Bilder vom alten Dresden

  • Erstaunlich wie gut die Fassade erhaltene war. Weiß jemand ob Teile bereits vor dem Abriss eingebrochen sind?

    Gerade am Giebel sieht man die Hitzeeinwirkung auf den Sandstein. Sandstein und Brandhitze (siehe Frauenkirche) sind ein Problem. Ich fürchte selbst beim Willen zum Wiederaufbau hätte es zumindest in den Obergeschossen erhebliche Probleme mit der Tragfähigkeit/Stabilität des Sandsteins gegeben.

  • Die Wappenkartusche ist beim Wiederaufbau 1992 an ihren ursprünglichen Platz in dem kleinen Ehrenhof zwischen Nord- und Westflügel versetzt worden, siehe auch Wikipedia. Dabei wurde statt eines Walmdaches (wie seit einem Umbau im 19. Jahrhundert bis zur Zerstörung 1945) auch wieder ein Mansarddach aufgesetzt. Es handelt sich also um eine Rekonstruktion des barocken Zustandes:


    Dresden_Taschenbergpalais.jpg

    Bildnachweis; User:Mahlum, Public domain, via Wikimedia Commons

  • Ja, die Figuren gehörten in ihrer Enstehungszeit zur Rokoko-Fassade des Innenhof und sind dort wieder aufgestellt worden.
    Die zentrale Wappenkartusche wurde auch wieder an den Ort Ihrer Erstverwendung versetzt, als es nur

    - den Palais-Mittelteil (Hochbarock, 1705)

    - den Innenhof in verschiedenen Erweiterungsstufen und

    - den rechten Ehrenhof (Rokoko, 1747-1750)

    gab.

    Der Vorkriegsstandort für Figuren und Wappenkartusche über der Palais-Mitte bestand erst seit dem 19. Jhd. ; bei einer Reduzierung der Daches vom 2-geschossigen Mansarddach (so wieder hergestellt) zu einem niedrigeren Walmdach im 19.Jahrhundert.



    Die Entscheidung beim Wiederaufbau fiel dahingehend, dass man die Baugeschichte des Palais sehr gut ablesen kann.
    - Pöppelmanns zentrales Corps de Logis in seiner kleinteiligen Farbigkeit und ursprünglichen Dachform.
    - Innenhof (etwa 15 bis 30 Jahre später entwickelt) in seiner ersten Entstehungsform wieder hergestellt.

    - Ehrenhöfe als 1,5 (rechts) und 2 (links) Generationen später entstandene Erweiterungen mit originaler Farbigkeit und originaler Skulpturen-Deko wieder hegestellt.


    Ob man das heute noch so machen würde?

    Vermutlich ja, weil es durch das höhere Originaldach mehr Nutzfläche gibt.


    Von der Gesamtwirkung her finde ich heute aber etwas unglücklich, dass der recht bunte kleinteilige Mittelteil und die einfarbigen seitlichen Ehrenhöfe so kleinteilig wirken, obwohl natürlich zur Zeit der Entstehung der Erweiterungen stets einheitliche Färbungen bestanden, um dem Gebäude bei einer Länge von letztlich beachtlichen 116m und 43 Fensterachsen seine Monumentalität zu geben und von der langen baulichen Entwicklung abzulenken.

  • Kann jemand das "Denkmal" oder die Postsäule identifizieren?


    Es handelt sich um eine Porzellanschale mit eine Ansichtsmalerei von Dresden.


    Entstanden vermutlich zwischen 1850 und 1910.


    Die Szene könnte natürlich auch romantisch phantasiert sein. Den Standpunkt vermute ich irgendwo beim wolfshügel.


    Schöne Städte werden letztlich auch glückliche Städte sein.

  • Ohne Frage hätte man Dresden viel besser wieder aufbauen können bzw. aufbauen müssen. Und selbst heute sind viele Neubauten eine reine Katastrophe. Ich habe mir jüngst auf Google Streetview die Straße "Am Schießhaus" angesehen. Grässliche Gebäude. Ich wundere mich immer wieder über den Mangel an Geschmack in Deutschland. Aber immerhin relativ kleinteilig und eine gewisse Urbanität wurde wiederhergestellt. Deshalb besser als die Hertha-Lindner-Str., auch wenn der Neubau etwas mehr Qualität besitzt. Trotzdem wird die Hälfte der Gebäude die nächsten 50 Jahren nicht überleben, weil sie schlecht altern und schnell aus der Zeit fallen. So viel zum Thema "nachhaltige Architektur".

  • Vielleicht kann mir jemand helfen: ist das rot umrandete Haus im Foto unten das Adamsche Haus am Postplatz?


  • Vielleicht kann mir jemand helfen: ist das rot umrandete Haus im Foto unten das Adamsche Haus am Postplatz?

    Ja, das ist das Adamsche Haus (Wikipedia), mit dem Anbau des "Stadtwaldschlößchens" - ein Restaurant zu der Zeit. Das Foto ist nach 1932 entstanden (als die Turnhelme der Sophienkirche gedeckt wurden).

  • Seebastian, zum besseren Verständnis: Wäre das Findlater-Schlösschen quasi links oder rechts (elbaufwärts oder elbabwärts) zu diesem Obelisk / dieser Pyramide gewesen? Könnte es ein Staffagebau im Park des Schlösschens gewesen sein?


    Die Schale würde ich eher frühdatieren. 1850/60?

  • Also das Modelahr der Schale ist 1835 (Formnummer U90). Es könnte auch aus der Zeit sein. Ich glaube aber, das war Brackwahre da viele Fehler im Porzellan sind und das vermutlich eine Hausmalerei ist, und die kann auch viel später darauf gekommen sein. Ich habe das gleiche Motiv auch schon auf anderen Teilen gesehen.

    Ggf. ist es auch die Radeberger Straße.

    Findlaters Weinberg sollte weiter links im Bild sein. Und da gäbe es auch nicht so eine breite Straße.

    Vorlage war bestimmt ein Kupferstich.

    Schöne Städte werden letztlich auch glückliche Städte sein.

  • Vielleicht kann mir jemand helfen: ist das rot umrandete Haus im Foto unten das Adamsche Haus am Postplatz?


    Hallo Sonicted!

    Ja, wie Civitas fortis bereits mitteilte, dies ist das Adamsche Haus bzw. das Stadtwaldschlößchen.
    Zu sehen auch hierunter:
    https://altesdresden.de/index.htm?get_haus=soph001

    Generell eine interessante Website, vorallendingen wenn man in den Einstellungen die "Transparenz der Karte" variiert bzw. erhöht. Dann erkennt man, ob die Fläche heute frei ist oder anderweitig bebaut ist.
    In diesem Fall ist die Fläche ganz knapp nicht bebaut. Der Rand tangiert direkt dieses quadratische Gebäude am Eingang der Wilsdruffer Straße.

  • Dann erkennt man, ob die Fläche heute frei ist oder anderweitig bebaut ist.
    In diesem Fall ist die Fläche ganz knapp nicht bebaut. Der Rand tangiert direkt dieses quadratische Gebäude am Eingang der Wilsdruffer Straße.

    Die historische Karte ist dabei aber leider nicht ganz passgenau. Das Adamsche Haus hätte aber theoretisch Platz, evtl. gäbe es zu geringe Abstandsflächen zum "Wisldruffer Kubus", und die Bäume müssten fallen. Ich hatte das mal spaßeshalber versucht zu visualisieren.

  • Die historische Karte ist dabei aber leider nicht ganz passgenau. Das Adamsche Haus hätte aber theoretisch Platz, evtl. gäbe es zu geringe Abstandsflächen zum "Wisldruffer Kubus", und die Bäume müssten fallen. Ich hatte das mal spaßeshalber versucht zu visualisieren.

    Ja, ganz knapp bzw. leicht Richtung Zwinger verschoben würde es gehen. Ist städtebaulich auch eine gute Idee, weil dann der Postplatz etwas besser eingefasst wäre und nicht mehr wie eine Steppe wirken würde.

  • Das hatte ich noch nirgends veröffentlicht, aber im Grunde habe ich den alten Stadtplan passgenau auf ein Luftbild gelegt und dann auf Fotos versucht, den Entwurf Adams einzupassen. Der zeigt aber die Seite zur Sophienstraße; für die Ansicht vom Postplatz würde das also nicht stimmen und ich wollte das irgendwann mal überarbeiten. Ich habe dummerweise kein gutes Foto als Grundlage (z. B. vom Riesenrad aus) für eine gute Visualisierung.

  • Das Victoria Hotel südlich des Altmarkts eingangs der Prager Straße, Lithographie um 1860.

    Bildquelle: Deutsche Fotothek


    Es handelt sich um die Vorgängerbebauung des Viktoriahauses und stand wohl nur einige Jahrzehnte. Ein Foto habe ich auch noch:



    Weitere Angaben hier:

    Grafik Victoria-Hotel (1891 abgerissen) / Viktoriahaus (1945 zerstört) in Dresden-Altstadt – Antiquariat Traumfährte (traumfaehrte.de)

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Aufnahmen vom alten Dresden


    Wettiner Platz



    Ostra Allee in Richtung Postplatz



    1909 Bau der Jacobikirche



    1910 Zwinger Straße 27 kurz vor dem Abriß



    1896 Abriss der alten Engelapotheke



    1897 die neue Engelapotheke



    Abtragung des alten Annenfriedhofs



    1898 Freiberger Platz



    1910 Gerbergasse kurz vor dem Abriß



    Wettiner Straße