Istanbul (TR) - Konstantinopel

  • Sehr geehrter Elbegeist,


    die Übersetzung des Liedtextes (ins Englische) :


    You will come as a lightning


    You will come as a lightning

    The country will have feast

    The sea, the earth and the sky

    In your light

    I will wear white clothes

    To touch you again

    You light and me heart

    How much I love you


    King of Kings Help the King

    Mercy, mercy, God, of Heaven

    Constantine Dragases Palaiologos
    By the grace of God Emperor of Romans

    In the Gate of Saint Romanus

    Astride on his whitelegged mare

    Four Betas, mercy, mercy, Marmaras

    Bosphorus and Black Tuesday

    Shiver sun, groan earth


    The City has fallen, the City has fallen
    The Queen of Cities,
    golden gate

    And Porphyrogenitus in the Red Apple-tree

    The city was the sabre, the city was spear

    The city was the key of the entire Roman Empire

    Fall silent Mother of God and don't cry much

    With years and times will be Yours again

    In the Gate of Saint Romanus

    You went away to another place

    And an angel will bring you here
    In right time
    Inside the Hagia Sophia

    We will find each other again on future liturgy

    Greeks together

    Constantine Dragases Palaiologos



    Beste Grüße nach Dessau !

  • allgemeine "Religionsauseinandersetzungen" deaktiviert. Bleibt bitte sachlich und beschränkt euch auf die Thematik. Danke!

  • Mensch Leute, wir haben alle das ‚Schwert-Video’ falsch gedeutet

    In der Tat! Es zeigt nämlich einen Säbel (englisch: sabre)!


    Der Form nach ein typischer osmanischer Säbel. Zum Teil wohl mit Silber. Eine Kalligraphie auf der Klinge. Was ist das für eine Waffe? Wie alt ist sie? Welche Funktion hat sie? Als Gebrauchswaffe ist dieser Säbel ganz sicher nicht gemeint. Der alte Mann stützt sich auf ihn beim Erklimmen des Minbar wie auf einen Krückstock. Dieser Gebrauch einer Blankwaffe ist mir noch nie begegnet. Denn ein Krieger braucht keinen Krückstock, und man kann sich ja auch nicht wirklich gut auf solch einen Säbel (mit Scheide) stützen. Auch das Gewand signalisiert, dass der Herr auf dem Minbar nicht als Krieger auftritt, sondern als Geistlicher.


    Im europäischen Mittelalter wurde das Schwert mit christlicher Symbolik aufgeladen. Schon die Form eines Schwertes regte dazu an. Hier sei nur mal an die Bedeutung von Zeremonialschwertern erinnert. Der Apostel Paulus wird mit dem Schwert dargestellt. Wer nichts über das Christentum weiß, könnte solche Bilder falsch deuten.


    Wie die Bilder vom Freitagsgebet richtig zu deuten sind, dazu habe ich im Moment auch keine Antwort.

  • In einem der Beiträge der letzten Tage wurde hier auch das Wiederaufflackern des Konfliktes zwischen Armenien und Aserbaidschan angesprochen.


    Patriarch Kirill von Moskau und der gesamten Rus veröffentlichte in dieser Sache am 23. Juli 2020 eine Erklärung. Kirill ist seit 30 Jahren in die Bemühungen um eine friedliche Beilegung des armenisch-aserbaidschanischen Konfliktes involviert und ruft nun erneut beide Parteien zum Dialog auf. Eine friedliche Einigung sei die einzig mögliche Lösung. Eine Passage in der Erklärung finde ich besonders bemerkenswert. Ich möchte sie hier deshalb wörtlich zitieren:


    Aus der "Erklärung des Patriarchen von Moskau und der gesamten Rus, Kirill, im Zusammenhang mit der Verschärfung des armenisch-aserbaidschanischen Konfliktes", 23. Juli 2020:


    "Vor 25 Jahren, am 13. Juni 1995, fand im Swjato-Danilow-Kloster in Moskau das erste trilaterale Treffen der religiösen Führer von Aserbaidschan, Armenien und Russland statt, dessen Initiator die Russische Orthodoxe Kirche war. Zu den Ergebnissen des Treffens wurde eine gemeinsame Erklärung angenommen, in der die Ansicht zum Ausdruck gebracht wurde, dass der armenisch-aserbaidschanische Konflikt keine religiöse Grundlage hat. Es ist besonders wichtig, sich heute daran zu erinnern, wo versucht wird, den religiösen Faktor künstlich in internationale Konflikte hineinzutragen, um die Gegensätze zu verschärfen."


