Bilder vom alten Dresden

  • Ja das ist das selbe Bild.

    Also wird das Exemplar, welches erst beim

    Bundespräsidenten und dann im Milit. Histor. Museum hing nun von den Erben verkauft.

    Soll sich jeder eine Eigene Meinung bilden, ich werd meine Meinung dazu nicht kundtun.

    Wenn nicht anders angegeben, sind alle Bilder von mir.

  • Ja, ich denke, wir denken alle dasselbe!


    Aber Gratulation für die rasche Auflösung dieses "Bilderrätsels"...ich frage mich jetzt nur, was mit dem Gemälde der Karlskirche in Wien passiert? Wenn die Erben das Gemälde aus Dresden nun versteigern lassen, dann eventuell auch das der Karlskirche? Aber das wäre OT und insgeheim hoffe ich nun , dass die Wiener sich dann dieses Bild aus dem Exil zurückholen um die Wiener Canaletto Sammlung zu ergänzen...spannend.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ja das ist das selbe Bild.

    Also wird das Exemplar, welches erst beim

    Bundespräsidenten und dann im Milit. Histor. Museum hing nun von den Erben verkauft.

    Soll sich jeder eine Eigene Meinung bilden, ich werd meine Meinung dazu nicht kundtun.

    Wieso denn das? Herrscht hier nicht angeblich Meinungsfreiheit?

  • Nein, sowas wie absolute Meinungsfreiheit hat es noch nie gegeben. Um das Gemälde ist es aber wirklich sehr schade: nun wird es halt in einem arabischen Kunstbunker deponiert werden, und keiner wird es noch zu sehen bekommen...

  • Hier eine kurze Beschreibung aller Bilder von Canalettos Dresden-Zyklus: https://carl-heinrich-von-hein…ads/2017/01/Herz-2015.pdf


    Außerdem:

    Ein Hauptzyklus von 14 Dresdner Ansichten, der sich noch heute in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden befindet, entstand bis 1754. 13 der 14 Bilder wurden für den Grafen Brühl in gleicher Größe nochmals angefertigt.

    Dann wird der versteigerte Canaletto wohl diese von ihm selbst gefertigte Kopie für Graf Brühl sein. Siehe RE: Bilder vom alten Dresden

  • Nein, das Bild, das jetzt versteigert werden soll, ist ganz sicher die Ansicht des Zwingergrabens aus der Sammlung Max Emden. Diesen Restitutionsfall hattest du ja ermittelt (näheres hier). Sotheby`s gibt für das Gemälde das Entstehungsjahr 1758, ein Spiegel-Artikel für das Bild aus der Sammlung Emden das Format 50 x 80 cm an. Das passt zusammen. Die Zweitfassungen für den Grafen Brühl entstanden im Anschluss an die Erstfassungen für den König und sie hatten das gleiche königliche Format. Spätere Drittfassungen hatten dann ein kleineres Format.


    Nachweis der Erstfassung in der SKD Online Collection


    Die Erstfassung hat das Format 133 x 235 cm und ist auf 1751/52 datiert. Die Zweitfassung aus dem Brühlschen Zyklus kann nur um maximal 4 cm abweichen und müsste spätestens 1753 fertig geworden sein. Das Exemplar in der Auktion ist eine wesentlich kleinere Drittfassung, die Bellotto während des Siebenjährigen Krieges für den Kunstmarkt anfertigte.


    Es heißt ja immer, die Sammlung Brühl sei 1768 für die Ermitage angekauft worden. Das verleitet zu der Annahme, dass sich ein mit dem in Dresden aufbewahrten vergleichbarer Dresden-Zyklus heute in Petersburg befindet. Das scheint aber nicht so zu sein. Ich habe bei der Ermitage und beim Moskauer Museum der bildenden Künste "A. S. Puschkin" recherchiert. Das vorläufige Ergebnis ist, das beide Museen zusammen 15 Veduten von Dresden und Pirna aus der Sammlung Brühl besitzen. Davon sind zehn Bilder in Petersburg und fünf in Moskau. Die Ansicht des Zwingergrabens habe ich in den Online-Sammlungen beider Museen nicht gefunden. Das Schicksal der Sammlung Brühl ist etwas kompliziert. Unter anderem musste die Ermitage 1930 zahlreiche Werke an das Moskauer Museum abgeben, damit die sowjetische Hauptstadt auch mit einer bedeutenden europäischen Altmeistersammlung glänzen konnte.


