Die Verkehrsdiskussion

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    • Als ob in Deutschland jemals Brücken rekonstruiert werden (absolute Ausnahme: Sternbrücke in Magdeburg). Normalerweise werden doch selbst denkmalgeschützte Brücken durch solche ersetzt, die formtechnisch nicht im entferntesten etwas mit der historischen Brücke zu tun haben. So z.B. die Berliner Brücke in Halle. Wir können also nur hoffen, dass die neue Carolabrücke nicht wie die Rheinkniebrücke aussehen wird.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Die aktuelle Carolabrücke sieht aber schon wie die Rheinkniebrücke aus, nur ohne Mast mit Stahlseilen dran … -_- Und alle wollen über die Rheinkniebrücke einfach nur schnell rüber, nicht nur ich beim joggen … Wenn man sich nur mal nen Kopp machen würde, dann wäre die Reko der alten Carola Null Problem und müsste auch nicht wirklich mehr kosten. Die alte Carola ist ein Juwel und würde diese wichtige Elbbiegung enorm aufwerten. Touristen, enorm wichtig für Dresden, hätten auf Jahrzehnte hin deutlich mehr zu sehen als jetzt. Da kann man schon mal 500 k€ mehr investieren. Prag ohne Karlsbrücke, einfach unvorstellbar!
    • Ich sehe es ähnlich wie Du, habe jedoch keine Hoffnung dass es so kommt. Brücken sind die absoluten Stiefkinder der Stadtplanung. Entweder hypermodern oder banal, rekonstruiert wird aber eigentlich nie etwas.
      Schön wäre es wirklich, allerdings ist die alte Carolabrücke auch "nur" ein Gründerzeitbauwerk, außerdem müssten m.W. Strompfeiler gesetzt werden, was wiederum die Elbschifffahrt gefährden könnte (wie auch immer) und somit nicht passieren wird.
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      Karl Kraus (1874-1936)
    • Waldschlösschenbrücke

      Das neue Wahrzeichen der Stadt, der Stolz der Dresdner, scheint unter diversen Kinderkrankheiten zu leiden.
      Obwohl die Verkehrsbelegung hinter den Erwartungen zurückbleibt, sind die Zubringer schon jetzt teilweise überlastet. Immerhin möchte man sie - wer hätte das vermutet - nun weiter ausbauen und damit den Verkehr in den entsprechenden Vierteln steigern. Genial!
      Daneben bestehen jedoch auch bautechnische Probleme/Mängel. So hat der Asphalt mittlerweile bis zu 0,9 cm hohe Wellen geschlagen, die die Überfahrt zu einem zweifelhaften Vergnügen werden lassen. Aber auch den Fußgängern und Radfahrern - und damit laut ADAC der Hauptzielgruppe der Querung - bleibt nichts erspart. So sind die Wege vereist oder überschwemmt und die Abgänge zum Elberadweg z.Z. nicht nutzbar.

      sz-online.de/nachrichten/schoe…schenbruecke-2765384.html
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Sanierung Augustusbrücke

      Aufgrund von Bundesmitteln zur Beseitigung der Hochwasserschäden aus dem Jahre 2013, soll die Sanierung der Augustusbrücke nun vorgezogen und bis zum Jahre 2018 abgeschlossen werden. Die Gesamtkosten betragen 24,5 Millionen Euro.
      Anders als leider bei der Albertbrücke, geht es hier um eine denkmalgerechte Sanierungsmaßnahme. Die Querschnitte werden erhalten und die Beläge, Oberflächen usw. in ihren Ausprungszustand zurückversetzt. Das Pflaster soll jedoch speziell geglättet sein, um auch für Radfahrer eine relativ bequeme Querung der Elbe zu ermöglichen. Außerdem werden die teils fehlenden historischen Lampenträger rekonstruiert und natürlich auf LED-Technik umgestellt.
      Wegen des schlechten Bauzustandes sind teils massive Eingriffe in die Tragkonstruktion notwendig. So wird der das Terrassenufer überspannende Brückenbogen komplett abgerissen und in Stahlbeton neu aufgebaut. Farbe und Struktur - insbesondere die charakteristische Kassettierung an der Bogenunterseite - werden angepasst und sich damit nicht vom historischen Bestand unterscheiden.
      Ansonsten wird die Brücke in einen Zustand versetzt, der weiterhin auf eine Nutzung durch den MIV ausgelegt ist. Das jedoch widerspricht dem aktuellen Verkehrsentwicklungsplan 2025 plus und wird damit in jedem Falle für Konfliktpotential sorgen.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Sanierung Albertbrücke

      Nun endlich kann die Sanierung der von 1875 bis 1877 errichteten Albertbrücke beginnen:

      dresden-fernsehen.de/Aktuelles…Albertbruecken-Sanierung/

      Die Pfeiler und Gewölbe der Brücke bestanden ursprünglich gänzlich aus Sandstein. Bei der teilweisen Sprengung des Bauwerks durch die abziehende Wehrmacht, wurden jedoch 6 der insgesamt 14 Bögen zerstört. Gleich nach Ende des Krieges erfolgte der Wiederaufbau, der bereits im Juli 1946 abgeschlossen werden konnte. Dabei sollen die zerstörten Gewölbe durch eine Stahlbetonkonstruktion ersetzt worden sein.
      Man wird sehen, wie sich diese sowie die noch original erhaltenen Gewölbe nach der Sanierung in den Gesamtbau, der nach beiden Seiten um je 1,8 m verbreitert wird, integrieren. Insbesondere die Übergänge zu den Stirnseiten dürften hier interessant sein. Jedenfalls verspricht man trotz der Verbreiterung und abgesehen vom Fahrbahnbelag, der durch Asphalt ersetzt wird, eine denkmalgerechte Sanierung. So werden auch die beiden aus Carrara-Marmor bestehenden Medaillons am mächtigen Mittelpfeiler instandgesetzt und sich danach durch ihren zurückgewonnen Glanz wieder wunderbar vom Rest des Bauwerks absetzen. Sie zeigen an der Unterstromseite das Stadtwappen und an der Oberstromseite ein Portraitbild König Alberts.
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    • Sanierung Augustusbrücke

      Die Grünen setzen sich für eine zumindest teilweise Sperrung der Augustusbrücke für den MIV ein:

      sz-online.de/nachrichten/gruen…ke-verbannen-2808814.html

      Auch die DNN berichten heute, am 01.04.2014, über den Antrag der Grünen-Fraktion. Auffällig hierbei ist, dass beide Zeitungen mit unterschiedlichen Zahlen operieren. So werden in den DNN nur knapp 5.200 Querungen der Augustusbrücke durch den MIV angegeben - meinem Kenntnisstand nach eine offizielle Zahl - wohingegen man in der SZ von etwa 8.000 spricht. Wie und warum also die SZ auf diese Zahlen kommt, wird wohl deren süßes Geheimnis bleiben.
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    • Neubau Nossener Brücke

      sz-online.de/nachrichten/keine…rode-bruecke-2830586.html

      Die SZ schreibt, dass die Nossener Brücke schon von 2017 - 2019 neugebaut werden soll um noch Fördermittel abzugreifen.
      Dadurch kostet sie für DVB und Stadt 70 Mio Euro(17 Mio Stadtanteil).

      Die neue Brücke erhält dann 2 extra Straßenbahngleise in der Mitte wodurch sie breiter wird.
      Richtung Nürnberger Ei sollen die Gleise auf einem Grünstreifen in der Mitte fortgesetzt werden. Dafür wird aber der Nördliche Grünstreifen kleiner. Außerdem sollen alle Häuser auf Stadtkosten Schallschutzfenster erhalten.
      Von der Kesselsdorfer Straße aus soll eine neue Rampe die Straßenbahn auf die neue Brücke führen.

      Im Artikel wird auch von allen 4 Teilbereichen der Nossener Brücke geredet, aber ob nun alles neugebaut wird geht aus dem Artikel nicht hervor. Also auch das Stück Löbtauer Brücke bis zum Emerich-Ambros-Ufer?
      Hoffen wir es. So günstig wie jetzt kann die Stadt die Brücke nie mehr sanieren/neubauen. Außerdem besteht die Gefahr, dass jederzeit Teile wegen der Baufälligkeit gesperrt werden könnten.

      Abgestimmt wird am 15. Mai im Stadtrat, die Ortsbeiräte haben es schon abgenickt.

      Die Zentralhaltestelle Kesselsdorfer Straße und der Endpunkt Strehlen sollen schon nächstes Jahr gebaut werden. Das andere Teilstück der StraBa Linie befindet sich noch in der Planung.
      Wenn nicht anders angegeben, sind alle Bilder von mir.

      Da das Einbinden externer Bilder nicht mehr im Forum gestattet ist, leidet etwas die Quaität meiner Bilder. Sorry :(
    • Herzlichen Dank für die interessante Information!

      Bezüglich der vier Nossener Brücken kann man sich hier informieren:

      de.wikipedia.org/wiki/Nossener_Brücke

      Es scheint eine Besonderheit des DDR-Städtebaus gewesen zu sein, dass die Fahrbahnen der 50'er-Jahre-Magistralen meist nicht im Zentrum des Korridors verliefen, sodass auf einer Seite meist ein breiterer Grünstreifen entstand. In Dresden kann man das gut an der Wilsdruffer-, Borsberg- und eben auch der Nürnberger Straße sehen. Ansonsten kennt man derartige Anlagen noch von der ehemaligen Stalinallee in Berlin, der Langen Straße in Rostock oder der Magistrale in Eisenhüttenstadt.
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    • Chris1988 wrote:

      Ja, aber schau dochmal wie geschwungen die Brücke ist und über Wohhngebiet verläuft. Die werden wohl kaum die Neue daneben bauen und Häuser abreissen.^^


      Hast du den Wiki-Eintrag gelesen? Hier geht es doch um die Nossener- und nicht um die Löbtauer Brücke (Hochstraße). Letztere ist nicht von den Baumaßnahmen betroffen.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Seit heute is die zusätzliche 100m lange Linksabbiegerspur von der Königsbrücker(stadteinwärts) auf die Stauffenberger fertig.
      Wenn heute nicht besonders wenig Autos unterwegs haben, hat sich der minimale Eingriff extrem gelohnt.
      Es gab heute Nachmittag überhaupt kein Rückstau bis zum Spurwechsel der Straßenbahn und weiter rauf zum Industriegelände auch nicht.
      Wenn nicht anders angegeben, sind alle Bilder von mir.

