Istanbul (TR) - Konstantinopel

  • Beiträge von Jakku Scum, in denen Sklaverei und Deportation beschönigt und gerechtfertigt werden, sowie alle Beiträge, die darauf Bezug genommen haben, wurden entfernt.

    Die Rechtfertigung und Beschönigung von Sklaverei und Deportation ist ein klarer Verstoße gegen die Forumsregeln. So was will ich hier nicht mehr sehen.

  • Der, der den Status Quo ändert, muß dafür Rechenschaft ablegen


    Lieber Jakku Scum und lieber Heinzer,


    wie gerne würde ich Dir / Ihnen vorbehaltlos beipflichten können. Eine harmonische Welt, in der sich die Völker nicht mehr gegenseitig ihre Sündenregister vorhalten und in Frieden und Eintracht miteinander leben könnten, wem schwebte das nicht als hehres, anzustrebendes Ideal vor ? Mein Traum wäre das auch; ganz gewiß !


    Leider ist die Realität viel prosaischer und herber.


    Ein kluger Kopf hat einmal gesagt: An dem Tag, an dem die Araber, einseitig das Kriegsbeil begraben und in aufrichtiger Weise Frieden mit dem tapferen Israel schließen, herrscht Frieden. An dem Tag aber, an dem Erez Israel einseitig die Waffen niederlegt, hört es auf zu existieren. Es kann eben der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem missgünstigen Nachbarn nicht gefällt…


    Was bedeutet das im Kontext der hiesigen Diskussion ?


    Das Patriarchat von Konstantinopel hat seit der Halosis gelernt, sich immer mehr einzuschränken, hat Zeiten der Diskriminierung und Verfolgung erduldet; so wurde z.B. Patriarch Gregorios V. als Rache für den erfolgreichen Unabhängigkeitskampf (West-) Griechenlands auf direkten Befehl des Sultans in der Osternacht des Jahres 1821 an die Portaltüren des Patriarchatssitzes im Phanar genagelt, wo seine Leiche drei Tage lang hängen blieb. Große Figuren wie der unvergessene Athenagoras oder auch der jetzige Amtsinhaber Bartholomaios II. konnten / können immer nur atmosphärisch darüber hinwegtäuschen, daß die Schar, deren Hirte der jeweilige Patriarch noch ist, bloß noch ein dürrer Schatten ist.

    Leider hat auch der kluge Kemal Attatürk - dessen Ansichten über den Islam jeder kennen sollte - wohl aus Staatsraison ein Gesetz befürwortet, welches das Amtieren von Priestern des ökumenischen Patriarchats auf dem Gebiet der heutigen Türkei, von deren Ausbildung im Inland, also in der Türkei, abhängig macht. Wenn man dann noch weiß, daß die türkischen Behörden, das bis dato einzig noch in der Türkei bestehende Priesterseminar (auf der Insel Chalki vor Konstantinopel) Ende der 70er Jahre haben schließen lassen, kann man sich ausrechnen, daß die Tage des Patriarchats und damit des autochthonen Christentums in Kleinasien gezählt sind.


    Nachdem Erdogan erst letztes Jahr eine neue Riesen-Moschee in Istanbul hat einweihen lassen, ist klar, daß nicht Platzmangel für Betende die Ursache für die jetzige Umwandlung sein kann. Auch der unbestreitbare demagogische Impetus und der sicher auch vorhandene Wille zur Überdeckung innenpolitischer Probleme sind meines Erachtens nur zweitrangig.

    Primär ursächlich dürfte hingegen der Anspruch des Islams sein, dort wo er die Bevölkerungsmehrheit stellt, alle prestigeträchtigen Bauwerke ausschließlich für sich zu reklamieren (unabhängig davon wie historisch legitim dieser Anspruch jeweils ist). Die Hagia Sophia bisher nicht bespielen zu dürfen, muß deshalb für die AKP Funktionäre mittlerweile unerträglich geworden sein; zumal Erdogan ja seinerzeit Bürgermeister der Stadt war, aber eben damals aufgrund des Kemalismus am Status Quo noch nichts ändern konnte.


