• An der Rückseite des Rathauses hat man offenbar einen neuen Eingang geschaffen. Hoffentlich kommt da keine moderne Glastür hin.


    Der kleine Platz gehört eigentlich autofrei gemacht. Ich fahre ja selber sehr gern mit dem Auto überallhin. Doch in einer Altstadt ist Autoverkehr wirklich störend. Das kann man den motorisierten Anwohnern aber wahrscheinlich schwer vermitteln.

  • An der Rückseite des Rathauses hat man offenbar einen neuen Eingang geschaffen. Hoffentlich kommt da keine moderne Glastür hin.

    Das ist der alte Zugang zum Ratssaal, der nun wieder geöffnet wurde. Das Erdgeschoß war ursprünglich eine offene Halle und nicht der Eingangsbereich des Rathauses.


    Der kleine Platz gehört eigentlich autofrei gemacht. Ich fahre ja selber sehr gern mit dem Auto überallhin. Doch in einer Altstadt ist Autoverkehr wirklich störend. Das kann man den motorisierten Anwohnern aber wahrscheinlich schwer vermitteln.

    Die Altstadt ist schon recht weitgehend verkehrsberuhigt, aber sie ist halt kein Museum, sondern dicht bewohnt. Da muß man dem Autoverkehr Zugeständnisse machen. Die Haaggasse ist auch die einzige verbliebene Zufahrt zum Marktplatz; die alternativen Zufahrten über den Holzmarkt oder über die Ammer- und Rathausgasse wären noch ungünstiger.

  • Da ich Boris Palmer, den Tübinger OB in Facebook abonniert habe, sah ich gerade, dass in Tübingen ein neues Hotel eröffnet hat. Er ist stolz wie Bolle und nennt den "Tübingen Style [...] echt gelungen". Seine Facebookjünger sind da (gerade was die Architektur dieses Klotzes betrifft) zum Glück etwas anderer Meinung. Aber seht selbst. Vor drei Wochen habe ich mich auf die Aussichtsplattform der Stiftskirche gequält und schon gesehen. Das Hotel liegt auf der weniger schönen Neckarseite aber das Ding als Tübinger Style zu bezeichnen...naja.

    Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.

  • Palmer muß sich natürlich freundlich äußern, denn die Stadt wollte seit Jahren ein weiteres Hotel in Tübingen ansiedeln und der Hotelneubau ist nach lokalen Maßstäben schon eine ziemlich große Investition. Die Ecke ist ohnehin nicht schön und die dort vorher stehende Bauruine hatte das Stadtbild viel zu lange verschandelt.

  • Ob die Bauruine oder das Hotel eine größere Verschandelung war, kann ich nicht sagen. Aber dieses Ding als Tübinger Style zu bezeichnen schlägt dem Fass den Boden aus.

    Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.

  • Der Neubau sieht doch sehr gut aus, um nicht zu sagen perfekt! Unglaublich, dass so etwas Schönes heutzutage noch zu sehen ist.
    http://www.swr.de/landesschau-…gallery/hx1ffl/index.html


    Da kann man froh sein, dass die Entwürfe auf den Bildern 29, 31, 32 und 34 in http://www.tagblatt.de/Nachric…s-Styles-Hotel-75248.html, die dem jetzigen Gebäude nicht ansatzweise das Wasser reichen können, nicht verwirklicht wurden. Und auch der "Entwurf 2014" (Bild 36) ist noch deutlich schlechter als der verwirklichte Bau.

  • Der Neubau sieht doch sehr gut aus, um nicht zu sagen perfekt! Unglaublich, dass so etwas Schönes heutzutage noch zu sehen ist.

    Wow...was sagst du denn erst wenn du Projekte wie das Palais Holler, das Eisenzahn oder Sophienstraße 23 in Berlin erblickst? Ich meine, viele Superlative bleiben da ja nicht mehr übrig. ;)

  • Ich war zufälligerweise letzten Mittwoch vor Ort und habe - leider war es schon ziemlich dunkel, und ich hatte auch nur mein Handy dabei - einige Fotos des Neubaus aufgenommen, siehe meine Galerie und dieses Foto:


    stadtbild-deutschland.org/foru…ry/index.php?image/17030/


    Auf jeden Fall sieht das Gebäude deutlich besser aus als das Hochhaus gleich daneben, generell zählt die Gegend um den Bahnhof und das "neue" Zentrum südlich des Neckars rund um das bunkerartige Zinser-Gebäude aber zu den häßlichsten Ecken Tübingens. Dennoch wirkt das Hotel irgendwie unvollendet, die Fassade ist reichlich einfach, und der Baukörper wirkt ziemlich plump.


