Dresden - Sanierung/Rekonstruktion Hotel Stadt Leipzig (in Planung)

  • Schade ist wirklich, dass so gut wie gar nichts bekannt ist. Im Netz ist folgendes zu finden (schwer zu urteilen über die Zuverlässigkeit dieses privaten Eintrages ):

    Quote

    HilRo2 (28.10.2008) •••••


    Das Hotel “Stadt Leipzig” war einstmals eine hervorragende Adresse in Dresden. Heute steht es leider nur noch als Ruine, ist baulich gesichert und wartet auf bessere Zeiten; zu wünschen wäre es sehr, wenn dieses historische Haus nicht nur erhalten bleibt, sondern auch wieder in altem Glanz erstrahlen würde. - Die “Hotel Stadt Leipzig”-Besitz- und VerwaltungsGmbH hat das Gebäude 2006 erworben und auch einen Plan für die Rekonstruktion vorgelegt.


    Quelle: Hotel "Stadt Leipzig" - Innere Neustadt, Dresden - Hotel und Übernachtung

  • Hat das "Stadt Leipzig" vorher oder überhaupt jemals der Stadt gehört?
    Müßte doch als ehem. volkseigener Hotelbetrieb nach der Wende zunächst an die Treuhand gegangen sein und dann entweder an Alteigentümer (Restitution) oder privatisiert oder bei TLG bis 2006 geblieben sein?
    In jedem Fall eine privatrechtliche Angelegenheit, bei der die Stadt wenig Mitspracherecht hat und pauschale Beschimpfungen auf "die Stadt" ins Leere laufen.


    Wir leben ja nicht mehr im Kommunismus, wo "der Stadt" alles gehört,
    obwohl man in Dresden manchmal den Eindruck gewinnen könnte, da die Kommune hier tatsächlich nach wie vor einer der größten Großgrundbesitzer speziell in der Innenstadt ist.

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    Hat das "Stadt Leipzig" vorher oder überhaupt jemals der Stadt gehört?


    Davon ging ich einfach mal aus - nach dem, was die Vorredner gesagt hatten. Keine Ahnung, wem was gehört. Wenn es nicht so ist, dann hat die Stadt natürlich nichts damit zu tun, dann ersetze das Wort "Stadt" doch einfach mit "bisheriger Eigentümer".

  • Das ist wie mit dem Hotel Stadt Leipzig - darauf warte ich schon zu lange. Glaube ich erst wenn es wirklich losgeht.

    "Willst du eine Stadt vernichten, baue Kisten, Kisten, Kisten!"

  • Da wird bestimmt so schnell nichts geschehen. Dieses Viertel leidet ganz besonders unter dem Fortgang der Bauarbeiten rund um den Neumarkt. Dadurch werden das Klientel und damit letztlich die nötige Kaufkraft aus der Inneren Neustadt abgezogen. Schon jetzt gibt es einen spürbaren Leerstand und die ehemals frischen Putze machen auch keinen so guten Eindruck mehr.
    Und interessant wäre letztlich nur der Baublock zwischen Heinrichstraßen und Obergraben. Die anderen Bauten sind doch eigentlich/hoffentlich nur Interimsgebäude, die mit dem nötigen Abriss der Plattenbauten am Naustädter Markt auch verschwinden werden/müssen.

  • Die DNN beschäftigen sich in einem Artikel ihrer heutigen Ausgabe unter der Überschrift "Die Sorgenkinder bleiben" mit den Niederlagen und Erfolgen des Nachwende-Denkmalschutzes.
    Bernhard Sterra, verantwortlicher Projektleiter beim städtischen Amt für Kultur und Denkmalschutz, spricht erst ausführlich über das Gebäude des Konsumvereins, bevor er zu folgendem "Schmankerl" kommt:


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    Hoffnung hingegen gibt es für das zweite Dresdner Sorgenkind, das historische Hotel Stadt Leipzig in der Rähnitzgasse 7. "Wir haben gehört, dass die Eigentümer mit einer Planung demnächst auf uns zukommen wollen", freut sich Sterra. "Wir sind ganz gespannt und würden uns freuen, wenn da etwas passiert."


