Dresdner Hof- und Staatsbauten

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    • Ich habe einfach ein gutes Gedächtnis.

      Nein, Spaß beiseite: habe ganz simpel bei Google nach 'Dresden Hofkirche Fresken' gesucht und schon auf der ersten Seite der angezeigten Fundstellen wurde auf das Forum Stadtbild Deutschland verwiesen, genauer auf die beiden von mir zitierten Beiträge aus dem genannten Strang. Daß dann ausgerechnet der eine Beitrag von Dir stammte, war natürlich der Clou.
    • Die Wiedereröffnung der Gemäldegalerie Alte Meister wurde verschoben.

      Bericht des MDR

      Ausführliche Pressemitteilung der SKD

      Bislang hatten die SKD die Wiedereröffnung der sanierten Sempergalerie für den 7. Dezember angekündigt und mit großem Aufwand als zweiten Höhepunkt des Jahres (nach den Paraderäumen) beworben. Vergleiche meine Beiträge Nr. 229 und 230 (vom 9. August) hier im Strang. Gestern kam dann die Mitteilung, dass die Wiedereröffnung der Gemäldegalerie auf Februar 2020 verschoben wird. Grund ist die kurzfristige Aquirierung privater Finanzmittel in Höhe von 600.000 Euro. Das eröffnete Spielraum für weitere Maßnahmen, die am rationellsten jetzt während der Schließzeit mit erledigt werden. Für die Sanierung der Gemäldegalerie standen aus dem Landeshaushalt bereits 49,8 Millionen Euro zur Verfügung, doch die reichten nicht, um alle Wünsche zu erfüllen.

      Was wird nun zusätzlich gemacht?

      Eine Akzentbeleuchtung. Die hatte Frau Ackermann bereits am 7. August angekündigt. Sie kommt nun im ganzen Haus. Tageslicht wird aber im Lichtkonzept weiter eine wichtige Rolle spielen.

      Die beiden Nebentreppenhäuser werden gestrichen. Bisher war das moderne Treppenhaus im ersten Bauabschnitt für Besucher zugänglich. Es war weiß gestrichen und wirkte schon nach kurzer Zeit etwas schmuddelig. Nun kommt also Farbe. Zudem soll dort Kunst platziert werden. In dem genannten Treppenhaus stand während der Interimsausstellung der Gipsabguss eines gefesselten Sklaven von Michelangelo (Original im Louvre).

      Im Obergeschoss des Deutschen Pavillons (Deutscher Saal, Foto in Beitrag Nr. 230) wird nun ein Café eingerichtet. Der Saal war während der Interimsausstellung mit Werken aus der Abgusssammlung von Anton Raphael Mengs bestückt. Das war noch nicht die optimale Nutzung. Der baulich vergleichbare Böttgersaal im Porzellanpavillon zeigt, wie ein solcher Saal strahlen und glänzen kann. Ob das Café ideal ist? Wir werden sehen.

      Das Pastellkabinett wird mit wertvollem Seidendamast bespannt. Die Farbe wurde noch nicht verraten. Ich bin gespannt. Das unter August III. eingerichtete Pastellkabinett der Dresdner Galerie ist weltweit einzigartig. Es soll nun maximal glänzen und prunken. Bravo!

      Auch das Parkett im zweiten Obergeschoss wird nun erneuert. Vergleiche dazu den Radiobeitrag des MDR vom 13. August (Link oben). Da hatte irgendwie das Staatsgeld nicht gereicht. Vielleicht, weil man die grauen Wandbespannungen im ersten Bauabschnitt wieder austauschen wollte. Solche Wandbespannungen sind ja nicht billig.

      Die Baustelleneinrichtung an der Theaterplatzseite wird von Ende September bis Anfang Dezember abgebaut. Aktuell sieht es dort so aus:

      Gemäldegalerie Alte Meister, Fassade zum Theaterplatz (Foto: Jabale83, 9. Juli 2019, CC0)

      Das Bild lässt sich schön vergrößern. Das Fassadengerüst wurde inzwischen (Mitte September) vollständig abgebaut, aber der Rest der Baustelleneinrichtung steht noch. Sichtbares Zeichen der Sanierung an den Fassaden sind die neuen Fenster sowie der Abschluss der Kuppel. Das Rotbraune da oben dürfte frisches Kupferblech sein.