    Dabei finde ich die meisten Neubauviertel der letzten Jahre in Tübingen überdurchschnittlich gelungen und kann dazu gern Fotos posten. Während in anderen Städten immer nur dieselben grauen/weißen Würfel entstehen, arbeitet man in Tübingen immerhin mit verschiedenen Materialien und Formen, ob Alte Weberei (am Neckar Richtung Stuttgart) oder ganz im Süden in Loretto-Viertel und dem ganz neuen Viertel am Magazinplatz in Derendingen.

  • Ein paar Neuigkeiten aus Tübingen:


    1. Das Haus Froschgasse 12 wird abgerissen und durch einen angepaßten Neubau ersetzt. Im Kern handelt es sich um eine Scheune aus dem 17. Jahrhundert. Die Eigentümer haben das Haus seit Jahrzehnten verwahrlosen lassen und nun sei es mit vertretbarem Aufwand nicht mehr zu sanieren. Schade.




    2. Das große Fachwerkhaus Wilhelmstraße 8 am Lustnauer Tor (schon knapp außerhalb der eigentlichen Altstadt) wurde saniert. Statt in schmutzigem Grau kommt es nun etwas freundlicher daher. Neu sind auch die (vorgetäuschten) Sprossenfenster. Leider hat man den um 1960 entfernten klassizistischen Fassadendekor nicht rekonstruiert.



    3. Noch eine Renovierung, diesmal sogar eine denkmalgerechte: Bachgasse 19 aus dem 19. Jahrhundert.



    Der Vorzustand:



    Links angeschnitten:


  • 4. Das großartige und im Kern extrem alte (14./15. Jahrhundert) Doppelhaus Münzgasse 2 und 4 wurde ebenfalls renoviert. Sehr zu meinem Bedauern hat man bei dieser Gelegenheit die Fassade zum Faulen Eck hin nicht so gestaltet, wie es sich für ein historisches Bauwerk gehört. Sprossenfenster und Klappläden hätten dem Haus wirklich wohlgetan und den ganzen Platz schöner gemacht. Immerhin wurden die Dachpfannen durch Biberschwanzziegel ersetzt.


    Vor der Sanierung:




    Heute:




    Die hintere Haushälfte sah schon vor der Sanierung besser aus und so ist es auch geblieben.



  • 5. Der obere Abschnitt der Haaggasse hat statt einer Asphaltdecke nun eine Pflasterung mit hellen Steinen erhalten. Sieht viel freundlicher aus als vorher!


    Ehemals so:



    Neuerdings:




  • Richtig benannt, Tübinger, nur ein neuer Anstrich alleine reicht nicht aus, um die Qualität des Doppelhauses Münzgasse 2 und 4 heraus zu holen. Und wieder zeigt sich die entscheidende Bedeutung der Fenstergestaltung für ein Gebäude, angefangen bei einer authentisch proportionierten Versprossung bis hin zu den Fensterläden. So gesehen bleibt die Gestaltung auch nach den Malerarbeiten unverändert unzureichend. Sie erinnert im übrigen an modernistische Füllbauten wie sie andernorts und gegenwärtig zur Lückenschließung eingesetzt werden. Möge nach beschlossenem Abbruch von Froschgasse 12 unter der Vorstellung eines angepassten Neubaus nicht zuvor genannte Befürchtung wahr werden.


    Die Haaggasse, sie wirkt nun freundlicher auf Grund der hellen Pflasterung, in ihrer Gliederung hingegen wenig ambitioniert.


    Wilhelmstraße 8 bemüht, aber nicht überzeugend. Auch hier liegt es vorrangig an den Fenstern, ohne Kenntnis des verlorenen klassizistischen Fassadendekors zu besitzen.

