Bilder vom alten Dresden

  • Bei der Westendstr. ist aber viel wichtige Ornamentik verloren gegangen...

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Bei der Westendstr. ist aber viel wichtige Ornamentik verloren gegangen...

    Ja, leider. Das "Garagentor" wurde wohl schon in den 20er/30er Jahren da eingebaut, der restliche Schmuck scheint spät weggekommen zu sein, vielleicht sogar erst 1992. (Wobei, wäre das komplett erhalten gewesen, wäre es sicher auch noch da.)


    Leider ist das auf den Bilder (und im Text) hier: https://www.doctor-kahlerts.de/geschichte.htm nicht zu erkennen.

  • Bei meinem Besuch in Dresden am Wochenende fiel mir auf, wie sehr die Urbanität am Polizeipräsidium plötzlich abreißt und die Altstadt ungehalten in das Monstrum Pirnaischer Platz ausläuft. Neben dem Kurländer Palais ist Parkplatzwüste, das fällt schon beim Blick vom Neumarkt durch die Landhausstraße sehr unangenehm auf, weil man dahinter die Plattenbauten sieht. (siehe)


    Daher frage ich mich: Wie sah die Bebauung zwischen Albertinum und Landhaus an der Schießgasse früher aus, gegenüber dem Polizeipräsidium?

    Und war neben dem Landhaus noch Bebauung (statt der unsäglichen Freitreppe)? (hier eine heutige Aufnahme mit Blick über den Pirnaischen Platz)

    Habt ihr historische Bildquellen dazu? Vielen Dank!

  • Bei meinem Besuch in Dresden am Wochenende fiel mir auf, wie sehr die Urbanität am Polizeipräsidium plötzlich abreißt und die Altstadt ungehalten in das Monstrum Pirnaischer Platz ausläuft. Neben dem Kurländer Palais ist Parkplatzwüste, das fällt schon beim Blick vom Neumarkt durch die Landhausstraße sehr unangenehm auf, weil man dahinter die Plattenbauten sieht.

    Das siehst du ganz falsch. Dort beginnt endlich die richtige, moderne und aufgelockerte Stadtbebauung. Während man am Neumarkt von irgendwelchen historische Bauten fast erdrückt wird, kann man am Pirnaischen Platz durchatmen, die freie Sicht kilometerweit genießen und außerdem ein seit Jahren heruntergekommenes und leer stehendes Hochhaus aus DDR Zeiten bewundern. Außerdem gibt es wunderschöne Grünstreifen in Überbreite. So etwas wirst du in keiner anderen Großstadt mitten im Stadtzentrum erleben können. Was will man mehr?

  • Die Vorkriegsbebauung der Schießgasse zeigen die folgenden Bilder in der Deutschen Fotothek:

    Bzgl. der Vorkriegsbebauung am Landhaus siehe z.B. bei altesdresden.de - Direkt anschießend befanden sich Schießgasse 3 und 5, die den Garten des Landhauses südlich rahmten; die Gartenseite des Landhauses ist ja heutzutage die bekanntere Ansicht zur Wilsdruffer Straße. Davor stand zum Pirnaischen Platz ein weiterer kleiner Block (Schießgasse 8/10 und Landhausstraße 18).

  • Einige teils auch unbekanntere kolorierte Ansichten Dresdens, die sich im Laufe der Zeit bei mir angesammelt haben


    Blick auf den Altmarkt von der Kreuzkirche aus, 1934 (Fotograf: Ernst Schmidt)


    Altes Rathaus und Löwenapotheke, 1935 (Fotograf: Otto Göthel)


    Die Gerbergasse mit dem 1902 abgerissenen Malersaal (das Fachwerkhaus rechts)


    Abbruch des Traditionslokals „Helbigs Etablissenent“ am Theaterplatz, 1910


    Fotoatelier Schwendler in der Sophienstraße, um 1870


    Nächtlicher Blick vom Narrenhäusel auf die Altstadt, 1939 (Fotograf: Richard Peter)


    Blick vom Zwingerteich auf die Sophienkirche (Fotograf: Heinz Märker)


    Abbruch der Augustusbrücke, März 1907


    Kleine Brüdergasse, um 1908


    Brühlsche Terrasse, Winter 1910

  • Der südliche Turm und das Hauptportal samt Eingangshalle wären heute noch möglich. Zumal am Haus am Zwinger die Fassade dort keine Fenster hat, könnte man dies auch als Anbau realisieren.

    Wäre ein schöner weiterer Aussichtspunkt, ähnlich der St.Nikolaikirche in Hamburg.

    Da wurde auch ein Glas-Aufzug eingebaut.

    Wenn nicht anders angegeben, sind alle Bilder von mir.

  • Oh Mensch, das wäre doch völlig sinnlos, die unwichtigsten, da jüngsten Teile der Kirche, zumal nur in Teilen, da zusammenhanglos wieder hinzustellen, einfach nur damit "wiederaufgebaut" worden ist.

    Mit solchen abstrusen Wunschäußerungen macht sich das Forum nur lächerlich und als ernstzunehmende Größe im Diskurs unglaubwürdig.

    Sorry....


    Gehe doch bitte mal in die Loschwitzer Kirche und erfreue dich am vollständig rekonstruierten Nossenialtar, dem Hauptaltar der Sophienkirche.

  • Oh Mensch, das wäre doch völlig sinnlos, die unwichtigsten, da jüngsten Teile der Kirche, zumal nur in Teilen, da zusammenhanglos wieder hinzustellen, einfach nur damit "wiederaufgebaut" worden ist.

    Mit solchen abstrusen Wunschäußerungen macht sich das Forum nur lächerlich und als ernstzunehmende Größe im Diskurs unglaubwürdig.

    Sorry....


    Gehe doch bitte mal in die Loschwitzer Kirche und erfreue dich am vollständig rekonstruierten Nossenialtar, dem Hauptaltar der Sophienkirche.

    Stimmt , zudem das Umfeld absolut Unstimig für so etwas wäre und nicht passen würde.

  • Ich wollte damit natürlich nicht sagen, dass die Sophienkirche kein riesiger Verlust ist!!

    Ein Verbrechen an der Stadt, dass man sie abriss!


    Was mich aber hier im Forum immer wieder so irritiert, ist aber die Tatsache, dass man sämtliche historischen Bauten immer nur quasi wie ein "Möbelstück" für ein irgendwie historisches Stadtbild sieht, das man gerne wieder hätte.


    So auch beim Berliner Schloss. Natürlich hatte Boddien - unendlich klug, wie er ist - immer mit dem Städtebau, der städtebaulichen Bedeutung des Schlosses für die Berliner Mitte und vor allem für den Luistgarten und die Museumsinsel argimentiert.

    Aber das war und ist letztlich nicht der tiefere Grund für den Wiederaufbau: Das Berliner Schloss war - und ist jetzt wieder! - ein absoluter Meilentein europäischer (es geht da schon lange nicht nur um Berlin oder deutscher) Kultur, eben wegen seiner enormen künstlerischen Bedeutung. Deshalb musste es wieder hin.


    Und die Sophienkirche in Dresden war halt kein Möbelstück für die Stadtverschönerung, sondern ein sehr kostbarer, da sehr alter und geschichtsträchtiger Bau, letztlich der Kulminationspunkt des Dresdner Bürgertums. Gerade mit den vielen Grabstätten (die ja nach 1945 noch da waren) und die die sozialstischen Verbrecher (ja Verbrecher) schändeten und zum Müll warfen (auf haargenau dem gleichen Niveau wie der französischen Revolution als man die französischen Königsgräber in St. Denis plünderte).


    Ich mag übrigens keine Revolutionen - weil hier letztens mal jemand schrieb, es müsse endlich mal eine Reko-Revolution geben.

    Da rollen mir einfach immer zuviele Köpfe - egal von wem...

  • Was mich aber hier im Forum immer wieder so irritiert, ist aber die Tatsache, dass man sämtliche historischen Bauten immer nur quasi wie ein "Möbelstück" für ein irgendwie historisches Stadtbild sieht, das man gerne wieder hätte.

    Das irritiert dich vermutlich, weil du Fachmann und kunsthistorisch sehr versiert bist. Du hast einen antrainierten Blick.
    Das ist in einer anderen Facette auch der Grund, warum die meisten Architekten so irritiert vom Wunsch der Menschen nach Rekonstruktionen und Altstädten sind. Weil sie sich etwas anderes ankonditioniert haben (lassen).

    So sind aber doch eben nicht die meisten Menschen. Die absolute Mehrheit der Menschen darf einfach ihren natürlichen Empfindungen in Bezug auf das Stadtbild vertrauen. Und das ist natürlicherweise in uns so programmiert, dass wir an jeder Ecke die Schönheit suchen, die Fragmente der Historie, Hinweise auf unsere Ursprünge und Identität, etwas zum Festhalten und Erfreuen der Augen. Da ist auch jedes noch so kleine Fragment in einer wüsten Umgebung wertvoll und hoffnungspendend.


    Darum kann ich den Wunsch nach der Rekonstruktion von Teilen der Sophienkirche sofort nachvollziehen. So ominös das auch erschiene. Man hat ja letztlich mit dem Denkmal/Mahnmal dort nichts anderes gemacht, oder mit der Paulinerkirche in Leipzig. Fragmente wieder sichtbar werden zu lassen, neu interpretiert. Besser und hilfreicher wäre eben eine konkrete Anlehnung an das Original.

  • Danke! Die Fotos kannte ich noch nicht. Sehr bewegend auf jeden Fall! Vor allem die Fotos mit den Trauerbotschaften der Angehörigen bei den Ruinen, wo die Alten, Mütter und Kinder getötet wurden. Ich sitze gerade mit meinen Kindern in meinem gutgeheizten Haus und kann mir absolut nicht ausdenken, was diese Menschen damals dort mitmachen mussten. Der Mensch lernt leider nichts aus der Geschichte.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Das Bild des abgeräumten Sockels des Wettin-Obelisken mit Kanone drauf hab ich noch niemals als Nahaufnahne gesehen. Das ist spektakulär.... und erschütternd....!


    Im übrigen bin ich der Meinung, dass man den Wettin-Obelisken wiederaufbauen sollte. Am besten umgewidmet wie der Obelisk auf dem Alten Markt in Potsdam mit vier Plaketten für die bedeutendsten Wiedererbauer Dresdens nach 1945....

    Mal überlegen, wer das war...... 🤔

  • Naja... so ähnlich vielleicht. Ich stimme dir zu, dass dem Platz ein Objekt dort fehlt. Aber ich glaube ich wär schon zufrieden, wenn sie begrünt und mit nem großen Baum versehen würde. Oder wegen mir auch ein Buchsbaum in Obeliskenform getrimmt. Und dazu an den Langseiten des Dreiecks eben gern auch mal Bänke.

  • Oh neee.... Nicht schon wieder sinnlos nen Baum hinknallen.

    Das ist ein absolut hochkarätiges Architekturensemble dort (ich weiß nicht, ob du schon mal da gewesen bist). Da gehört etwas Architektonisches hin..... Ein Baum würde den Sinnzusammrnhang zwischen den Gebäuden zerreißen.....