Neubau der Europäischen Zentralbank

  • Großmarkthalle


    Widerstand gegen EZB-Pläne schwindet


    Minister Corts besichtigt Großmarkthalle / CDU will gegen Teil-Abriss "nicht auf die Barrikaden"


    Im Konflikt zwischen Denkmalschutz und Plänen der Europäischen Zentralbank (EZB) ist die Stadt am Zuge. Sie muss beantragen, den Schutz für die Großmarkthalle aufzuheben, die mit dem EZB-Neubau verbunden werden soll. Die SPD weigert sich, "den Blankoscheck auszustellen".


    (...)CDU und Grüne haben sich bisher den Plänen der EZB widersetzt, die denkmalgeschützten Seitenbauten der Großmarkthalle unter anderem wegen des Schutzes vor Terroranschlägen abbrechen zulassen. Dieser Widerstand schwindet. Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) sagte der FR, die Annexbauten seien kaum noch zu halten. (...)


    http://www.fr-aktuell.de/frank…/frankfurt/?em_cnt=931372

  • Das ist doch sch**ße... wenn die so eine Angst vor Terroranschlägen haben sollen die sich ein Gebiet weit außerhalb der Stadt suchen und sich dort verbarrikadieren. Es ist doch sonst auch viel zu gefährlich für die Anwohner.


    Außerdem... warum haben Politiker, die von Denkmalschutz vermutlich keine Ahnung haben, die Aufgabe, so etwas zu entscheiden???

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Also die Großmarkthalle ist ein ziemlich gruseliger Backsteinbau aus den 1920er Jahren. Ich weiß ehrlichgesagt auch nicht, wie sich dieser Bau in die zukünftige EZB jemals optisch gelungen einfügen könnte. Hier ein Bild davon.

  • Sollen sie das Ding doch gleich ganz abreißen, bevor es völlig verstümmelt wird. Schon an den Wettbewerbsentwürfen konnte man sehen, was für eine Heidenangst die Architekten vor dem Ding hatten, da mußte in jedem Entwurf etwas durchstoßen und abgeschnitten und aufgeschnitten werden, schließlich muß ja mal klargemacht werden wer hier der geniale Architekt ist.
    Diese ganzen vorgeschobenen Gründe erinnern schon wieder an Thurn&Taxis/Rundschauhaus, wo die Investoren der Stadt genauso die Pistole auf die Brust gesetzt haben. Daß die Großmarkthalle eines der eindrucksvollsten Gebäude der Stadt ist scheint da keinen zu interessieren, oder daß die Kopfbauten für das Gesamtbauwerk unabdingbar sind.

  • Die Anbauten sollen abgebrochen werden, die Kopfbauten stehen (vorerst) nicht zur Disposition.

  • Großmarkthalle
    Einbauten sollen Fassade durchstoßen


    Von Matthias Alexander


    http://www.faz.net/s/RubFAE83B…Tpl~Ecommon~Scontent.html


    Quote

    14. August 2006
    Diese Planungen für die Frankfurter Großmarkthalle lassen Schlimmes befürchten - doch angeblich sind sie unverbindlich. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach Informationen der F.A.Z. vor wenigen Wochen einen Entwurf für ihren neuen Hauptsitz zur Vorprüfung bei der Stadt eingereicht, der Eingriffe in die Nordfassade des denkmalgeschützten Gebäudes vorsieht, die weit über das hinausgehen, was bisher diskutiert wurde. Dem Vorschlag des Architektenbüros Coop Himmelb(l)au zufolge sollen zwei große kubusförmige Baukörper in die Halle hineingestellt werden, die mit einer Ecke deren Fassade durchbrechen. (...)

  • Halle wird amputiert


    Quote

    Frankfurt. Mit den Stimmen der schwarz-grünen Koalition hat der Planungsausschuss gestern Abend wie erwartet die Pläne der Europäischen Zentralbank (EZB) für die Großmarkthalle abgesegnet. Demnach werden die denkmalgeschützten Anbauten der Halle abgerissen, das Tonnengewölbe des Dachse wird von einem Querriegel durchstoßen. Die SPD sprach von einem „Trauerspiel erster Ordnung“.


    http://www.rhein-main.net/sixc…2_news_article&id=3315514

  • Es wundert mich doch sehr, wie hier im Forum für ein Bauwerk plädiert wird, dass zwar architekturhistorisch wichtig sein mag, aber vom ästhetischen Aspekt her betrachtet genau so hässlich ist wie die Betonklötze der 60-er Jahre. Was ist denn bitte an diesem Gebäude so toll, dass man es so schützen möchte? Es ist doch eine Art "Wurmfortsatz" der Bauhaus-Ideologie mit ihren ganzen schlimmen Auswüchsen bis heute...

    Der Tiefpunkt der Baukultur wurde in den 60er und 70er Jahren des 20sten Jahrhunderts erreicht...

  • Dem kann ich mich eigentlich nur anschliessen. Gut, meines Erachtens soll man außerhalb des klassischen Altstadtrings auch ruhig modern bauen, aber die Tatsache, dass hier der Denkmalschutz mal wieder mit Füßen getreten wird - zugunsten der berüchtigten Abschreibungsarchitektur - finde ich schlicht zum Brechen.

  • Ich finde das Gebäude schön... natürlich ist 20er-Jahre-Architektur was anderes als Gründerzeit oder vorindustrielle Zeit. Aber verglichen mit modernen Lagerhallen die nur aus Wellblech und Stahlträgern bestehen ist sie durchaus schön. Und da momentan noch sehr viele ästhetische Industriebauten der 20er und 30er Jahre abgerissen werden und die Großmarkthalle nicht nur architekturhistorisch wichtig war sondern auch der Ort in FFM war, von dem im Nationalsozialismus die Deportationszüge abfuhren, sollte man sie erhalten.
    Und wer Coop Himmelb(l)au für den Umbau eines denkmalgeschützten Gebäudes engagiert hat sie meiner Meinung sowieso nicht mehr alle...

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Über das Chaos beim Bau der EZB:


    Quote

    Wenig verlockende Alternativen für die EZB - Die Bauarbeiten auf dem Großmarkthallenareal im Frankfurter Ostend gehen weiter, als sei nichts geschehen. Die Gründungspfähle für den geplanten Doppelturm werden wie vorgesehen gesetzt. [...] Doch tatsächlich ist die EZB mit Hochdruck bemüht, die Schlüsse aus dem Debakel zu ziehen, das sie bei der Suche nach einem Generalunternehmer für das ambitionierte Vorhaben erlebt hat. Wie berichtet, hatte nur ein Unternehmen ein Angebot abgegeben. Das lag bei mehr als 1,5 Milliarden Euro und damit überaus deutlich über jenen 850 Millionen Euro, die innerhalb der EZB als Limit genannt worden waren. Schon diese Summe hatte einen ordentlichen Aufschlag auf jene 500 Millionen Euro bedeutet, die bisher offiziell als Maximum genannt worden waren. Die EZB brach das Ausschreibungsverfahren daraufhin vorzeitig ab und kündigte an, nun alle Optionen zu prüfen. [...] Denkbar wäre ein Verbleib am alten Standort, dem Eurotower. Die Flächen, die von der expandierenden Notenbank in absehbarer Zeit zusätzlich benötigt würden, könnten in der Umgebung gemietet werden. In Frage kommen das Degussa-Areal, das vom nächsten Jahr an neu bebaut werden soll, oder das Hochhaus Kaiserkarree, das auf dem Rheinhyp-Areal an der Ecke von Neuer Mainzer Straße und Taunustor gebaut werden soll. [...] Wie zu hören ist, steht die EZB in engen Gesprächen mit der Commerzbank, der sie schon als Mieterin des alten Commerzbank-Turms und des Eurotheums verbunden ist. Die Commerzbank hatte vorgehabt, ihren alten Turm nach dem für 2011 geplanten Auszug der EZB wieder selbst zu nutzen. Da liegt es nahe, das frei werdende Gebäude der Börse in Hausen ins Spiel zu bringen, das der Commerz Real gehört - entweder als Ausweichstandort für die EZB oder für die Geschäftsbank. [...] Mit Kopfschütteln ist registriert worden, wie schlecht die Bank bei der Ausschreibung beraten worden ist. Die Anforderungen an die Bauunternehmen sollen äußerst komplex und voller Fallstricke gewesen sein; die Baufirmen sind aber längst nicht mehr bereit, ins Risiko zu gehen, nur um Umsatz zu machen. Sie kalkulieren einen Risikozuschlag ein. [...] Für weniger als eine Milliarde Euro wird der statisch aufwendige Coop-Entwurf auch dann kaum zu haben sein. Den Wettbewerb einfach zu übergehen und eine schlichte Hochhauskiste an den Main zu stellen ist undenkbar. Die EZB wird am Ende abwägen müssen, wie viel es ihr wert ist, sich eine Blamage zu ersparen. Viel spricht dafür, dass die Notenbank ein paar Euro mehr lockermacht, um im Ostend zu bauen.


    http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2882ED5B3C15AC43E2/Doc~E97F931668CBD4ADFB23C2A54ED8E8A76~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell\r
    http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2 ... ss_aktuell

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

  • EZB prüft noch immer „alle Optionen"


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    Die Hiobsbotschaft, dass kein Bauunternehmen den Turm zu einem für die EZB akzeptablen Preis bauen wolle, wurde am 25. Juni verkündet. Damals hieß es, man werde Ende des Sommers verkünden, wie es weitergeht. Montag ist Herbstanfang. Doch bei der EZB hüllt man sich in beredtes Schweigen. Die Analyse werde noch einige Wochen dauern, erklärt Pressesprecherin Andrea Jürges. Man prüfe „alle Optionen“ und untersuche, wie man für die Konstruktion des Neubaus Wettbewerb schafft. Bis November, so verraten nun Insider, will man sich entscheiden.


    „Alle Optionen“, das bedeutet: Der Neubau ist für die EZB nicht die einzige mögliche Lösung. Auch ein Verbleib am bisherigen Standort, dem Eurotower, oder ein Umzug in ein anderes Gebäude sind denkbar.


    Wie schon so oft: Es wurden Fakten geschaffen sprich Gebäudeteile eines Baudenkmals abgerissen, bevor überhaupt der Neubau / Umbau gesichert war. Nun steht der Neubau auf der Kippe, und wenn er scheitert, hinterläßt die EZB eine verstümmelte Ruine.


    Das gerade die Europäische Zentralbank so schlampig plant und mit ihrem Geld umgeht, ist nicht gerade vertrauenserweckend für mich als Europäer. :augenrollen: