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Dresdner Hof- und Staatsbauten

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    • Zwinger Dresden

      saechsische.de/plus/zeitreise-…r-geschichte-5081994.html

      Anlässlich der Jahrhunderthochzeit 1719 wird gerade eine provisorische Kuppel im Zwingerhof aufgebaut, wo ein Auschnitt der neuen Austellung "Zwinger Xperience" als audiovisuelle 270-Grad-Projektion ab 29.Juni zu sehen sein wird.
      Für 3€ erlebt man 8 Minuten des Reiterballetts.

      Ab September 2020 wird diese Ausstellung dann nocch größer in der dann fertig sanierten Bogengalerie L zu sehen sein.
      In den Französische Pavillon kommt das Foyer und ein Cafe. Außerdem wird ein Aufzug in den Verbindungsgang zur Sempergalerie eingebaut

      Anschließend beginnt die schrittweiße Zwingerhofsanierung, wo der rötliche Belag gegen eine gelbe sandgeschlemmte Decke ausgetauscht wird und wie ich früher schon mal erwähnte werden die Asphaltbahnen der Hauptwege durch einen Sandsteinbelag ersetzt.

      Geplant ist, ab Herbst 2020 zwei Jahre lang schrittweise den Hof zu sanieren. Die rötliche Schotterdecke soll durch eine besser wasserdurchlässige gelbe Schicht ersetzt werden. Zudem sind die asphaltierten Hauptwege zwischen Kronentor und Sempergalerie sowie Glockenspiel- und Wallpavillon dem großen Besucheransturm nicht mehr gewachsen. Deshalb ist geplant, dass diese Hauptwege einen stabilen Sandsteinbelag bekommen.
      Wenn nicht anders angegeben, sind alle Bilder von mir.

      Da das Einbinden externer Bilder nicht mehr im Forum gestattet ist, leidet etwas die Quaität meiner Bilder. Sorry :(
    • Das Kuppelzelt im Zwingerhof ist schrecklich. Es steht genau im Kreuzungspunkt der Achsen und stört alle Sichtbeziehungen. Das Ganze für eine 270-Grad-Filmprojektion, die ein Reiterballett von 1719 nachstellt. Wie genau kann man sowas eigentlich rekonstruieren? Seinerzeit war ja kein Kamerateam vor Ort. Aber egal: Hauptsache bunt, bewegt und mit tollem Sound. Auf dem Werbezettel steht: "mitten im Innenhof des Dresdner Zwingers kurzweilig zurück ins barocke Dresden". Wozu mitten im Zwingerhof? Man hätte das Zelt z. B. auch am Rande des Theaterplatzes aufstellen können, wo es weniger stört. Ab nächstem Jahr soll es dann in der Bogengalerie eine noch größere "Xperience" geben. Eine seriöse Ausstellung zur Zwingergeschichte mit historischen Objekten scheint man nicht zu planen. Die realen Objekte zugunsten von virtual reality in den Hintergrund treten zu lassen, ist keine gute Entwicklung.

      Bei der Festung Dresden ist auch eine "Xperience" geplant. Der Aufzug von der Brühlschen Terrasse zum VR-Spektakel ist baulich immer noch auf dem Stand, den Chris1988 hier zuletzt gezeigt hatte. Ich hätte gedacht, dass es schneller voran geht.

      Im Stallhof sind die Stechbahnen aktuell mal wieder vollständig aufgebaut. Das finde ich schön, dass man das zwischen den Events immer mal wieder macht. Aber warum wird der Stallhof eigentlich im Sommer schon um 20 Uhr geschlossen? 5 nach 8 drücken sich dann die Touris die Nasen an den Gittertüren unter dem Georgenbau platt. Offensichtlich wünschen sie doch noch das Erlebnis echter historischer Bauten und Räume.
    • Rastrelli wrote:

      Das Ganze für eine 270-Grad-Filmprojektion, die ein Reiterballett von 1719 nachstellt. Wie genau kann man sowas eigentlich rekonstruieren? Seinerzeit war ja kein Kamerateam vor Ort.
      Es waren die Kamerateams der damaligen Zeit vor Ort, nämlich Zeichner und Kupferstecher. In den Graphischen Sammlungen Dresden sind diese Blätter, die die Festivitäten und auch die Ballettaufführungen szenisch festhalten, aufbewahrt. Diese bieten zumindest Anhaltspunkte für die Rekonstruktion solcher Aufführungen. Ein Teil der Blätter ist an verschiedenem Ort publiziert, am umfassendsten hier in diesem Band:

      verlag.sandstein.de/listview?d…search_jahr=&search_isbn=
    • Rastrelli wrote:



      Im Stallhof sind die Stechbahnen aktuell mal wieder vollständig aufgebaut. Das finde ich schön, dass man das zwischen den Events immer mal wieder macht. Aber warum wird der Stallhof eigentlich im Sommer schon um 20 Uhr geschlossen? 5 nach 8 drücken sich dann die Touris die Nasen an den Gittertüren unter dem Georgenbau platt. Offensichtlich wünschen sie doch noch das Erlebnis echter historischer Bauten und Räume.
      Da sind sie

      abload.de/image.php?img=img_0655dnkdg.jpg
      Wenn nicht anders angegeben, sind alle Bilder von mir.