    Textquelle: patriarchia.ru/db/text/5668070

    Übersetzung: Rastrelli

  • Es ist klar, dass der armenisch-aserbaidschanische Konflikt ethnischer Natur ist. Es geht um die Kontrolle über die Enklave Bergkarabach. Vor allem die Armenier sind nicht zu Kompromissen über den Status bereit. Das ist aber verständlich nach den Massakern und Massenvertreibungen, die dort auf beiden Seiten stattgefunden haben. Die Religion kommt als trennendes Element hinzu, da sich sie beiden Nationen auch religiös voneinander absetzen. Diesen Konflikt wird der Patriarch Kirill durch noch so fromme Worte nicht lösen können.


    Das ist wie mit dem Nahost-Konflikt. Einzige absehbare Lösung: Mauer hoch, Völker trennen. Eventuell UN-Pufferzone. Wer an der Grenze rüttelt bekommt massiv auf die Nase.

  • Heimdall

    Was du da als Lösung vorschlägst, ist ungefähr das, was wir jetzt haben, ein eingefrorner Konflikt. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass hier kein Religionskonflikt vorliegt, Die Einschätzung von Patriarch Kirill teile ich. Es gibt jüdisches und christliches Leben in Aserbaidschan. Dazu bringe ich später an anderer Stelle noch was. Nur armenisches Leben gibt es in Aserbaidschan nicht mehr.


    Aber ich möchte jetzt wieder auf die Hagia Sophia zurückkommen. Sie war in den vergangenen Tagen Thema in zwei Telefongesprächen des russischen Präsidenten Wladimir Putin. In beiden Telefonaten wurde jeweils auch eine Reihe anderer Fragen behandelt. Ich zitiere hier aus den offiziellen Mitteilungen des Kreml die Passagen zur Hagia Sopia:


    Telefongespräch zwischen Wladimir Putin und dem Präsidenten der Türkei, Recep Tayyip Erdogan

    13. Juli 2020

    Das Gespräch fand auf Initiatiive der türkischen Seite statt.


    "Wladimir Putin lenkte die Aufmerksamkeit Recep Tayyip Erdogans auf die erhebliche gesellschaftliche Resonanz, die die Entscheidung, den Status der Kirche der Heiligen Sophia in Istanbul zu ändern, in Russland hervorgerufen hat. Der Präsident der Türkei gab entsprechende Erläuterungen und sagte, dass der Zugang zu diesem einzigartigen Denkmal der Weltzivilisation für alle, die dies wünschen, ausländische Staatsbürger eingeschlossen, garantiert und die Bewahrung der christlichen Heiligtümer sichergestellt werde."

    Quelle: kremlin.ru/events/president/news/63651

    Übersetzung: Rastrelli



    Telefongespräch zwischen Wladimir Putin und dem Ministerpräsidenten Griechenlands, Kyriakos Mitsotakis

    22. Juli 2020

    Das Gespräch fand auf Initiative der griechischen Seite statt.


    "Ausführlich wurde die Lage im Zusammenhang mit der Änderung des Status der Kirche der Heiligen Sophia in Istanbul erörtert. Unterstrichen wurde die außerordentliche kulturelle, historische und geistliche Bedeutung dieses einzigartigen Objektes des Welterbes. Festgestellt wurde die Wichtigkeit ihrer Bewahrung als Besitz der gesamten Menschheit, Symbol des Friedens und der Eintracht."

    Quelle: kremlin.ru/events/president/news/63738

    Übersetzung: Rastrelli


    In der Fernsehsendung "Kirche und Welt" (Церковь и мир), Ausgabe vom 18. Juli 2020, des Senders "Rossija 24" konstatierten die Journalistin Jekaterina Gratschowa und der für die Außenbeziehungen der russischen Kirche zuständige Metropolit Ilarion, dass Erdogan Garantien für die Hagia Sophia dem russischen Präsidenten gegeben habe, nicht aber Vertretern der Kirche. Metropolit Ilarion wies darauf hin, dass die türkischen Behörden keinerlei Rücksicht auf die Wünsche des Patriarchen von Konstantinopel nehmen. Erdogan habe ausschließlich die Interessen türkischer Muslime im Blick und die Bitten von Christen in aller Welt ignoriert. Es sei aber zu hoffen, dass die gegenüber Putin gemachten Zusagen auch eingehalten würden.

