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Areal Bundesrechnungshof

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    • Areal Bundesrechnungshof

      Ein interessanter Vorschlag zu dem seit über sieben Jahren leerstehenden Gebäude des Bundesrechnungshofs, das zwischen Bethmannstraße, Kornmarkt und Berliner Straße und in unmittelbarer Nähe von Römer und Paulskirche gelegen ist:



      So sieht das Gebäude aus:



      Ein etwas besseres Bild gibt es hier, und hier ein Luftbild. Der Gebäudekomplex erstreckt sich von links nach rechts durch das ganze Bild (oben im Bild ist der Römer zu sehen).

      So sah die Bebauung an dieser Stelle in der Bethmannstraße vor 1944 aus:



      Der ebenfalls angrenzende Kornmarkt sah so aus:



      Nach 1945 wurde das meiste, was die Bomben übriggelassen hatten, auch noch abgerissen: Rechts der (mit verstümmelten Dach) erhaltene Rathaus-Nordbau (Kämmerei), ganu links erkennt man schemenhaft die (wiederaufgebaute) Katharinenkirche - die übrigen wiederaufbaufähigen Ruinen auf diesem Foto wurde zugunsten der neu angelegten Berliner Straße dem Erdboden gleichgemacht; die Autos fahren jetzt "durch" die auf dem Bild noch stehende Fassade.




      Vor ein paar Jahren gab es Pläne zum Umbau des alten Bundesrechnungshofs in ein Luxushotel - der Entwurf war eine Verschlimmbesserung des jetziges Zustands. Sollte es tatsächlich zu einem Abriß des Gebäudes kommen (dem außer ein paar Architekten vermutlich kaum ein Frankfurter eine Träne nachweinen würde), wäre das eine Riesenchance für eine Stadtreparatur. An eine Rekonstruktion der Vorkriegsbebauung auch nur zu denken, wäre natürlich illusorisch angesichts der schwarz-grünen Regierung, die zusammen mit den zuständigen Amtsschimmeln und den BDA-Hetzern bereits auf dem TR-Areal für möglichst wenig Reko sorgt. Aber eine Verbesserung der bisherigen städtebaulichen Situation ist zumindest denkbar.
    • Eine Chance wäre es natürlich, aber wer sagt denn, dass das nachfolgende in irgendeiner Weise besser wäre? Nachdem der BDA im Altstadt-Kernbereich eine herbe Niederlage einstecken musste, würde ein Neubau dort nach allen Regeln der Kunst ein modernistischer Albtraum werden. Und die Politik ist auch noch nicht weit genug, um Altstadtweit ähnlich rigide Gestaltungssatzungen einzuführen...

      Wenn es noch etwas dauert, fällt der Bundesrechnungshof vielleicht von selbst zusammen.....So ein dekoratives Trümmergrundstück hatten wir auch lange nicht mehr :lachen:
      Was sagt sie uns für Unsinn vor?
      Es wird mir gleich der Kopf zerbrechen.
      Mich dünkt, ich hör’ ein ganzes Chor
      Von hundert tausend Narren sprechen.

      Goethe, Faust I
    • "PJG" wrote:

      Nachdem der BDA im Altstadt-Kernbereich eine herbe Niederlage einstecken musste


      Ich kann nur immer wieder betonen, daß ihr euch einfach zu sicher fühlt.

      Im Interview mit dem Redaktionsleiter der "Frankfurter Rundschau", Matthias Arning, äußerte soeben Frankfurts christdemokratischer Kulturdezernent:
      "Also ist die Altstadt-Debatte alles andere als erledigt?
      Angesichts der Bedeutung für die Zukunft der Stadt Frankfurt kann diese Debatte gar nicht abgeschlossen sein."
      fr-online.de/_em_cms/_globals/…furt/&em_ivw=fr_frankfurt

      The post was edited 1 time, last by Heimdall ().