      Da das Einbinden externer Bilder nicht mehr im Forum gestattet ist, leidet etwas die Quaität meiner Bilder. Sorry :(
    • Rastrelli wrote:

      Das Kuppelzelt im Zwingerhof ist schrecklich. Es steht genau im Kreuzungspunkt der Achsen und stört alle Sichtbeziehungen....
      Dem kann man leider einfach nur vollstens zustimmen. Man fragt sich, was die insgesamt doch als eher unsensibel zu bezeichnende General-Direktion Schlösser und Gärten hier zugelassen hat.

      Man kann reihenweise die Touristen schimpfen hören, dass kein gescheites Foto des Zwingers mehr möglich ist.
      Ich finde es ziemlich unangemessen, wenn man die Hauptattraktion des diesjährigen Touristischen Vermarktungsschwerpunktes "Fürstenhochzeit" so entstellt.




      Der Bauzaun ist zwar jetzt weg, aber wirklich verträglicher ist die Gesamtwirkung trotzdem nicht.
    • Rastrelli wrote:

      Das Kuppelzelt im Zwingerhof ist schrecklich. Es steht genau im Kreuzungspunkt der Achsen und stört alle Sichtbeziehungen. Das Ganze für eine270-Grad-Filmprojektion, die ein Reiterballett von 1719 nachstellt. Wie genau kann man sowas eigentlich rekonstruieren? Seinerzeit war ja kein Kamerateam vor Ort.

      etinarcadiameo wrote:

      Es waren die Kamerateams der damaligen Zeit vor Ort, nämlich Zeichner und Kupferstecher. In den Graphischen Sammlungen Dresden sind diese Blätter, die die Festivitäten und auch die Ballettaufführungen szenisch festhalten, aufbewahrt. Diese bieten zumindest Anhaltspunkte für die Rekonstruktion solcher Aufführungen.
      Eine Familie Pfennig hat einige Schappschüsse von dem Film ins Netz gestellt (weiter unten als Bild 1 und Bild 2) verlinkt. Es mag ja sein, dass die Festivität – das Reiterballett von 1719 in der Animation historisch einigermaßen korrekt nachgebildet worden ist, soweit das halt die bildlichen Zeitdokumente ermöglichten. Aber Bild 1 enthält einen peinlichen Fehler, der m.E. nicht passieren darf.

      Bild 1

      Man sieht am oberen Bildrand die Westfassade des Schlosses –aber in ihrer Gestaltung im Ergebnis des großen Schlossumbaus ab 1889. Der südwestliche Eckturm (der rechte der beiden) existierte 1719 noch gar nicht, der nordwestliche Eckturm hatte 1719 noch keine Haube.
      Auf diesem historischen Bild von 1709 ist die Bauform der Westfront des Schlosses dargestellt, wie sie auch 1719 vorlag: Klick

      Hier noch Bild 2 (Schnappschuss aus dem Animationsfilm): Bild 2

      Und noch 2 Beispiele für die von etinarcadiameo genannten Kupferstiche: Klick Klick

      Die gesamte Fotogalerie der Familie findet man hier (für die Szenen aus dem Animationsfilm etwas nach unten scrollen): Klick
    • BautzenFan wrote:

      Man sieht am oberen Bildrand die Westfassade des Schlosses –aber in ihrer Gestaltung im Ergebnis des großen Schlossumbaus ab 1889. Der südwestliche Eckturm (der rechte der beiden) existierte 1719 noch gar nicht, der nordwestliche Eckturm hatte 1719 noch keine Haube.
      Und die Fassadenfarbe des Residenzschlosses stimmt für keinen historischen Zeitpunkt. Außerdem: Die Dächer des Zwingers waren blau gestrichen, und auf diesem Gemälde von Johann Alexander Thiele aus dem Jahr 1722 (oder kurz danach) sieht man auch, dass sie wirklich blau aussahen. In der "Xperience"-Animation sind die Dächer grün, und das Obergeschoss des Kronentors erscheint sogar verglast (mit Fensterkreuz). Das war aber immer offen.

      Das Gemälde von Thiele zeigt übrigens im Hintergrund eine nicht ausgeführte Architektur nach Pöppelmanns Plänen für eine Erweiterung des Zwingers zur Elbe hin.