  • Der Heilige Synod ist das kollektive Leitungsorgan der Russischen Orthodoxen Kirche unter dem Vorsitz des Patriarchen von Moskau und der gesamten Rus. Am 17. Juli nahm der Heilige Synod die folgende Erklärung zur Hagia Sophia an, die ich hier vollständig zitiere:



    Erklärung des Heiligen Synods der Russischen Orthodoxen Kirche im Zusammenhang mit der Entscheidung der Behörden der Türkei über eine Revision des Status der Kirche der Heiligen Sophia

    17. Juli 2020


    Der Heilige Synod der Russischen Orthodoxen Kirche drückt im Zusammenhang mit der Entscheidung der Staatsführung der Türkei, der Kirche der Heiligen Sophia den Museumsstatus zu entziehen und sie in die gottesdienstliche Nutzung der muslimischen Gemeinde zu übergeben, sein tiefes Bedauern aus.


    Diese Entscheidung wurde ohne Rücksicht auf die Bitten und die klar zum Ausdruck gebrachte Position der Vorsteher und Hierarchen der Orthodoxen Ortskirchen, der Vertreter anderer Staaten, zahlreicher internationaler gesellschaftlicher und Menschenrechtsorganisationen sowie geistlicher Persönlichkeiten verschiedener Konfessionen und religiöser Traditionen getroffen. Sie verletzt die religiösen Gefühle von Millionen Christen in der ganzen Welt, was zu einer Störung des interreligiösen Gleichgewichts und des gegenseitigen Verständnisses zwischen Christen und Muslimen nicht nur in der Türkei selbst, sondern auch an anderen Orten führen kann.


    In einer Zeit, in der das Christentum an vielen Orten auf dem Planeten eine verfolgte Religion ist und der Exodus von Christen aus den Ländern des Nahen Ostens anhält, ist die genannte Entscheidung der türkischen Behörden besonders schmerzlich. Die Kirche der Heiligen Sophia wurde zu Ehren von Christus dem Erlöser erbaut. Im Bewusstsein von Millionen Christen bleibt sie weiterhin eine Kirche. Für die Orthodoxe Kirche hat sie eine besondere historische und geistliche Bedeutung.


    Wenn wir uns an die brüderlichen Ortskirchen wenden, so bemerken wir mit besonderer Betrübnis, dass ein für die Heilige Orthodoxe Kirche so trauriges Ereignis die orthodoxe Welt heute entzweit trifft, was eine direkte Folge der nichtkanonischen Legalisierung der Kirchenspaltung in der Ukraine ist und unsere Möglichkeiten schwächt, gemeinsam den neuen geistlichen Bedrohungen und zivilisatorischen Herausforderungen zu begegnen. Heute, in einer Epoche zunehmender Christianophobie und stärker werdenden Drucks der säkularen Gesellschaft auf die Kirche, ist die Einigkeit notwendiger denn je. Wir rufen die brüderlichen Ortskirchen auf, gemeinsam im Geiste des Friedens und der Liebe in Christus einen Ausweg aus der Krise zu suchen.


    Wir hoffen, dass die türkischen Behörden die notwendigen Anstrengungen zur Bewahrung der durch ein Wunder erhalten gebliebenen überaus kostbaren christlichen Mosaiken an den Tag legen und christlichen Pilgern den Zugang zu ihnen gewährleisten werden.


    In der Hoffnung auf eine weitere Bewahrung und Festigung der gegenseitigen Achtung und des gegenseitigen Verständnisses zwischen den Gläubigen der verschiedenen Weltreligionen wenden wir uns auch an die Weltgemeinschaft mit dem Aufruf, alles dafür zu tun, dass der besondere Status der Kirche der Heiligen Sophia bewahrt bleibt, die eine unvergängliche Bedeutung für alle Christen hat.


    Quelle: patriarchia.ru/db/text/5664215.html

    Übersetzung: Rastrelli

  • @ Rastrelli, Danke Dir für die Übersetzungen! Du bist ja wirklich ein Sprachengenie. So gut übersetzt! Hast Du beruflich mit Übersetzungen zu tun?

    Ach wißt Ihr, so ein jahrhundertealtes sakrales Gebäude wie die Hagia Sophia, das schon so viele Herrscher hat kommen und gehen sehen, wird auch den erneuten Sultan vom Bosporus vorübergehen sehen. Die Nutzung als aktiver Gebetsraum hat vielleicht auch sein Gutes. Denn nun muß man auf jeden Fall was für die Erhaltung tun, angefangen beim wöchentlichen Putzen vor dem Freitagsgebet bis hin zu Reparaturen an den Dächern. Und die türkisgrüne Auslegeware schützt den antiken Boden. Zigtausende Touristenschuhe alljährlich waren auch nicht das Gelbe vom Ei.