    Quelle: Dresdner Neueste Nachrichten, Die Union, Freitag, 25. Februar 2011 - 21. Jg./Nr. 47, S. 16.

  • Das Problem mit dem Stadt Rom ist wohl, daß hinter der Fassade ein nicht nur marodes, sondern vor allem (wenn ich die Luftaufnahme auf Bing anschaue: http://binged.it/x6HnoW) ein recht verwinkeltes Gebäude steht, mit relativ schmalen Flügeln und einem Blick in eine recht unschöne Hinterhofsituation.



    Die einzige wirtschaftlich praktikable Lösung wäre wohl, nur die Fassade zu erhalten, um dahinter dann ein komplett neues Gebäude zu errichten...

  • HOTEL STADT LEIPZIG ist gemeint (siehe verwitterte Schriftzüge auf der Fassade), nicht zu verwechseln mit Hotel Stadt ROM auf dem Neumarkt. Freud'scher Verschreiber, was vermuten läßt wie wichtig uns der Wiederaufbau des Stadt Rom ist. Nuudenne, beede sind nuu Sorchenkinder newoar!

  • Ja, der Fehler ist mir natürlich schon aufgefallen. Aber ich habe mal wieder zu kompliziert und um drei Ecken gedacht. Da Ihr Euch weit besser als ich mit der Geschichte der Dresdner Bauentwicklung auskennt dachte ich, dass es wohl seine Richtigkeit haben wird. Vielleicht hieß das "Hotel Stadt Leipzig" ja früher einmal "Hotel Stadt Rom" (oder jenes befand sich ursprünglich an dieser Stelle), bevor dann das "Hotel Stadt Rom" an den Neumarkt umzog. Und ehe ich mich lächerlich mache wegen meiner Unkenntnis, habe ich erst gar nicht nachgefragt...
    Manchmal ist die Wahrheit aber viel banaler als meine Gedanken. :lachen:

  • Da ich gestern einige wenige Sätze zu einer in Aussicht stehenden Rettung des Hotel Stadt Leipzig geschrieben hatte, werden euch entsprechende Bilder sicher brennend interessieren!



    Blick aus der Heinrichstraße



    Das Traufgesims wurde aufwendig abgestützt.


    Bilder sind von mir.

  • Hier auf der Seite von Seehars Architekten gibt`s etwas mehr zu sehen:



    AGG Projekte



    Sieht doch ganz gut aus. An den Fassaden scheint die Rekonstruktion von Balkonen beabsichtigt zu sein. Aber Erhalt von nur 30-40%, ohje, das bedeutet wohl vollständige Entkernung und nur Erhalt der Fassaden. Aber wenigstens geht da mal was voran und vor allem KEIN Hotel!

  • Nach einem auf eine ausdrückliche baupolizeiliche Sperrung folgenden, mehr als 25-jährigen Leerstand, darf man von der Bausubstanz auch nicht mehr viel erwarten. Insofern bin ich durchaus schon froh und glücklich, dass sich bei einer derart hohen Investitionssumme überhaupt noch jemand an das Objekt wagt.
    Aber was soll man zur Zeit überhaupt noch mit seinem Geld anstellen?!

  • Auf der Seite der Stadt Dresden wurde nun der vorhabenbezogene Bebauungsplan für das Hotel Stadt Leipzig offengelegt. Zu sehen sind dabei auch Grundrisse und verschiedene Perspektiven. An Stelle der 2009 abgerissenen Seitenflügel sollen moderne Gebäudeteile treten. In der Vorhabenbeschreibung steht folgendes zu diesem modernen Gebäudeteil:"Dabei soll der durch Rückbau verloren gegangene Innenhof wieder neu geschaffen und als zentrales Element in gleicher Größe, jedoch nach Süden mit geringerer Gebäudehöhe entstehen. Durch eine zeitgemäße Fassadengestaltung der ergänzenden Baukörper wird gleichzeitig der Übergang von der historischen Baustruktur des “Barockviertels“ zum Gebäuderiegel entlang der Großen Meißner Straße geschaffen.". Geplant sind im Hotel Stadt Rom 14 Wohnungen, sowie im Erdgeschoss Geschäfte, Büros oder Cafés. Im Neubau sollen nocheinmal 10 Wohnungen entstehen.