    Die jetzige Entwicklung sendet vor diesem Hintergrund die Botschaft aus: Sieh her, kümmerliches Häufchen orthodoxer Christen, wir gönnen Dir nun selbst das erklecklich Wenige, was Dir bisher noch geblieben ist (die religiös neutrale – da als Museum genutzte – Hagia Sophia) nicht mehr, sondern nehmen es Dir einfach weg. Wir haben die Macht dazu und Du kannst nichts dagegen unternehmen. Wir sind der Herr im Hause.


    Sieht so Toleranz und freundliches Miteinander aus ?


    Der langen Rede kurzer Sinn:

    Mit dem bis gestern geltenden Status Quo konnte das Patriarchat und die ganze christliche Welt gut leben.

    Es sind Erdogan und seine AKP, die den Zustand - ohne Not - geändert haben.

    Bei ihnen liegt somit der Rechtfertigungszwang und der 'Schwarze Peter'.

  • Internationale Kritik an Umwandlung in Moschee


    Die Weltkulturorganisation Unesco teilte mit, sie bedauere die Umwandlung des als Weltkulturerbe gelisteten Gebäudes ohne vorherige Abstimmung. Der Beauftragte für Religionsfreiheit der Bundesregierung, Grübel, sagte, die Türkei wende sich damit ab von Europa und vom Respekt gegenüber anderen Religionen.“


    Quelle: Deutschlandfunk

  • Wir verlieren aufgrund unserer heutigen Sichtweise auf den Islam allzu häufig den Blick darauf, dass in der Geschichte der Islam meist weitaus toleranter gegenüber Andersgläubigen gewesen ist als das Christentum.

    Es ist nicht unsere heutige Sichtweise auf den Islam, sondern der Islam selbst, der durch die weiterhin aktuelle radikale Bekämpfung Andersgläubiger, seine angebliche Toleranz ad absurdum führt.

    Toleranz wurde vom Islam schon immer als Schwäche angesehen. Und sie ist es auch.

  • Konspiratives Simultaneum


    Das folgende Video berichtet von einer bemerkenswerten Episode aus der Nutzungsgeschichte der Kirche der Heiligen Weisheit, welche sich nach Ende des 1. Weltkriegs ereignete. Wirklich faszinierend !


  • Es ist nicht unsere heutige Sichtweise auf den Islam, sondern der Islam selbst, der durch die weiterhin aktuelle radikale Bekämpfung Andersgläubiger, seine angebliche Toleranz ad absurdum führt.

    Toleranz wurde vom Islam schon immer als Schwäche angesehen. Und sie ist es auch.

    1. Dieses Religionsbashing ist eines aufgeklärten Europäers unwürdig.
    2. Wer Toleranz als Schwäche auslegt, der hat die Grundpfeiler unserer Gesellschaft nicht verstanden.

    Kunsthistoriker, Webdesigner und Blogger

    Hat die Website für Stadtbild Deutschland erstellt und war eine Zeit lang als Webmaster für Forum und Website verantwortlich.

  • Virtuelle Rekonstruktion des Klanges der Hagia Sophia


    Da es momentan so aussieht , daß man auf unabsehbare Zeit die Göttliche Liturgie nicht in der Hagia Sophia wird erleben können, so ist man auf die Mittel der modernen Technik angewiesen , um sich wenigstens einen virtuellen Eindruck zu verschaffen. Das Ergebnis ist erhaben und majestätisch.


