Potsdam - die Berliner Vorstadt

  • Hallo,


    da muß ich doch gleich noch was los werden:


    Verschiedene Forumsteilnehmer kennen die Situation vielleicht schon. Trotzdem soll sie nochmals genannt werden. Wir finden hier den wohl einzigen Supermarkt "Mit Bootsanlegeplätzen für A...-Kunden". (die Pünktchen stehen dort wegen der Schleichwerbung). Ein Standort erster Güte zum Bauen einer wunderschönen Villla mit Seeblick...


    Man könnte sich auf der Wiese hinter dem Parkplatz doch glatt einen Liegestuhl aufstellen... :wink:


    Gleichwohl, architektonisch wertvoll erscheinen mir die Marktgebäude nicht.


    Und das ist dann die Aussicht: Tiefer See, Theater, Turm der Residenz "Heilig-Geist-Park" und Boote am Anleger.

    Fotos: Autor, 06.08.2014


    Schöne Grüße... :thumbup:

  • ^^Bin letzten Sonntag selbst an "Charlotte und Luise" vorbeigefahren - eine einzige Enttäuschung! Styropor-Dämmorgien von ganz unten bis ganz oben, selbst die rustizierende Sockelzone verputzt. Da hat das Geld offenbar nicht mal für Klinkerriemchen gereicht. Billigstmöglicher Materialeinsatz, aufgepimpt mit einem preussisch-seriös klingenden Namen, für einen maximalen Kaufpreis. Die beiden Staffelgeschosse wirken enorm klobig. Die Grundstücksfläche wurde mit dem Klotz sicherlich maximal ausgenutzt. Armselig. eye:)

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

    Edited 2 times, last by Snork ().

  • Ein wenig stadteinwärts, an der Berliner Straße 123 entsteht in einer Baulücke ein weiterer weißer Villenkasten.




    http://www.berliner123.de/


    Dieses Wohnhaus ensteht in der Siedlung südlich des Jungfernsees (irgendwo im Bereich der Rembrandtstraße oder Menzelstraße)


    Recht mediterran anmutend, aber m. E. viel besser als weiß und würfelig.


    Dann noch ein Blick auf die südlichen Kolonnaden an der Glienicker Brücke.


    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Exotische Baustile haben in Potsdam ja Tradition, warum nicht Frank Lloyd Wright? Allenfalls besser als Thelma & Louise oder wie die albernen Vornamenhäuser vorher hießen. Leider ist bei denen nicht damit zu richten, dass sie in absehbarer Zeit über die Klippe stürzen.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Am Ufer des Tiefen Sees, wo früher Dampfschiffe gebaut und Gas für die Stadt Potsdam produziert wurden, entwickelt sich seit einiger Zeit ein hochinteressanter Mix aus Kultur und Wissenschaft. Neben dem neuen Hans-Otto-Theater haben sich inzwischen verschiedene "Institutionen gegründet bzw. angesiedelt. Das VW-Design-Center oder die Softwareschmiede "Oracle" gehören dazu. Nun ist das Boardinghouse "Waveboard" teileröffnet und verdeckt durch seine Anwesenheit die hässliche Fassade des dahinterliegenden Parkhauses.


    In der MAZ wurde bereits darüber berichtet: http://www.maz-online.de/Lokal…rviertel-Schiffbauergasse


    Links Hans-Otto-Theater, Mitte Boardinghouse "Waveboard, rechts Oracle (im restaurierten Koksseparator des Gaswerkes)



    Das Restaurantschiff "John Barnett", im Hintergrund rechts das VW-Design-Center

    Foto: Autor, 05.10.2014


    :thumbup:

  • Am 06.11.2014, 10.00 Uhr wird die südliche Kolonnade an der Glienicker Brücke offiziell übergeben.


    Zitat Stadtverwaltung:
    Oberbürgermeister Jann Jakobs hält ein Grußwort zur Fertigstellung der südlichen Kolonnaden an der Glienicker Brücke. Sie wurden mit Mitteln der Landeshauptstadt und Spenden der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Ortskuratorium Potsdam, saniert.

    So sieht sie nun aus

    Foto: Autor, 05.11.2014


    Für mich ein Grund zur Freude...:applaus:

  • Zur Ergänzung meines vorangegangenen Beitrages:


    Die beiden Bilder zeigen die nördliche Kolonnade. Sie hat, wie man sieht, noch richtigen Reparaturbedarf: Die Kapitelle sind, ebenso wie die Säulen selbst, gesichert.



    Hier die Villa Schöningen.

    Fotos: Autor, 11.11.2014

    :thumbup:

  • Ein großes Jubiläum brachte die Glienicker Brücke wieder ins Gedächtnis zurück. Und siehe da, schon taten sich Fragen auf:


    Wir befinden uns hier auf der Berliner Seite der Brücke. Zwei Centauren schmücken den Eingang: Rechts ein männlicher mit Fisch.


    ^


    Signiert mit: ST. WALTER, fec. 1908



    Links ein weiblicher Centaur mit Schlange



    Auf der Potsdamer Seite dagegen: Leere Sockel.


    Dabei hatte das mal so richtig gut ausgesehen. Blickrichtung Berlin.

    Quelle: Bundesarchiv, Max Baur


    Rechts Stier, links Pferd. Beides möglicherweise Kriegsverluste?

    Quelle: Alte Ansichtskarte


    Wer mehr über Centauren wissen will: http://de.wikipedia.org/wiki/Kentaur


    Vielleicht hat hierzu der eine oder andere zusätzliche Informationen.


    :thumbup:

  • Diese Schmierereien... disgust:)


    Wo sind diese Art Laternen auf den Brückenbogen-Spitzen eigentlich abgeblieben, scheinbar ja nicht kriegsbedingt, da schon 1944 auf dem Bild nicht mehr zu sehen.

  • Wo sind diese Art Laternen auf den Brückenbogen-Spitzen eigentlich abgeblieben, scheinbar ja nicht kriegsbedingt, da schon 1944 auf dem Bild nicht mehr zu sehen.


    Ich kann hier nur mutmaßen; möglicherweise bestanden die Laternen aus Buntmetall (Kupfer, Messing, Bronze oder ähnliches) und wurden für die Rüstung gebraucht.

  • Rechts Stier, links Pferd. Beides möglicherweise Kriegsverluste?


    Laut dem nachfolgenden Artikel vermutlich nicht.

    Quote

    [...] Fernziel ist es, auch die im Laufe der Zeit verloren gegangenen Teile der Brücke zu rekonstruieren, was eine weitere Million Euro kostet. So war etwa der Pylon, der jetzt saniert wird, einst mit zwei schmiedeeisernen Toren mit der nördlichen Kolonnade verbunden. In der Mitte befand sich ein Springbrunnen. Auch zwei Sandsteinfiguren – Titanen, die ein Pferd und einen Stier niederringen – fehlen. Vermutlich, glaubt Bolze, sind sie zu DDR-Zeiten verschwunden, als die Brücke die Grenze zwischen Potsdam und Westberlin markierte und auf dem Bauwerk Häuser für die Grenzsoldaten standen.

    Erste Hilfe für die Glienicker Brücke - PNN


    Dass die Figuren den Wachhäusern der Grenztruppen im Wege standen, könnte vielleicht stimmen: Bild 1, Bild 2. Ein genaueres Bild konnte ich auf die Schnelle nicht auftreiben.
    Dass die Wiederherstellung der Wappenschilder und Laternen Bestandteil des Sanierungsplans von Brücke und Kolonnaden wird, ist aber wohl eher ein frommer Wunsch. Bis wahrscheinlich Sankt Nimmerlein daher dieser Anblick, unke ich jetzt mal.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Jö, was war denn das für ein kunstvolles Entree (Villa Schönigen?) anschließend an die Kollonaden? Wenn der benachbarte Mäzen vielleicht ein paar dieser Fotos im Postkasterl findet...wer weiß, vielleicht...*träum*

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Quote

    Jö, was war denn das für ein kunstvolles Entree (Villa Schönigen?) anschließend an die Kollonaden? Wenn der benachbarte Mäzen vielleicht ein paar dieser Fotos im Postkasterl findet...wer weiß, vielleicht...*träum*

    Der Mäzen wird gerade für sein Engagement auf dem Pfingstberg von der BI "Pfingstberg" kräftig "vermöbelt". Kaum zu glauben, dass er noch so richtig Lust hat, sich weiterer Objekte zu widmen. Wir können nur hoffen, dass er weiter durchhält...

  • Hallo zusammen,


    mal eine gute Nachricht, wenn sie denn wahr wird und nicht von den Linken mit einigen Freie-Fahrt-für-freie-Bürger-Verfechtern doch noch gekippt wird. Der dreispurige Ausbau der Behlertstraße soll unterbleiben, wenn die SVV dies so am 28.01.2015 beschließt. Das heißt auch, dass der Abriss der letzten und ältesten Gebäude der Garde du Corps dann nicht stattfinden würde. Hoffen wir es. Hier die Begrüngung zur Ablehnung des Bebauungsplans. Zu sehen ist dort auch der Plan dessen, was dort in der Straße geschehen sollte. Das wäre in bester 60-70er Jahre Manier: Verbreiterung der Fahrbahn ohne den Verkehr damit zu entlasten, zuungunsten von Bürgersteigen und historischer Bebauung.


    Grüße
    Luftpost

    Ich wurde angewiesen meine Signatur zu ändern.

    Seis drum.