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Gotha

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    • Abriss geplant: Gothas ältestes Haus von 1525


      Das Fachwerkhaus (siehe erstes Foto) von 1525 steht im Gothaer Brühl und soll im April 2014 abgerissen werden. Es ist das älteste Wohnhaus Gothas.

      Das Gebäude von 1525 stand früher an anderer Stelle, nämlich vor dem Brühler Tor. Es wurde als dreigeschossiger Ständergeschossbau errichtet und diente unter anderem als Armenküche. Während des Schmalkaldischen Krieges war es einer Neubefestigung der Stadt im Wege und wurde an den heutigen Standort versetzt und danach als Wohnhaus genutzt.

      Neben diesem Gebäude ist außerdem der Abriss eines daneben stehenden Jugendstilbaus und eines Fachwerkhauses aus dem 17. Jhrdt. geplant (seit 2008 im Besitz der Stadt Gotha). Die Häusergruppe steht schon seit Jahren leer, wichtige Sicherungsmaßnahmen durch die Stadt wurden (absichtlich?) versäumt.

      Das Gebäuteil mit der gelben Fassade (siehe erstes Foto) war vor etwa 10 Jahren noch bewohnt. Zudem ist es begehbar und in einem sanierungsfähigen Zustand. Die städtische Baugesellschaft Gotha (BGG) und der Bürgermeister Knut Kreuch (Aufsichtsratsvorsitzender der BGG) hat jedoch ein großes Interesse alle diese Gebäude im Brühl abzureißen, um das Grundstück dann der Wohnungsbaugesellschaft Gotha (WBG) zu verkaufen.

      Die einseitige Berichterstattung der Presse, die natürlich auch an den Annoncen für die BGG und WBG verdient, führt dazu, das die Gothaer glauben, das nur ein Abriss sinnvoll ist. Fakt ist, das ein Hinterhaus (wahrscheinlich um 1900) und das Treppenhaus des Jugendstilbaus in einem sehr schlechten Zustand sind. Ein Abriss des Hinterhauses ist sinnvoll, da dann wieder ein rückwärtiger Zugang zu allen Gebäuden entstehen würde. Dieser Zugang wurde durch Plattengebäude in der Blumenbachstraße verbaut.


      Foto: Elmar Nolte
      Fachwerkhaus (graue und gelbe Fassade) von 1525 (wahrscheinlich um 1800 Dachumbau). Fassade des des linken (grauen) Gebäudeteils wurde wahrscheinlich ebenfalls 1800 verändert. Vermutlich befindet sich hinter diesem grauen Putz noch die Fachwerkfassade von 1525.



      Foto: fbcdn-sphotos-d-a.akamaihd.net…966985388_913076077_n.jpg
      Rekonstruktionsversuch des Fachwerkhauses





      Schematische Darstellung des Neubaus.

      (Bild Thüringer Allgemeine Zeitung: media101.zgt.de.cdn.thueringer…4203655/D940505508406.JPG, Stand: 22.03.2014)

      Der Abrisstermin ist auf den 7. April 2014 angesetzt.
      Dann wird für 5 Millionen Euro neu gebaut.

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    • http://u.jimdo.com/www29/o/s5a2d2a7a446d3846/img/i92a182a28b846788/1391503457/std/gotha-br%C3%BChl-1978.jpg (Stand: 22.03.14)


      Der obere Gothaer Brühl hat schon einiges seiner Bausubstanz eingebüßt. Nun wird auch der mittlere Teil des Brühls Substanz verlieren.


      http://u.jimdo.com/www29/o/s5a2d2a7a446d3846/img/iff9125088dc4758e/1391503457/std/gotha-br%C3%BChl-2010.jpg (Stand: 22.03.2014)

      Fotos gefunden auf http://www.noise-fotografie.de/portfolio…-gestern-heute/

      Der obere Gothaer Brühl heute. Bleibt zu hoffen, dass die neuen Gebäude zukünftig nicht so aussehen wie dieser grüne Hausbau. Denn der Architekt für das 5 Millionen-Projekt soll wohl der gleiche werden, wie bei diesem Neubau.

      The post was edited 2 times, last by JoDaWeidner ().