    Was mir sehr viel mehr Sorge bereitet sind drohende Zerstörungen durch heftige Erdbeben, was nicht ausgeschlossen werden kann.

    Was ist dann? Schon bald nach Erbauung im 6 Jh. hatte die Hagia Sophia heftige Erdbeben zu erdulden und trug schwere Schäden davon. Daraufhin hat man die mächtigen Substruktionen und Strebetürme /-pfeiler an allen Seiten verstärkt und weitere errichtet, die freilioh das zuvor grazilere Außenbild hin zu einer eher geduckten, trutzigen Erscheinung verändert hatten. Umso mehr ist nun die Überraschung gegeben, wenn man den Innenraum betritt,

  • Sehr geehrter SchortschiBähr,


    hinsichtlich der Erdbebensicherheit finden Sie im folgenden Video insbesondere ab 1:19:35 interessante Angaben.



  • Die Hagia Sophia in Iznik (Nikäa) (Teil 1)


    Die Hagia Sophia in Nikäa wurde - wie ihre große Schwester in Konstantinopel - im 6. Jahrhundert unter Kaiser Justinian erbaut. 787 fand hier das 2. Konzil von Nikäa statt, das den Bilderstreit beendete. Die Osmanen eroberten NIkäa 1331 und wandelten die Basilika in eine Moschee um. Nach dem Ersten Weltkrieg war der Ort zwischen Griechen und Türken umkämpft. Dabei brannte die Basilika 1922 aus. Kemal Atatürk erklärte sie 1935 zum Museum. Es gab archäologische Grabungen. Die Instandsetzung der Ruine erfolgte erst 2007-2009. Im Jahre 2011 wurde die Hagia Sophia in Iznik auf Betreiben der AKP-Regierung wieder in eine Moschee umgewandelt. Touristische Besichtigungen sind weiterhin möglich.


    Iznik (Nikäa), Hagia Sophia, Ruine der Basilika von Südwesten (Foto: Paolo Monti, 1962, CC-BY-SA-4.0)


    Iznik (Nikäa), Hagia Sophia, Ruine der Basilika von Westen, an der Nordwestecke der Stumpf des Minaretts

    (Foto: Dennis Jarvis, Oktober 2005, CC-BY-SA-2.0)


    Iznik, Hagia Sophia, Ruine der Basilika, Südseite (Foto: Dennis Jarvis, Oktober 2005, CC-BY-SA-2.0)


    Iznik, Hagia Sophia, Basilika von Südosten während des Wiederaufbaus (Foto: QuartierLatin1968, August 2008, CC-BY-SA-3.0)


    Die zugemauerten Fenster wurden geöffnet und verglast, das historische Minarett wiederaufgebaut. Auf dem Foto ist die Basilika bereits überdacht. Nur die Ostteile müssen noch gedeckt werden.


    Iznik, Hagia Sophia, Ruine der Basilika, Mittelschiff nach Nordosten (Foto: Dennis Jarvis, Oktober 2005, CC-BY-SA-2.0)


    Die Kirche ist geostet. Der Mihrab der Moschee muss aber gen Mekka weisen. Er befindet sich deshalb im südlichen Seitenschiff.


    Iznik, Hagia Sophia, Ruine der Basilika, der Mihrab (Foto: Dennis Jarvis, Oktober 2005, CC-BY-SA-2.0)


    Iznik, Hagia Sophia, Ruine der Basilika, das südliche Seitenschiff nach Osten (Foto: Dennis Jarvis, Oktober 2005, CC-BY-SA-2.0)


    Der Moscheeraum in der Basilika ist also nach Südosten ausgerichtet.


    Iznik, Hagia Sophia, die wiederaufgebaute Basilika mit Moscheenutzung, links die Apsis der Basilika. Die Fenster wurden im Rahmen der Restaurierung geöffnet und verglast. Rechts der Mihrab (Foto: MEH Bergmann, Mai 2015, CC-BY-SA-4.0)


    Nach Angabe des Fotografen Bergmann ist der Eintritt kostenlos und auch während der Gebetszeiten möglich. Touristen dürften den muslimischen Teil jedoch nicht betreten. Von dem hinteren Geländer bietet sich folgender Blick in den Chorraum:


    Iznik, Hagia Sophia, Chor nach der Wiederherstellung (Foto: Acar54, Oktober 2015, CC-BY-SA-4.0)


    Nun ein seitlicher Blick in den Chorraum vom Durchgang rechts. Der Fotograf ist Niederländer. Auf den schwarzen Schildern des Fotos oben steht "Betreten verboten" (türkisch und englisch). Zum Schutz der historischen Steine und Bodenplatten dürfen sich Touristen nur innerhalb des eingezäunten Bereichs bewegen.