      Wenn es bunt ist, sich bewegt und aus dem Computer kommt, stellen viele Leute leider das Denken ein und meinen, sie würden einen echten Einblick in die Vergangenheit erhalten (life dabei!). Aber so einfach ist das nicht mit der Zeitreise. Die Computeranimationen vermitteln ein trügerisches Bild umfassenden Wissens. In meinem vorigen Beitrag wollte ich auf das Fehlen bewegter Bilder hinweisen. Es waren eben keine Kamerateams dabei. Zeichner und Grafiker liefern nur Standbilder. Hinzu kommen Beschreibungen, Angaben zur Musik und das Wissen um die anatomischen Bewegungsmöglichkeiten von Menschen und Pferden. Wie genau lässt sich anhand dessen ein barockes Festballett rekonstruieren?
    • Sempergalerie übergeben!

      Das SIB hat die Sempergalerie am Mittwoch, 7. August 2019, offiziell an die Nutzer übergeben.

      Bericht im MDR-Sachsenspiegel, 2 Minuten, sehr informativ:

      mdr.de/sachsen/dresden/dresden…c8c59624_zs-8b18b853.html

      Text mit Bilderstrecke hier:

      mdr.de/sachsen/dresden/dresden…egalerie-dresden-100.html

      Die entscheidenden Informationen: Die Gemäldegalerie wurde seit 2013 für insgesamt 50 Millionen Euro saniert. Dabei ging es insbesondere um moderne Haustechnik, Brandschutz, Sicherheitstechnik, Barrierefreiheit, neue Fenster mit UV-Schutz. Die Fassaden waren ein Randthema. Es ging hier um das Innenleben der Gemäldegalerie.

      Die Sanierung erfolgte in zwei Bauabschnitten. Der erste Abschnitt wurde noch unter dem vorigen Generaldirektor Hartwig Fischer übergeben. Ein sehr informativer Filmbericht der SKD von damals ist leider wohl aus dem Netz genommen worden. Fischer und die Konservatoren betonten damals, dass sie auf Tageslicht setzen. Es wurden graue Wandbespannungen angebracht, die die Farbwahrnehmung an den Gemälden verbessern sollten. Die Wandbespannungen standen in der Kritik. Teilweise wirkten sie fleckig. Zudem auch ein bisschen trostlos. Die Beleuchtung funktionierte auch nicht ganz so, wie erhofft. An den Fenstern der Südseite gab es UV-Probleme. Der Bellotto-Gang mit den berühmten Dresden-Ansichten wurde vor einigen Jahren geräumt, um die Bilder vor Farbveränderungen zu schützen. Seitdem wurden dort Plastiken aus Bronze und Marmor gezeigt. In den Bilderkabinetten an der Nordseite kam oft zu wenig Licht durch die Fenster, sodass eine künstliche Beleuchtung nachgerüstet werden musste. Ich fand das Konzept mit grauen Wänden und Tageslicht vor allem in den Oberlichtsälen nicht schlecht, aber perfekt war es eben auch nicht. Gegen graue Wandbespannungen ließ sich grundsätzlich einwenden, dass sie historisch nicht korrekt waren.

      Während der Sanierung der Sempergalerie wurde Marion Ackermann neue Generaldirektorin und Stephan Koja neuer Direktor der Gemäldegalerie Alte Meister. Die Konservatoren der Ebene darunter blieben aber und stehen für Kontinuität. Die Erfahrungen mit dem sanierten 1. Bauabschnitt und vermutlich auch die Wechsel in den Leitungspositionen führten zu Änderungen in der Planung. Schon vor längerer Zeit kündigten die SKD "neue" Wandbespannungen an (schwiegen sich aber über die Farbe aus) und ein verändertes Lichtkonzept. Die MDR-Berichte lüften nun das Geheimnis:

      Im eigentlich sanierten Westflügel werden die grauen Wandbespannungen nochmals ausgetauscht. Künftig gibt es grüne und rote Wandbespannungen, wie es historisch korrekt ist. Mir scheint aber, dass die Wandfarben gegenüber früher leicht geändert werden. Außerdem wird eine Akzentbeleuchtung eingeführt. Offenbar wird man dann zu keiner Tageszeit eine reine Tageslichtbeleuchtung erleben können, was bei dem historischen Galeriegebäude eigentlich möglich wäre und ursprünglich beabsichtigt war.

      In einigen Räumen (vor allem für Sonderausstellungen) setzt man auf einen Blauton als Wandfarbe. In der aktuellen Interimsausstellung mit einigen Hauptwerken kann man das und die subtile künstliche Beleuchtung schon erleben. Hintergrundfarbe und Lichtführung sind bei Gemäldeausstellungen ein schwieriges Thema.

