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Istanbul - Byzantium 1200

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    • Istanbul - Byzantium 1200

      Hallo miteinander,

      ich habe kein extra Thema über Istanbul gefunden, deswegen habe ich einfach mal ein neues Thema erstellt.

      Ich bin vor Kurzem auf folgenden Link gestoßen. Hierbei geht es um das Stadtmodell von Istanbul im Jahre 1200 n.Chr. Auf der Karte kann man einzelne Stadtteile aufrufen. Unter "Contents" kann man auch einzelne Objekte aufrufen, wie z.B die Hagia Sophia oder das berühmte Hippodrom und sich Informationen darüber durchlesen. Ob die jeweiligen Objekte genau zum Jahr 1200 passen sei dabei dahingestellt.

      Byzantium1200

      Dieses Video ist auch ganz interessant

      Bei Interesse kann ich auch noch ein paar Fotos von Istanbul einstellen, die ich bei einem Besuch 2011 gemacht habe. Dies waren aber mehrheitlich typische Touristenfotos und weniger detaillierte Bilder von Gebäuden o.ä. :wink: Ein paar nette sind aber dabei: von der Hagia Sophia, Sultan-Ahment-Moschee, den Akaretlern, Galataturm..

      The post was edited 2 times, last by Eichsfelder ().

    • Es war seinerzeit sehr spannend den Aufbau der Seite 'Byzantium 1200' zu verfolgen. Diese Seite ist wirklich sehr zu empfehlen !

      Mittlerweile gibt es aber noch weitere Computer-Animationen und Visualisierungen, allerdings offenbar aus anderer 'Quelle':

      Hier ein Ausschnitt aus einer Dokumentation zur Baugeschichte der Kirche der Heiligen Weisheit, die Kaiser Justinian kurz vor seinem legendären Ausspruch "Salomo, ich habe Dich übertroffen" zeigt:



      Und hier eine Computeranimation der Kirche, welche noch die für die ''Göttliche Liturgie' erforderlichen ursprünglichen Einbauten erkennen läßt:

      (im Vollbildmodus betrachtet einfach überwältigend; und dann noch der Pantokrator in der Kuppel...)




      Viel Vergnügen !
    • Traumhafte Rekonstruktionszeichnungen aus dem 19. Jahrhundert

      In dem folgenden Video - welches unter den Klängen von Stamatis Spanoudakis Lied ‚Du wirst wie ein Blitz kommen’ (und mit etwas mediterranem Pathos) das Gedenken an Kaiser Konstantin XI. Palaiologos, den letzten Herrscher der Rhomaier zelebriert - sind nicht nur einige der von ‚Byzantium 1200’ computeranimierten Kamerafahrten zu sehen, sondern – als besonderer Leckerbissen – eine Rekonstruktionszeichnung (ich glaube französischer Provenienz) des Innenraums der Kirche der Heiligen Weisheit, so wie man ihn sich Ende des 19. Jahrhunderts unter Byzantinisten und Kunsthistorikern vorstellte (min. 2:13 – min. 2:23). Natürlich ist diese Darstellung unvergleichlich viel detailreicher, als es Computeranimationen je sein könnten.

      Mit ihr haben wir jedenfalls eine eindrucksvolle Hommage an Hauptkirche und Hauptstadt eines Reiches vorliegen, dessen breite Schultern über Jahrhunderte hinweg Vieles abfingen, was der Identität des sich gerade herausbildenden Europas hätte existenziell gefährlich werden können. Die einzige Möglichkeit für uns Nachgeborenen, unsere Dankesschuld Byzanz gegenüber abzutragen, besteht darin, nicht nachzulassen, die Erinnerung an diese titanenhafte Leistung stets wach zu halten und uns zu bemühen, aus seinem Schicksal die nötigen Lehren zu ziehen !
      (Und ja, dazu gehört auch, die Byzanz-Rezeption von Ludwig II., über Kaiser Wilhelm II., bis hin zu Puhl & Wagner in Rixdorf in Ehren zu halten, denn diese führt viele Mitteleuropäer - oft noch vor einem Besuch in San Marco in Venedig - überhaupt erstmals in ihrem Leben an die Kunst Ostroms heran...)