    • Man sollte den Bundesrechnungshof lieber stehen lassen. Den großen Wurf wird es dort nicht geben. Erst nach der Rekonstruktion auf dem TR-Areal kann man dort vielleicht auf eine gute, maßstäbliche Lösung und womöglich sogar Einzelrekonstruktionen / Leitbauten hoffen.
    • @erbsenzähler: es wird die nächsten Jahren keine Einzelrekonstruktionen/Leitbauten mehr in Frankfurt/M. geben. Die geplanten Rekos in der Altstadt sind eine absolute Ausnahme. Ansonsten herrscht überhaupt kein Klima/politischer Wille/Bürgerdruck/Medieninteresse/Architekturverständnis dass so etwas in Frankfurt/M. fördern würde.
    • Du kannst ja von heute nicht auf morgen schließen. Das ist doch der Grund warum ich vorschlage, lieber abzuwarten.

      Ich bin mir sicher, dass dort in etwa 10-20 Jahren etwas weit Besseres entstünde als heute, mögen es auch keine Rekonstruktionen sein. Das politische Klima ist doch dann ein ganz anderes.

      Wie sonst wären in den 80ern Alte Oper und Samstagsberg möglich gewesen?
      Die Zeiten ändern sich, und zwar überwiegend zu unseren Gunsten.
    • Nun ist die "Junge Union" mit der Forderung nach einer möglichen Rekonstruktion des "Großen Speichers" an der Stelle des heutigen Bundesrechnungshofes an die Öffentlichkeit getreten. Die Sache bleibt spannend.
      Bundesrechnungshof: Zurück zum Patrizierhof | Frankfurt - Frankfurter Rundschau[/url]

      Hier ein Bild des heutigen Bundesrechnungshofes:
      fnp.de/sixcms/media.php/rmn01.…ndesrechnungshof_2007.jpg

      Hier ein Bild des "Großen Speichers":
      upload.wikimedia.org/wikipedia…hau_nach_Reiffenstein.png
    • Folgender Bericht war vor eingen Tagen in der FNP:
      Eigentümer warnt: Das Gebäude kann jederzeit zusammenklappen | Frankfurt - Frankfurter Neue Presse - Frankfurt

      Der bauliche Zustand des ehemaligen Bundesrechnungshofs scheint noch schlechter zu sein als bisher angenommen. Es scheint sogar Einsturzgefahr zu bestehen.

      Vielleicht sollte man bei dem nicht denkmalgeschützten Teil des Gebäudes schon einmal mit den Abrissarbeiten beginnen. Vielleicht löst sich der Rest des Problems dann von selbst.
    • Weitere Hiobsbotschaften vom ehemaligen Bundesrechnungshof s. "Rechnungshof Abriss oder was?", FNP v. 24.10.11 Rechnungshof – Abriss oder was? | - Frankfurter Neue Presse - Frankfurt

      Das Gebäude ist nicht nur hässlich und unmaßstäblich sondern auch noch von der Bauausführung her mangelhaft. Zitate: "Schon die Original-Statik beruht auf falschen Annahmen", erklärt Jahnel. Der Statiker habe damals die Windlasten nicht richtig berechnet,...", "Schlechtes Material sei auch in den Rippendecken verwendet worden. "- ..."... Bei einer Sanierung müssten die Rippen auf insgesamt 15 Kilometer Länge freigelegt werden". Der Sanierungsaufwand liegt bei ca. 26 Mio. Euro. Hoffen wir auf einen schnellen Abriss. Bei einem historischen Gebäude würde sich das Stadtparlament nicht so lange zieren...
    • In der FAZ war neulich ein Artikel über den ehemaligen Bundesrechnungshof, in dem es hieß, daß es durchaus Zweifel an dem Befund gebe, daß das Gebäude wegen statischer Mängel abrißreif seien - böse Zungen sprechen von einem "Gefälligkeitsgutachten". Wie auch immer: Der Architekt Dietrich Wilhelm Dreysse bezeichnet den Bau als ein "Gedicht in Beton", das zu erhalten sei, während Ernst-Ulrich Scheffler vom BDA jammert, daß "die Leistung der Wiederaufbaugeneration aus dem Stadtbild verschwindet". Daß in Frankfurt jahrzehntelang systematisch die Leistung mehrerer Generationen aus dem Stadtbild getilgt wurde (und teilweise auch heute noch wird), hat die beiden Modernisten vermutlich noch nie gestört. Wer weiß, mit wie vielen dubiosen Gutachten schon bei Fachwerkhäusern und anderen Altbauten das Todesurteil gefällt worden ist. :kopfschuetteln:

