"Lost Places" - Verlorene und vergessene Orte und Anwesen (Galerie)

  • Ich denke, so einen Strang gibt es hier noch nicht und da ich in letzter Zeit immer öfter über "Urban Exploring" oder das Aufsuchen von "Lost Places" im Fernsehen und in Zeitungen mitbekam, dachte ich, dass dies vielleicht ein interessanter Strang werden könnte.


    Gerne könnt ihr hier auch verlorene, aufgegebene und oder vergessene Gebäude hier einstellen. Einige "Explorer" stellen in Ihre Blogs Fotos von ihren Exkursionen ein. Ein Kodex (von dem ich eher weniger halte) dieser Urban Explorer ist, dass sie nie den Namen der verwunschenen Orte preisgeben, um Vandlismus, Diebstahl et cetera zu verhindern.


    Mein Favorit ist in dieser Hinsicht Daniel Schmitt:


    http://www.schmitt-photography.de/


    Eine sehr interessante und sehr umfangreiche Serie mit verlorenen Orten aus ganz Europa gibt es auf dieser Seite hier (sehr sehenswert):


    http://www.lost-places.com/places.html


    Aber Achtung, beim Betrachten der verlassenen und verlorenen ehemaligen deutschen Herrenhäuser, Kirchen und Friedhöfe im heutigen Polen und Tschechien...könnte man fast feststellen, dass Jesus wohl auch ein Deutscher gewesen sein muss...

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)








    Edited once, last by Exilwiener ().

  • Wunderbare Idee Exi,


    bin auch ein Fan davon. So traurig das alles ist, so faszinierend finde ich diese Bilder.


    Habe für nächstes Jahr einen Kalender vom Dresdner Fotograf David Pinzer, der ebenso wunderbare Aufnahmen aus ganz Europa vorzuweisen hat. Im Laden gesehen....verliebt...gekooft ;)


    http://www.david-pinzer.de/decay/


    http://www.david-pinzer.de/visitation-in-a-forgotten-world/


    Nunja...dass man die Orte nur unter der Hand weitergibt, bzw. sie sogar geheim hält, ist in der heutigen Zeit leider nötiger denn je. Denn nicht jeder hält sich an die goldene Regel der Urban Explorer oder Urbexer "Nimm nichts mit außer Fotos und hinterlasse nichts außer Fußabdrücken."


    Das Beispiel der Beelitzer Heilstätten sollte hierfür bekannt und mahnend sein.

  • So stimmungsvoll die Fotos sind, so wehmütig wird mir ums Herz. Ich hoffe, dass die Häuser bald saniert werden. Da geht dann zwar Foto-Aura verloren, aber nicht das gesamte Gebäude. Ansonsten sehe ich schon die Abrissbagger nahen, um Platz für Parkplätze oder einen Supermarkt zu schaffen.

  • Auch wenn die Bilder eine gewisse Ästhetik haben überwiegt auch bei mir eher ein Unbehagen bei deren ansehen. Man fragt sich doch unwillkürlich, was dazu geführt hat, dass Wohnungen so plötzlich verlassen wurden und hierbei das Mobiliar unversehrt zurückgelassen wurde. Der Leerstand ist auch sicher nichts was den Häusern auf Dauer gut tut und lässt daher auch für die Zukunft nichts Gutes erahnen.

  • So, dann will ich gleich einmal starten...und werde kein Sterbenswörtchen darüber verlieren, wo sich dieser "verlorene Ort" befindet, noch wie ich da hineinkam, damit Vandalismus in diesem überraschenderweise doch noch sehr gut erhaltenen Gebäude Einhalt geboten werden kann - ich versuche mich jetzt einmal an die "Urban Explorer" Regeln zu halten ;-)...! Es gibt zwar Pläne dafür, wie dieser Ort irgendwann wiederelebt werden könnte, aber in dieser Stadt sind schon so manche alten und relativ intakten Häuser demoliert worden.









    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)








    Edited once, last by Exilwiener ().

  • ...noch wie ich da hineinkam,...


    Wahrscheinlich mittels einer Eintrittskarte! floet:)
    Aber mal im Ernst, es ist doch unglaublich was so alles leersteht und sich selbst überlassen ist. Desweiteren erstaunt mich immer wieder bei solchen Bildern der Umstand dass das z.T. wertvolle Mobiliar einfach stehen gelassen wird und mit dem Haus vermodert! Im obigen Beispiel von Exilwiener hängen noch die Leuchter und ein Bild, in anderen Beispielen aus Luxemburg sehe ich neben Gründerzeitmöbeln auch Biedermeierbetten oder einen Barockschrank. Unglaublich... eek:)

  • Du wirst es kaum glauben, aber das Tor stand offen und dann noch eine zweite Türe und plötzlich war ich mittendrin! Kein Mensch weit und breit. Allerdings als ich ein zweites Mal mit einem Freund hinein wollte, war plötzlich und zum Glück alles wieder verschlossen.


    ad Link: http://www.lost-places.com


    Ich wundere mich auch darüber, dass sich für so manches Möbelstück niemand ernsthaft interessiert - vielleicht auch Unwissenheit?


    Ich weiß nicht, ob Du die Bilder der verlassenen Herrenhäuser in Polen gesehen hast...vor allem, was die Familiengruften anbelangt...was dort passiert sein muss, möchte ich mir bildlich lieber nicht vorstellen.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)








  • Eine Villa hier in San Remo, die schon lange leer steht:



    direkt am Fuße dieses Sarazennenturms, der auch verfällt


    "Wie schön ist es doch zu leben." Pippi Langstrumpf

  • Kufstein, Klause


    Eigentich wollte ich hier die Klause bei Kufstein, direkt am Inn, nennen, habe aber erfahren müssen, dass sie nun doch abgebrochen wurde. Siehe hier: Kufstein

  • Sehr schade um die Klause! Passt irgendwie dazu: Ich will unbedingt einmal in das ehemalige Südbahnhotel am Semmering - dem ehemals nobeslten und vornehmsten Luxushotel der alten Monarchie, welches sich seit Jahrzehnten im Dornrößchenschlaf befindet. Leider -oder zum Glück - ist es so gut wie unmöglich dort hinein zu kommen...und dabei juckt es mich sooo sehr. Weiter als bis in den ehemaligen Wellness Bereich mit seinem Schwimmbad bin ich leider noch nie gekommen. Ich hoffe ja doch inständig darauf, dass es zu einem der Tag des offeen Denkmals endlich einmal geöffnet wird... (Bundesdenkmalamt lies mit!).


    http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdbahnhotel

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)








  • Als ich heute auf der Heimfahrt mit einem Madl sprach und ihr unseren Flyer in die Hand gab, welchen sie auch las - kam das Thema "vergessenner Gebäude" zustande, welches vielen Menschen sicherlich ein angenehmes Gruseln verschafft.


    Nur werden diese Gebäude mehr und mehr verfallen, so daß gar kein Zugang mehr möglich ist, oder aber sie werden von irgendeinen Investor einfach mal abgerissen.


    Mich haben solche verlassenen Orte auch immer fasziniert, auch wenn sie eine grausige Geschichte schrieben.


    Nur überläßt man solche Orte einfach mal der Natur oder Investoren, wird es die nicht so lange geben.

    Jeder hat das Recht auf meine Meinung.

  • Ich schaue mir gerne Videos auf youtube dazu an. Da gibt es einige, die das recht professionell machen, d.h. Videoaufnahmen von verlassenen Häusern, Fabriken usw. aufnehmen und das online stellen. Und immer mit dem Kodex, nichts aufbrechen, nichts klauen und den Ort nicht verraten. Auf diese Weise konnte ich schonmal eine verlassene Klinik in meiner Nähe betrachten, ohne da selber einsteigen zu müssen. ;)


    Tips dazu wären die Kanäle von AdventureBuddy und ItsMarvin, oder allgemein Lostplace, Urbex oder Urban Explorer u.ä. als Suche.

  • Passt hier irgendwie dazu...die Geisterstadt Kolmannskuppe (Namibia), die von den Bewohnern nach Abklingen des Diamantenfiebers verlassen wurde und nun im Diamantensperrgebiet liegt, aber nach Voranmeldung besichtigt werden darf. Die Wüste hält sich aber nicht an die ungeschrieben Lost- Places-Regeln ;) ...









    (Sämtlich eigene Bilder)


    Eventuell sollte man die beiden "Lost Places Stränge" zusammenführen?

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)








  • An der Schwarzwaldhochstraße, die von Baden-Baden nach Freudenstadt verläuft, reihen sich die verlassenenen Höhenhotels wie an der Perlenschnur. Eigentlich paradox, da die teilsweise in über 1.000 Höhenmetern verlaufende Panoramastraße mit grandiosen Ausblicken aufs Rheintal und Elsass vor allem an Wochenende sehr stark frequentiert ist.


    Hier eine unvollständige Auswahl der größten Objekte von Nord nach Süd:


    Das Schlosshotel Bühlerhöhe (siehe auch Foto unten) wurde 1912 erbaut, hat einige sehr sehenswerte historische Räumlichkeiten und war einst Sommerziel von Konrad Adenauer. Seit 2010 steht es leer, wird jedoch vom Eigentümer bis auf Weiteres in Schuss gehalten. Ein aktuellerer Bericht mit Innenaufnahmen ist hier: https://bnn.de/lokales/buehl/z…ehe-weiter-voellig-unklar


    Wenige hundert Meter entfernt liegt das um 1890 neu errichtete Kurhaus und Hotel Plättig. Es wurde 2010 geschlossen. Hier weitere Außenfotos der "Schauseite" des historischen Hauptgebäudes: http://www.rottenplaces.de/mai…aus-hotel-plaettig-26146/


    Das Kurhaus Sand, 1891 in heutiger Gestalt neu erbaut, hat 2005 den Betrieb eingestellt. Ein Verein erhält derzeit allerdings Teile der Innenräume, darunter das beeindruckende historische Jagdzimmer (ein Detailbild hier). Schon Kaiserin Sisi war einst "auf dem Sand" zu Gast.


    Das Kurhaus Hundseck wurde um 1896 stark erweitert, war später ein Erholungsheim für Bergleute aus dem Ruhrgebiet und verfiel nach vielen gescheiterten Umnutzungsplänen. Im Jahr 2012 wurde es aus Sicherheitsgründen wegen Baufälligkeit teilweise abgerissen.


    Besser sieht es derzeit für das ehemalige Sanatorium Breitenbrunnen oberhalb des hübschen Fachwerk- und Weindorfs Sasbachwalden aus. Eine Stiftung will hier einen großen Tierpark einrichten, das historische Hauptgebäude soll saniert werden. Im Herbst 2018 wurde der Grundstein gelegt.


    Schon auf württemberger Gebiet steht das Hotel Alexanderschanze, das 2015 aufgegeben wurde. In der Nähe liegen übrigens jahrhundertealte Schanzenreste aus der Zeit der Erbfolge- und Koalitionskriege (unter dem Link gibt es auch ein Bild des Hotels). Einige hundert Meter nördlich des Hotels liegen, völlig vergessen und überwuchert, zudem die Reste des ehemaligen "Führerhauptquartiers Tannenberg".


    So viel in aller Kürze zu diesem traurigen Kapitel Schwarzwälder Geschichte ... Ich fahre sehr oft "uff die Höh", wie man hier im Badischen sagt, über diese Straße und vielleicht schaffe ich es eines Tages, eigene Bilder einzustellen.


    Edit: Das Foto unten zeigt die fantastische Lage des Schlosshotels Bühlerhöhe auf dem Höhenrücken des Norschwarzwalds. Es wurde im Sommer 2018 von mir von einem Wanderweg zwischen Unterstmatt und Hundseck aus oberhalb der Schwarzwaldhochstraße aufgenommen. Man sieht in der Ferne bis in die nördlichen Vogesen und den Pfälzerwald. In der Bildmitte oberhalb des Hotelgebäudes ist der 1913 ausgebaute Merkurturm, ein beliebtes Ausflugsziel in Baden-Baden, zu erkennen.


    Schlosshotel Bühlerhöhe

    „Sollt ich einmal fallen nieder, so erbauet mich doch wieder!“ (Inschrift am Schwarzhäupterhaus in Riga)


    Nach Baden-Baden habe ich ohnedies immer eine Art Sehnsucht.
    Johannes Brahms (1833-1897)

    Edited 6 times, last by Badner ().