Dresdner Hof- und Staatsbauten

  • Ich habe einfach ein gutes Gedächtnis.


    Nein, Spaß beiseite: habe ganz simpel bei Google nach 'Dresden Hofkirche Fresken' gesucht und schon auf der ersten Seite der angezeigten Fundstellen wurde auf das Forum Stadtbild Deutschland verwiesen, genauer auf die beiden von mir zitierten Beiträge aus dem genannten Strang. Daß dann ausgerechnet der eine Beitrag von Dir stammte, war natürlich der Clou.

  • Die Wiedereröffnung der Gemäldegalerie Alte Meister wurde verschoben.


    Bericht des MDR


    Ausführliche Pressemitteilung der SKD


    Bislang hatten die SKD die Wiedereröffnung der sanierten Sempergalerie für den 7. Dezember angekündigt und mit großem Aufwand als zweiten Höhepunkt des Jahres (nach den Paraderäumen) beworben. Vergleiche meine Beiträge Nr. 229 und 230 (vom 9. August) hier im Strang. Gestern kam dann die Mitteilung, dass die Wiedereröffnung der Gemäldegalerie auf Februar 2020 verschoben wird. Grund ist die kurzfristige Aquirierung privater Finanzmittel in Höhe von 600.000 Euro. Das eröffnete Spielraum für weitere Maßnahmen, die am rationellsten jetzt während der Schließzeit mit erledigt werden. Für die Sanierung der Gemäldegalerie standen aus dem Landeshaushalt bereits 49,8 Millionen Euro zur Verfügung, doch die reichten nicht, um alle Wünsche zu erfüllen.


    Was wird nun zusätzlich gemacht?


    Eine Akzentbeleuchtung. Die hatte Frau Ackermann bereits am 7. August angekündigt. Sie kommt nun im ganzen Haus. Tageslicht wird aber im Lichtkonzept weiter eine wichtige Rolle spielen.


    Die beiden Nebentreppenhäuser werden gestrichen. Bisher war das moderne Treppenhaus im ersten Bauabschnitt für Besucher zugänglich. Es war weiß gestrichen und wirkte schon nach kurzer Zeit etwas schmuddelig. Nun kommt also Farbe. Zudem soll dort Kunst platziert werden. In dem genannten Treppenhaus stand während der Interimsausstellung der Gipsabguss eines gefesselten Sklaven von Michelangelo (Original im Louvre).


    Im Obergeschoss des Deutschen Pavillons (Deutscher Saal, Foto in Beitrag Nr. 230) wird nun ein Café eingerichtet. Der Saal war während der Interimsausstellung mit Werken aus der Abgusssammlung von Anton Raphael Mengs bestückt. Das war noch nicht die optimale Nutzung. Der baulich vergleichbare Böttgersaal im Porzellanpavillon zeigt, wie ein solcher Saal strahlen und glänzen kann. Ob das Café ideal ist? Wir werden sehen.


    Das Pastellkabinett wird mit wertvollem Seidendamast bespannt. Die Farbe wurde noch nicht verraten. Ich bin gespannt. Das unter August III. eingerichtete Pastellkabinett der Dresdner Galerie ist weltweit einzigartig. Es soll nun maximal glänzen und prunken. Bravo!


    Auch das Parkett im zweiten Obergeschoss wird nun erneuert. Vergleiche dazu den Radiobeitrag des MDR vom 13. August (Link oben). Da hatte irgendwie das Staatsgeld nicht gereicht. Vielleicht, weil man die grauen Wandbespannungen im ersten Bauabschnitt wieder austauschen wollte. Solche Wandbespannungen sind ja nicht billig.


    Die Baustelleneinrichtung an der Theaterplatzseite wird von Ende September bis Anfang Dezember abgebaut. Aktuell sieht es dort so aus:


    Gemäldegalerie Alte Meister, Fassade zum Theaterplatz (Foto: Jabale83, 9. Juli 2019, CC0)


    Das Bild lässt sich schön vergrößern. Das Fassadengerüst wurde inzwischen (Mitte September) vollständig abgebaut, aber der Rest der Baustelleneinrichtung steht noch. Sichtbares Zeichen der Sanierung an den Fassaden sind die neuen Fenster sowie der Abschluss der Kuppel. Das Rotbraune da oben dürfte frisches Kupferblech sein.


    Und hier noch das Haus von der anderen Seite:


    Gemäldegalerie Alte Meister, Fassade zum Zwingerhof, links der Französische Pavillon (Foto: Jabale83, 9. Juli 2019, CC0)


    Die Spezialverglasung ist hier noch besser zu erkennen. Man befürchtet aber trotzdem auf längere Sicht UV-Probleme, die zu Farbveränderungen an Gemälden führen können. Es werden langfristige Messungen im einstigen Bellotto-Gang (das ist auf dem Bild die rechte Fensterreihe im ersten Obergeschoss) durchgeführt. Die berühmten Dresdner Veduten Bernardo Bellottos, die dort einst hingen, wurden durch lichtunempfindliche Plastiken des 16. bis 18. Jahrhunderts ersetzt. Ich denke, dass man diese Einrichtung aus der Interimsausstellung so beibehalten wird. Die Theaterplatzseite der Gemäldegalerie geht nach Norden. Dort sind Bilderkabinette mit seitlicher Beleuchtung, die mit dem ursprünglich geplanten Tageslichtkonzept zu wenig Licht abbekamen, weshalb schon für die Interimsausstellung ab 2016 Kunstlicht nachgerüstet wurde. Der auf dem Bild zu sehende Französische Pavillon wird noch restauriert. Er gehört nicht zur Gemäldegalerie, sondern zu Schlösserland Sachsen (Zwinger Xperience).


    Die aktuelle Interimsausstellung "Glanzlichter der Gemäldegalerie", ursprünglich bis 3. November geplant, wird nun bis zum 5. Januar 2020 verlängert, damit die Besucher aus aller Welt weiterhin die Möglichkeit haben, sich wenigstens einen Eindruck von der Dresdner Galerie zu verschaffen - namentlich in der touristisch wichtigen Weihnachtszeit. Als großer Fan der Gemäldegalerie und der alten Malerei überhaupt habe ich mir die Glanzlichter-Ausstellung kürzlich angesehen. Sie befindet sich im Gobelinsaal und drei angrenzenden Erdgeschossräumen, die nach der Sanierung erstmals im Rahmen der Sonderausstellung zum "Schokoladenmädchen" von Liotard zugänglich waren. Dort gab es damals auch eine Rekonstruktion des Pastellkabinetts - aber ohne Seidendamast. Die aktuelle kleine Bilderschau ist hervorragend zusammengestellt und bringt den Mythos der Dresdner Galerie auf den Punkt. Einige der Bilder waren in der vorangegangenen Interimsausstellung nicht zu sehen.


    Für Freunde unseres Hochzeitspaares von 1719: Unter den "Glanzlichtern" werden Altersbildnisse von August III. und Maria Josepha gezeigt. Der Maler Pietro Graf Rotari hat den Dargestellten nicht gerade geschmeichelt, aber man ahnt, was Dirk Syndram schon mal verriet, dass die beiden als Paar gut zusammen passten. Maria Josepha trägt auf diesem späten Bildnis jene Haarnadel mit einem Brillanttropfen, der von einem Adler gehalten wird, die ihr der Schwiegervater August der Starke einst zur Hochzeit schenkte und die aktuell im Sponsel-Raum des Neuen Grünen Gewölbes ausgestellt ist. Dem Bildnispaar gegenüber hängen zwei Schweizer Portraits: ein frühes Selbstbildnis von Anton Graff und ein Damenbildnis von Angelica Kauffmann. Eine solche Zusammenstellung hat man noch nicht gesehen. Ich gerate ins Schwärmen.


    Bei der Sanierung der Gemäldegalerie Alte Meister setzt man auf höchste Qualität und Prachtentfaltung. Erstmals seit dem Krieg wird dann die Antikensammlung wieder im Semperbau gezeigt. Welches Potenzial in ihr steckt, konnte man Anfang dieses Jahres in einer Sonderausstellung im Potsdamer Museum Barberini erkennen.

  • Eine absolut sehenswerte Doku über den Dresdner Zwinger brachte der MDR am 22. Oktober. Dank einer engen Zusammenarbeit mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und Schlösserland Sachsen entstand ein Stück Bildungsfernsehen im besten Sinne. Über die Mediathek ist der Film noch bis zum 21. Oktober 2020 abrufbar:


    MDR Fernsehen: Poesie in Sandstein - 300 Jahre Dresdner Zwinger (verfügbar bis 21. Okt. 2020)


    Hinweise: Die Luftaufnahmen sind mehrere Jahre alt. Bei Minute 22:45 sehen wir das Areal an der Ostra-Allee. Oben im Bild ein grünes Grundstück mit Bäumen. Das ist Der Herzogin Garten. Heute stehen am Rande Wohnbauten, der Garten und die Orangerie wurden rekonstruiert. Rechts vom Zwinger und unterhalb der Ostra-Allee ist das Areal der Alten und Neuen Theaterwerkstätten gut zu sehen, eine Kombination aus historischem Marstall und DDR-Bauten.


    Die übrigen Filmaufnahmen sind - sofern sie nicht als historisch gekennzeichnet sind - aber topaktuell. Sie stammen aus diesem Sommer. Die Szene mit den Kupferstichen und dem kurzen Interview mit Stephanie Buck wurde im Studiensaal des Kupferstich-Kabinetts im Residenzschloss gedreht. Die Computeranimationen sind Ausschnitte aus der "Zwinger Xperience", die im halben Riesenfußball im Zwingerhof gezeigt wird, sowie aus dem in Vorbereitung befindlichen Multimedia-Angebot zur Zwingergeschichte, das wohl ab dem kommenden Jahr im Französischen Pavillon zu sehen sein wird. Man bekommt auch ganz kurz Einblick in die gerade laufende Sanierung dieses Pavillons und der anschließenden Bogengalerie.


    Zu den Aufnahmen aus der Gemäldegalerie Alte Meister: Die Filmsequenzen mit Gemälden und Besuchern wurden in der aktuellen Interimsausstellung "Glanzlichter der Gemäldegalerie" gedreht. Hier zeigt sich der Nutzen dieser Interimsausstellung. Obwohl nur ein ganz kleiner Teil der Gemäldegalerie derzeit geöffnet ist, kann der Film doch einen authentischen Eindruck von diesem Museum vermitteln. Für mich ist es ein Zeichen der Qualität des Dokumentarfilms, dass man hierfür nicht auf Archivaufnahmen zurückgegriffen hat. Die Szene in den leeren Räumen mit grüner Wandbespannung, in denen noch gearbeitet wird, zeigt den gerade sanierten zweiten Bauabschnitt.


    Orangenbäume im Zwingerhof vor der Langgalerie mit dem Kronentor (Foto: SchiDD, Mai 2017, CC-BY-SA-4.0)

  • Am 30. November wurde die Festung Dresden wiedereröffnet. Filmbericht des MDR dazu. Ab Sendeminute 2:17 sieht man den neuen Aufzug, der von der Brühlschen Terrasse ins Spektakel hinunterführt (siehe auch Foto von Chris1988 oben).


    Sehr informativ auch dieser Rundfunkbeitrag von Heike Schwarzer.


    Wie findet ihr solch ein Multimedia-Spektakel, von Kurator Dirk Welich auch "Historical Side Performance" genannt?


    So etwas droht - ja, ich sage bewusst: droht - auch im Zwinger. Dort soll eine Xperience-Show in die Bogengalerie beim Französischen Pavillon einziehen. Da müsste man doch die Innenarchitektur und die vielen Fenster hinter Projektionswänden verstecken.


    Die Macher der Show betonen den authentischen historischen Ort. Aber könnte man eine solche Show nicht genausogut in Las Vegas abspielen? Das einzige Problem wäre, dass es dort niemanden interessieren würde. Sie reden auch von der "explorativen Partizipation der Besucher", aber werden die nicht einfach nur mit History-Kitsch eingelullt und zugedröhnt?


    Und noch ein Produkt der Abteilung "Wortgeklingel" - "immersives Museum". Aha.