    • http://u.jimdo.com/www29/o/s5a2d2a7a446d3846/img/i45f502acbd2be4dc/1391503457/std/gotha-br%C3%BChl-1978.jpg (Stand: 22.03.14)

      Auf diesem Foto von 1978 ist die Brühl-Drogerie, das Haus "König-Sahl" und das älteste Haus der Stadt Gotha von 1525 zu erkennen (v.l.n.r.). Das Haus mit der Drogerie-Aufschrift wurde später zurück gebaut teilweise und dann 1996 komplett abgerissen, vom Haus "König-Sahl" blieb nur die Fassade des Erdgeschosses erhalten. Diese beiden Häuser wurden vereinfacht wieder aufgebaut. Wie man auf dem nächsten Bild erkennen kann.



      http://u.jimdo.com/www29/o/s5a2d2a7a446d3846/img/i358d7580118e6997/1391503457/std/gotha-br%C3%BChl-2010.jpg (Stand: 14.04.14)
      Der Brühl heute.


      Fotos gefunden auf noise-fotografie.de/portfolio/gotha-gestern-heute/

      The post was edited 7 times, last by JoDaWeidner ().

    • Um es mit Scheidemann zu sagen, welche Hand müsse nicht verdorren? Hier der zu Jodaweidners Bildern dazugehörende Artikel mdr.de/thueringen/mitte-west-t…ha_haus_am_bruehl100.html.

      Es fällt mir wirklich schwer den beteiligten Damen und Herren abzukaufen, dass es sie auch nur einen Furz schert, dass die alten Gebäude abgerissen werden müssen, wenn man nun diese Dinger da reinkachelt.
    • Das kann ja wohl nicht angehen, dass man ein 500 Jahre altes Gebäude einfach so für Neubauten abreisst. Offenbar hat der Investor ja genug Kapital. Wenn das Gebäude bereits einmal in der Vergangenheit ab- und wieder aufgebaut wurde, dann könnte man mindestens doch auch hier so verfahren. Man baut das Gebäude auseinander, ersetzt morsches Gebälk durch neue Balken und baut es wieder unter Berücksichtung von erhaltener Originalsubstanz wieder auf. Das wäre das mindeste. Bleibt zu hoffen, dass Einsicht das Gebäude erhält.

      Die Neubauten sind ziemlich untere Kajüte. Kann man denn nicht wenigstens zu rettende Substanz in einen angepassten Neubau integrieren?


      Moderationshinweis (Palantir): Oberen Abschnitt aus einem früheren Beitrag hineinkopiert. Dieser musste entfernt werden, da der Vorgängerbeitrag ebenfalls gelöscht und in einen späteren aufgenommen wurde.
    • Mir ist nicht ganz klar, welches der gezeigten Häuser denn nun das von 1525 sein soll. In diesem Artikel ist es die Fleischerei. Auf dem rechten Bild in dem anderen Artikel, ist die Fleischerei aber noch erhalten. Der Fensteraufteilung nach zu urteilen, handelt es sich um ein Haus mit zwei Fassaden. Aber soll nur ein Teil des Hauses abgerissen werden?
    • JoDaWeidner wrote:

      Wie rettet im Allgemeinen ein Bürger ein Haus, welches die Gemeinde abreißen möchte?
      Welche Möglichkeiten gibt es und gab es?


      Im Prinzip kann der Eigentümer tun und lassen was er will, so lange er die entsprechenden Genehmigungen erhält (Umbau, Abriss, Neubau etc.). Bei deren Erteilung haben die Behörden allerdings wenig Ermessensspielraum, wenn alles mit rechten Dingen zugeht und keine einschränkenden z. B. Erhaltungs- oder Gestaltungssatzungen einschlägig sind.

      Veto kann bestenfalls der Denkmalschutz einlegen – was hier offenbar nicht der Fall war. Verstehe ich allerdings auch nicht, zumal der Denkmalschutz in Thüringen zu den besseren der Republik zählt. Was kann man tun? Als Bürger das Geld auftreiben, es dem Eigentümer abkaufen und auf eigene Kosten restaurieren. Alternativ die Medien mobilisieren, auf dass zu viele Politiker kalte Füße kriegen, die zuständige Gebietskörperschaft (Kommune, Land, Bund) einschreitet und das auf eigene Kosten macht. Hilft manchmal.

      Wenn der Abbruchtermin aber schon feststeht, dürfte bereits eine rechtsgültige Abbruchgenehmigung von der Stadtverwaltung vorliegen, da könnte man jetzt bestenfalls noch gegen klagen, aber wer macht das schon? Die Fehler sind schon im Vorfeld im Rahmen mangelnder Aufmerksamkeit rund um das Gebäude gemacht worden – von Medien und Bürgern gleichermaßen. Allerdings sind die Entscheidungsprozesse bei sowas m. persönlichen M. n. aber auch ganz bewusst intransparent bzw. investorenfreundlich gehalten.
    • Neußer wrote:

      Mir ist nicht ganz klar, welches der gezeigten Häuser denn nun das von 1525 sein soll. In diesem Artikel ist es die Fleischerei. Auf dem rechten Bild in dem anderen Artikel, ist die Fleischerei aber noch erhalten. Der Fensteraufteilung nach zu urteilen, handelt es sich um ein Haus mit zwei Fassaden. Aber soll nur ein Teil des Hauses abgerissen werden?

      https://fbcdn-sphotos-c-a.akamaihd.net/hphotos-ak-prn1/t1.0-9/1558424_664121596982025_1121263709_n.jpg 27.03.14

      Das Haus mit dem Fleischereischild (Nr.11) und das Haus links daneben (Nr.9) gehören zu einem großen (ehemals zusammenhängenden) Fachwerkbau von 1525. Später bekam das Gebäude zwei separate Hauseingänge jeweils mit eigener Hausnummer. Die beiden "Häuser" haben auch unterschiedliche verputzte Fassaden.

      Der gesamte Komplex soll abgerissen werden.

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    • Dann ist das älteste Haus von Gotha bald wirklich Geschichte, genauso wie diese Kanditaten, die in den letzten Jahren abgerissen wurden... obwohl diese bautechnisch noch intakt waren. cclap:)


      (u.jimdo.com/www29/o/s5a2d2a7a4…iebleber-strasse-2010.jpg, 27.03.14)
      gefunden auf noise-fotografie.de/portfolio/…-heute/siebleber-strasse/

      Klassizistisches Palais (Ende 18. Jhrdt.) in der Siebleber Straße

      oder



      http://www.panoramio.com/photo/6920534 (©Thomas Ritter)
      http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ansicht600-1-.jpg

      Das Volkshaus zum Mohren, wo schon Goethe, Friedrich der Große und Napoleon übernachteten.

      Und jetzt sind da schöne Brachen, auf denen Löwenzahn wächst. cclap:)

      Willkommen in der Residenz- und Abrissstadt Gotha. :gutenacht:
    • Was soll sich auch tun? Vom Schreiben in einem Internetforum ganz sicher nichts, und bei dem offensichtlichen allseitigen Desinteresse an dem Objekt, das ursächlich dafür sein dürfte, dass es überhaupt so verfallen konnte, ist der Abriss, so krank er aus kulturhistorischer Perspektive auch ist, nur noch konsequent. Wenn ich die von dir oben beschriebenen rezenten Abrisse betrachte scheint Gotha ohnehin ein systemisches Problem in Bezug auf den Erhalt von Altbauten zu haben.
    • Ich bin natürlich nicht sonderlich überrascht, dass sich niemand dafür einsetzt. Gleichzeitig verstehe ich nicht, dass sich diese Stadt (und besonders der Bürgermeister) ständig mit ihrem historischen Erbe und ihren schönen Plätzen schmückt und jetzt ihr ältestes Wohnhaus abreißen lässt.

      Die stadteigene Baugesellschaft kassiert Geld für das Grundstück, welches sie nach dem Abriss verkauft. Der Bürgermeister ist gleichzeitg der Aufsichtsratsvorsitzende dieser Baugesellschaft. Die Stadtverwaltung ist sicher froh, dass dieses Haus dem Erdboden gleichgemacht wird - eine Sorge weniger.