Ortsamtsbereich Leuben (Großzschachwitz, Kleinzschachwitz, Laubegast, Leuben, Niedersedlitz, Meußlitz, Zschieren)

  • Die Lebensdauer solcher Häuser sind sicherlich nicht länger als 30-40 Jahre.


    Was verleitet Dich zu dieser Annahme? Einfamilienhäuser im Eigentum von Privatpersonen sind schließlich nicht mit Büroimmobilien zu vergleichen, die oft von größeren Gesellschaften gehalten werden und bei denen es um Abschreibungen, Renditen, Vermietungsmöglichkeiten geht. Viele Einfamilienhäuser aus den 50er und 60er Jahren stehen auch heute noch und weisen sicherlich keine schlechtere Bausubstanz als die gezeigten Gebäude auf.
    Dass hier abgerissen würde, hängt von zwei Faktoren ab:
    1. Die Kinder gehen aus dem Haus und die alten Eltern sterben, so dass das Gebäude leer steht und eventuell auf dem Markt kommt. Ein Erbe oder Käufer möchte eine andere Nutzung oder grundlegende Modernisierung der Immobilie.
    2. Der Erbe oder Käufer verfügt auch über das notwendige Kapital für einen Abriss und Neubau.
    Ansonsten können diese Häuser auch noch in 50, 80 oder 100 Jahren stehen.

  • Diese Art Häuser ist sicher teuer genug, vor allem, wenn man noch die Baulandpreise dazurechnet. Rein kostenmäßig ist jedes EFH ein Luxusbau. Nimmt man mal einen mittleren Wert für Bauland für Dresden an, so 200 Euro/m², kommt man bei einem Minimalgrundstück von 250 m² schon auf 50.000 Euro. Selbst bei einem einfachen Haus ohne Keller würde ich mindestens 1000 Euro/m² rechnen, bei 100m² also 100.000 Euro. Macht rund 150.000 Euro im einfachsten Fall, ohne wirkliche Freifläche ums Haus und ohne alle Extras. Wenn es etwas größer sein darf, in besserer Lage und die Ausstattung etwas besser, wird schnell die Viertelmillion erreicht, ohne dass es jetzt was herausragendes wird.
    Ein Haus bedarf ständiger Pflege, da hat man allenfalls die ersten fünf Jahre Ruhe. Es kann sicher lange halten, wobei ich bei den modernen Materialien da skeptisch bin - gerade die Wärmedämmung (WDVS) sehe ich da bei weniger als 40 Jahren. Die technische Gebäudeausstattung veraltet bedeutend schneller, Heizung 10-15 Jahre, und was EDV-Systeme angeht, muss wahrscheinlich eher alle 10 Jahre nachgerüstet werden. Wenn jetzt jemand ein Haus baut und dann 20-30 Jahre nur minimal was dran macht, ist es dann in der Regel so veraltet, dass sich mitunter eine Nachrüstung kaum noch lohnt, was auch an den vergleichsweise hohen Lohnkosten im Baubereich liegt. Nachhaltig ist sicher was anderes.

  • Was verleitet Dich zu dieser Annahme?.

    Zugegeben, es ist nur Spekulation, aber ausnahmslos alle jungen Leute die ich kenne, wollen lieber neu bauen anstatt ein Einfamilienhaus zu kaufen. Und ich beobachte zunehmend, dass EFH aus den 60ern und 70ern abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden - selten deutlich teurer als eine Sanierung gekommen wäre. Leider betrifft dies auch oft schöne EFH aus den 20er bis 50er Jahren.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Willkommen im Forum Duke und vielen Dank, dass du die sehr mager gewordene Riege der Dresdenknipser verstärkst. Da fühlen bilderbuch und ich mich nicht mehr so einsam :lachen:


    Danke für die Willkommensheißung. Ich lese in diesem Forum schon länger gespannt mit, und freue mich immer wenn jemand ein paar aktuelle Bilder schickt. Oft auch aus Ecken an denen ich selten vorbeikomme, und von denen ich sonst nichts mitbekommen würde. Ich denke es werden nicht die letzten Bilder von mir gewesen sein, und mache wieder welche wenn ich die Gelegenheit dazu habe. :smile:

  • Zugegeben, es ist nur Spekulation, aber ausnahmslos alle jungen Leute die ich kenne, wollen lieber neu bauen anstatt ein Einfamilienhaus zu kaufen. Und ich beobachte zunehmend, dass EFH aus den 60ern und 70ern abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden - selten deutlich teurer als eine Sanierung gekommen wäre. Leider betrifft dies auch oft schöne EFH aus den 20er bis 50er Jahren.

    Ich habe eher das Gefühl, dass die jungen Leute die EFH nicht kaufen, weil sie selber solche gewohnt sind, weil sie selber in solchen gewohnt haben oder Freunde haben, bei denen sie oft waren. So wollen sie eben nicht wohnen, sondern Veränderung haben. So wirds entweder ein alter, renovierter Bau (da kenne ich eigentlich mehr von) oder eben irgendwas ganz cooles modernes, was von irgendeinem weltweit aktiven Architekten sein könnte oder eben so aussieht. Die Mitteldinger zwischen Krieg und Jahrtausendwende will dann einfach keiner mehr so richtig. Natürlich gibts Ausnahmen.

  • Ui, das Teil sieht uebel und baumarktmaessig aus. Schade um das alte Kaufhaus. Dresden schaut bald genauso uebel aus wie Ruhrgebiet. Dass die nicht aus diesen Fehlern lernen.

  • Ich sehe da auch keine große Verbesserung zum abgeranzten alten Kaufhaus. Sieht leider typisch modern, sprich seelenlos und abweisend, aus. Da fehlt nu rnoch die grelle Reklame von irgendeinem Textil-Discounter im Erdgeschoss und das Bild ist perfekt. Chance vertan.

  • Ich selbst hätte natürlich den Erhalt des alten Hauses begrüßt, auch wenn es kein großes Kunstwerk war. Aber es muss schon klar sein, dass es für den Zweck zu "altbacken" wirkte. Ein Second-Hand-Händler, ein Künstlermarkt usw. hätte sich darin etablieren können, gerade für Käufer mit Hang zur Nostalgie. Aber für die Generation H&M, Starbucks und Vapiano wäre der Altbau zu unattraktiv gewesen. Auch wäre zu wenig Wiedererkennungswert vorhanden gewesen. Es fehlen Licht, Modernität, große Fenster, die mit einem Shopping-Center heute in Verbindung gebracht werden. Insofern ist der Neubau einfach dem Zweck angepasst, indem er einen vertrauten Standard erfüllt. Das mag man bedauern, aber es ist leider die Konsequenz der modernen, zunehmend internationalisierten Shopping-Welt.

  • Ui, das Teil sieht uebel und baumarktmaessig aus. Schade um das alte Kaufhaus. Dresden schaut bald genauso uebel aus wie Ruhrgebiet. Dass die nicht aus diesen Fehlern lernen.

    Der Neubau scheint in der Tat nichts besonderes zu werden und sieht banal aus.
    Aber Dresden wie das Ruhrgebiet? Da tust Du sowohl Dresden wie dem Ruhrgebiet unrecht. Außerdem muss man ja immer mitdenken, dass der Westen Deutschlands im letzten Krieg sehr stark zerstört wurde, so dass die Städte ja "nichts dafür können", dass sie wenig historische Substanz von vor 1945 haben.