Tauberbischofsheim

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Am Rande der Altstadt, genauer in der Ringstraße 8, soll dieser Flachdachbunker entstehen:

      fnweb.de/region/main-tauber/ta…it-leben-erfullt-1.942876

      Ein örtlicher CDU-Politiker sprach "Von einem tollen, gelungenen Bauwerk, einem Hingucker". Gerhard Baumann (CDU) sprach von einem "sehr attraktiven Baukörper." Der
      Neubau sei besser als zu "versuchen, etwas anzupassen". "Durch dieses Bauwerk wird die Ringstraße wieder mit Leben erfüllt", sagte er.


      Das Baugrundstück befinde sich im Geltungsbereich der Gestaltungssatzung für den Stadtkern und im Sanierungsgebiet "Untere Altstadt I". Deshalb benötigt die Planung Befreiungen für die Dachform, die Traufhöhe, die vorgesehenen Balkone/Loggien und die optische Gestaltung. Rainer Ruppert (Leiter der Unteren Baurechtsbehörde) sprach von einem "sehr modernen Baukörper", der es nötig mache, "deutlich" von der Gestaltungssatzung abzuweichen, und machte den Standpunkt der Stadt klar: "Wir sind der Auffassung, dass das hier im Einzelfall möglich, zulässig und auch vertretbar ist".

      Da fragt man sich wieder einmal, wozu es Gestaltungssatzungen überhaupt noch gibt!
    • Abbrüche und Neubauten in Tauberbischofsheim

      Vorweg zwei Luftbilder der Altstadt von TBB, anhand derer sich die zunehmenden Veränderungen in der Altstadt gut ablesen lassen:

      Luftbild der noch weitgehend intakten Altstadt von 1978:

      leo-bw.de/media/lmz_bilddatenb…vered/images/27/20027.jpg

      Luftbild von 1994:

      leo-bw.de/media/lmz_bilddatenb…ered/images/31/114731.jpg

      Ein Vergleich mit google maps zeigt deutlich, wie viel seitdem abgerissen und neu gebaut wurde.

      Neue Häuser entstanden vor allem an der St. Lioba-Straße, an der Ringstraße, an der Klostergasse/Ecke Eichgasse und an der Frauenstraße. Die Stadt verliert zunehmend ihr Gesicht. Vom Abbruch bedroht ist u.a. Frauenstraße 34 (womöglich steht es gar nicht mehr), ein wirklich tolles Fachwerk-Ensemble:

      bauforschung-bw.de/objekt/id/3…97941-tauberbischofsheim/

      mainpost.de/regional/main-taub…erstattung;art775,5055190

      Betroffen von diesen Veränderungen sind vor allem die Nebenstraßen:

      fnweb.de/region/main-tauber/ta…r-frauenstrasse-1.1284684

      Und so sieht es dann aus (Frauenstraße 12), Baulücken neben kühlen Neubauten, die überall stehen könnten:

      mw2.google.com/mw-panoramio/photos/medium/46653974.jpg

      de.worldmapz.com/photo/744194_ja.htm

      Auf diesem Terrain, inmitten der Altstadt, entstand ein neobrutalistisch-klotziger Neubau; das Richtfest fand bereits im Sommer 2012 statt.

      fnweb.de/region/main-tauber/ta…mietern-gefeiert-1.611300

      Zitat: Als ebenso stolz erwies sich Bürgermeister Wolfgang Vockel, der den
      Anwohnern für ihre Geduld dankte und seine baldigen "Nachbarn" bereits
      begrüßte. Er ist sich sicher, dass der freie Platz so am besten genutzt
      wird und es "viel schöner wird als vorher".


      Sorry, aber solange solche Volldeppen unsere Städte regieren, brauchen wir uns um die Zerstörung unserer Altstädte wirklich keine Sorgen mehr machen.

      fwd-hausbau.de/index.php?id=tauberbischofsheim

      Zitat: Die zeitgemäße Architektur setzt dabei moderne Akzente im historischen Umfeld.

      Bei bing kann man dieses Wunderwerk schon sehen. Hier zeigt sich, wie der Bau die Dimensionen sprengt. So hat man zuletzt in den 1970er Jahren in TBB gebaut. In den letzten Jahren hatte man sich wenigstens ansatzweise bemüht, die Gebäude anzupassen und u.a. Satteldächer zu verwenden:

      bing.com/maps/?FORM=Z9LH3#Y3A9…0dGJjJmx2bD0xOSZzdHk9Yg==

      Nun ist die Frauenstraße komplett hinüber und weitere Abbrüche werden sicher folgen, da die Altbauten nun leider so ganz und gar nicht mehr zu den neuen Häusern passen. Wie man sieht, geht es auch in diesem Jahr heiter weiter (Ecke Ringstraße/Obere Gasse):

      fnweb.de/region/main-tauber/ta…tadt-abgerissen-1.1450647

      Derzeit läuft eine Stadtsanierung:
      mainpost.de/regional/main-taub…schleppend;art775,7055824
      Zitat:
      Um ein einheitliches Bild in der Altstadt zu haben, wurden 2001
      bestimmte Aspekte festgelegt. Um die Sanierung in diesem Teil der
      Altstadt voranzubringen, sollen nun die baugestalterischen
      Rahmenbedingungen angepasst werden, also Bauformen und -volumen
      überdacht werden.



      Geänderte Ansprüche
      Auf Anregung verschiedener Gemeinderäte soll die Gestaltungssatzung
      ebenfalls in Angriff genommen werden. Die Gestaltungssatzung schreibt
      unter anderem Holzfenster oder Holzgaragentore vor. „Wir stellen heute
      fest, dass das schlichte schnuckelige Wohnhaus in der Altstadt überhaupt
      nicht mehr gefragt ist. Die Wohnansprüche der Generation, die in die
      Altstadt ziehen will, sind inzwischen ganz andere“, so Bürgermeister
      Wolfgang Vockel. Er verwies auf das stark nachgefragte altersgerechte
      Wohnen im Stadtzentrum. Mit der jetzt in die Wege geleiteten Änderung
      der Rahmenbedingungen würden sich in Zukunft Fassadengestaltung und
      Traufhöhe ändern. Das würde dementsprechend auch mehrgeschossige Häuser
      zulassen. Festhalten will die Stadt am grundsätzlichen Wohnkonzept. Ein
      klein wenig Hoffnung macht, dass im selben Gebiet vier Häuser saniert
      wurden, ohne dass sie als bedürftig eingestuft waren und sechs Häuser
      neu gebaut statt saniert wurden.


      Hier immerhin ein Beispiel für einen gelungenen Neubau:

      panter-holzbau.de/referenzen/s…n-tauberbischofsheim.html

      Wie du siehst lieber Zeno, sieht es in TBB nicht viel besser aus, als in Künzelsau! Bald wird die Stadt nicht wiederzuerkennen sein.

      Nichts gegen betreutes Wohnen. Aber ich muss leider feststellen, dass derartige Bauten in den letzten Jahren mit Vorliebe in historische Altstädte geklatscht wurden, ohne jede Rücksicht auf die bauliche Umgebung. Es ist ja schön, wenn ältere Leute dort wohnen können, wo sie es nicht weit in s Zentrum haben und sie Geschäfte, Ärzte etc. gut erreichen können. Doch müssen die Bauten dann so aussehen? Was denken sich Politiker und Stadtplaner eigentlich dabei?

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Ravensberger ()

    • Ravensberger schrieb:

      Nichts gegen betreutes Wohnen. Aber ich muss leider feststellen, dass derartige Bauten in den letzten Jahren mit Vorliebe in historische Altstädte geklatscht wurden, ohne jede Rücksicht auf die bauliche Umgebung.

      Leider wahr; so ist auch meine Beobachtung. Ein übles Beispiel ist Calw, wo für das Seniorenzentrum Torgasse 10 Häuser abgerissen wurden. Hier im Forum ist das seinerzeit auch diskutiert worden.
    • Zeno schrieb:

      Ein Nr. 34 benachbartes Haus in der Frauenstraße, das südliche Nachbarhaus (Nr. 34 steht dahinter, vgl. die Abbildung in bauforschung-bw.de/objekt/id/3…941-tauberbischofsheim/):

      Bild 4953



      Nach einem vernünftigen Bauen in den 80ern, wenn auch die Abbrüche wertvoller Bausubstanz damit nicht zu rechtfertigen sind, sind wir seit den 90ern auf einer gnadenlosen Talfahrt.
      Das Haus mit einer Einfahrt ist leider auch nicht im besten Zustand. Steht es denn unter Denkmalschutz? Vermutlich wird es irgendwann ebenfalls platt gemacht, da es sich ja um einen "Schandfleck" handelt. Die Heiligenfigur über dem Torbogen wurde ja bereits abgenommen. Nach diesem Foto bildet es aber eine Einheit mit dem Torhaus:
      static1.mainpost.de/storage/pi…-49d393937ec30.15ECKE.jpg
      Demnach ist das ganze Ensemble gefährdet.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ravensberger ()

    • In diesem Artikel geht es noch einmal um die Gestaltungssatzung im Zusammenhang mit dem Neubau (betreutes Wohnen) an der Frauenstraße:

      fnweb.de/region/main-tauber/ta…-altstadtsatzung-1.366804

      Man fragt sich wirklich, wozu man eine solche erlässt, wenn es permanent die "Ausnahme von der Ausnahme" erteilt.

      Zitat aus dem obigen Artikel:

      Befreiungen müssen wegen der
      abweichenden Dachform der Überschreitung der Dachaufbauten in Anzahl und
      Breite, der Laubengänge, Loggien und Balkone erteilt werden. Im Bereich
      gelten die Altstadtsatzung sowie die Richtlinien des Sanierungsgebietes
      "Untere Altstadt I".



      "Durch die Umplanung fügt sich
      der Komplex ein", so Bürgermeister Wolfgang Vockel. Insgesamt sei es zu
      begrüßen, dass diese Lücken im innerstädtischen Bereich geschlossen
      werden können. Die Befreiungen könnten aus städtebaulicher Sicht erteilt
      werden.



      Diese Meinung teilten weder
      Bernd Mayer noch Johannes Benz (beide Bürgerliste). "Wir wollen leben in
      die Altstadt bringen, aber nicht um jeden Preis", so Mayer. Johannes
      Benz verwies vor allem auf die geltende Altstadtsatzung. "Können wir
      danach die Satzung überhaupt noch aufrecht erhalten?" Die Mehrheit des
      Gemeinderats aber gab das gemeindliche Einvernehmen.
    • Zeno schrieb:

      Der Neubau bedeutet eine erhebliche Störung. Er ist überhaupt nicht angepasst. Wenn es so weitergeht, dann gute Nacht!


      Das ist nicht nur eine Störung, das ist eine komplette Katastrophe. Eine solch unsensibel in die Straße geklotzte Renditekiste zeigt, dass der Ungeist der 60er/70er Jahre noch sehr fruchtbar ist. Wirklich ganz schlimm.

      Bezüglich des Fachwerkhauses Frauenstraße 34: Der Abriss ist natürlich bedauerlich. In dem Artikel ist von einem Neubau die Rede. Ist denn wenigstens geplant, diesen in der Kubatur und angelehnt an das Erscheinungsbild des Vorgängers zu errichten? Hierauf sollte die Stadt eigentlich drängen.
    • Zeno schrieb:

      Der Neubau bedeutet eine erhebliche Störung. Er ist überhaupt nicht angepasst. Wenn es so weitergeht, dann gute Nacht!
      Genau das war aber wohl leider beabsichtigt:

      Ravensberger schrieb:

      Ein örtlicher CDU-Politiker sprach "Von einem tollen, gelungenen Bauwerk, einem Hingucker". Gerhard Baumann (CDU) sprach von einem "sehr attraktiven Baukörper." Der
      Neubau sei besser als zu "versuchen, etwas anzupassen".
      Wenn das die Vorstellungen einer Partei von Städtebau sind, die eigentlich als konservativ gilt, dann gute Nacht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Andreas ()

    • Aber genau so funktionieren diese Lokalpolitiker. Sie denken auch im Jahr 2015 noch das sei opportun, solche Kisten als "mutig" und "zeitgemäß" zu loben. Die neuen Architekturtrends, wie man sie beispielsweise in Berlin oder Hamburg sieht, sind in der deutschen Provinz noch völlig unbekannt. Da denkt man noch, Pseudobauhaus in der Altstadt sei en vogue. Nicht nur in BW sieht so die Realität aus.
      In dubio pro reko
    • Die "Qualität" der Neukisten ist völlig unwesentlich. Der Skandal liegt im Verschwinden der alten Substanz. Auch eine Landshutisierung, dh eine Substitution von Altbauten durch gediegene neue ist völlig unerträglich.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Da widerspreche ich. Mit Einschränkung. Natürlich ist der Erhalt der Substanz vorrangig. Ich bin allerdings kein Bausachverständiger und kann nicht immer beurteilen, ob Substanz wirklich noch (wirtschaftlich vertretbar) zu retten ist oder nicht. Ich bin auch der Überzeugung, dass man gerade in Süddeutschland zu schnell mit der Abrissbirne unterwegs ist, was auch dem Umstand geschuldet ist, dass viele der dortigen Häuser nicht sogleich als Denkmal erkennbar sind und man leider zu viel Geld hat, um tabula rasa-Neuplanungen durchzuführen. Andererseits spielt die Qualität von Neubauten schon eine Rolle. Bis zu einem bestimmten Teil können sie den groben Eindruck des Ensembles retten, somit die heimatliche Verbundenheit der Menschen erhalten. Brachiale Neubauten wie in der gezeigten Ringstraße hingegen bergen die Gefahr, Präzedenzfälle zu schaffen. Der Meier-Kurt hat einen überdimensionierten Bauhaus-Klotz in die Straße gestellt, dann kommte der Schulze-Fritz auch auf die Idee. Und wer wollte ihm dies verweigern, wenn es einem anderen zugestanden wurde? Irgendwann wird das ein Selbstläufer, und wenn die Harmonie und Proportion des Straßenzuges empfindlich gestört wurde, kommen diejenigen, die sagen, dass doch sowieso alles egal ist, weil vom alten Ort ohnehin nichts zusammenhängendes mehr vorhanden ist. (Anekdote: Ich erinnere mich noch, wie während meiner Studienzeit ein linker Student in einem Seminar meinte, dass die Villen-Kette des Frankfurter Museumsufers doch ohnehin nicht mehr bruchlos vorhanden sei. Also solle man endlich die Rest-Villen auch noch abreißen, faktisch um das Werk des Bruchs mit der Vergangenheit zu vollenden.) Am Ende steht dann nur noch ein Haus da, wie das Wengerterhaus in Stuttgart. Und dann sagt man, dass das Gebäude gar nicht mehr zur höheren modernen Bebauung passe, somit auch noch abgerissen werden solle. Durch angepasste Bebauung kann man eine solche Entwicklung zumindest abmildern bzw. auszubremsen versuchen. Was nicht von der Aufgabe entbindet, Substanz zu erhalten. Aber diese Diskussion hatten wir an anderer Stelle auch schon mal.
    • Das sind allenfalls Überlegungen für die Fremdenverkehrswirtschaft. Entscheidend ist das Verschwinden der alten Substanz. Anpassungsarchitektur ist etwas für den Einzelfall, bei Baulücken, zu Forderndes, aber niemals ein erträglicher Weg zur Altstadterhaltung. Es ist egal, ob ein Altstadtteil aus Anpassungsarchitektur oder ästhetisch unbemühten Kisten besteht - beides taugt nichts. Deshalb kann ich mich mit dem Prinzipalmarkt in Münster nicht besonders anfreunden, wobei hier immerhin ein gestalterischer Wille nicht abzusprechen ist. In der Nachkriegs-BRD war das offenbar schon eine Sensation - man stelle sich vor:eine Hauptstraße ohne Karstadtfassade!
      Sicher habe ich mit "völlig unwesentlich" übertrieben. Es ist ohne Zweifel besser, der Prinzipalmarkt schaut ganz nichtssagend hübsch aus als potthässlich wie vergleichbare Straßenzüge in Nürnberg. Zugegeben. Aber angesichts der Tatsache, dass der eigentliche substanzielle Prinzipalmarkt NICHT mehr oder (darum geht es hier ja: um den Wiederaufbau, an der Zerstörung ist ja nicht mehr zu rütteln) nicht wieder besteht, ist das doch ein ziemlich zweitrangiges Phänomen!
      Was massenhafte Abrisse in Landshut, TBB oder Memmingen betrifft, so sind angepasste Neubauten oft geradezu schädlich, weil sie sich einer gewissen Akzeptanz erfreuen. Sie verstärken einen Trend in die völlig falsche Richtung. Mut zur Hässlichkeit wäre sicher die bessere Kur, abgesehen davon, dass der allermeiste Anpassungsmist ein wirklich kritisches und geübtes Auge niemals zufriedenstellen wird können.
      Ich will damit nicht sagen, dass ich mir in kriegszerstörten Städten nicht mehr sensible Anpassungsarchitektur wünschen würde - natürlich wäre da in Augsburg oder Würzburg einiges zu gewinnen, obwohl in den allermeisten Fällen die Reko das einzig befriedigende Rezept darstellen würde.
      Grundsätzlich ist die kritische Haltung von Architekten zu verstehen. Anpassung bringt unterm Strich mehr Schlechtes als Gutes, TBB ist da wohl ein Musterbeispiel einer historisch wie ästhetisch völlig fehlgeleiteten Altstadtpolitik.
      Und über Eines mögen sich die Verfechter des angepassten Bauens im Klaren sein: ihre Freude ist oft nur von beschränkter Dauer. Die Folge: Abriss eins Altbaus - angepasster Neuaufbau - neuerlicher Abriss und modernistischer Bau ist ein häufig zu beobachtendes Phänomen. Der zweite Abriss geht angesichts der historischen und ästhetischen Wertlosigkeit des Anpassungsbaus viel widerstandsloser vor sich. Jeder Anpassungsbau ist ein trojanisches Pferd für eine, wie ihr es nennt, "Kiste".
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Da fragt man sich, ob es überhaupt noch Sinn macht, sich bei der Rettung von Altbauten mit Hilfe von Petitionen o.ä. zu beteiligen. Diese modernistische Ideologie kann man leider nicht auslöschen. Dafür braucht es ein Umdenken in der deutschen Gesellschaft, indem man sich wieder an alte Traditionen und der Kultur orientiert. Sonst bleibt am Ende nichts mehr an historischen Bauten mehr übrig. Es kann doch nicht so schwierig sein, beispielsweise die Fassade des Pellerhauses zu rekonstruieren. Und dann lobt man noch die Wiederaufbauleistung
      in Nürnberg, wo fast nichts rekonstruiert wurde. Das einzige Ensemble dort bildet die Weißgerbergasse, die nicht zerstört wurde. Man muss sich schon heutzutage freuen, wenn keine Katastrophe wie in Frankfurt am Main passiert, wo einfach nach dem Krieg die ganze Altstadt verunstaltet wurde. :wuetenspringen: :kotz:
    • Der Gebäudeteil mit dem hohen Dach ist sehr viel älter als das übrige Klostergebäude des einstigen Franziskanerklosters. Der Giebel, der nach Osten, zur Klostergasse ging hatte wunderschönes Fachwerk, ein geschweiftes Andreaskreuz bündig am nächsten. Deshalb schätze ich, dass dieser Gebäudeteil im Wesentlichen wohl noch aus dem 16. Jahrhundert stammen dürfte. Die Westseite dieses Baues war verputzt, man sah aber etliche Deckenbalken (wohl abgesägt) einige Zentimeter nach außen ragen. Vermutlich ging der Bau weiter nach Westen und ist 1863 oder 64 bei dem großen Brand (der von der Manggasse ausging) zumindest im westlichen Teil zerstört worden. Dieser Gebäudeteil ist einer der höchsten Giebel der Altstadt. Würde dieser Giebel nicht erhalten bleiben, so bedeutete dies einen weiteren herben Verlust für "Büscheme". So wie mir aus glaubhaftem Munde berichtet wurde, ist der derzeitige Bürgermeister kein Freund alter Bauten und arbeitet dem Vernehmen nach auf eine ganz moderne Stadt hin. Und es ist ihm offenbar schon weitgehend gelungen, wenngleich seine Vorgänger ähnlich eingestellt waren und es damals auch schon viele Abrisse ganzer Viertel gab. Ja, ich glaube es, dass es diesem Bürgermeister recht wäre, wenn auch der Klosterhof abgeräumt und durch eine Flachdachkiste ersetzt würde. Nun will ich lieber still sein, denn es tut nur weh. Das war auch der Grund dafür, dass ich nach dem Eintritt in den Ruhestand nicht mehr zurück wollte. Lieber habe ich das Bild des lieben, alten Büscheme in meiner Erinnerung, so wie es noch in der Zeit um 1960 bis 1970 aussah.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Villa1895 ()