  • Ach, die Hagia Sophia ist und bleibt eine Kirche. Auch wenn Erdogan sie als Moschee deklariert oder weitere Türme dran baut, selbst wenn er die Mosaiken zuspachtelt, es ändert sich nichts an dieser Tatsache. Er müsste sie schon abreißen und eine neue Moschee erbauen.
    Sein Handeln ist politisch mit einem islamischen Beigeschmack und eine reine Provokation in Richtung Griechenland sowie der westlichen Welt. Betrachtet man die letzten Jahre, Streit um potenzielle Bodenschätze im östlichen Mittelmeer, Verlegung deutscher Truppen aus Incirlik, Grenzkonflikte mit Griechenland, Erpressung der EU-Nation bzgl. Migration, Beleidigung von ganz Europa, Angriffskrieg in Nordsyrien usw.
    Erdogan braucht einen Palast und all diese Sticheleien zur Bewältigung seiner Minderwertigkeitskomplexe. Mit seinen Allmachtsfantasien macht er sich halt nicht gerade Freunde, mal schauen wie viel Steine er noch in Richtung Russland werfen kann.

  • Lieber Pagentorn, ich halte die Maßnahme Erdogans -wie die meisten Aktionen von populistischen Politikern- für ein Zeichen von Schwäche.

    Sorry, Heinzer, ich mag Deine Ausführungen, soweit sie die Architektur betreffen, sehr. Aber Deine politischen Einlassungen lesen sich stets so, als hätten Claus Kleber und der Papst sie Dir persönlich ins Ohr geflüstert.


    Immer diese Kalenderblattsprüche a la "Stärke zeigen ist Schwäche". Ich hatte auch mal so einen Kalender. "Wer lächelt statt zu toben, ist immer der Stärkere", stand da an meinem Geburtstag drin. Hätte ich mich daran gehalten, wäre ich längst tot (oder Bundeskanzler). Das ist auf einem Niveau mit "Der Weg ist das Ziel" und "Der Klügere gibt nach". Bitte nicht nachmachen, liebe Kinder!


    Und dann diese Umfragen, die Du immer als Kronzeugen aufrufst. Natürlich haben junge Türken - wie junge Leute überall auf der Welt - andere Dinge im Kopf als die Religion. Bei der letzten Wahl haben gleichwohl über die Hälfte der Türken für Erdogans AKP oder die rechtsextreme MHP gestimmt. Das ist es, was zählt. Wenn Erdogan nur mit den Fingern schnipst, gehen in Deutschland Zehntausende für ihn auf die Straße. Und das soll - zusammen mit den Flüchtlingen als Faustpfand - kein Bedrohungspotenzial sein?


    Im Übrigen kann ich Erdogan politisch verstehen (ohne uns, damit das klar ist, eine ähnliche Figur zu wünschen). Er tut, was er aus seiner Sicht tun muss, um sich zwischen den verschiedenen Machtblöcken zu behaupten. Statt sich darüber aufzuregen, wenn nach über 500 Jahren auf türkischem Boden eine - nicht einmal besonders schöne, wie ich finde - ehemalige orthodoxe Kirche islamisiert wird, sollten wir lieber dafür sorgen, dass unsere eigenen Gotteshäuser nicht das gleiche Schicksal erleiden.

  • Nur noch 16% der jungen Türken halten Fasten und das regelmäßige Beten für wichtig, eine für ein islamisches Land ungeheuerliche Zahl von knapp 30% nennen sich selbst "ungläubig".

    Die Frage ist, ob das wirklich gut ist. Das Fasten ist ein abgesteckte Zeit, in der man Verzicht üben soll, um sich der spirituellen Dinge klarer zu werden. Das Beten soll einen in Verbindung zu Gott bringen. Also etwas, das über einem als reine individuelle Existenz steht.


    Was bietet die westliche Welt denn als Alternative an? Döner und Burger essen sowie Bier saufen, auch wenn die jungen Leute immer adipöser werden? Oder vegan wegen der Tiere und so? Und weil es unter urbanen Hipsters irgendwie angesagt ist? Genussbefriedigung und Konsum statt spiritueller Suche? Rockmusik und Fernreisen, aber hauptsache irgendwie gegen Populismus?


    Ich weiß nicht so recht.


    Also, ich habe kein Problem damit, wenn in der Hagia Sophia Gebetsstunden stattfinden, sofern es Touristen auch weiterhin möglich ist, in den Pausen einen Blick hinein zu werfen. Ich gehe nicht davon aus, dass Erdogan irgendeinen Ikonoklasmus vorhat. Das ist derzeit ein (hausgemachtes) Problem in unserern Ländern. Hier ist genug im Argen. Insofern sollten sich die nicht-islamischen Europäer mal an die eigene Nase fassen und im eigenen Stall aufräumen, statt nun wegen der Hagia Sophia zu jammern.

  • Mit Zargrad wäre Vieles anders gekommen…


    Auch wenn es letztlich fruchtlos und für Historiker in der Regel auch inopportun ist, sich über alternative Geschichtsverläufe Gedanken zu machen, so reizt es einen vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse um die Hagia Sophia doch, einmal darüber nachzusinnen, wie sich die letzten einhundertsiebzig Jahre anders gestaltet hätten, wenn die große Florence Nightingale nicht am Bosporus hätte aktiv werden müssen. Hätte der Schwager Kaiser Wilhelms I., der russische Herrscher Nikolaus I., nämlich seinen Traum von ‚Zargrad’ realisieren können, so hätten die Russen ihren permanent eisfreien Zugang zu den Weltmeeren gehabt und wären somit auf Pillau und Ostpreußen nicht mehr angewiesen gewesen. Möglicherweise hätte dadurch auch das gute Einvernehmen der drei Mitglieder der ‚Heiligen Allianz’ gerettet werden und der ‚Große Krieg’ 1914 (inklusive der sich aus diesem später ergebenden kommunistischen und nationalsozialistischen Verbrechensgegime) vermieden werden können. Die Vorgabe der Amerikaner an Adenauer, um des Haltens der Türkei im Nato-Bündnis willen, einem Anwerbeabkommen von Menschen aus Anatolien zuzustimmen, wäre vor diesem Hintergrund erst recht nicht denkbar gewesen. Wer weiß, vielleicht würden sich die Chefs des Hauses Romanow bis heute in der Hagia Sophia vom Ökumenischen Patriarchen zum Basileus der Rhomäer und Zaren der Russen krönen lassen, statt in der Uspenski-Kathedrale im Moskauer Kreml.


    Zum Traum von Zargrad, hier noch einige ‚Links’:


    https://www.nzz.ch/feuilleton/…um-von-zargrad-1.18667184


    https://de.rbth.com/geschichte…konstantinopel-geschichte


    Tschaikowskys Krönungsmarsch in der Hagia Sophia: Ein Traum von überirdischer Erhabenheit:


  • Es ist nicht unsere heutige Sichtweise auf den Islam, sondern der Islam selbst, der durch die weiterhin aktuelle radikale Bekämpfung Andersgläubiger, seine angebliche Toleranz ad absurdum führt.

    Toleranz wurde vom Islam schon immer als Schwäche angesehen. Und sie ist es auch.

    „Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.“

     Karl Popper

  • Kalendersprüche sind das eigentlich nicht, sondern eine dezidiert weniger kulturpessimistische Sicht auf die Dinge als hier verbreitet.

    Deine Schilderungen waren doch ausgesprochen kulturpessimistisch: Religion verfällt; ein kulturzerstörender Modernismus setzt sich - trotz aller Gegenmaßnahmen selbst einer so konservativen Regierung wie der von Erdogan - anscheinend sogar in der Türkei langsam durch. Kulturpessimistischer (aus konservativer Warte) geht es doch kaum. Ansonsten geht dein Narrativ doch immer dahin, dass die Sorgen über eine tiefgreifende Veränderung der Gesellschaft (die bei uns schon um einiges weiter fortgeschritten ist) nur kulturpessimistische Übertreibung seien. Nun ist aber plötzlich doch die sich vollziehende Veränderung tiefgreifend - und die Reaktion der Konservativen ein Ausdruck von Ohnmacht. Was nun? Übertreiben die Konservativen, wenn sie den vollständigen Verlust von Religion befürchten, eine Gesellschaft ohne traditionelle Verankerung? Oder übertreiben sie eben nicht und verfallen angesichts ihrer Hilflosigkeit in Überreaktionen? Du kannst dahingehend argumentieren, dass der Prozess stattfindet, die Konservativen jedoch die negativen Auswirkungen überschätzen. Dabei ist doch gerade der Verlust von Glaube und Tradition das, was Konservative in den vor dir so belächelten Niedergangsphantasien anprangern. Du kannst natürlich behaupten, dass es uns materiell auch ohne Religion immernoch gut gehen wird, und meinst dann, den Konservatismus widerlegt zu haben. Dabei legen Konservative eben ganz andere Maßstäbe an, haben eine ganz andere Vorstellung von Niedergang. Gerade das, was du in dem Beitrag geschrieben hast, ist doch die Bestätigung all des reaktionären Kulturpessismus: Die alten Traditionen haben keine Chance gegen die Planierraupe der Moderne.