    Iznik, Hagia Sophia, im Chorraum (Foto: Dosseman, Oktober 2018, CC-BY-SA-4.0)

  • Die Hagia Sophia in Iznik (Nikäa) (Teil 2)


    Hier noch eine neuere Innenansicht. Aufgrund der anderen Ausrichtung des muslimischen Gebetsraumes ist der Raumeindruck der Basilika etwas beeinträchtigt. Der Zugang zum Chor ist für Besucher über das Nordseitenschiff möglich.


    Iznik (Nikäa), Hagia Sophia, Mittelschlff der Basilika nach Osten (Foto: Dosseman, Oktober 2018, CC-BY-SA-4.0)


    Iznik, Hagia Sophia, Mittelschiff nach Westen (Foto: Szoszv, Oktober 2010, CC-BY-SA-3.0)


    Das abgesperrte Rechteck gleich hinter dem Westportal der Basilika ist der Rest eines historischen Fußbodens.


    Iznik, Hagia Sophia, Ruine der Basilika, historischer Bodenbelag im westlichen Mittelschiff (Foto: Dennis Jarvis, Oktober 2005, CC-BY-SA-2.0)


    Iznik, Hagia Sophia, historischer Bodenbelag im westlichen Mittelschiff. Das Foto davor war von der rechten Seite aufgenommen

    (Foto: Szoszv, Oktober 2010, CC-BY-SA-3.0)


    Iznik, Hagia Sophia, historischer Bodenbelag (Opus sectile), vom Westeingang aus (Foto: Dosseman, Oktober 2018, CC-BY-SA-4.0)


    Iznik, Hagia Sophia, historischer Bodenbelag vom Westeingang aus (Foto Acar54, Januar 2019, CC-BY-SA-3.0)


    Es gibt an mehreren Stellen Reste von Wandmalereien, besonders in den Ostteilen. Gut erhalten ist aber nur ein Fresko mit einer Christusdarstellung. Diese Wandmalerei befindet sich im westlichen Teil der Basilika, in einer glasgeschützten Grabnische an der Nordseite.


    Iznik, Hagia Sophia, Wandmalerei (Foto: Dosseman, Oktober 2018, CC-BY-SA-4.0)


    Iznik, Hagia Sophia, Westseite der Basilika mit Minarett nach der Wiederherstellung (Foto: Acar54, Oktober 2015, CC-BY-SA-4.0)


    Vor dem Eingang des Gebäudes eine Touristengruppe. Der türkische Name der Basilika ist "Ayasofya Orhan Camii" (Hagia Sophia Orhan Moschee). Orhan war der Sultan, der 1331 Nikäa eroberte. Die neuen Ziegel der Fassade haben das Format der historischen Ziegel. Abschließend noch zwei Ansichten der wiederaufgebauten Basilika, bei denen das Minarett verdeckt ist. Man beachte die Veränderungen am östlichen Ende der Südwand der Basilika! Sie stammen aus der Zeit nach der osmanischen Eroberung, als dort ein Mihrab mit der Ausrichtung nach Mekka eingebaut wurde.


    Iznik, Hagia Sophia, Südseite (Foto: Elelicht, Mai 2012, CC-BY-SA-3.0)


    Iznik, Hagia Sophia, Südseite (Foto: Dosseman, Oktober 2018, CC-BY-SA-4.0)

  • Das dritte Foto vom Anfang der Beschreibung scheint mir falsch datiert. ((Foto: Dennis Jarvis, Oktober 2009, CC-BY-SA-2.0)) Es zeigt den ruinösen Zustand von 2005, nicht den des wiederaufgebauten Gebäudes von 2009.

  • Ach, wenn man wirklich Videos über die Lage in Konstantinopel posten muss...



    Ich bin auch unglücklich mit dem Ergebnis von 29 Mai 1453, aber ja, es gibt heute viel wichtigere Sachen und viel nähere Sorgen. Ich muss sagen, dass, für mich, besser eine Moschee als noch ein seelenloses "Forum für Begegnung" oder was auch immer. Jetzt gibt es mindestens Leben darin.


    Es ist lustig, alle diese Französische sogenannte Nationalisten usw. (es gibt auch viel mehr solche Leute anderswo in Europa, insbesondere im Osten), die klagen und schreien über die böse Türkei und die Lage mit Hagia Sophia, aber tja wie geht es bei dem örtlichen Kulturerbe? La cathédrale de Nantes brennt, Notre Dame auch, Kirchen, châteaux, und öffentliche Gebäude bröckeln überall in Frankreich (und Italien, usw.).

    Aber Hagia Sophia, "verloren" seit fünf hundert Jahren, eine Schande! Viel besser von Musulmanen (die da leben und wohnen) genutzt als nicht genutzt!

  • Könnte man Erdogan für diese Geste nicht dafür drankriegen? Der Herr ist doch sonst immer so sensibel bei Beleidigungen und seine ganze Politik und dies hier im besonderen, ist schlichtweg Hohn auf den Vater der Türken.


    https://de.wikipedia.org/wiki/…0drei%20Jahren%20bestraft.


    Atatürk, so ambivalent er war, rotiert wahrscheinlich seit Jahren in seinem Grab heiß. Und Dönerspieß-Kalauer verkneife ich mir mal, wer weiß wer hier so mitliest ;)

  • Ein Gesetz "über strafbare Handlungen gegen Atatürk" wäre in einer solchen Interpretation völlig unzeitgemäß. Nichts ist gegen ehrendes Angedenken zu sagen. Aber, es führt zu nichts guten, bestimmte politische Entscheidungen, die vor vielen Jahrzehnten getroffen wurden, auf ewig für die Zukunft festzulegen. Ich denke, wenn ich das lese, dass das so auch nicht gemeint ist.

  • Natürlich war das nicht ganz ernst gemeint. Doch solch Gedanken drängen sich auf, angesichts der Instrumentalisierung des Atatürk Gedenken. Atatürk-Statuen und Büsten gehen weg wie warme Semmeln. Dann kann man auch darauf hinweisen, dass die gegenwärtige Politik den Ideen Atatürks sehr entgegen steht. Aber natürlich kann man den Weg Atatürks auch als historisch betrachten, als abgeschloissen, überholt oder weiterentwickelt, dann gibt es da auch nichts mehr zu beleidigen, doch dann sollte man ihn auch nicht ständig bemühen.

  • dann gibt es da auch nichts mehr zu beleidigen

    Beleidigung existiert ja auch unabhängig davon, ob eine bestimmte Entwicklung abgeschlossen ist. Schon um bestimmte Gefühle anderer Mitbürger nicht zu verletzen, schon um eines guten Tones willen. Metternich beispielsweise mag man als gescheitert oder historisch abgeschlossen erachten, deshalb muss er aber auch nicht als "Hu....sohn" beschimpft werden. Mindestens aus Rücksicht auf heute lebende Nachfahren.

    Aber ich verstehe schon, worauf Du hinaus möchtest.

  • Quote from SRF.ch

    Echo der Zeit

    «Lieber kein Gebet als ein solches Gebet»


    Heute wurde in der Hagia Sophia in Istanbul das erste Freitagsgebet seit 85 Jahren abgehalten. Tobias Specker ist katholischer Theologe und Islamwissenschafter. Er hat das Freitagsgebet mitverfolgt. «Es war ein Ausdruck des Triumphalismus», sagt er im Gespräch.

    https://www.srf.ch/play/radio/…1f-4f2e-bbdc-1fdee153ffbc

  • Die Kulturbarbarei geht weiter: Nach der Hagia Sophia lässt Erdolf der Prächtige nun auch die byzantinische Chora-Kirche wieder in eine Moschee umwandeln. Die Kirche gilt als kunsthistorisch besonders wertvoll, v.a. da in ihrem Inneren zahlreiche herausragende byzantinische Fresken und Mosaiken erhalten sind. Diese müssen nun jedes Mal beim Gebet verhüllt werden, so die Medien. Traurig und beschämend, aber wir können schon froh sein wenn in nächster Zeit kein Vorschlaghammer zum Einsatz kommt (denn auch solche Diskussionen gibt es bereits in der Türkei). :kopfschuetteln:


    Hier ein paar Links zur Meldung:

    https://jungefreiheit.de/polit…itere-kirche-zur-moschee/

    https://www.vaticannews.va/de/…schee-erdogan-byzanz.html

    https://www.derstandard.de/sto…r-chora-museum-in-moschee