Frankfurt a.M. - Areal Bundesrechnungshof

  • Bevor hier noch weiter die seltsamsten Lozierungsvermutungen aufkommen:


    Das am rechten Bildrand angeschnittene gegenwärtige Gebäude der EZB hätte eigentlich von Anfang an für Klarheit sorgen dürfen.
    Die von links nach rechts verlaufende Straße ist auch ziemlich eindeutig die gegenüber heute in ihrer Breite reduzierte Berliner Straße (Theatertunnel soll laut den Architekten ja ebenfalls entfallen, daher auch nicht zu sehen). Die im Vordergrund kreuzende Straße wäre damit der Kornmarkt. Das heißt das Bild betrachtet das Areals von Norden mit Blickrichtung Südwest. Das am linken Bildrand Gebäude ist daher ein neuer Baukörper nördlich des Rathaus-Nordbaus, den die Architekten ja ebenfalls vorsehen, und der meiner Meinung nach auch absolut sinnvoll wäre.

  • In der FNP war heute ein Bericht zur Neugestaltung der Berliner Straße und des Areals des ehemaligen Bundesrechnungshofs nach Plänen des Frankfurter Architekten Karl Richter:
    Neue Vorschläge für Berliner Straße | - Frankfurter Neue Presse - Frankfurt
    Hier finden wir auch nähere Angaben zu dem Entwurf aus Beitrag Nr. 27


    Weitere Angaben zu den Projekten auf der Homepage von Karl Richter:
    Karl-Richter-Architekten | Frankfurt am Main

  • Der Bundesrechnungshof bleibt stehen


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    Nach jahrelangem Tauziehen scheint die Zukunft des unter Denkmalschutz stehenden Bundesrechnungshof-Gebäudes geklärt: Es wird nicht abgerissen, sondern saniert. Zumindest die Fassade bleibt stehen.

    Eigentlich schade.


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    Abgerissen wird wie geplant der neuere, nicht unter Denkmalschutz stehende Gebäudeteil im Osten des Grundstücks. Dort ist ein Hotel vorgesehen, allerdings keines der Luxusklasse, wie ursprünglich geplant. Im Erdgeschoss sollen Läden und Gaststätten zur Belebung des Quartiers beitragen.


    Neu ist ein zusätzliches Wohngebäude auf der Freifläche an der Ecke Bethmannstraße/Kornmarkt. In einem kleinen Architektenwettbewerb soll Anfang nächsten Jahres ein überzeugendes Bebauungskonzept gesucht werden.

    Wie dieses "Konzept" aussehen wird, kann man sich ja denken: Glas, Flachdach etc.... :kopfschuetteln:

  • Alles andere würde zu dem potthässlichen Ding ja auch garnicht passen :rolleyes:

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Ich kann nicht nachvollziehen, warum man sich gerade dazu entschieden hat, den östlichen Bau (zur neobarocken Kämmerei hin) als Bestand erhalten zu wollen. Er tanzt in Sachen Traufhöhe, Materialität und Grundriss völlig aus dem Stadtbild, welches das direkte Umfeld vorgibt! Wiedermals schade um diese Entscheidung, ein Abriss war doch in greifbarer Nähe!


    Zugegeben, dass abzureissende Gebäude im Westen des Areals besitzt in meinen Augen eine deutliche Wertigkeit! (Ein Bild der Längsfassade). Das schiefergedeckte Walmdach, die Gliederung der Fassade, die Risalite (der Treppenhäuser?) und die Achtung der Bauflucht zur Bethmannstraße sprechen für einen Erhalt!
    Wenn die Berliner Straße, wie bereits angeklungen, verschmälert wird, ergibt sich im Norden davon eine weitere Parzelle für einen angepassten Neubau! Als Kompromiss wäre die Erhaltung dieses Flügels, unter Opferung der restlichen Bauteile unbedingt zu prüfen!


    Diese Grafik ist aus dem Deutschen Architektur Forum hierher verlinkt: Ich spreche für eine Erhaltung des Baukörpers "D" !
    Areal Bundesrechnungshof Luftbild

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    das abzureißende Gebäude im Westen des Areals besitzt in meinen Augen eine deutliche Wertigkeit!


    Genau das finde ich auch - es ist zum Haareraufen: Ausgerechnet der Teil, der sich noch am harmonischsten einfügt, wird abgerissen, und der - im Kontext mit der benachbarten Kämmerei und dem restlichen Römer-Ensemble - städtebaulich verheerende Teil wird erhalten.


    Vielen Dank, Ihr hartnäckigen Denkmalschützer (die sich garantiert wieder wegducken werden, wenn es das nächste Mal einem Gebäude aus dem 19. Jahrhundert an den Kragen geht...) :kopfwand:

  • Neue Pläne für Rechnungshof


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    Das frühere Bundesrechnungshof-Gelände, abgeschottet nach allen Seiten, macht Platz für ein Wohnhaus und ein Zwei-Sterne-Hotel. Ringsum entsteht Raum für Läden oder Lokale – jedenfalls für eine öffentliche Nutzung. Ferner, wie bisher, für viele Etagen Büros. So lautete am Montag das Versprechen der Projekt-Entwickler Fay und OFB zum Abschluss des Wettbewerbs. Es gab in dem Verfahren keinen klaren Sieger.
    Drei Entwürfe liegen vor, wie ergänzend zum denkmalgeschützten Altbau der Bundesbehörde gebaut werden könnte. Stefan Forster und auch die Architekten Auer+Weber, beide auf dem zweiten Rang, haben für den Neubau in Blickrichtung Bankenviertel einen runden, hohen Bug entworfen. Jürgen Engel dagegen (3. Platz) kappt die Ecke am Schnittpunkt der beiden Äste der Bethmannstraße.


    Ich weiß nicht - das im Artikel gezeigte abgerundete Gebäude würde mir im Bereich Hauptwache/Konstablerwache/Roßmarkt sehr gut gefallen, aber an dieser Stelle war der bisher dort stehende Teil des Bundesrechnungshofs eigentlich fast passender. Aber ausgerechnet der wird abgerissen. Fatal finde ich das Wohnhaus, das am anderen Ende noch davorgesetzt wird, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kämmerei. Was soll das - da wird der angeblich so schützenswerte Teil des BRH ja halb verdeckt und kommt sowieso nicht mehr zur Geltung. Und dafür hat man dann mit Eifer und Gegeifer den bereits beschlossenen Abriß verhindert?


    Einziger Hoffnungsschimmer - vielleicht wird's noch etwas besser:

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    Das geplante Wohnhaus (Bethmannstraße/Kornmarkt) steht in allen Modellen frei – dem Rathausturm „Langer Franz“ schräg gegenüber. Wie hoch es werden soll und wie es ins Bild der Straße passt, ist eine offene Frage, die bei der bis August angesetzten Überarbeitung geklärt wird.

  • http://www.fnp.de/rhein-main/f…ngshof-vorn;art675,610064


    Beim Wettbewerb für die Neubebauung des Bundesrechnungshof-Gelände scheint sich doch der Entwurf von KSP durchzusetzen. Das wäre eine städtebauliche Katastrophe und ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich für eine architektonische und städtebauliche Verbesserung an dieser Stelle einsetzen. Hoffentlich bleibt uns dieses Desaster erspart. Der Entfurf von Stefan Forster ist noch nicht ganz aus dem Rennen.

  • Wer die Entwürfe gesehen hat, der weiß, dass die nächste städtebauliche Zerstörung mitten in Frankfurts Herz droht. Nachdem es KSP am Hühnermarkt nicht gelungen ist, ihr "Projekt" durchzusetzten, erfolgt das Desaster 2.0 nun ein paar Meter weiter entfernt. Das große Problem bei der ganzen Sache ist ja folgendes: Man will einfach nicht dazulernen!


    In diesem Kontext sei angemerkt, dass der Entwurf von KSP vom Hühnermarkt noch um Längen besser war, als das, was jetzt gebaut werden soll. Dabei waren durchaus akzeptable Entwürfe im Rennen. Der Sieger ist nun wieder der destruktivste, der langweiligste und vermutlich der billigste. Manchmal beschleicht mich dieses ungute Gefühl, dass hier einfach nur das möglichst billigste und profitabelste Gebäude an den Mann gebracht werden soll und um dieses Elend zu verkaufen, werden irgendwelche Germanisten engagiert, die mit möglichst blumigen Worten und einer erschlagenden Syntax das billigste Ergebnis bestmöglich zu verkaufen suchen. Ich glaube aber auch, dass diese Entwicklung langsam ihr Ende erreicht, weil die Durchsichtigkeit dieser Manöver mittlerweile allzu offenkundig zu Tage tritt.

    APH - am Puls der Zeit

  • Wer die Entwürfe gesehen hat, der weiß, dass die nächste städtebauliche Zerstörung mitten in Frankfurts Herz droht. (...)

    Das hier dürften wohl die Entwürfe, vor der Überarbeitung, sein:


    Stefan Forster + Rückseite


    Auer & Weber + Rückseite


    KSP Engels + Rückseite


    Hoffentlich beweisen die Verantwortlichen etwas guten Geschmack und bauen nicht wieder eine Kiste in die Stadt.

  • Ganz schlimm. KSP Engel bauen ihre hässlichen Knicktürme nun in Miniatur nochmals. Aber die düstere schwarze Kiste von Auer & Weber ist sogar noch schlimmer. Wirklich eine architektonische und städtebauliche Katastrophe. Einzige Forster verspricht eine Verbesserung der Ist-Situation. Also, da hilft wohl wieder nur noch massiver Widerstand der Bürger.

  • Den KSP-Entwurf muss man ohne Übertreibung als das grösste Verbrechen seit dem Bau des Technischen Rathauses im Jahr 1972 bezeichnen. Was muss im Hirn eines Menschen vorgehen, der ein neues Denkmal des Brutalismus in eine Altstadt-Randlage klotzen will, ohne den kleinsten Funken Sensibilität für die historischen Gebäude in der Nachbarschaft.? Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass eine Verschlechterung des aktuellen Zustands überhaupt noch möglich ist, aber hier werden die schlimmsten Befürchtungen noch weit übertroffen. Ein ganz grosser Rückschritt in einer Stadt, in der in puncto Stadtreparatur in den letzten Jahren so viel geleistet worden ist wie sonst nirgends in Deutschland.

  • Wir sehen einen ganz schwachen Entwurf von KSP.
    Ein langgezogener Kubus, mehr Ideen hatte man nicht? Berliner- und Bethmannstraße sind leicht gebogen, die Fassade ist schnurgerade, hier wird also die Baufluchtlinie vollkommen ignoriert. Forster macht es besser!
    Die Fassade ist für diesen bedeutsamen Standort eine -sorry- Frechheit. Wir befinden uns in der Frankfurter Altstadt unweit von Römer und Domhügel. Jedes minimalistische Gebäude in Deutschland sieht so aus, hier fehlt das Alleinstellungsmerkmal!

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    Kritik an Entwurf für Rechnungshof


    ...Im Wettbewerb um die Bebauung des Bundesrechnungshof-Areals in der Berliner Straße ist die Entscheidung der Jury für den Entwurf des Büros KSP Jürgen Engel offenbar nicht einstimmig gefallen. Nach Informationen der FNP haben Vertreter der schwarz-grünen Koalition im Römer die Planung des Architekten Stefan Forster favorisiert. Dessen Entwurf soll sich besser in die Umgebung einfügen. Wie berichtet, ist Forster aus der ersten Runde des Wettbewerbs als Sieger vor dem Büro Auer + Weber hervorgegangen. Jürgen Engel kam auf Platz drei und wurde nachträglich noch für die zweite Runde nominiert. Bei der Überarbeitung soll sich Engel weiter vom Ursprungsentwurf entfernt haben als die beiden Mitbewerber. Heute werden die Wettbewerbsarbeiten im Planungsdezernat präsentiert....

    http://www.fnp.de/rhein-main/f…echnungshof;art675,611094

    APH - am Puls der Zeit

  • Dadurch, dass quasi mal wieder aus Trotz offenbar der schlechteste Entwurf ausgewählt wurde, hat man sich bestimmt wieder ein Ei gelegt. Ein gefälligerer Entwurf wie der erste, hätte es da sicher leichter gehabt. Nachdem die ja schon auf dem Dom-Römer-Areal nicht zum Zuge kamen liegt auch mal wieder der Verdacht nahe, dass da mal wieder geschachert wurde... Ein Schelm, der böses dabei denkt.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.