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    • Kleine Eingriffe können halt manchmal eine doch recht große Wirkung entfalten. Vielleicht sollte man es erstmal damit probieren, ehe man über kreuzungsfreie Lösungen nachdenkt. Immerhin muss solch überdimensionierte Verkehrsinfrastruktur auch vom Steuerzahler erhalten werden.
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    • Sanierung Albertbrücke

      Da die Albertbrücke in den nächsten Tagen für den Straßenbahnverkehr gesperrt bleiben wird, kann man die bisherigen Arbeiten doch schon einmal Revue passieren lassen. So wurden nicht nur die Brückenköpfe, also der Sachsen- sowie der Rosa-Luxemburg-Platz, förmlich umgepflügt und den Gegebenheiten einer Baustelle angepasst, sondern es fanden bereits Rückbauarbeiten am eigentlichen Brückenbauwerk statt. Während über die Oberstromseite noch der ÖPNV (eingleisig) sowie der MIV (einspurig) rollten, wurden auf der anderen Fahrbahndecke und Gehbahnen sowie die auf den Gewölben befindliche Kiesfüllung entfernt. Außerdem wurde dort eine neue Betondecke aufgetragen, die als Interim einer eingleisigen Straßenbahntrasse dient, die dieser Tage - deshalb auch die Sperrung - angeschlossen wird.

      Damit das Geschwafel ein Ende hat, folgt nun ein Schwung aktueller Bilder:


      Vom Elbestrand aus gesehen, macht alles noch einen rechtg manierlichen Eindruck.


      Etwas weiter stromabwärts gewandert,...


      ...erkennt man bereits die Abfangnetze an den Gesimsen der 1877 eröffneten Bücke (zentral im Bild der markante Mittelpfeiler mit dem Portrait-Medaillon König Alberts).


      Die Fahrbahn des Bauwerks präsentiert sich in der eingangs beschriebenen Form: unterstromseitig (links) die Interimsgleistrasse und oberstromseitig (rechts und etwas höher, da noch die Kiesfüllung vorhanden) die alte gepflasterte Fahrbahn.


      Aber gehen wir nun über die eigens für den Radfahr- und Fußgängerverkehr stromabwärts errichtete Interimsbrücke, deren genagelter Holzbelag (wer eine Holzterrasse sein Eigen nennt, die man eigentlich nicht haben sollte, weiß, dass man die Dielen immer verschraubt!) bereits für einigen Wirbel gesorgt hatte.

      Bilder sind von mir.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Immerhin gewährt uns ein Gang über dieses wunderbar schwingende Konstrukt, einen schönen Blick auf so manch morbides Detail.


      So wurden die auf den Pfeilern aufsitzenden Kanzeln bereits vor langer Zeit (vor über zehn Jahren!) abgesperrt.


      Nicht nur die verwitterten und teils entfernten Brüstungen, sondern v.a. das darunter befindliche Gesims verrät den Grund - unsachgemäße Sanierungen (Stahlbeton) und mangelnde Bauunterhaltung.

      Jedoch kann man den Altvorderen keinen Vorwurf machen, die die am 7. Mai 1945 von der abziehenden Wehrmacht gesprengten Bögen schnell wiedererrichteten.

      Die Stadt schreibt dazu:

      Die 1945 zerstörten Bögen wurden 1946 als Stahlbetonbögen mit stirnseitigen Sandsteinverblendungen und darüber stehenden Sandsteinwänden wiedererrichtet. Die Vormauerung im Bereich der Sandsteinbögen ist mit einem Sandsteinkonglomerat hinterfüllt und der übrige Raum mit nichtbindigem Material aufgefüllt. Über den Stahlbetonbögen wurde Auffüllbeton eingebracht. Mit der Freigabe erhielt die Brücke den Namen "Brücke der Einheit."



      Das am Scheitel eines 1945/46 vollkommen neu errichteten Bogens angebrachte Wappen, kündet von der Genugtuung der Menschen in entbehrungsreicher Zeit.


      Von anderem Charakter hingegen ist das am unterstromseitigen Hauptpfeiler als Pendent zum Portrait König Alberts angebrachte Stadtwappen aus feinem Marmor.


      Sobald die Sanierung abgeschlossen und damit die hier zu sehende Behelfsbrücke abgebaut ist, wird es, frisch gereinigt, bestimmt auch aus dem Staudengarten gut zu erkennen sein.

      Bilder sind von mir.
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