  • Durch eine zeitgemäße Fassadengestaltung der ergänzenden Baukörper wird gleichzeitig der Übergang von der historischen Baustruktur des “Barockviertels“ zum Gebäuderiegel entlang der Großen Meißner Straße geschaffen.".


    Langsam ist es nur noch lächerlich!
    Bei den rückwärtigen Flächen des Hotel Stadt Leipzig handelt es sich schlichtweg um einen Hinterhof. Letztlich ist es also vollkommen egal, wie man die dortigen Gebäudeflügel gestaltet. Aufenthaltsqualität und Atmosphäre werden an diesem Parkplatz jedenfalls nie entstehen.

  • Am Hotel Stadt Leipzig haben endlich erste vielversprechende Arbeiten im Dachbereich begonnen.


    Siehe Dresdner-Bauten

    "Willst du eine Stadt vernichten, baue Kisten, Kisten, Kisten!"

  • Da ich gestern einige wenige Sätze zu einer in Aussicht stehenden Rettung des Hotel Stadt Leipzig geschrieben hatte, werden euch entsprechende Bilder sicher brennend interessieren!



    Das Traufgesims wurde aufwendig abgestützt.


    Bilder sind von mir.

    Den zu erkennenden baulichen Fortschritt gegenüber meinen Aufnahmen vom 13. März dieses Jahres, finde ich jetzt nicht gerade so gewaltig. Aber irgendwann wird es wohl hoffentlich losgehen!

  • Gestern wurden im Ortsbeirat Neustadt die aktuellen Planungen der Hotel Stadt Leipzig Objektgesellschaft durch das Stadtplanungsamt sowie das federführende Architekturbüro vorgestellt.
    Seit das Unternehmen die Immobilie im Jahr 2006 erworben hatte, sind mehrere Varianten untersucht worden. Von der Einrichtung eines Hotels nahm man nach dem Abriss von diversen Hintergebäuden 2008 endgültig Abstand. Jetzt sollen 24 Wohneinheiten, Büros sowie Gewerberäume eingerichtet werden. Dazu bedarf es der Errichtung eines viergeschossigen Ersatzneubaus und einer dreigeschossigen "Stadt-Villa" im Hinterhof. Die Fassaden des Altbaues von 1837 sollen denkmalgerecht saniert werden. Mit dem Beginn der Bauarbeiten rechnet man nach Erteilung der Baugenehmigung im Frühjahr des nächsten Jahres.
    Leider widerspricht der geplante freistehende Neubau vollkommen dem Altstadt-Charakter der Inneren Neustadt. Die Errichtung einer solchen Architektur manifestiert die tiefgreifende Überformung des Stadtgrundrisses durch die DDR-Bauten der 70er Jahre und verhindert damit eine dringend notwendige Reparatur dieses für Dresden so wichtigen Viertels. Ein solches Vorgehen ist kurzsichtig und letztlich Ausdruck der aktuellen Stadtplanung in Dresden.


    Der Neubau:


    Revitalisierung und Erweiterung Heinrichstrae/Rhnitzgasse Dresden

  • Der Altkommunist als solcher, an Würfelhusten leidend. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihr Stadtplanungsamt oder die Fa. Knerer und Lang.
    Diese neuen Visualisierungen sind einmal mehr der Beweis, wie sehr man bestrebt ist, die letzten überkommenen Reste des klassischen Dresden mit widerwärtigsten modernistischen Brüchen zu vergewaltigen und nicht willens ist, eine Stadtreparatur bzw. ein behutsames, einfühlendes Weiterbauen zuzulassen. Gewollte Brüche, die man den Dresdnern vorsetzt mit der Auffassung, die Dresdner glauben machen zu können, dies stelle die Lösung für die Zukunft der Stadt dar, koste es was es wolle. Wie sehr erfreulich eine Zukunft für das Stadt Leipzig auch ist, ist dieser modernistische Anbau einmal mehr ein Beweis für ein Höchstmaß an Unfähigkeit und niederträchtiger Borniertheit der Verantwortlichen. Diese Geilheit daran, sich als Stadt mehr und mehr in den Sumpf zu reiten, ist erschreckend.