Dresdner Hof- und Staatsbauten

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    • Laut SIB-Planung ist für den Herbst 2018 eine Abbruchmaßnahme im Zwinger vorgesehen. Keine Sorge, der Zwinger bleibt natürlich stehen. Es geht um den (erst im Zuge des Nachkriegsaufbaus entstandenen) Verbindungsgang zwischen Sempergalerie und dem so genannten Marmorsaal im Französischen Pavillon. Das Teil ist mir ehrlich gesagt noch nie aufgefallen, ist aber auch nur einstöckig und nur reichlich 8 m lang.
      In dieser Einstellung von google-maps erscheint der Gang genau in Bildmitte: Klick

      Hier noch eine Nahaufnahme (den Gang sieht man im Bild rechts):
      deutschefotothek.de/documents/…8362/df_mbs_0093009_038_b

      Bis einschließlich 2020 werden dann weitere Baumaßnahmen am Französischen Pavillon erfolgen: Sanierung Freitreppe und Vorterrasse, Fassadenrestaurierung, Reparaturen am Dach, Fensteraustausch, Erneuerung Haustechnik. Der Ausbau des Marmorsaals (im Obergeschoss des Französischen Pavillons gelegen) ist NICHT Bestandteil der aktuellen Sanierungsmaßnahme (SIB-Formulierung).

      Besagter Marmorsaal besaß vor dem Krieg die prächtigste Innenausstattung im Zwinger. Davon ist leider nicht mehr viel zu sehen. Aber – das muss nicht so bleiben, und soll es wohl auch nicht.
      Aufgrund seiner architektonischen Wertigkeit wurde der Saal natürlich auch im „Löffler“ gebührend berücksichtigt:

      Fritz Löffler schrieb:

      Den Namen trägt der Saal nach der kostbaren Verkleidung mit sächsischen Marmorarten, die an verschiedenen Orten des Landes gebrochen und in eigenen Steinschneidewerken, Schleif- und Poliermühlen veredelt wurden. Über den vergoldeten Simsen (vergoldete Simse – bitte merken) mit Adlerdekorationen ein dreiteiliges Deckenbild allegorischen Inhalts, eine Huldigung für August den Starken und seine Gemahlin Christiane Eberhardine, mit den Medaillons des Kurfürsten-Königspaares in der Längsachse des Mittelsaales von Christian Fehling.
      Quelle: Fritz Löffler *Das alte Dresden*

      Und hier sehen wir das Prachtstück – aufgenommen 1931: Klick

      Den üppigen Goldsims kann man auf diesem sw-Foto nur erahnen, also schaue man hier: Klick

      Die voranstehende Aufnahme entstand im Rahmen der Dokumentationsarbeiten für das Farbdiaarchiv.
      Vor ca. 2 Jahren wurde vom SIB eine recht umfängliche (112 Seiten) und reich bebilderte Broschüre über die Sanierungsarbeiten im Dresdner Zwinger herausgegeben (bezogen auf den Zeitraum 1991 bis 2015). Dort findet sich über den Marmorsaal folgende Information:

      SIB schrieb:

      Eine große Herausforderung stellt der einst reichste und wichtigste Saal des Zwingergartens– der Marmorsaal im Obergeschoss des Französischen Pavillons – dar. Von diesem Raum blieben eine Vielzahl hochkarätiger Fragmente in Form von Pilastersockeln, Gesimsfragmenten und Brüstungsintarsien erhalten. Eine Probeachse zur Auslotung aller Möglichkeiten für eine Rekonstruktion wurde bereits Ende der 1980er Jahre angelegt. Eine weitere Vertiefung ist notwendig.
      Quelle:
      https://www.sib.sachsen.de/fileadmin/user_upload/PDF-Dokumente/broschueren/2016/2016_NL_Dresden_I_Zwinger_Dresden_1.pdf

      Im Zitat ist die Rede von einer Vielzahl hochkarätiger Fragmente, die erhalten blieben – dies offensichtlich in der Art, dass man sie abgenommen und für einen späteren Wiedereinbau (mit Ergänzungen und Vergoldung) erst einmal eingelagert hat. Die nächsten 2 Fotos zeigen den Zustand des Saales, BEVOR diese vielen Fragmente abgenommen worden sind:

      deutschefotothek.de/documents/…2/df_hauptkatalog_0135727

      deutschefotothek.de/documents/…1/df_hauptkatalog_0135722

      Und nun der aktuelle Zustand des Saales incl. der im Zitat erwähnten Probeachse:


      By Bybbisch94,Christian Gebhardt - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=51957647

      Die folgenden Bilder sind Ausschnitte aus dem voran stehenden Foto, es gilt also die gleiche Bildquelle:








      Wenn man dann irgendwann einmal die Rekonstruktion der Innenarchitektur in Angriff nimmt, müsste eine Teilmaßnahme auch den Fußboden betreffen. Hierbei hatte mich zunächst verwirrt, dass die Innenfotos in der Fotothek eindeutig Parkettausführung belegen, wie hier zu sehen: Klick

      Eine sehr schöne, großformatige Aufnahme im „Löffler“ (in meiner Ausgabe auf Seite 167, Abb. 193) und auch das Ruinenbild in der SIB-Broschüre zeigen aber (genauso eindeutig) einen Natursteinbelag (in einem MARMOR-Saal kann man da ja sicher Marmor annehmen). Offenbar hatte man bei der Restaurierung in den 1930er Jahren den Parkettboden entfernt und wieder die ursprüngliche Marmorausführung hergestellt.

      Aktuell ist wieder Parkettboden vorhanden, meines Wissens noch aus der Ära des DDR-Aufbaus (war vermutlich preiswerter als Marmor, der Saal sollte ja erst mal genutzt werden können). Dass bei den Forschungsarbeiten in den 1980er Jahren auch die Fußbodengestaltung ein Thema war, beweist diese Aufnahme aus dem Planarchiv der Sächsischen Denkmalpflege (datiert 1986, betitelt: Entwurf für den Fußboden des Marmorsaales im Französischen Pavillon): Klick
    • Der SIB meldete am Wochenende in einer Pressemitteilung, dass nunmehr der Ausbau der *Festung Dresden* beginnt (Kasematten im Bereich der Brühlschen Terrasse). Wesentlicher Punkt der Baumaßnahmen ist die barrierefreie Erschließung der Räume. Dazu wird es einen Aufzug geben, dessen Zugang direkt auf der Brühlschen Terrasse positioniert wird. Der Aufzugskopf sieht so (Visualisierung):


      Zur Bildquelle:
      Fotograf: Architekturbüro Raum und Bau GmbH
      Anlage der o.g. Pressemitteilung mit der Anmerkung: Dieses Foto ist rechtefrei verwendbar.

      Den Standort des Aufzugskopfes sieht man hier: Klick


      Auszug aus der Pressemitteilung vom 25.08.2018:

      SIB schrieb:

      Die Umgestaltung der Festung soll im Spätherbst 2019 abgeschlossen sein, hierfür werden 4,3 Millionen Euro investiert. Diese Baumaßnahme wird finanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.
      Der Aufzugskopf auf der Brühlschen Terrasse soll eine halbtransparente, nachts hinterleuchtete Metallverkleidung erhalten. Als neuer Zugang wird die Gestaltung an den wehrhaften Charakter der Festung erinnern –zudem greift das Motiv des Rhombenmusters die Ästhetik der historischen Metalltüren der Festung auf.
      Die Löwenköpfe an den Seiten des Zugangs, in Verbindung mit dem Schriftzug „Festung Dresden“ sowie ein Infomonitor am Aufzugsportal verorten den Eingang. Die Löwenköpfe als Türklopfer sind ein klassisches Motiv historischer Tore, vergleichbar denen am Dresdner Residenzschloss. Der Löwe ist gleichzeitig Wappentier der Landeshauptstadt Dresden und der Wettiner.

      Weitere Informationen zum geplanten Bau (auch was im Inneren geplant ist), findet man in diesem SäZ-Artikel:
      sz-online.de/nachrichten/bagger-im-anflug-4001990.html
    • Ich glaub da wird sich der ein oder andere Vogel drin nistend verirren und die ein oder andere Taube schön in die Löcher des Kettenhemds ka**en. Na ob das der Regen immer so schön rauswäscht... ablachen:) Na da bekommen die Modernisten ja doch noch ihren Kubus auf dem altehrwürdigen Ensemble Brühlsche Terrasse - wenns schon vor 10 Jahren mit dem Glaskasten anstelle des Belvedere nicht geklappt hat.
    • Neu

      Die Brühlsche Terrasse hat seit heute einen barrierefreien Zugang (Das ist aber nicht die Maßnahme/Zugang zur Festung), die in den voran stehenden Beiträgen behandelt wurde). Aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Stadt Dresden und des SMF (Zitatauszug):

      Stadt Dresden und SMF schrieb:

      Gemeinsame Pressemitteilung der Landeshauptstadt Dresden und des Sächsischen Staatsministeriums der Finanzen: „Balkon Europas“ barrierefrei erschlossen - Übergabe des Aufzuges an der Brühlschen Terrasse
      […]
      Der Aufzug wurde im Ständehaus direkt neben der Freitreppe zur Brühlschen Terrasse installiert und bindet den Schlossplatz barrierefrei an. Der für die Öffentlichkeit von außen zugängliche Fahrstuhl dient zugleich als zusätzlicher barrierefreier Zugang zum Ständehaus, in dem unter anderem das Oberlandesgericht Dresden und das Landesamt für Denkmalpflege untergebracht sind.
      Dem Bau ging eine mehrjährige Planungsphase voraus. Dabei wurden verschiedene Standorte und Gestaltungsvarianten untersucht, die den denkmalschutzrechtlichen Anforderungen an diesem besonderen Ort gerecht werden. Im April 2018 war Baubeginn. Die Baukosten betragen etwa 880.000 Euro. Die Landeshauptstadt Dresden beteiligt sich daran mit 500.000 Euro. Die Baumaßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.

      Ein paar Fotos zur bildlichen Vorstellung:

      Zugang unten: Klick

      Zugang oben: Klick

      Der Zustand vorher:


      VonFoto Fitti, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55250241

      Man suche den Treppensteiger mit grünem Pullover. In der Bildperspektive direkt "über" ihm ist eine große Tür (im Turmbereich). Der Eingangsbereich in den Lift befindet im Bereich des Fensters unmittelbar rechts neben der Tür.
    • Neu

      Natürlich könnte man die Eingänge noch schöner gestalten, aber um mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen, verweise ich mal darauf, wie man sowas an anderer Stelle löst, hier der Gürzenich in Köln:


      Da kann man sich mit einer so zurückhaltenden Lösung in Dresden sehr glücklich schätzen, aber gut, in Dresden hat man vielleicht auch noch ein anderes Verhältnis zu seiner historischen Stadt als in Köln. ||