      Unterdessen veröffentlichte die FAZ bereits einen Entwurf für die Zeit nach dem Abriß von einem Architekten namens Karl Richter:



      Der FAZ-Redakteur bezeichnet diesen Entwurf als "ziemlich langweilig". Das würde ich nicht unterschreiben; er sieht gut aus - aber paßt m.E. nicht so richtig an den Standort in untermittelbarer Nähe des Rathaus-Nordbaus. Dieser Entwurf gehört eher an den Opernplatz und wäre perfekt gewesen für die Ecke, an der jetzt der Opernturm steht.

      Am Standort des Rechnungshofs wäre eine kleinteilige, an die Vorkriegssituation angelehnte Bebauung, etwa nach Vorbild der geplanten Neubauten auf dem TR-Areal besser. Aber dennoch wäre der gezeigte Entwurf natürlich eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem bisherigen Bau.
    • Zugegebenermaßen handelt es sich hierbei um keinen ganz schlechten Entwurf! Vor allem die Rundung wirkt gefällig und mildert die oft vorhandene maskulin-brutale Attitüde, die vielen Neubauten eigen ist, wohltuend ab. Außerdem besitzt die Fassade eine gewisse Tiefe, die vor allem in der Schrägansicht einen lebendigen Eindruck verspricht.
      Leider wirken die Arkaden des Sockels ziemlich gestelzt. Die gleichmäßige Reihung der Obergeschosse ist spannungsarm und beliebig. Hier könnte man schon durch eine differenzierte, nach oben abnehmende Höhenausbildung, einen Mehrwert an Eleganz gewinnen.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Auch wenn Kleinigkeiten noch verbessert werden könnten, muss ich sagen, dass dieser Bau ein großer Wurf im sonstigen gebauten Einerlei ist. Sehr schön :)

      :thumbup:
      "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

      "Why not reinventing something from the past, something combining, nature and art." Lebanon Hanover - Fall Industrial WallLebanon Hanover - Fall Industrial Wall
    • Ich denke auch, dass der Entwurf, von ein paar Feinheiten abgesehen sehr gelungen ist. Für eine Bebauung nach historischem Vorbild ist das meiner Meinung nach der falsche Standort. Dazu ist die Umgebung zu sehr von Nachkriegsarchitektur geprägt. Da sollte eher rund um den Dom und zwischen Römer und Karmeliterkloster etwas passieren.
    • Heimdall wrote:

      Nur mal zur Orientierung: Wenn die große Straße rechts die Berliner Straße sein soll, was bedeutet dann das angeschnittene Gebäude links im Bild? Heißt das, dass der Parkplatz vor dem Gebäude der Kämmerei (Römer-Nordbau) auch bebaut wird?
      Ich habe auch leichte Orientierungsprobleme. Müßte das nicht der Kornmarkt sein, in den die drei Männer schauen? Dann käme rechts die (nicht zu sehende) Kämmerei (Nordbau des Rathauses). huh:) (Der Artikel enthielt hierzu leider keine Erläuterung)
    • Ich frage mich auch welche Ansicht das Bild zeigt. Ich würde mal tippen, dass es sich bei der links angeschnittenen Ecke um die rückwärtigen Flügel des "Frankfurter Hofs" handelt?!? Dies würde bedeuten, dass rechts die Bethmannstraße. bzw. links die Berliner Straße verläuft (Quasi Blick von Richtung Schauspielhaus kommend, Richtung Rathaus Nordbau). So gesehen, würden die Gründerzeitadaptionen auch sehr gut passen, da in der Bethmannstraße noch zwei Gründerzeitler erhalten sind, bzw. auch der Übergang zum neoklassizistischen Trakt des "Frankfurter Hofs" gegeben wäre. Bliebe die Frage, was Richtung Rathaus Nordbau (ehemals Haus Heydentanz und Großer Speicher) geplant ist.

      (Meine Annahmen setzen allerdings voraus, dass die Simulation bezügl. des Hintergrunds ungenau ist, sonst würde es auch nicht passen)