    Ein Beispiel: Man hört in der Show die Stimme von Kurfürst Moritz. Da sage ich: Die Sprecherstimme passt nicht zu der Figur und der sprachliche Stil passt erst recht nicht. Das ist ganz einfach Kitsch.

  • "Sie werden assimiliert werden. Widerstand ist zwecklos."


    Es IST ein Borg-Kubus! ■


    Das Ding blinkt sogar im dunkeln... oder spielt "snake" - man weiss es nicht.


    15.12.19


    Auch wenn die Haut und die Löwenköpfe ganz cool finde... aber der Standort?! Ich weiss nicht. Sieht ebenso aus wie unabsichtlich da aus dem Deltaquadranten gelandet. Herrje...


    Wers nicht kennt, sollte Star Trek schauen.

  • Immersive Kultur ist eine Neuinterpretation, man muss hier nicht so auf exakte überkommene Formen und Werte achten. Es ist ein Versuch Menschen in die historische Architektur eintauchen/ immersieren zu lassen... Blobel lässt grüßen...

  • Festung Dresden


    Als ich am Sonntag da war, leuchtete der Aufzugskubus smaragdgrün, und zwar sowohl bei Tageslicht als auch am Abend bis 20 Uhr. Dann wurde die Beleuchtung ausgeschaltet. In Samaragdgrün sieht der Aufzug wahnsinnig gut aus. Aber auch ohne Beleuchtung gefällt mir die Fassade. Die Lampen stecken in den Kreuzungspunkten der Metallgitterverkleidung und strahlen die glatte Wand des Aufzugs an. Der Kubus leuchtet also gar nicht von innen heraus. Das führt bei seitlicher Betrachtung zu interessanten Lichteffekten. Ich finde auch, dass der Aufzug genau an der richtigen Stelle auf der Brühlschen Terrasse steht. Ein gelungener Neubau.

  • Endspurt in der Gemäldegalerie Alte Meister
    Der aktuelle DNN-Artikel entzieht sich leider hinter die Bezahlschranke.


    Doch der hier vom November tuts im Wesentlichen auch.

    https://www.tagesspiegel.de/ku…r-die-kunst/25224526.html


    Kurze Programm-Info

    https://www.sueddeutsche.de/ku…20090101-200127-99-656221


    Hinweis zur ersten neuen Sonderausstellung

    https://www.sueddeutsche.de/ku…20090101-200120-99-547206


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    Was alle aktuellen Zeitungsartikel unerwähnt lassen, aber aus meiner Sicht einer besonderen "lobenden Erwähnung" bedürfte ist die Tatsache, dass der Freistaat nochmals ne Menge Geld für FARBIGE Wandbespannungen in die Hand genommen hat.
    Farbige Bespannungen entsprechen der historischen Raumausstattung in Sempers Gemäldegalerie. Schon immer (wohl auch schon im ersten Galerie-Gebäude am Jüdenhof 1747 bis 1855 - heute Johanneum ) waren die großen Räume durch die Farben rot und grün geprägt.


    Unter dem Galerie-Direktor Bernhard Maaz (2010 bis 2015, zum Glück nach München abgezogen) und dem ungeliebten Generaldirektor Hartwig Fischer (2012 - 2016, kommend von Folkwangen Essen, und die Kariereleiter als GeneralDirektor ins British Museum "raufgefallen") kam es um 2014 - in Anlehnung an die Präsentation im Amsterdamer Rijksmuseum, unter Missachtung der Dresdener Historie - zur Entscheidung für eine graue Stoffbespannung. Diese "moderne" und "die Bilder in den Mittelpunkt rückende" Bespannung war dann - gegen das Anraten des SIB und der begleitenden planenden Architekten - für erhebliches Geld in 2015 auf 50% der sanierten Galerie (gesamter Ostflügel) eingebaut worden.

    Das Ergebnis behagte aber offensichtlich niemandem. Bis auf eine gute Wirkung in den Pastell-Kabinetten (warmweißes Kunstlicht) war die Bespannung einfach unmöglich. In den Oberlichtsälen wirkte der Stoff grünstichig und fad, und ließ z.B. die Sixtina mit ihrem alten Firnis ziemlich dumpf aussehen.
    Auch die Besucher brachten dies in einer Befragung zur Raumwirkung unmissverständlich im Gästebuch zum Ausdruck.


