundlegend.
      Die offenbar für die Beurteilung beispielgebenden Präferenz- und Referenzobjekte können übrigens gerne im entsprechenden Regionalbereich vorgestellt werden. Und jetzt kommt nicht argumentativ mit: "Man muss ja nicht alles gut finden und darf nichts mehr kritisieren" etc. Maßstab sollte das reale Baugeschehen bei vergleichbaren Objekten sein und keine Wunschträumereien.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • An diesen Neubauten fehlt ganz einfach ein individuellerer und regionaler Wiedererkennungswert. Diese klassisch anmutenden Blöcke täuschen m.E. nur eine Wiederkehr klassischen Bauens vor, vielleicht weil es gerade ein Hauch von "in" ist. Im Grunde entwickelt sich doch gerade ein globalisierter Stil aus Neoneoklassizismus und Modernismus heraus, welcher austauschbar auch woanders stehen könnte.
      Labor omnia vincit
      (Vergil)
    • Ich muss mich der Kritik hier mal anschließen. Die Farbe ist ja ok, aber bei diesem Bau bleibt vieles in den Ansätzen stecken. Er wirkt eher wie ein Standardbau mit etwas historischem Anstrich. Überzeugen kann mich das leider nicht. Natürlich hätte es noch schlimmer kommen können, im Vergleich zu anderen historisierenden Projekten ist dieser Entwurf aber sicher einer der schwächeren.
      APH - am Puls der Zeit
    • Aedificium wrote:

      Im Grunde entwickelt sich doch gerade ein globalisierter Stil aus Neoneoklassizismus und Modernismus heraus, welcher austauschbar auch woanders stehen könnte.
      Volle Zustimmung! und wenn dieser Dreck, ich sag's jetzt mal so hart, das beste ist was Deutschland hervorbringt und damit muss man auch noch zufrieden sein und darf nicht "mosern", dann gute Nacht! Gerade in Berlin gibt es Beispiele wie man klassisch bauen KANN, beispielsweise die Klostergärten, ohne in den Russenkitsch abzudriften. Es finden sich glücklicherweise genügend positive Beispiel auch im Rest von Deutschland. Die Mehrheit ist doch aber dieser Mist, Kiste, ein Paar Stuckprofile aus Kunstharz drangeklatscht, "mediterrane" Farbgebung, als höchstes der Gefühle ein bisschen Naturstein. Ich werde mich mit sowas nie zufrieden gebn, dann lieber gleich "ehrliche" Moderne.
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.
    • Wobei diesen Bau mit "klassisch" zu klassifizieren bereits ein Übertreibung darstellt. Sollte der Bauherr zusätzlich noch auf möglichst günstiges Bauen, sprich die Materialauswahl dementsprechend ausfallen, ist fast nichts mehr übrig, was diesen Bau von anderen Neubauten unterscheidet.

      Palantir wrote:

      Weite lieber deinen Blick und die Beurteilungsbasis hinsichtlich dessen, was ansonsten so im Land der Dichter und Denker gebaut wird. Dann relativiert sich die ganze Moserei sehr grundlegend.
      Die offenbar für die Beurteilung beispielgebenden Präferenz- und Referenzobjekte können übrigens gerne im entsprechenden Regionalbereich vorgestellt werden. Und jetzt kommt nicht argumentativ mit: "Man muss ja nicht alles gut finden und darf nichts mehr kritisieren" etc. Maßstab sollte das reale Baugeschehen bei vergleichbaren Objekten sein und keine Wunschträumereien.


      Da bin ich anderer Ansicht. Wenn der Maßstab der Architekturkritik aus dem "klassischen Lager" zu sehr sinkt, was bleibt dann überhaupt noch übrig vom Gedanken des klassischen Bauens?
      Das die Realität nicht mithalten kann ist leider so, wenn man hohe Maßstäbe hat. Wenn sich der Maßstab aber so sehr an der Realität ausrichtet, dass man sich mit einfachsten Dingen zufrieden gibt, dann ist es zwangsläufig, dass die Qualität des Bauens in der Realität noch weiter absinkt, da der Investor im Normalfall möglichst hohen Profit will und wenn man 100% fordert, im Normalfall nur 75% bekommt. Und da sei auch ausdrücklich die Kritik der Modernisten am Modernismus miteingnommen, denn auf Architekturkritik im klassischen Sinne reagieren nur die wenigsten Bauherrn.
      Das ist sicher frustrierend, aber zufrieden sein, weil "es hätte schlimmer kommen können" ist aus meiner Sicht zu wenig.
      Ich jedenfalls sehe die Kritik nicht als geschmäcklerische "Moserei".
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • Wissen.de wrote:

      Ich muss mich der Kritik hier mal anschließen. Die Farbe ist ja ok, aber bei diesem Bau bleibt vieles in den Ansätzen stecken. Er wirkt eher wie ein Standardbau mit etwas historischem Anstrich. Überzeugen kann mich das leider nicht. Natürlich hätte es noch schlimmer kommen können, im Vergleich zu anderen historisierenden Projekten ist dieser Entwurf aber sicher einer der schwächeren.


      So arg vom Hocker reißt mich jetzt diese Architektur auch nicht gerade, allerdings muß ich zugestehen daß diese Wohnblöcke im Gegensatz zu anderen Neubauten jetzt auch nicht unbedingt das Auge beleidigen. In Anbetracht dessen, daß hier keine Altbausubstanz dafür weichen mußte, halte ich diese Bauweise schon für durchaus aktzeptabel.
      Mit Ziegelsteinen kann man Fensterscheiben zerstören, mit Glas, Stahl und Beton ganze Städte.