  • Mehr oder weniger passend zum Thema Straßenbelag:


    http://www.faz.net/aktuell/pol…oris-palmer-14378082.html

  • Die Haaggasse, sie wirkt nun freundlicher auf Grund der hellen Pflasterung, in ihrer Gliederung hingen wenig ambitioniert.

    Es war wichtig, eine helle Pflasterung zu wählen, da die Haagasse in ihrem oberen Abschnitt von sehr hohen Häusern umstanden ist und daher oft ziemlich düster wirkt. Das hält die Passanten fern und schadet dem Einzelhandel. Die neue Pflasterung hat die Stimmung der Gasse deutlich verbessert.


    Wilhelmstraße 8 bemüht, aber nicht überzeugend. Auch hier liegt es vorrangig an den Fenstern, ohne Kenntnis des verlorenen klassizistischen Fassadendekors zu besitzen.

    Ich finde im Netz keine gute Aufnahme des originalen Zustandes, doch auf diesem Bild kann man das Haus (links neben dem Polizisten) einigermaßen erkennen.

  • An der Helligkeit ist nichts auszusetzen, sondern an der formalen Gliederung, wie ich schrieb.


    Danke für den Link, Tübinger. Sicherlich wäre die Wiederanbringung der klassizistischen Elemente eine Bereicherung bei diesem voluminösen Baukörper. Ob nun fehlender Sinn oder aus Mangel finanzieller Mittel, es hat nicht mal für die entsprechenden Fenster gereicht.

  • Die Abriss-Absichten mit dem verwahrlostem Haus in der Froschgasse 12 der Tübinger Altstadt wurden vor kurzem bei "AbrissWatch Stuttgart" gepostet.


    Wirklich schade um das alte Haus, wenn es abgerissen wird. "AbrissWatch Stuttgart" schreibt, dass es zwar verwahrlost, aber kein hoffnungsloser Fall wäre:


    AbrissWatch Stuttgart hat 2 neue Fotos hinzugefügt.
    16. Oktober um 05:06 ·


    Zitat von AbrissWatch:
    "Mitten in der zusammenhängenden historischen Altstadt von Tübingen soll ein Altbau abgerissen werden: Froschgasse 12. Ausgerechnet in Tübingen, wo man so etwas eigentlich (noch) nicht kennt. Der Altbau wurde über die Jahre verwahrlost, ist aber kein hoffnungsloser Fall. Kommt jetzt ein unpassender Neubau, der sich nicht ins Umfeld einfügt?
    Es wäre toll, wenn sich noch schnell ein Retter für das Haus fände. Sei es Privatperson, eine Fachfirma oder sonstiges."


    https://www.facebook.com/abrisswatch/posts/1199560603449417
    https://www.facebook.com/abris…463449431/?type=3&theater




    Ich hoffe auch, dass sich für das Haus doch noch schnell jemand finden möge, der es saniert. Unter den heruntergekommenen Häusern hat es da ja schon ganz andere scheinbar hoffnungslose Fälle gegeben.

    Edited once, last by Charming Villa ().

  • @Charming Villa
    Mir tut sich hier auch der Vergleich mit Halle an der Saale auf, das im Forum in anschaulichen Beispielen vielfach aufzeigt, was aus vermeintlichen Abbruchhäusern nach erfolgter Sanierung für Bausteine des Stadtbildes entstehen.
    Die Hintergründe weshalb das Gebäude Froschgasse 12 sich in diesem Zustand befindet sind nicht(?) bekannt und bleiben für den unwissenden Betrachter spekulativ.
    Nutzungskonzepte tun sich geradezu auf, Beispiel Studentenwohnungen. Nur ohne Kenntnis der Zusammenhänge bleiben auch sie frohe Wünsche.
    Es reicht schon, dass sich ein solches Gebäude im Besitz einer Erbengemeinschaft befindet, die sich über den Verkaufspreis jahrelang nicht einig wird, was zur zusehenden Verwahrlosung führen kann. Und wenn dann endlich ein Käufer gefunden ist, der den gewünschten Verkaufspreis bereit ist zu zahlen und mit seinem Nutzungskonzept bei den Behörden scheitert, steht solch ein Projekt schnell wieder auf der Kippe und rottet schlimmstenfalls weiter vor sich hin.