    Mit der Begründung "fleckiger Eckebereiche in den Oberlichtsälen" hat man sich letztlich vor etwa einem Jahr durchgerungen, den grauen Stoff in den fertiggestellten Oberlichtsälen wieder zu entfernen (!) und ist nun auf der gesamten ersten Etage zu farbigen Wänden zurückgekehrt.
    Ob der graue Stoff in manchen Räumen des 2. OG geblieben ist? Dort wirkte er recht gut. Wir werden es in wenigen Wochen wissen.

    Einziger Wermutstropfen: Auf Baustellen des Freistaates versucht man stets den Kostenrahmen zu halten.
    Sicher auch durch die nicht unerheblichen Kostensteigerung im Bereich Wandbespannung fehlt nun Geld für den Ausbau der (erst durch den Bau des Tunnels zwischen Ost- und Westflügel entstandenen neuen) Ausstellungsbereiche für ägyptische und assyrische Kunst im Untergeschoss. Dieser Teil der Ausstellung kann bis Ende Februar nun aus finanziellen (!) Gründen nicht eingerichtet werden, berichtet DNN.

  • Danke, eryngium!

    Zur Änderung der Wandbespannungen im Laufe der Sanierung - erst nach Grau, dann zurück nach Bunt - könnt ihr auch meine beiden Beiträge vom 8. und 9. August 2019 hier vergleichen. Interessant ist zudem der Film zur Sonderausstellung über die Sixtinische Madonna von 2012, in dem auch Bernhard Maaz auftritt.


    Zu eryngiums erstem Link zur Süddeutschen: Das Foto vom Saal der Sixtinischen Madonna ist möglicherweise schon älter, ein Archivbild. Die Aufnahme stammt vom dpa-Fotografen Sebastian Kahnert. Der verlinkte Tagesspiegel-Artikel ist sehr informativ und verwendet die von den SKD zur Verfügung gestellten aktuellen Pressefotos.

    Einerseits strahlen die monumentalen Gemälde der Italiener schon von allein in ihren massiven, goldenen Rahmen auf den roten Wänden. Da die Meister südlich der Alpen aber vornehmlich auf Pappelholz malten, ist es sehr riskant, sie zu reinigen, da der Schaden unter Umständen größer wäre als der Nutzen. „Also restaurieren wir mit Licht“, sagt Koja. „Durch Einlegen von Blaufiltern nehmen wir den Gelbstich aus den Gemälden, ohne etwas an ihnen zu verändern.“ Auch der zweite große Raum wird den Italienern gewidmet, wieder hängen die Bilder auf rotem Grund. Die Wandfarben erleichtern dem Besucher so auch die Orientierung über die Malschulen. Blau steht für Franzosen und Spanier, Grün für die Niederländer, Rot für die Italiener. Für sie allein hat man 50 Farbtafeln mit verschiedenen Rottönen getestet.

    Franzosen und Spanier auf Blau stelle ich mir großartig vor. Davon wurden noch keine Bilder veröffentlicht. Außerdem fehlen noch Angaben zur deutschen Malerei. Da gab es im 2. OG bereits früher graue Wandbespannungen. Ich denke, man wird bei den Wandbespannungen jetzt alles erledigen, was Stephan Koja für notwendig hält. Die aufwendige Lichtregie muss ja auch im 2. OG eingestellt und abgestimmt werden. Das Pastellkabinett wurde vor einem Jahr in einer Sonderausstellung gewürdigt. Der Film gibt Einblicke: Klick. Diese Bereiche sind sehr wichtig, da wird man jetzt keine halben Sachen machen.


    Infos für die Presse mit tollen Fotos gibt es hier: Klick.


    Scholz & Friends machen eine richtige Werbekampagne mit mehreren Motiven (unten auf der Seite). Die anderen Fotos sind auch interessant. Die Aufnahmen mit Personen (sowie Ganymed mit Kinderkopf) stammen von David Pinzer, der viel in dem Bereich für die SKD arbeitet. Zusätzlich gibt es schon Fotos eingerichteter Bereiche ohne Menschen, die David Brandt gemacht hat, der darauf spezialisiert ist. Sicherlich dienen diese Fotos auch dazu, die Wirkung der Räume und Hängungen zu überprüfen. Ob von Pinzer oder Brandt, es fällt sofort auf, dass die Gemälde in allen Details sehr gut zu sehen sind. Das ist bei Fotos, die ganze Räume zeigen, nicht selbstverständlich und belegt, dass man bei Farbabstimmung und Ausleuchtung der Räume gut gearbeitet hat. Im Übrigen zeigten schon die letzten Ausstellungen- Cuccina-Zyklus, Schokoladenmädchen, Glanzlichter -, die mit Kunstlicht arbeiteten, dass den Dresdnern die Inszenierung der Gemälde sehr gut gelingt. Ich möchte hier nebenbei auch betonen, dass bei der Einrichtung und Inbetriebnahme der sanierten Sempergalerie der SKD-Technikchef Michael John eine wichtige Rolle spielt. Nach dem Einbruch im Grünen Gwölbe stand er ja in der Kritik.


    Hier noch die Internetseite zur künftigen Ausstellung. Dort am Anfang ein Filmchen, das Appetit macht und die grünen und roten Bespannungen zeigt. Zitat Koja: "Das ist der schönste Augenblick im Leben eines Museumsmannes." Das glaube ich gern. Bei der Einrichtung der Räume wäre ich gern dabei.


    Die Wiedereröffnung der Gemäldegalerie wird der Höhepunkt des Jahres! Hoffen wir, dass die Ausstellungsbereiche im Untergeschoss dann auch bald fertiggestellt werden!

  • eryngium

    Der DNN-Artikel ist zwar nicht selbst recherchiert, sondern eine Übernahme von dpa, bestärkt aber doch die Vorfreude auf die Wiedereröffnung der Gemäldegalerie. Die Fotos sind von dem dpa-Fotografen Sebastian Kahnert und vermutlich aktuell. Schade, dass nicht auch ein Raum mit grünen oder blauen Wänden gezeigt wird.


    Zum Pastellkabinett fand ich in einem Beitrag von mir (vom 19. September) noch die folgende Info:

    Das Pastellkabinett wird mit wertvollem Seidendamast bespannt. Die Farbe wurde noch nicht verraten. Ich bin gespannt. Das unter August III. eingerichtete Pastellkabinett der Dresdner Galerie ist weltweit einzigartig. Es soll nun maximal glänzen und prunken. Bravo!


    Auch das Parkett im zweiten Obergeschoss wird nun erneuert. Vergleiche dazu den Radiobeitrag des MDR vom 13. August (Link oben). Da hatte irgendwie das Staatsgeld nicht gereicht. Vielleicht, weil man die grauen Wandbespannungen im ersten Bauabschnitt wieder austauschen wollte. Solche Wandbespannungen sind ja nicht billig.

    Interessant, dass der dpa-Bericht den Seidendamast ebenfalls erwähnt (die Angabe stammt aus einer Pressemitteilung der SKD), aber zur Farbe nichts sagt. Dafür erfahren wir, dass die altdeutsche Malerei auf der herrlichen grünen Wandbespannung präsentiert wird. Das wird ein Fest für die Augen!


    Der DNN-Artikel gibt an, dass 450 Skulpturen gezeigt werden sollen. Das ist sehr viel. Da darf man gespannt sein. Ich freue mich auch schon auf die Bildteppiche. Ein Saal mit 40 Cranachs, ein anderer mit 20 Bellottos, Bilderhängungen in barocker Fülle - es wird grandios!

  • Jo - heute kostenlose Zeitkarten für den 29.02. bei der SKD-Kasse im Schloss geholt. Wird sicher interessant.

  • Am Freitag 28.02. wird nach 7-jähriger Bauzeit die komplett sanierte und neu wieder eingerichtete Gemäldegalerie eröffnet. Nach einem Staatsakt mit diversen Präsidenten (jedoch „ohne Fußvolk“) darf ab 20.30 die interessierte Bevölkerung im Zwingerhof der Übertragung eines Konzertes (E-Gitarren-Pop, https://de.wikipedia.org/wiki/Woods_of_Birnam) aus der Galerie beiwohnen. Dazu soll es an ein paar „Fressbuden“ auch was zu essen und trinken geben.

    Ab 22.oo bis 2.oo Uhr dürfen Kunstliebhaber zu einem ersten Rundgang durch die Räume schlendern.


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    Es ist zu wünschen, dass möglichst viele Menschen zu dieser OpenAir-Veranstaltung mit anschließendem Rundgang Interesse bekunden!

    Der eine oder andere denkt jetzt sicher: Freitag gegen halb neun? Da liege ich gemeinhin geschafft vom Stress der Woche auf der Couch. Auf Massenauflauf habe ich keine Lust und ich gehe später mal zu den normalen Öffnungszeiten hin, wenn ich die Kunstwerke in Ruhe betrachten kann… Alles verständlich.

    Leider ist es wichtig, dass auch das „dekadente Bildungsbürgertum“ sich einer Eventisierung der Hochkultur nicht verschließt! Man mag es nicht glauben, aber mittlerweile muss man in Dresden zeigen, dass es Menschen gibt, die sich für die Kultur der Altvorderen interessieren:


    Gerade hatte die Stadt Dresden unter weitgehender Missachtung ihrer kulturellen Vergangenheit eine grandios gescheiterte Bewerbung um den Titel Europäische Kulturhauptstadt bei der EU eingereicht. In der Begründung der Europäischen Jury zu den 8 deutschen Kulturhauptstadtbewerbungen bezüglich der Ablehnung der Dresdener kann man unmissverständlich nachlesen, dass das Gremium „überrascht war, dass die Stadt im Rahmen ihrer Bewerbung NICHT auf ihrem bedeutenden und weltweit bekannten materiellen und immateriellen Erbe [gemeint sind hier Potentiale wie Gemäldegalerie, Grünes Gewölbe, Zwinger, Residenzschloss- oder Moritzburg, Frauen- oder Hofkirche, Staatskapelle oder Kreuzchor] aufbaute oder dieses Erbe erneut untersuchte. Ungeachtet der … Tatsache, dass dieses Erbe nicht das Eigentum der Stadt, sondern des Freistaates steht, ist es eine bedeutende verpasste Gelegenheit, ein Projekt in der Größenordnung einer Europ. Kulturhauptstadt zu entwickeln, ohne alle wichtigen Kulturgüter der Stadt (und der Region) einzubeziehen.“


    Statt dessen suchte die Stadt Dresden ihr Heil in der Beschäftigung mit den eher zeitgeistigen Themen-Schwerpunkten:

    - freies und friedliches Zusammenleben Europas / Demokratie

    - Heimat - Common Ground / Ost und West,

    - Power of Strangeness (aufkeimender Multikulturalismus in der Stadt und ein Blick auf Dresdens koloniale Vergangenheit) und

    - Neue Heimat X-Culture (Darstellung aktueller Transformationen in der europäischen Gesellschaft)

    Auch wurden:

    - Elbe, Wasser und Nachhaltigkeit sowie

    - Partizipation

    als Schwerpunkte der Kulturhauptstadt-Bewerbung thematisiert.

    Mit diesen neuen kulturellen Ansätzen ist die Stadt bei der Bewerbung gescheitert, denn nach Einschätzung der Jury gelang es „leider … nicht, diese Themen aus kultureller und künstlerischer Sicht überzeugend zu behandeln. … Eine zusammenhängende künstlerische Vision fehlte“.


    Zusammengefasst:

    Die Stadt Dresden hat für ihre Bewerbung zur europäischen Kulturhauptstadt "das Rad neu zu erfinden" versucht und negierte dabei ihre historischen Werte und Aspekte (bis auf jenen der kolonialen Vergangenheit) komplett.


    Nun ist es wohl Zeit durch Präsenz zu zeigen, dass historisch Überliefertes für viele Menschen immer noch einen sehr hohen Stellenwert hat.