    • Keine Monopolisierung des 29. Mai für Solingen

      Gestern vor 566 Jahren, am 29. Mai 1453, fiel Konstantinopel den Osmanischen Invasoren in die Hände. Zahllose Moscheen in Deutschland tragen den Zunamen von Sultan Mohammed II., nämlich 'Fatih' (der 'Eroberer') und erinnern somit in 'rühmender' Weise an dieses Ereignis.
      In unserer eigenen 'Erinnerungskultur' findet es hingegen kaum einen Niederschlag. Wenn überhaupt, dann wird - wie zum Hohn - betont, daß durch den Fall der Stadt, die europäische Renaissance wenn nicht gar ausgelöst, so doch maßgeblich gefördert worden wäre; und das sei doch sehr positiv ! Ich denke demgegenüber, daß die ganz überwiegende Zahl der am zwangsweisen 'Exodus des griechischen Geistes' beteiligten Gelehrten und Künstler, gerne in ihre Heimat am christlichen Bosporus geblieben wäre ! Diese Menschen werden den Fall ihrer Stadt richtigerweise als das empfunden haben, was er war:

      Der Untergang ihrer Welt und eine Katastrophe für die Christenheit Europas !

      Also, wenn am 29. Mai 2020, nach den sicherlich wieder umfangreichen Erinnerungsfeiern für die Geschehnisse vom 29. Mai 1993 in Solingen, noch ein wenig Zeit und Energie übrig sein sollte, dann möge doch auch etwas an den Untergang des alten Konstantinopel erinnert werden !!! Denn wenn wir uns seines warnenden Beispiels nicht erinnern, droht die Gefahr, daß wir in leider absehbarer Zeit das Erbe von Byzanz (und mit ihm das der alten Welt insgesamt) endgültig verspielt haben werden...

      Anbei der orthodoxe Trauergesang zum genannten Anlaß:




    • Ja, die Geschichte der Stadt ist faszinierend und erschreckend zugleich. Ein Traum wäre es, wenn man eine Serie über diese Stadt drehen könnte. Jahrhundertelang stand sie allen Stürmen stand. Schon oft flatterten die grünen Fahnen vor den festen Mauern. Noch einmal gelang es mit Hilfe des "griechischen Feuers" die Angreifer abzuwehren, bis es zu diesem Verhängnis kam und sie letztlich fiel. Die Eroberung von Byzanz wird von meinem Lieblingsautor Stefan Zweig im Buch "Sternstunden der Menschheit", sehr ergreifend geschildert.

      Pagentorn wrote:

      Denn wenn wir uns seines warnenden Beispiels nicht erinnern, droht die Gefahr, daß wir in leider absehbarer Zeit das Erbe von Byzanz (und mit ihm das der alten Welt insgesamt) endgültig verspielt haben werden...

      Ich wünschte die Menschheit und auch unsere westliche Wertegemeinschaft würde endlich zur Besinnung kommen, dass Imperialismus ein Irrweg ist.
    • Was aus kleinen Anfängen werden kann - eine nachdenkliche Erinnerung

      Den schönen Beitrag von Spreetunnel zur ältesten Moschee in Berlin, nehme ich zum Anlaß, einmal auf die älteste Moschee in Konstantinopel hinzuweisen, die bereits lange vor dem Fall der Stadt eingerichtet worden war.
      Heute besteht sie zwar nicht mehr, aber ihre monumentalen 'Töchter' und 'Enkelinnen' zeigen, was aus kleinen Anfängen werden kann. Im Gegenzug sind die majestätischen Kirchen Ostroms ganz überwiegend umgewidmet worden (z.B. Hagia Sophia) oder gleich ganz verschwunden (Apostelkirche). Möge das zweite Rom nicht zur Blaupause werden...

      Lage der ersten Moschee innerhalb der Mauern des '2. Roms' - nördlich des Konstantin-Forums
      (Quelle: Wikipedia)



      Und hier noch zwei weiterführende 'Links':

      de.wikipedia.org/wiki/Konstantinopel#Maslama-Moschee

      historum.com/threads/mosques-i…in-byzantine-times.48580/
    • Sic transit gloria orbi christiani



      Links die legendäre Apostelkirche, das nach Irenenkirche und Hagia Sophia ehrwürdigste Gotteshaus der Stadt, Grablege der Kaiser. Hier ruhten in einem angebauten Mausoleum in ihren Porphyr-Sarkophagen u.a. Konstantin der Große und Justinian. Man beachte, daß der Grundriß der Kirche die Form eines lateinischen (sic !) Kreuzes aufwies. Nach dem Fall der Stadt 1453 war das Gebäude noch kurzzeitig Sitz des Partriarchen, der die Kirche der Göttlichen Weisheit ja umgehend räumen mußte.
      Rechts die Moschee Mohammeds II. des Eoroberers (Fatih). Erbaut anstelle der Apostelkirche.
      Bildquellen:
      Apostelkirche: twitter.com/Byzantium1200/media
      Fatih-Moschee: weloveist.com/listing/fatih-mosque

      P.S.: Nicht wenige Kunsthistoriker sehen in der Apostelkirche das unerreichte Vorbild für San Marco in Venedig, so wie ja die Hagia Sophia das große Muster für die Kiewer Sophienkathedrale und damit mittelbar auch für die Himmelfahrts-Kathedrale des Moskauer Kreml war.