Dresdens Friedhöfe (Galerie)

  • Angeregt durch Exilwiener, habe ich meine Festplatte mal durchgekramt und wollte mal eine Serie beginnen mit den in meinen Augen schönsten Friedhöfen Dresdens. Ich bin passionierter FH-Gänger, also nicht wundern. Wer Infos und weitere Bilder hat, nur zu.


    Anfangen möchte ich mit dem jüdischen Friedhof in Dresden-Neustadt unweit des Martin-Luther-Platzes:


    Los geht's









    Gruß DV

  • DarkVision: Guter Auftakt! Danke Schön. Wie meine Bildserie des Münchner Südfriedhofs von letztens vielleicht zeigt, bin auch ich an weiteren Photos zu diesem Thema sehr interessiert. Im Spätsommer komme ich für ein paar Tage nach Dresden und dann stehen evtl. auch diese Friedhöfe auf dem Programm.
    Bei einem solchen jüdischen Friedhof stellt sich für mich fast zwangsläufig die Frage, ob die in deinen Bildern zum Teil zu sehenden Zerstörungsspuren aus der NS-Zeit stammen oder nicht. Ist dir dazu was bekannt?

  • Hi Frank,


    freut mich sehr. Wenn Lust vorhanden ist, kannst du gern bescheid sagen. Ich freu mich immer die Leute hinter den Nicks kennen zu lernen. Dann laufen wir mal einen zusammen ab? Kriegsspuren? Weiß nicht, aber da wird vieles einfach der Erosion des dafür sehr anfälligen Sandsteins geschuldet sein.
    Ich hab mal ne Führung dort gemacht, zur BRN (Bunte Republik Neustadt). War nicht zu empfehlen. Durch die laute Musik ringsum hab ich kaum was verstanden.


    Gruß DV

  • DarkVision: Guter Auftakt! Danke Schön. Wie meine Bildserie des Münchner Südfriedhofs von letztens vielleicht zeigt, bin auch ich an weiteren Photos zu diesem Thema sehr interessiert. Im Spätsommer komme ich für ein paar Tage nach Dresden und dann stehen evtl. auch diese Friedhöfe auf dem Programm.
    Bei einem solchen jüdischen Friedhof stellt sich für mich fast zwangsläufig die Frage, ob die in deinen Bildern zum Teil zu sehenden Zerstörungsspuren aus der NS-Zeit stammen oder nicht. Ist dir dazu was bekannt?


    Also ich nahm vor einigen Jahren an einer Führung teil. Soweit ich mich erinnern kann, wurde der Friedhof während der NS-Zeit nicht geschändet. Ein Aspekt spielte dabei vielleicht auch das Alter des Friedhofs (bereits um 1870 geschlossen und "fast vergessen"). Zudem blieb der Friedhof wie die Gegend ja weitgehend von Bombardierungen verschont. Die Zerstörungsspuren sind also vor allem Zeugnisse jahrzehntelanger Vernachlässigung.

  • Vielen lieben Dank für diesen bemerkenswerten Strang!


    Der jüdische Friedhof in der Neustadt war in der Tat kaum von den während der Nazi-Zeit üblichen Schändungen betroffen. Beim Neuen Jüdischen Friedhof in der Johannstadt sieht das leider schon ganz anders aus. Hat man erst einmal das kolossale Denkmal für die Gefallenen des Weltkrieges passiert, gewahrt man einige zerstörte Grabmale. Zu unser aller Schande ist es auch noch in den 90'er Jahren zu vereinzelten Schändungen gekommen.


    Ansonsten wirst du, DarkVision, diesen Strang hoffentlich noch mit weiteren sehenswerten Bildern füllen. Meinen "Geheimtipp", den Neustädter Friedhof, - wer würde hier barocke Grufthäuser vermuten? - hast du ja schon gezeigt. Vielleicht könnte man sich ja auch auf die Grabmale bekannter Persönlichkeiten konzentrieren. Meinem Kenntnisstand nach gibt es auf dem Johannesfriedhof spezielle Führungen, die einen zu Friedrich Paulus, Max Immelmann und Co. geleiten.

  • DarkVision, mahler und Bilderbuch: Danke für eure Infos.Freue mich schon auf die Fortsetzungen

  • um den Spannungsbogen noch etwas aufzubauen...


    springen wir schnell in die Friedrichstadt zum alten kathol. Friedhof.





    Nein, nicht ebenjener, sondern nahe Verwandtschaft ;)...der Bruder











  • Danke für die tollen Bilder. Bisher habe ich es noch nicht geschafft, mir die Friedhöfe anzusehen, aber das hole ich nach.
    Was den alten jüdischen Friedhof angeht, so würde ich auch auf Verwitterung tippen. Wenn die Nazis Friedhöfe verwüstet haben, blieb kein Stein auf dem anderen. Und andere Kriegsspuren halte ich dort auch für unwahrscheinlich.

  • Mein Lieblingsfriedhof in Dresden ist der Eliasfriedhof. Leider kommt man nur ganz selten dort hinein - entweder durch Führungen oder auch am Tag des offenen Denkmals. Aber auf jeden Fall sehenswert! Wie gesagt, mein persönlicher Favorit.


    Auch in Wien gibt es zum Glück noch sehr viele jüdische Friedhöfe - zum Teil total verborgen und total umbaut - und total sehenswert!!!. Besonders sehenswert ist der im Währinger Park, in der Seegasse und sowieso die israelitische Abteilung am Zentralfriedhof (siehe Strang "Friedhöfe" hier im Forum). Generell habe ich das Gefühl, dass die Nazis an den bereits begrabenen Juden weniger auszusetzen hatten als an den damals lebenden Juden. Die nationalen Sozialisten in Polen und CSSR waren da sogar noch schlimmer als unsere Nationalsozialisten. In PL und CZ findet man so gut wie fast keinen deutschen Friedhof mehr...nicht einmal die toten hat man in Frieden gelassen.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ey, Exi...nicht alles vorwegnehmen ;)


    nunja..nun ist's wurscht. Dann also erst einmal der schönste...Der ist es nämlich auch für mich...:)

    Der Eliasfriedhof







    (C) DarkVision


    Gruß DV

  • Hatten wir schon die folgende Liste?


    http://de.wikipedia.org/wiki/L…Friedh%C3%B6fe_in_Dresden


    Sie gewährt immerhin einen schönen Überblick.


    Wenn es um "Lieblingsfriedhöfe" geht, muss ich zugeben, den Trinitatis- sowie den Leubnitzer Friedhof zu meinen Favoriten zu zählen. Das mag allerdings auch persönliche Gründe haben.

  • DarkVision, sehr stimmungsvolle Bilder. Diese ursprünglich in diesem Ausmaß wohl nicht gewollte Symbiose von Kunst und Natur durch das starke Überwuchern der Gräber mit Grün ist äußerst reizvoll. Du hast nicht zu viel versprochen.

  • So,


    kommen wir zum Johannisfriedhof...


    einige Bilder sind etwas experimentell, also nicht wundern.


    Teil 1



















    (C) DarkVision

  • Sehr schön!!! Ja, auf diesem Friedhof war ich auch schon zweimal. War das irgendwie eine Art Nobelfriedhof wie zB der Hietzinger Friedhof in Wien? Mir sind dort sehr viele wunderschöne Grüfte aufgefallen mit zur damaligen Zeit vermutlich sehr prominenten Persönlichkeiten. Gerade die Inschriften verraten viel über die einstmals vornehme Gesellschaft Dresdens, die heute leider in alle Welt vertreut ist und nimmermehr existiert. Wenigstens bleiben ihre Gräber erhalten.


    Das schöne an jüdischen Gräbern ist ja, dass diese (bitte korrigiert mich, wenn ich irre) im Gegesatz zu unseren Gräbern nie aufgelassen werden - zumindest in Österreich. Warum, weiß ich nicht, aber es macht mich immer traurig, wenn uralte, herrschaftliche Gräber demoliert und durch 08/15 Gräber mit mehr oder weniger faden Einheitsmaßen ersetzt werden. Für mich stets ein Zeichen, dass unsere Nachkriegsgesellschaft immer kulturloser wird.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Das schöne an jüdischen Gräbern ist ja, dass diese (bitte korrigiert mich, wenn ich irre) im Gegesatz zu unseren Gräbern nie aufgelassen werden - zumindest in Österreich. Warum, weiß ich nicht, aber es macht mich immer traurig, wenn uralte, herrschaftliche Gräber demoliert und durch 08/15 Gräber mit mehr oder weniger faden Einheitsmaßen ersetzt werden. Für mich stets ein Zeichen, dass unsere Nachkriegsgesellschaft immer kulturloser wird.

    Jüdische Gräber sind für die Ewigkeit. Der jüdische Glaube geht von einer körperlichen Auferstehung am jüngsten Tag aus, daher ist es wichtig, dass die Gräber erhalten bleiben. Und bitte: die Männer gehen nur mit Kopfbedeckung auf einen jüdischen Friedhof (und in die Synagoge), soviel Respekt muss sein.
    Früher waren auch christliche Gräber für die Ewigkeit gedacht, das hat sich gewandelt. Die Erhaltung dieser wunderschönen historischen Gräber ist nicht einfach und mitunter recht kostspielig.


    Danke für die tollen Bilder.