      Und hier noch das Haus von der anderen Seite:

      Gemäldegalerie Alte Meister, Fassade zum Zwingerhof, links der Französische Pavillon (Foto: Jabale83, 9. Juli 2019, CC0)

      Die Spezialverglasung ist hier noch besser zu erkennen. Man befürchtet aber trotzdem auf längere Sicht UV-Probleme, die zu Farbveränderungen an Gemälden führen können. Es werden langfristige Messungen im einstigen Bellotto-Gang (das ist auf dem Bild die rechte Fensterreihe im ersten Obergeschoss) durchgeführt. Die berühmten Dresdner Veduten Bernardo Bellottos, die dort einst hingen, wurden durch lichtunempfindliche Plastiken des 16. bis 18. Jahrhunderts ersetzt. Ich denke, dass man diese Einrichtung aus der Interimsausstellung so beibehalten wird. Die Theaterplatzseite der Gemäldegalerie geht nach Norden. Dort sind Bilderkabinette mit seitlicher Beleuchtung, die mit dem ursprünglich geplanten Tageslichtkonzept zu wenig Licht abbekamen, weshalb schon für die Interimsausstellung ab 2016 Kunstlicht nachgerüstet wurde. Der auf dem Bild zu sehende Französische Pavillon wird noch restauriert. Er gehört nicht zur Gemäldegalerie, sondern zu Schlösserland Sachsen (Zwinger Xperience).

      Die aktuelle Interimsausstellung "Glanzlichter der Gemäldegalerie", ursprünglich bis 3. November geplant, wird nun bis zum 5. Januar 2020 verlängert, damit die Besucher aus aller Welt weiterhin die Möglichkeit haben, sich wenigstens einen Eindruck von der Dresdner Galerie zu verschaffen - namentlich in der touristisch wichtigen Weihnachtszeit. Als großer Fan der Gemäldegalerie und der alten Malerei überhaupt habe ich mir die Glanzlichter-Ausstellung kürzlich angesehen. Sie befindet sich im Gobelinsaal und drei angrenzenden Erdgeschossräumen, die nach der Sanierung erstmals im Rahmen der Sonderausstellung zum "Schokoladenmädchen" von Liotard zugänglich waren. Dort gab es damals auch eine Rekonstruktion des Pastellkabinetts - aber ohne Seidendamast. Die aktuelle kleine Bilderschau ist hervorragend zusammengestellt und bringt den Mythos der Dresdner Galerie auf den Punkt. Einige der Bilder waren in der vorangegangenen Interimsausstellung nicht zu sehen.

      Für Freunde unseres Hochzeitspaares von 1719: Unter den "Glanzlichtern" werden Altersbildnisse von August III. und Maria Josepha gezeigt. Der Maler Pietro Graf Rotari hat den Dargestellten nicht gerade geschmeichelt, aber man ahnt, was Dirk Syndram schon mal verriet, dass die beiden als Paar gut zusammen passten. Maria Josepha trägt auf diesem späten Bildnis jene Haarnadel mit einem Brillanttropfen, der von einem Adler gehalten wird, die ihr der Schwiegervater August der Starke einst zur Hochzeit schenkte und die aktuell im Sponsel-Raum des Neuen Grünen Gewölbes ausgestellt ist. Dem Bildnispaar gegenüber hängen zwei Schweizer Portraits: ein frühes Selbstbildnis von Anton Graff und ein Damenbildnis von Angelica Kauffmann. Eine solche Zusammenstellung hat man noch nicht gesehen. Ich gerate ins Schwärmen.

      Bei der Sanierung der Gemäldegalerie Alte Meister setzt man auf höchste Qualität und Prachtentfaltung. Erstmals seit dem Krieg wird dann die Antikensammlung wieder im Semperbau gezeigt. Welches Potenzial in ihr steckt, konnte man Anfang dieses Jahres in einer Sonderausstellung im Potsdamer Museum Barberini erkennen.

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    • Die SKD haben inzwischen den Termin für die Wiedereröffnung der Gemäldegalerie Alte Meister bekannt gegeben. Freuen wir uns auf den 29. Februar 2020! Für den 28. Februar ist ein Festakt angesetzt.

      Zwei Menschen in Betrachtung der Sixtinischen Madonna, links die Heilige Familie von Andrea Mantegna
      (Foto: Richard Peter, zwischen 1964 und 1977, Deutsche Fotothek, CC-BY-SA-3.0)
    • Eine absolut sehenswerte Doku über den Dresdner Zwinger brachte der MDR am 22. Oktober. Dank einer engen Zusammenarbeit mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und Schlösserland Sachsen entstand ein Stück Bildungsfernsehen im besten Sinne. Über die Mediathek ist der Film noch bis zum 21. Oktober 2020 abrufbar:

      MDR Fernsehen: Poesie in Sandstein - 300 Jahre Dresdner Zwinger (verfügbar bis 21. Okt. 2020)

      Hinweise: Die Luftaufnahmen sind mehrere Jahre alt. Bei Minute 22:45 sehen wir das Areal an der Ostra-Allee. Oben im Bild ein grünes Grundstück mit Bäumen. Das ist Der Herzogin Garten. Heute stehen am Rande Wohnbauten, der Garten und die Orangerie wurden rekonstruiert. Rechts vom Zwinger und unterhalb der Ostra-Allee ist das Areal der Alten und Neuen Theaterwerkstätten gut zu sehen, eine Kombination aus historischem Marstall und DDR-Bauten.

      Die übrigen Filmaufnahmen sind - sofern sie nicht als historisch gekennzeichnet sind - aber topaktuell. Sie stammen aus diesem Sommer. Die Szene mit den Kupferstichen und dem kurzen Interview mit Stephanie Buck wurde im Studiensaal des Kupferstich-Kabinetts im Residenzschloss gedreht. Die Computeranimationen sind Ausschnitte aus der "Zwinger Xperience", die im halben Riesenfußball im Zwingerhof gezeigt wird, sowie aus dem in Vorbereitung befindlichen Multimedia-Angebot zur Zwingergeschichte, das wohl ab dem kommenden Jahr im Französischen Pavillon zu sehen sein wird. Man bekommt auch ganz kurz Einblick in die gerade laufende Sanierung dieses Pavillons und der anschließenden Bogengalerie.

      Zu den Aufnahmen aus der Gemäldegalerie Alte Meister: Die Filmsequenzen mit Gemälden und Besuchern wurden in der aktuellen Interimsausstellung "Glanzlichter der Gemäldegalerie" gedreht. Hier zeigt sich der Nutzen dieser Interimsausstellung. Obwohl nur ein ganz kleiner Teil der Gemäldegalerie derzeit geöffnet ist, kann der Film doch einen authentischen Eindruck von diesem Museum vermitteln. Für mich ist es ein Zeichen der Qualität des Dokumentarfilms, dass man hierfür nicht auf Archivaufnahmen zurückgegriffen hat. Die Szene in den leeren Räumen mit grüner Wandbespannung, in denen noch gearbeitet wird, zeigt den gerade sanierten zweiten Bauabschnitt.

      Orangenbäume im Zwingerhof vor der Langgalerie mit dem Kronentor (Foto: SchiDD, Mai 2017, CC-BY-SA-4.0)
    • Am 30. November wurde die Festung Dresden wiedereröffnet. Filmbericht des MDR dazu. Ab Sendeminute 2:17 sieht man den neuen Aufzug, der von der Brühlschen Terrasse ins Spektakel hinunterführt (siehe auch Foto von Chris1988 oben).

      Sehr informativ auch dieser Rundfunkbeitrag von Heike Schwarzer.

      Wie findet ihr solch ein Multimedia-Spektakel, von Kurator Dirk Welich auch "Historical Side Performance" genannt?

      So etwas droht - ja, ich sage bewusst: droht - auch im Zwinger. Dort soll eine Xperience-Show in die Bogengalerie beim Französischen Pavillon einziehen. Da müsste man doch die Innenarchitektur und die vielen Fenster hinter Projektionswänden verstecken.

      Die Macher der Show betonen den authentischen historischen Ort. Aber könnte man eine solche Show nicht genausogut in Las Vegas abspielen? Das einzige Problem wäre, dass es dort niemanden interessieren würde. Sie reden auch von der "explorativen Partizipation der Besucher", aber werden die nicht einfach nur mit History-Kitsch eingelullt und zugedröhnt?

      Und noch ein Produkt der Abteilung "Wortgeklingel" - "immersives Museum". Aha.

      Ein Beispiel: Man hört in der Show die Stimme von Kurfürst Moritz. Da sage ich: Die Sprecherstimme passt nicht zu der Figur und der sprachliche Stil passt erst recht nicht. Das ist ganz einfach Kitsch.