Barcelona - Gaudís Casa Batlló (E) (Galerie)

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    • Während die bisher gezeigten Geschosse bereits im Ursprungsbau von 1877 vorhanden waren, fügte Gaudi darüber zwei Dachgeschosse mit Dachterrasse hinzu, die völlig anders gestaltet sind. Der auch als Abstell- und Wäschekammer genutzte Dachboden wurde so konstruiert, dass er als Dämmkammer des Hauses dient, um vor extremen Temperaturschwankungen zu schützen und hat dazu die von ihm entwickelten parabolischen, sogenannten katalanischen Gewölbe genutzt, die nur aus verputztem Ziegelstein bestehen und weder Säulen noch tragende Wände benötigen:





      Hier geht’s zur Dachterrasse ...

    • Tolle Galerie, Frank!
      Gaudi ist in der Tat ein ungeheuer begabter und phantasievoller Architekt gewesen. Die manchmal übertrieben anmutende Verspieltheit stört mich persönlich dabei nicht. Gewiss ein lebenswertes Haus als es noch primär bewohnt war.

      Einige weitere Fotobeiträge mit tw. zusätzlichen Perspektiven und Informationen:

      gaudiallgaudi.com/AA006.htm

      gaudidesigner.com/uk/detail_art.php?id=169

      fjalonso.blogspot.de/2011/12/b…odernism-casa-batllo.html

      soothbrush.com/casa-batllo-building-spain-photos/
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Palantir wrote:

      ... Gaudi ist in der Tat ein ungeheuer begabter und phantasievoller Architekt gewesen. Die manchmal übertrieben anmutende Verspieltheit stört mich persönlich dabei nicht. Gewiss ein lebenswertes Haus als es noch primär bewohnt war.


      Sehe ich ebenso. Ich habe es ja schon mehrfach erwähnt, dass ich Gaudí noch mehr schätze, seitdem ich mehr über sein Werk gelesen und ein paar seiner Bauten zum ersten Mal in Wirklichkeit gesehen habe. Interessant finde ich insbesondere die Liebe mit der er sich um jedes Detail eines Gebäudes gekümmert hat und dabei nicht nur auf Ästhetik, sondern auch auf die Funktionalität seiner Bauten sehr bedacht war.

      Früher, als ich mich noch nicht intensiver mit Baukunst beschäftigt hatte, war ich vom Hundertwasserhaus in Wien ganz begeistert. Mittlerweile kann ich dies kaum mehr nachvollziehen und halte Hundertwasser, gerade im Vergleich zu seinem Vorbild Gaudí, bloß nur noch für einen drittklassigen Epigonen.

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    • Für mich entlarvt Gaudi jedes Mal die Verlogenheit und Unfähigkeit der vermeintlich zeitgenössischen Architektur. Die Bausünden unserer Zeit stehen für einen absurden, zum realitätsfernsten Exzess getriebenen Drang nach Selbstverwirklichung. Sie versteht sich in diesem Sinne als Antithese zu ihrer Umgebung, denn nur so kann sie sich angesichts ihrer eigenen Ödnis inszenieren.
      Und was tat Gaudi? Was tat der Vater und Meister jenes Stils, der als "katalanische Moderne" in die Annalen der Architekturgeschichte eingehen sollte?
      Er verwirklichte sich selbst. Und wie er das tat.
      Was später Coop als das b(l)aue vom Himmel versprechen sollte, "Architektur muss brennen", das hielt Gaudi nicht nur, lange bevor diese Architekturnarzissten das Licht der Welt erblickten. Das übertrumpfte er. Sein Werk explodiert. Es explodiert von Kreativität, von Leidenschaft, von Pathos, von Rationalität, von Durchdachtheit, von Hierarchien und deren Bruch, von Schmerz, Leben, Liebe zum Ort und Zuneigung zum Leben. Der Rauch dieser Explosion steigt in verwehenden Dächern auf, ihre Flammen züngeln an der Fassade hoch, ihre Gewalt wirft sie auf die Straße, ihre Funken sind die tausend Lichtpunkte, als die sich die spanische Sonne in den Keramiksplittern bricht. Selbstverwirklichung. Individualität. Und doch ist es nicht nur Gaudi. Genauso ist es Barcelona. Die Metropole des pulsierenden Lebens. Die Sanddünen ihrer Strände wirbeln die Straßen empor, wo sie zur Casa Mila werden. Wälder kriechen die Hügel empor, im und um den Park Güell. Götische Türme erheben sich aus der Altstadt, die Sagrada Familia tut es ihnen nach.
      Louis Kahn soll über das Opernhaus von Sydney gesagt haben: "Die Sonne wusste nicht, wie schön ihr Licht war, bis sie es in diesem Gebäude gespiegelt sah". Mit Sicherheit. Doch erst ein Blick auf die Dächer Gaudis erlaubte es ihr, ihre ganze Vielfalt zu erkennen.
      Für mich symbolisiert Gaudi das Streben nach der Synthese aus Individualität und Bezug. Und mehr noch, nicht nur das Streben, sondern vor allem das Gelingen.
      Form is Function.

      "Fürchte nicht, unmodern gescholten zu werden. Veränderungen der alten Bauweise sind nur dann erlaubt, wenn sie eine Verbesserung bedeuten, sonst aber bleibe beim Alten. Denn die Wahrheit, und sei sie hunderte von Jahren alt, hat mit uns mehr Zusammenhang als die Lüge, die neben uns schreitet."
      Adolf Loos (Ja, genau der.)
    • @ TrierRekos95: ich hätte es nicht so schön formulieren können wie du, aber kann sehr gut nachvollziehen was du schreibst. Wir leben leider in einem Zeitalter, in dem der Dilettantismus zur wahren Kunst erklärt wird. Dies gilt natürlich nicht nur für einen Großteil der zeitgenössischen Architektur, sondern auch für andere Bereiche der bildenden Kunst. Ausstellungen moderner Kunst empfinde ich meist nur noch als Realsatire, ergänzt durch die immer wieder amüsanten Erklärungsversuche zum Verständnis von Gemälden und Installationen, die ähnlich wie bei Beschreibungen modernistischer Architektur, in keinem realen Bezug zum eigentlichen meist stümperhaften Kunstwerk stehen, sondern oft nur noch als unverständliche Ergüsse eines Phrasomaten erscheinen. Aber der modernistische Zirkel ist in unserer Gesellschaft seit so vielen Jahrzehnten so fest verankert, dass er sich auch nicht um die genialen Werke der früheren Zeit, also (um auf´s Thema zurückzukommen) auch nicht um die Werke eines Gaudís oder anderer wahrlich kunstfertiger Künstler schert.

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