    Entstehungsjahr und mutmaßliches Format des bei Sotheby's eingelieferten Bildes sprechen gegen eine Provenienz aus der Sammlung Brühl.


    Das zweite aus der Sammlung Max Emden restituierte Bild, eine Ansicht der Karlskirche in Wien, zeigt ein Motiv, dass im kaiserlichen Wien-Zyklus von 1759/60 (jetzt im KHM) nicht vorhanden ist. Ich würde vermuten, dass es sich um einen Nachzügler in kleinerem Format handelt.

  • Ich möchte hier noch einige Bilder vom alten Dresden vorstellen, die Bernardo Bellotto gemalt hat und sich heute an anderen Orten befinden.


    Den Anfang macht seine letzte Stadtansicht, die Dresden ohne Zerstörungen zeigt. Sie erscheint wie ein Nachzügler des königlichen Dresden-Zyklus. Bellotto malte diese Ansicht im Jahre 1765 und schenkte sie der Akademie. Es gab später eine Zeit, in der solche Veduten nicht sonderlich geschätzt wurden. Das Bild gelangte in den Kunsthandel und befindet sich heute in Karlsruhe. Es ist die einzige Dresdner Vedute Bellottos, zu der es in der Dresdner Gemäldegalerie kein Gegenstück gibt. Erfreulicherweise wird das Karlsruher Bild dort auch in der Ausstellung gezeigt und kann Werbung für das schöne Elbflorenz machen. Gerade diese Ansicht lässt sich ja auch heute noch recht gut nachvollziehen, wenn man über die Augustusbrücke auf die Altstadt zugeht. Das Georgentor ist auf dem Bild neben der Hofkirche in seiner barocken Gestalt zu sehen, daneben das Palais Brühl. Das Foto habe ich direkt von der Kunsthalle übernommen, was mir wichtig ist, weil hier die Farbwiedergabe dem Original am nächsten kommt. Die Veduten von Antonio Canal und von Bernardo Bellotto beziehen einen großen Teil ihres Reizes aus dem Kolorit, aus der Atmosphäre. Man redet zwar viel über die meisterliche Darstellung der Architektur, doch was wären diese Veduten ohne ihren großartigen Himmel! Beim Karlsruher Bild finde ich auch die Wasserfläche faszinierend. Ist das schon Impressionismus vor Monet?


    Bernardo Bellotto, Blick auf Dresden vom Neustädter Brückenkopf, 1765, Format 99 x 134 cm, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

    (Foto: Kunsthalle Karlsruhe, CC0)


    Auch das berühmte Kunsthaus Zürich ist stolzer Besitzer eines Dresden-Bildes von Bellotto.


    Bernardo Bellotto, Die Ruine der Kreuzkirche in Dresden, 1765, Format 84 x 107 cm, ausgestellt im Kunsthaus Zürich

    (Foto: Sailko, Mai 2010, CC-BY-SA-3.0)


    Link zur Dresdner Fassung


    Link zur Zürcher Fassung


    Bellotto schuf beide Fassungen im Jahr 1765 in annähernd gleichem Format.

    Das erste Exemplar der Komposition malte Bellotto für die erste Ausstellung der Dresdner Akademie; es wurde für die Dresdner Galerie erworben, wo es Bellottos Kunst bis um 1830 allein vertrat. Die vorliegende Replik entstand wohl als Präsentationsstück für den polnischen König, zu dem Bellotto sich 1767 auf der Suche nach einem neuen Dienstherren begab, der ihn nicht mehr ziehen liess.

    Abenteuerlich liest sich die Provenienzgeschichte des Zürcher Bildes. Gut, dass es 1994 von Schweizer Mäzenen erworben wurde und nun der Allgemeinheit zugänglich ist! Mir gefällt das Dresdner Bild von der Farbstimmung her besser als die Zweitfassung in Zürich. Die hat so einen eigenwilligen Rosaton, den man sonst von Bellotto nicht kennt.