  • Geschichtsklitterung


    Sich über 'alternative Geschichtsverläufe' Gedanken zu machen, ist eine Sache. Tatsächliche Historie gefärbt und den eigenen Interessen dienend darzustellen, ist eine andere (wie man ein solches Vorgehen mit der Prämisse Rankes vom "wie es recht eigentlich gewesen ist" vereinbaren kann, müssen die Verantwortlichen jeweils mit ihrem Gewissen und dem Verständnis ihrer Profession ausmachen...).

    Ein Beispiel für eine derartige 'Klitterung' ist eine türkische - wohl anläßlich der Feien zum 565 . Jubiläum der Halosis am 29. Mai 2018 entstandene - Filmproduktion. Bevor ich den ersten Kommentar, der unter dem zugehörigen Youtube-Filmtrailer abgegeben wurde, zu Wort kommen lasse, möchte ich betonen, daß mir die Auswahl des Schauspielers, welcher Konstantin XI. darstellt, gleich beim ersten Betrachten des Videos suspekt vorkam. Warum wohl sollte man einen Mimen auswählen, der den Kaiser verdruckst und lethargisch darstellt ? Soll hier nicht von Beginn an suggeriert werden: ' Selbst der Herrscher, glaubte nicht mehr an den Erhalt seines Reiches und stimmte unausgesprochen dessen Untergang zu ?' Und was die Requisite anbelangt: Nicht nur erinnern die Kamelaukien der orthodoxen Geistlichen in seltsamer Weise mehr an die Kopfbedeckungen der Janitscharen, als an die tatsächlich vom griechischen Klerus getragenen Kopfbedeckungen, sondern auch die Krone des Kaisers, die er im Hippodrom trägt, gemahnt viel mehr an unsere konradinische Reichskrone, als an byzantinische Herrscherinsignien. Wie letztere tatsächlich aussahen, kann man an der ungarischen Stephanskrone ablesen. War dieser Fehlgriff der Filmausstatter möglicherweise als Hinweis auf 1683 und den 'Goldenen Apfel' gemeint ? 'Man sieht: Fragen über Fragen...


    Hier jedenfalls der angekündigte 1. Kommentar (von mir duch den 'Google-Übersetzer' gejagt, da ich leider des Neugriechischen nicht so mächtig bin):


    "Was auch immer es ist! Die Türken zeigen sie in diesem Film, wie es ihnen passt, Fakten, aber auch Orte! Sie zeigen Istanbul als herrlich und zahlreich, da es am größten war und nicht als Stadt, die fast zerstört und verlassen war, wie es 1453 war! Am Ende zeigt der Sultan auch, dass er die Hagia Sophia zu Fuß und mit freundlicher Einstellung gegenüber den Zivilisten betritt und nicht zu Pferd und auf die Leichen der Geschlachteten drückt."





    NACHTRAG:


    Ein griechisch-sprachiger Kommentar zu einem anderer Filmtrailer bestätigt meine oben genannten Vorbehalte , korrigiert mich aber hinsichtlich des Alters des Streifens: Er kam schon 2012 in die Kinos !


    Anbei Trailer und Kommentar in deutscher Übersetzung:



    "Fall 1453" - "Fetih 1453"

    Der Film "Conquest 1453" kostete mehr als 17 Millionen Dollar, und die Türken brauchten ungefähr drei Jahre, um ihn fertigzustellen.

    Der Film zeigt das Leben des Sultans bis zum Moment der Invasion am 29. Mai 1453. Abgesehen vom Kriegsteil ist das Hauptthema des Films jedoch die Liebesbeziehung zwischen Ulubatli Hassan-Ibrahim Celikiol, dem legendären osmanischen Soldaten, der zuerst die Mauern erklomm. of E City, mit Era, der Tochter von Urbano, in die sich auch Justinian, der Anführer der genuesischen Verteidiger der Stadt, verliebt.

    Der Film unter der Regie von Farouk Aksoy wurde seit Januar 2012 ab genau 14:53 Uhr in 134 Kinos in der Türkei gezeigt und dann in den USA und Großbritannien gezeigt.

    Farouk Aksoy hat einen Film voller historischer Ungenauigkeiten gedreht und zeigt uns systematisch nichts über Massaker und Plünderungen.

    Jeder, der es aus Neugier sehen möchte (mit englischen Untertiteln), wird verstehen, dass es Momente der Lächerlichkeit erreicht, wenn Mohammed gegen 2:27:57 Uhr in die Hagia Sophia eintritt, wo sich die Zivilisten von Istanbul befinden, und eine kleine in die Arme nimmt. kleines Mädchen beruhigt die Menschen in der Stadt voller Gefühle der Liebe ......

  • Kommentar von David Wood zur 'Umwidmung'



    Schon ein kluges Köpfchen !

    (Genau wie sein Kollege Robert Spencer.

    Daß beide von Wikipedia tendenziös und verzerrend dargestellt werden, dürfte nicht überraschen.

    Die dort zu lesenden, üblichen Klassifizierungen sind natürlich zeitgeistkonform gewählt.. )

  • Deine Schilderungen waren doch ausgesprochen kulturpessimistisch: Religion verfällt; ein kulturzerstörender Modernismus setzt sich - trotz aller Gegenmaßnahmen selbst einer so konservativen Regierung wie der von Erdogan - anscheinend sogar in der Türkei langsam durch. Kulturpessimistischer (aus konservativer Warte) geht es doch kaum. Ansonsten geht dein Narrativ doch immer dahingehend, dass die Sorgen über eine tiefgreifende Veränderung der Gesellschaft (die bei uns schon um einiges weiter fortgeschritten ist) nur kulturpessimistische Übertreibung seien. Nun ist aber plötzlich doch die sich vollziehende Veränderung tiefgreifend - und die Reaktion der Konservativen ein Ausdruck von Ohnmacht. Was nun? Übertreiben die Konservativen, wenn sie den vollständigen Verlust von Religion befürchten, eine Gesellschaft ohne traditionelle Verankerung? Oder übertreiben sie eben nicht und verfallen angesichts ihrer Hilflosigkeit in Überreaktionen? Du kannst dahingehend argumentieren, dass der Prozess stattfindet, die Konservativen jedoch die negativen Auswirkungen überschätzen. Dabei ist doch gerade der Verlust von Glaube und Tradition das, was Konservative in den vor dir so belächelten Niedergangsphantasien anprangern. Du kannst natürlich behaupten, dass es uns materiell auch ohne Religion immernoch gut gehen wird, und meinst dann, den Konservatismus widerlegt zu haben. Dabei legen Konservative eben ganz andere Maßstäbe an, haben eine ganz andere Vorstellung von Niedergang. Gerade das, was du in dem Beitrag geschrieben hast, ist doch die Bestätigung all des reaktionären Kulturpessismus: Die alten Traditionen haben keine Chance gegen die Planierraupe der Moderne.

    Wenn man Kultur und Religion gleichsetzt, mag das so sein. Dies entspricht aber nicht mehr unserer Lebensrealität, gerade der hier sonst als so kulturfest gefeierte deutsche Osten ist -neben Tschechien- wohl der säkularisierteste Landstrich der Welt, ohne dass ich deshalb einen Kulturzerfall konstatieren würde. Nochmal: Ich beschreibe Realitäten, keine Wünsche. Wenn Du glaubst, dass der "Religionsverfall" eines der Kardinalprobleme der Moderne ist, was wäre denn Dein Rezept, dem entgegenzutreten?


    Daran haben sich ja schon Generationen von Politikern versucht, in den USA sind das meist diejenigen, die von "family values" reden und dann ihrer Affäre viel Geld bezahlen, damit sie das Maul hält. Das gleiche läuft doch in Brasilien und in weiten Teilen Osteuropas, ohne dass ich das Gefühl hätte, dass dadurch irgendein produktiver Beitrag zum Kulturerhalt geleistet würde. Insofern ist die Kardinalfrage für mich heutzutage nicht, wie wir eine Rechristianisierung des Abendlandes erreichen können, sondern welche Teile unserer Kultur uns so wichtig sind, dass wir sie auch weitgehend säkularisiert in die Zukunft bringen wollen - und erneut, das ist kein Wunsch meinerseits, ich bin Kirchenmitglied, werde dies auch bleiben, habe alle meine Kinder taufen lassen. Ich bin kein Protagonist dieses Prozesses, sondern ein Beobachter.

  • Ich habe den Eindruck, dass ihr schon wieder das ganz große politische Rad dreht. Eigentlich wollten und sollten wir doch von solchen Diskussionen Abstand nehmen. Habt ihr die Ansage von Snork schon vergessen? Hier klicken


    Momentan seid ihr noch nett zueinander, aber wie lange hält der Friede? Außerdem finde ich es schwierig, auf solche rein politischen Beiträge etwas zu erwidern. So meine ich zum Beispiel, dass Heinzer über Russland und Putin nicht ganz im Bilde ist. Dies aber darzulegen wäre ein politischer bzw. politikwissenschaftlicher Beitrag. Was hier ja eigentlich unerwünscht ist.


    Um auf die Hagia Sophia zurückzukommen: Das Problem, dass sich stellt, ist doch Folgendes: In einer Moschee sind bildliche Darstellungen des Menschen und Symbole anderer Religionen nicht zulässig. Wird dann die störende Kunst verdeckt?


    Sicherlich will Erdogan den Tourismus nicht abwürgen. Die Touristen kommen aber, um das Weltkulturerbe Hagia Sophia so zu sehen, wie es jetzt ist. Erdogan wird wohl auch eine Verschlechterung des Verhältnisses zu Russland nicht wollen. Daher nehme ich an, dass keine Veränderungen zum Nachteil der christlichen Kunstzeugnisse vorgenommen werden. Doch wurde mit der Entscheidung, eine religiöse Nutzung zuzulassen, eine instabile Lage geschaffen.

  • Ich habe den Eindruck, dass ihr schon wieder das ganz große politische Rad dreht. Eigentlich wollten und sollten wir doch von solchen Diskussionen Abstand nehmen. Habt ihr die Ansage von Snork schon vergessen? Hier klicken

    Auch wenn ich deine Bedenken durchaus nachvollziehen kann und selbst an der politischen Diskussion nicht beteiligt bin, frage ich mich aber schon, wie eine Diskussion über die Hagia Sophia geführt werden kann, ohne Politisches anzuschneiden. Die Entscheidung des Gerichtes (besser: Edogans) war eine zutiefst politische. Und nur so kann sie diskutieren. Daher würde hier von der Ansage von Snork sicher folgender Hinweis zur Geltung kommen:


    Quote

    Politische Diskussionen werden nur noch in engstem Sachbezug zu architektonischen oder städtebaulichen Themen geduldet.

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  • Die Einnahme der Hagia Sophia war nicht nur mit dem Verlust zahlloser Menschenleben, sondern auch mit einem immensen Verlust an historischer Überlieferung verbunden...