Frankfurt a.M. - Areal Bundesrechnungshof

  • Ohja...der ist wahrlich klasse, aber ich muss sagen, auch der Foster-Entwurf besticht in seiner Gestalt. Mir vollkommen unklar, wie man den KSP-Engels-Kram, der absolute Stangenware ist, überhaupt ins Kalkül ziehen kann.

  • Vielleicht wird Dir das klarer, wenn Du Dir die Interessenlage vergegenwärtigst. In der besagten Jury, die KSP Engel wieder ins Rennen gebracht hat, sitzen nicht nur Vertreter der Stadt, sondern auch der Investoren. Und denen sind architektonische und städtebauliche Aspekte vollkommen egal.


    Zitat:

    Quote

    Während die Stadt eher Wert auf die städtebauliche und architektonische Umsetzung legt, stellen die Projektentwickler von Fay und OFB die Wirtschaftlichkeit in den Vordergrund. Oder, wie es OFB-Geschäftsführer Sanfrid Spory formuliert: „Die Funktionalität und Ausnutzung der Flächen ist KSP am besten gelungen.“


    http://www.fr-online.de/frankf…bau,1472798,24122512.html


    Hier geht es also um Profit, den schnöden Mammon.


    Eine Zusammenfassung des Standes auch hier:


    Fehlentscheidung reiht sich an Fehlentscheidung
    Bei Bebauung des Bundesrechnungshof-Areals droht neues Ungemach
    http://www.freie-waehler-frank…/artikel/index.php?id=574

  • Mir war bislang neu, dass man bei der Überarbeitung faktisch einen Neuentwurf abgeben darf. Der KSP-Entwurf hat nichts mehr mit dem Ursprungsentwurf zu tun! Nichtsdestotrotz bleibt der KSP-Entwurf eine Zumutung. Billige Stangenware, der Umgebung absolut unwürdig. Der Forster-Entwurf ist um Längen besser, auch wenn ich mir für dieses Areal viel bessere Lösungen vorstellen könnte. Inwieweit bei der KSP-Berücksichtigung der Altstadtwettbewerb noch eine Rolle spielte, darüber muss sich jeder sein eigenes Bild machen. Vermutlich ist KSP einfach der deutlich billigere Entwurf und wird daher vom Investor bevorzugt. Während die Firmen früher stolz waren, in möglichst repräsentativen Bauten zu wohnen und es förmlich einen Wettbewerb darum gab, wer die schönste und teuerste Firmenzentrale hatte, ist es heute umgekehrt, es zählt nur noch, ob es billig und damit wenig auswendig ist. Eine traurige Entwicklung, sie ist aber Kind unsere Zeit, in der alles nur noch billig sein muss!

  • Ich kenn den Herrn Engel nicht. Vielleicht ist er ja ein sehr netter Mensch. Aber jedes Mal wenn eine Visualisierung oder ein Zitat von ihm in der Presse auftaucht, wirkt das auf mich geradezu aggressiv unsympathisch (in unserem Sinne). Mein erster Gedanke, als ich die Visualisierung sah, war: Das kann der doch nicht ernst meinen! Das sieht ja aus, wie ein 50er-Jahre-Bau! Aber - unglaublich aber wahr - genau das ist seine Absicht! Er sieht seine Planung für dieses Baufeld tatsächlich dezidiert als Reminiszenz an die 50er Jahre!! Und das ausgerechnet in Frankfurt, wo die Innenstadt von solchen Formen geradezu überquillt!!! Also als ob man in einer Fachwerkstadt eine Baulücke mit einem "historisierenden" Fachwerkhäuschen beglücken würde. Na wenn das nicht Disney ist ... Und dann dieses ganze seltsame Verfahren, als zunächst Drittplatzierter mit einer Umplanung doch noch an dem vor ihm platzierten Forster vorbeizuziehen (der den deutlich schöneren Entwurf abegliefert hat). Ist das jetzt die Rache dafür, dass er auf dem Areal des TR mit seinem Klötzchenentwurf nicht zum Zuge kam ...?

  • Hmm ... Offenbar hat KSP den überarbeiteten Entwurf nochmals überarbeitet. Ich muss zugeben: So finde ich das sogar einigermaßen erträglich. Nur seltsam, dass sich der Entwurf über die vergangenen Überarbeitungsstufen immer mehr dem einstmals als "zu neoklassizistisch" geschmähten Forster-Entwurf angenähert hat ... und auch eigentlich überhaupt nicht mehr nach 50er Jahre aussieht, obwohl das KSP zunächst so wichtig war ... dubios, dubios ...

  • Dieser gesamte Wettbewerb war von Beginn an eine reine Farce. So undurchsichtig wie hier vorgegangen wurde, wie hier die Plätze munter hin und hergetauscht wurden, ist schon bemerkenswert. Auch hat der ursprüngliche KSP-Entwurf mit dem jetzigen so gut wie nichts mehr gemein. Auch das habe ich bislang nirgendwo anders gesehen. Aber da KSP in der Altstadt nicht bauen durfte, kommt man nun über Umwege hier zum Zug. Über das wie kann sich jeder sein eigenes Urteil bilden :augenrollen:

  • Ich bin dieser Tage mal wieder dort vorbeigeschlendert und habe mir die Baumassen-Verdichtung vorgestellt, die an dieser Stelle geplant ist, vor allem gegenüber der Bethmann-Bank. Einfach nur grauenhaft.

  • Das Foto in der FR suggeriert eine Weite, die der Komplex nicht haben wird. Das Eckgebäude wird dem Langen Franz schon ganz schön eng auf die Pelle rücken. Dass an der Ecke wirklich mit diesen 60er Jahre-Retro-Kisten ein "neues urbanes Quartier" entsteht, wage ich zu bezweifeln. Lassen wir uns mal überraschen.


    Hier ein Foto vom Spätsommer / Frühherbst, das zeigt, dass vom Bundesrechnungshof stellenweise nur die dünne Fassadenfront übrig geblieben ist. Ein absurder Aufwand für dieses belanglose Gebäude:


  • Ein absurder Aufwand für dieses belanglose Gebäude:

    Das kann man laut sagen. Ich hatte ja gedacht, der ganze Gebäudeteil werde als Baudenkmal - was auch immer man davon halten mag - erhalten. Aber jetzt wird hier ein Fassadismus aufgezogen; man hat alles abgerissen und nur die Fassade abgestützt - ein Aufwand, den man sonst für Fassaden aus dem 19. Jahrhundert betreibt. Aber für diesen Kasten?

  • Eigentlich ein Skandal. Die wohl größte städtebauliche Fehlentscheidung der letzten Jahre. Hier hätte man Stadtreparatur betreiben können und ein kleinteiliges Viertel aufbauen können. Jetzt bleibt die Insel in der Verkehrsschneise mit einer Mischung aus gelangweilter Investorenarchitektur und einer künstlich erhaltenen Krüppelfassade der Nachkriegszeit.

  • Eigentlich ein Skandal. Die wohl größte städtebauliche Fehlentscheidung der letzten Jahre.

    Wohl wahr, aber ist nicht die ganze Berliner Straße eine totale Katastrophe ? Die aktuelle Umsetzung ist besser als alles was sonst so in der Gegend zu finden ist.

  • Wieder einmal kapieren die Verantwortlichen nichts! Es wird Zeit das solche Menschen sich in Zukunft nur noch in Sandkisten in einer Gummizelle austoben dürfen. Kein Mensch fühlt sich in den Betonwüsten die uns die meisten Stadtplaner seit 60 Jahren präsentieren wohl. Mittlerweile werden solche Fehlgriffe tum Teil das dritte mal seit dem 2 Weltkrieg überbaut und trotzdem schaffen die Volltrottel es nicht an die Vorkriegszeit anzuknüpfen. Ich frage mich wie oft noch wollen die uns ihr Unvermögen präsentieren?`


    Das hier wäre ein toller Entwurf gewesen: http://www.k-r-architekten.de/02/2c20.html

  • Das Foto in der FR suggeriert eine Weite, die der Komplex nicht haben wird. Das Eckgebäude wird dem Langen Franz schon ganz schön eng auf die Pelle rücken. Dass an der Ecke wirklich mit diesen 60er Jahre-Retro-Kisten ein "neues urbanes Quartier" entsteht, wage ich zu bezweifeln. Lassen wir uns mal überraschen.


    Hier ein Foto vom Spätsommer / Frühherbst, das zeigt, dass vom Bundesrechnungshof stellenweise nur die dünne Fassadenfront übrig geblieben ist. Ein absurder Aufwand für dieses belanglose Gebäude:



    Schaut euch mal den Dachaufbau des rechten Hauses an.......da sollte man auch gleich mal ansetzen!

  • Du solltest Dich durch folgenden Thread klicken, um zu erfahren, dass die Dachrekonstruktion der Kämmerei leider für die nächsten 20 Jahre erledigt ist. Es sei denn, es findet sich ein Multimillionär, der das Bauvorhaben der Stadt als Geschenk anbieten würde.


    Frankfurt a.M. - Rekonstruktion "Langer Franz" und weiterer Rathausdächer


    Weitere Informationen auch hier: http://www.bff-frankfurt.de/artikel/index.php?id=452

  • Jedes Mal, wenn ich an dieser Stelle vorbeikomme, wende ich mich mit Grausen. Was da seit 1950 war und was da kommen wird, passt nicht zu einer "Altstadt" (jawohl, so nennt sich dieser Stadteil schließlich immer noch).


    Und was noch viel schlimmer ist: Es gibt m.W. noch Teile des "großen Speichers", jener ursprünglichen Bebauung, die sich auf dem Gelände befand. Hier hätte man weitere Stadt-Heilung betreiben und diese integrieren können.


    Stattdessen, typisch meine Heimatstadt, ideologisch verbrämter architektonischer Müll, mitten in der Stadt, das ganze möglichst autogerecht.


    Und die Presse, allen vorneweg die "Frankfurt Rundschau" entblödet sich nicht, diesen Mist auch noch zu hypen ("reflektierter Umgang mit der Architektur der 50er Jahre"), während sie gleichzeitig immer wieder genüsslich über die Dom-Römerbaustelle herzieht.