    Bernardo Bellotto, Die Ruine der Kreuzkirche in Dresden, Kunsthaus Zürich (Foto: Google Art Project, gemeinfrei)


    Über den Bildlink kann man eine stark vergrößerte Version anwählen. Da sieht man jeden Ziegelstein. Oben auf der Turmruine klettern wagemutige Bauleute herum.


    Hier noch eine hochwertige Abbildung einer anderen Fassung der Zwingergraben-Vedute (aus rechtlichen Gründen und wegen der Bildgröße nur als Link).


    Bernardo Bellotto, Der Zwingergraben in Dresden, Staatliche Ermitage, Inv.-Nr. ГЭ-1384


    Das Gemälde, das leider im Depot vor sich hin schlummert, hat mit 49 x 83 cm praktisch die gleichen Maße wie das restituierte Zwingergraben-Bild aus der Sammlung Max Emden, das nun versteigert werden soll. Das Petersburger Bild stammt nicht aus der Sammlung Brühl, sondern ist eine von mehreren Drittfassungen in kleinerem Format. Um das zu verdeutlichen, habe ich oben auch die Inventarnummer angegeben. Die verlinkte Abbildung bezieht sich auf dieses konkrete Exemplar. Zur Provenienz gibt die Ermitage online an, dass das Bild 1921 aus dem Schloss in Peterhof in die Ermitage überführt wurde. Die Bellottos aus der Sammlung Brühl wurden 1920 als Zugänge aus Gattschina, einer anderen Sommerresidenz der Zaren nahe der Hauptstadt, registriert. Datiert wird das Bild ГЭ-1384 in die 1750er Jahre.


    Nachweis der Fassung des Zwingergrabens in der Sammlung der Ermitage

    (dient nur als Quellennachweis, die enthaltenen Infos habe ich oben wiedergegeben)


    Nachweis der Erstfassung des Zwingergrabens in der  Dresdner Sammlung


    Es folgt nachher noch eine Fortsetzung mit weiteren Dresden-Veduten außerhalb Dresdens.

  • Danke für diese sensationellen Neuentdeckungen.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Noch ein paar Anmerkungen zum Rehfeldhaus im Nordbereich des Altmarktes (Fertigstellung 1926).

    Hier eine schöne Gesamtansicht aus den 1930er Jahren: Klick

    Luftbildansicht

    Nahansicht des westlichen Teiles

    Im zuletzt aufgeführten Link sieht man das Geschäft von L. Wolf (Tabakwaren und Annahmestelle der Lotterie).


    Zur Nutzung schreibt Wikipedia:

    Quote from wikipedia

    Das Rehfeldhaus, benannt nach dessen Erbauer Albert Rehfeld, stand ab 1926 auf der Nordseite des Marktes gegenüber dem Café Central und wurde 1945 zerstört. Es diente dem Dresdner Verkehrsverein als Geschäftsstelle, unter anderem wurden hier Karten für Veranstaltungen verkauft, auch Reisen konnte man hier buchen. Daneben unterhielt Pfunds Molkerei wie an vielen Stellen der Stadt im Rehfeldhaus Geschäftsräume

    Die Nutzung des Gebäudes war im Februar 1945 noch nicht ganz zu Ende. Nachfolgend ein Zitat vom 15. Juli 1945 aus der "Tageszeitung für die deutsche Bevölkerung" (herausgegeben von der Besatzungsmacht, erschienen vom 29. Mai bis 1. August 1945).

    Quote

    Inmitten der Trümmer des Altmarktes steht, etwa zur Hälfte noch, das niedrige, langgestreckte Verkehrsgebäude. In den ehemaligen Räumen, die dort der Verkehrsverein innehatte, ist wieder neues Leben erwacht. Ein findiger Unternehmer hat im Sinne der in der Tageszeitung gegebenen Anregungen Tische und Stühle aufgebaut und einen Getränkeausschank eröffnet. An gleichem Ort, wo man sich früher die schönsten Auslandsreisen zusammenstellen lassen konnte, so zu den Ruinenstätten Altgriechenlands oder Italiens – Athen, Herculaneum oder Pompeji -, kann man jetzt durch die öden Fensterhöhlen Hitlers Ruinen betrachten.

    Zustand nach der Zerstörung: Klick   Klick

  • Nein, das glaube ich nicht. Die Bilder dürften von 47/48 sein (ohne jetzt in der Fotothek nachzuschauen). Das Schauspielhaus hat ja sein Dach schon wieder.

  • Zu #686, "Schon allein der Vorspann mit der Ansicht über die Altstadt mitsamt Elbe hat bei mir ein wohliges Gänsehautgefühl erzeugt"


    Der Film ist wirklich sehenswert, auch aus nicht-architektonischen Gründen. Spannend an dem Vorspann ist, finde ich, daß die Johannstädter Bauten zwischen dem jetzigen Kollwitz-Ufer und der Blumenstraße besonders hell hervorgehoben sind. Sollte das tatsächlich den optischen Eindruck von 1944 widerspiegeln? Oder hat diese Hervorhebung Gründe, die dem heutigen Betrachter vielleicht nicht sofort einleuchten?


    (Pardon, daß alles kursiv geschrieben ist: Ich komme mit dem Editor beim Zitieren nicht so recht klar. Er fühlt sich etwas überdimensioniert an...)

  • [...]


    Habe gerade ein Bild entdeckt, das zeigt, dass auch um 1956 ein geschlossenes Wartehaus dort stand.

    Bundesarchiv_Bild_183-42328-0004,_Dresden,_Altmarkt,_Neubauten.jpg?1591216196956

    Man beachte auch Kandelaber und Laternen!

    Ich erinnere mich, als Kind diese Wartehalle gesehen und vielleicht auch drinnen gesessen zu haben. Also irgendwann zwischen 1965 und 1970.

  • So, in zwei Tagen ist es soweit! Entweder ich bekomme den Canaletto ;-) oder er wandert in andere Hände!


    Bitte schaut auch das Video dieser Auktion in London an. Im Prinzip müsstet Ihr Euch das gesamte Video ansehen, wo jedes Glanzstück einzeln vorgestellt wird...ab Minute ca. 30:00 wird das Gemälde aus Dresden vorgestellt. Zum Schluß des Beitrags über den Zwinger werdert Ihr sogar etwas schmunzeln können, aber seht selbst:


    https://www.sothebys.com/en/di…er-evening-sale?locale=en


    Insgeheim hoffe ich ja noch immer, dass dieses Meisterwerk nach Dresden geht. Zumindest würde dieser Erwerb den peinlichen Vorfall im Grünen Gewölbe etwas kompensieren. Dieses Bild gehörte unbedingt nach Dresden! Wenn ich Hasso Plattner wäre, dann würde ich Dresden damit überraschen. Da ich es nicht bin...vielleicht bekomme ich es aber doch noch günstig im Nachverkauf ;-)


    Hier geht es noch zum Lot selbst - interessant auch, bei wem es bereits überall hinun und acuh ausgestellt wurde. Wenn dieses Gemälde erzählen könnte...


    https://www.sothebys.com/en/bu…-of-the-moat-of?locale=en

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Quote from Grimminger

    Wo befand sich denn das Gebäude mit der Aufschrift Residenz Büffet Café?

    Grimminger meint dieses Haus hier: Klick


    Es handelt sich um das Gebäude "Wilsdruffer Straße 14" (erbaut um 1660): Lage im historischen Stadtplan

    Der gesamte Straßenzug - Wilsdruffer Straße, Nordseite, zwischen Postplatz und Schloßstraße - wurde abgebrochen, nix mehr da. Besagter Straßenzug in einer Aufnahme von ca. 1870: Klick

    Die Situation im Sommer 1951: Klck

    Straßenzug heute: Klick

  • Wäre es möglich die Türme der Sophienkirche zu rekonstruieren? Oder ist der Platz überbaut?

    Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker