• Interessante, halbstündige Sendung zur Tübinger Altstadt, in der es mittlerweile bröckelt.


    Quote

    Alte Häuser - neue Leute: In Tübingens Altstadt tut sich was


    Tübingens historische Altstadt ist geprägt von alten Häusern. Doch viele der schönen alten Gebäude sind heruntergekommen, müssten dringend renoviert werden. Die Stadt hat kein Geld dafür übrig und steht nun vor der Entscheidung: renovieren oder verkaufen...


    http://swrmediathek.de/player.…26-11e3-826c-0026b975f2e6

  • Aus Tübingen gibt es zwei erfreuliche Neuigkeiten:


    1. Der weitläufige Keller des Schloßes Hohentübingen wird wieder zugänglich gemacht. 20 Jahre lang durfte wegen dort siedelnder Fledermäuse kein Besucher hinein. Zu sehen gibt es im Keller u.a. das Tübinger Riesenfaß von 1546 (nicht so groß, dafür aber älter als das berühmte Heidelberger Faß). Details und Bilder hier: Schw. Tagblatt


    2. Die häßlichen Betonstelzen des Rathauses werden verschwinden. Das Rathaus wird zur Zeit generalsaniert und dabei wird die historistische Fassadengestaltung von 1877 wiederhergestellt. Die Betonpfeiler werden nach dem Vorbild der alten Arkaden verkleidet. So sieht es aktuell aus:


  • Eine weitere, nicht mehr ganz so frische Neuigkeit: Tübingen bewirbt sich zusammen mit Marburg als Unesco-Weltkulturerbe. "Gegenstand des Antrags ist der einzigartige kulturelle Raum, der in beiden Städten durch die enge Verbindung von Stadt und Universität entstanden ist" (so die Homepage der Stadt Tübingen). Man dachte offenkundig an den beliebten Spruch "Tübingen hat keine Universität, Tübingen ist eine Universität". Das Gutachten zum Antrag argumentiert aber doch überwiegend mit der Baugeschichte; nicht zu Unrecht, denn immerhin sind fast alle Gebäude aus der Gründungsphase der Universität nach 1477 noch erhalten. Nachdem Heidelberg mit seiner Bewerbung gescheitert ist, bin ich aber pessimistisch, was Tübingens Erfolgsaussichten betrifft.
    Weitere Informationen mit dem lesenswerten Gutachten auf der Seite der Stadt Tübingen. (Die Baualterspläne in dem Gutachten sind mit Vorsicht zu betrachten!)

  • Endlich! Tübingen hat internationale Schlagzeilen gemacht, dank ... äh, mh, tja, der steinernen Riesenvagina, die es z.B. heute auf die erste Seite der englischsprachigen Wikipedia geschafft hat (hier) und jetzt auch einen eigenen Wikipediaeintrag auf Englisch besitzt. Welcher Tübinger Lokalpatriot bekommt da nicht feuchte Augen?

  • Äußerst ungeil. Offenbar will man 's uns abgewöhnen.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Ich find's sehr komisch. Ich habe das Ding schon zigmal gesehen - und dann wird es berühmt (zumindest für einen Augenblick); das ist ein bißchen surreal. Der arme Austauschstudent ist mir, glaube ich, auch schon über den Weg gelaufen.

  • Was ist eigentlich aus dem Wohnprojekt Silcherschule geworden?
    Seit gefühlt einem Jahr ruhen die Bauarbeiten.


    Pleite des Investors?

    Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens. - Friedrich Schiller -

  • Der ursprüngliche Bauträger, die Hollenbach Hausverwaltungs-GmbH, ist 2012 pleite gegangen. Im Juni 2014 meldete das Schwäbische Tagblatt, ein neuer Bauträger, nämlich die City-Wohnen GmbH, werde die Silcher-Schule bis März 2015 fertigstellen. Für Ortsunkundige: Es geht um die 1892 erbaute ehem. Silcherschule (Bild vor Beginn der Sanierung), die jahrelang verwahrloste, akut vom Abriß bedroht war und dann zu Wohn- und Geschäftsräumen umgebaut werden sollte. Seit der Pleite des Bauträgers steht sie eingerüstet und halbfertig da.

  • Hier ist's schon ein Tabu, Originalsubstanz zu entfernen (und das ist eine gute Sache, finde ich). Wichtigen Bauteilen wirden hier sehr oft mit Epoxydharz konserviert, wie auch hier .

  • Aus Tübingen gibt es eine kleine, aber nette Neuigkeit zu vermelden: Die historische Kegelbahn unterhalb des Schlosses wird saniert. Den Tübingern gilt sie als die älteste noch bespielbare Kegelbahn Deutschlands. Das könnte stimmen, denn bei der denkmalpflegerischen Voruntersuchung wurde sie nun dendrochronologisch auf 1781 datiert. Im 19. Jahrhundert war die Kegelbahn bei Tübinger Studenten sehr beliebt und etliche Größen der deutschen Geistesgeschichte haben sie in jungen Jahren besucht, so z.B. Mörike, der sie auch in einem Gedichte verewigt hat. Seit dem frühen 20. Jahrhundert gehört die Bahn zum Roigelhaus und sie ist heute nicht mehr öffentlich zugänglich (Artikel im Schwäb. Tagblatt mit Bildern)

  • Nachdem bei der Rathaussanierung anderthalb Jahre lang äußerlich Stillstand herrschte, hat man nun endlich begonnen, die Pfeiler im Erdgeschoß nach historischem Vorbild zu verkleiden.



    Die Pfeiler werden am Sockel mit dem regionaltypischen hellen Sandstein verkleidet und oben verputzt.



    Zum Vergleich der alte Zustand mit den Betonsäulen:



    Rathaus Tuebingen Marktplatz [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], von Das Original wurde von Max Sorglos in der Wikipedia auf Deutsch hochgeladen, vom Wikimedia Commons


    Bald wirds wieder so aussehen (mit kleineren Abweichungen: z.B. wird der Eingangsbereich zwischen den Pfeilern verglast und nicht mit Toren verschlossen):



    Sinner-Tübingen-Rathaus-1880 [Public domain], von Paul Sinner (1838–1925)

  • Das Rathaus hat seine Hüllen fallen gelassen und zeigt nun sein neues Erdgeschoss:



    Leider hat man bei den Pfeilern auf die Quaderung im oberen Bereich verzichtet. Der historische Zustand (Photo siehe oben) hätte mir besser gefallen. Aber verglichen mit dem Betonpfeilern, ist die Verbesserung doch sehr groß!




    Die Verkleidung der Decke sieht etwas nach Ikea aus...


  • Die schönen Durchblicke zum Rathaus sind endlich betonfrei.




    Der rückseitige Anbau des Rathauses von 1906 in der Haaggasse ist auch fast fertig saniert.




    Die Haaggasse bildet hinterm Rathaus einen hübschen kleinen Platz, der wegen des zwar nicht starken, aber doch vorkommenden Autoverkehrs leider kaum genutzt wird.



  • Das Erdgeschoss ist immer noch etwas zu einfach gestaltet, aber eine große Verbesserung ist es schon (und mal keine Verschlimbesserung, wie gewohnt!).