      Die Gemäldegalerie Alte Meister ist nach wie vor der Publikumsmagnet der SKD. Mit der Präsentation einer herausragenden fürstlichen Gemäldesammlung in einem historischen Galeriegebäude stellt sie in Deutschland eine Rarität dar.

      The post was edited 2 times, last by Rastrelli ().

    • Sempergalerie - Gemäldegalerie Alte Meister

      Ich habe den Einführungsfilm zur Interimsausstellung im sanierten ersten Bauabschnitt von 2016 doch gefunden:

      youtube.com/watch?v=sQ0Tm1H7JxM

      Die neuen Wandbespannungen wirken in den ersten Szenen graugrün. In der Realität war es aber doch eher ein etwas langweiliges Hellgrau. In dem aktuellen MDR-Filmbericht wird gesagt, die Sixtinische Madonna hänge künftig auf Grün. Das dürfte ein Fehler sein, denn die Italiener gehören auf Rot. Es gab übrigens vor der Sanierung der Sempergalerie bereits Bereiche mit grauer Wandbespannung. Ich nehme an, dass man dort das Grau beibehalten wird. Die aktuelle Interimsausstellung "Glanzlichter der Gemäldegalerie" (noch bis 3. November) zeigt, dass im fertig sanierten 2. Bauabschnitt auch andere Wandfarben zum Einsatz kommen: Blau und sogar ein subtiles Rotbraun (für Malerei des 18. Jahrhunderts). Unter dem Link findet ihr Ansichten der Ausstellung, die sich vergrößern lassen. Ich finde, das sieht sehr gut aus so. Auch von der Beleuchtung.

      Hier noch ein Foto aus einem der Oberlichtsäle vor der Sanierung. Italiener des 16. Jahrhunderts (Veronese, Tintoretto) auf Rot:

      Gemäldegalerie Alte Meister, Oberlichtsaal mit roter Wandbespannung vor der Sanierung
      (Foto: Allie_Caulfield, Juni 2009, CC-BY-2.0)

      Und hier ein Oberlichtsaal nach der Sanierung des 1. Bauabschnitts. Italiener des 16. Jahrhunderts (Raffael, Dossi) auf Grau:

      Gemäldegalerie Alte Meister, sanierter Oberlichtsaal des 1. Bauabschnitts mit grauer Wandbespannung
      (Foto: Go2saxony, Juli 2016, CC-BY-SA-4.0)

      Das Grau wird nun also wieder geändert. Bei den internen Diskussionen um die Bestimmung der Wandfarben hätte ich gern zugehört.

      Unter dem Link zur "Glanzlichter"-Ausstellung oben seht ihr die Sixtinische Madonna in einem großen blauen Saal. Dies müsste der Gobelinsaal sein, in dem nach der Wiedereröffnung des komplett sanierten Hauses am 7. Dezember wohl wieder Gobelins zu sehen sein werden. Die Gemäldegalerie besitzt nämlich auch Gobelins nach Vorlagen berühmter Maler. Außerdem werden in der Gemäldegalerie künftig die antiken Skulpturen gezeigt, und zwar hier:

      Gemäldegalerie Alte Meister, Ausstellungshalle im Erdgeschoss des Ostflügels (Foto: SchiDD, Februar 2016, CC-BY-SA-4.0)

      Die Halle beherbergte über Jahrzehnte die Ausstellung der Rüstkammer. Für die Interimsausstellung im sanierten 1. Bauabschnitt wurden zusätzliche Wände zwischen die Säulen gestellt und die Halle mit Gemälden des 15. und 16. Jahrhunderts eingerichtet. Blickfang auf dem Foto ist Correggios Heilige Nacht. Künftig dort also die Antiken.

      Auch der Deutsche Pavillon des barocken Zwingers wird von der Gemäldegalerie bespielt. Hier der Saal im Obergeschoss:


      Gemäldegalerie Alte Meister, Deutscher Saal (Foto: SchiDD, Februar 2016, CC-BY-SA-4.0)

      Auf dem Bild ist der Deutsche Saal mit Gemälden von Anton Graff und passenden Skulpturen eingerichtet. Unter dem neuen Direktor wurde der Saal mit Werken aus der Abgusssammlung von Anton Raphael Mengs ziemlich vollgestellt. Ich finde, dass der architektonisch schöne Saal mit beiden Ausstellungskonzeptionen noch etwas unter seinen Möglichkeiten bleibt. Vielleicht wird die Präsentation der Skulpturen dort noch ein wenig optimiert. Unter diesem schönen Saal wurden Sonderausstellungsräume eingerichtet, die sich gegen die Wände und Fenster des barocken Pavillons völlig abschotten.

      Der Wiedereröffnung der komplett sanierten Gemäldegalerie Alte Meister am 7. Dezember sehe ich mit großer Freude entgegen.