Berlin-Schöneberg

  • In den autogerechten Planungen der Nachkriegszeit war geplant eine Entlastung zur City-West über den Straßenzug Hohenzollerndamm - Yorckstraße zu schaffen. Diese sollte 6 - streifig erfolgen, also mit je 2 Fahrspuren und einer Parkspur pro Richtung. Dies scheiterte an einem Haus (bzw. dessen Besitzer) in der Hohenstaufenstraße, welches man dann immer umfahren musste. Aber auch in der Pallasstraße blieben gut ein Dutzend Häuser erhalten, die zwar auf der Abrissliste standen, aber dann doch wegen der Neuausrichtung der Planung erhalten blieben.


    In einem der Häuser habe ich mal zwei Jahre gewohnt, als Zwischenumgesetzter, da meine Studentenbude in der Yorckstraße abgerissen wurde. Das Haus war im Vorderhaus eine Teilruine, wegen des geplanten Abrisses hatte man darauf verzichtet die 2 ausgebrannten Wohnungen wieder herzurichten.


    Nun war ich ewig nicht mehr dort und war dann ganz überrascht, dass man das Haus wieder in einen ansprechenden Zustand versetzt hat. Zwar wurde der Stuck nicht vollständig rekonstruiert, aber so bleibt auch ein wenig vom Schicksal des Hauses erlebbar, zumindest wenn man sich dafür interessiert.


    Das Haus ist das östlichste der Häuser neben dem unsäglichen 'Sozialpalast' (Pallaseum) und besitzt daher eine riesige Brandmauer.


    Pallaseum


    Haus Pallasstraße 8


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  • Ganz als Kontrast zu meinem vorigen Beitrag möchte ich ein modernes Gebäude zeigen, welches nur wenig Meter entfernt liegt und die Ecke Pallasstraße / Winterfeldplatz einnimmt. Es ist die Sporthalle der Spreewald-Grundschule und eine Kindertagesstätte, entworfen vom Architektenpaar Inke und Hinrich Baller. Seit Jahren ist das Gebäude leider auch ein Problemfall was die Dichtigkeit des Dachs anbelangt.


    Von Baller stammt noch ein weiteres Gebäude an der Ecke zur Winterfeldstraße und die Gestaltung dieses Teils der Gleditschstraße, die den Winterplatz an der östlichen Seite säumt, sowie eines Areals hinter der St. Matthiaskriche, die ich im Strang 'Berliner Kirchen' mal wieder vorstellen möchte


    Winterfeldplatz


    Man kann dem Gebäude nicht eine gewisse Lebendigkeit absprechen.


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  • Vielen Dank für die Beiträge, Spreetunnel. Sehr witzig, das Haus Ecke Winterfeldtstraße/Gleditschstraße ist mir just gestern aufgefallen, als ich es in der Serie "Unorthodox", die gerade auf Netflix angelaufen ist, gesehen habe. Im Übrigen eine sehr empfehlenswerte Serie.

  • Pestalozzi-Fröbel-Haus


    Ganz versteckt in der Karl-Schrader-Straße liegt das Pestalozzi-Fröbelhaus. Mit den umliegenden Häusern bildet das Haupthaus ein sehenswertes Ensemble.


    Haupthaus:


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    Details an den Seitengebäude:


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    Ecke zur Barbarossastraße:


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    Zwei von den lustigen Gesellen auf den Pfeilern:


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  • Barbarossaplatz


    Mein eigentliches Ziel gestern war der Barbarossaplatz in Schöneberg. 6 Straßen münden dort, wo man dann eigentlich eine interssante Platzsituation vorzufinden hofft. Aber die Zerstörungen im letzten Krieg und der offenbar mangelhafte Wille, diesen Platz wieder so zu umbauen, führte dahin, dass man bis auf den kleinen Brunnenstandort eigentlich wenig einstiger Schönheit spüren konnte.


    Nun sind zumindest drei Ecken wieder alssolche erlebbar. Zuerst natürlich das schöne Schulgebäude vom Architekten Paul Egeling, heute Sitz der VHS Tempelhof-Schöneberg, das so den Krieg nicht überstaden hatte, wie es sich heute präsentiert. Ein Türmchen wurde rekonstruiert.


    Berlin - Schöneberg


    Nun das zwischen der Barbarossa- und Schwäbischen Straße (heute Parkweg durch den Alice-Salomon-Park) gelegene Wohnhaus, das zumindest die Ecksituation wieder aufnimmt und auch einen Gestaltungswillen zeigt. Im Hintergrund der Turm der Apostel-Paulus-Kirche.


    Berlin - Schöneberg


    Berlin - Schöneberg


    Das Pendant, etwas schlichter, dazu auf der anderen Seite, erst kürzlich fertig gestellt:


    Berlin - Schöneberg


    Projekt Barbarossaplatz


    Das nächste Haus, wohl aus den 70er Jahren, hat zumindest ein Gesicht zum Platz hin, wenngleich das Gebäude viel zu weit nach hinten gesetzt wurde, da man damals wohl keine Grundrisse mehr konnte und solche Ecksituationen gemieden wurden:


    Berlin - Schöneberg


    Das übelste Gebäude ist allerdings das an der Süd-West-Ecke, also zwischen Barbarossa- und Eisenacher Straße, welches gar keinen Bezug mehr zum Platz hat und auch irgendwo anders stehen könnte. Hier müsste sich langfristig unbedingt etwas ändern, will sagen Abriss wäre angesagt. Aber da dort ja Menschen leben und vielleicht noch zu annehmbaren Mieten wird sich da sicher nicht so leicht etwas ändern:


    Berlin - Schöneberg


    Ob das letzte Dreiecke zwischen Eisenacher- und Schwäbischer Straße je wieder bebaut wird steht in den Sternen, jetzt ist dort eine Grünanlage, der Alice-Salomon-Park.

  • Man kann dem Gebäude nicht eine gewisse Lebendigkeit absprechen.

    Darüber wurde im Forum schon berichtet. Das Haus ist ein Skandalgebäude. Baufehler, marode, jahrelanger Rechtsstreit, dazu in einem sozialen Brennpunkt gelegen...


    Spreewald-Schule in Schöneberg

    20 Jahre vor Gericht

    https://www.tagesspiegel.de/be…vor-gericht/24223280.html


    Probleme mit dem Brandschutz in Berlin-Schöneberg

    Marode Schulanlage gesperrt

    https://www.tagesspiegel.de/be…ge-gesperrt/19582936.html

  • Schade, dass der Barbarossaplatz aussieht, wie er heute aussieht. Hier mal eine Aufnahme von 1953 und der doch recht leeren Nachbarschaft.


    Quelle: Google Earth Pro

  • Treverer


    Hier noch 2 historische Aufnahmen des Eingangsbereiches des KaDeWe, das Sicherheitsgitter war schon eine Wucht !

    Das Sicherheitsgitter wurde von unten ausgefahren und stand somit noch vor dem eigentlichen Eingangsbereich. Hersteller Gießerei Scholz&Holdefleiss




    mit dem damaligen Einlassdienst oder heute Türsteher. Leider fehlt die Uhr über dem Haupteingang heute.

  • Treverer


    Hier noch 2 historische Aufnahmen des Eingangsbereiches des KaDeWe, das Sicherheitsgitter war schon eine Wucht !

    Wieso "war" ? Wenn ich das richtig sehe, ist es doch noch vorhanden - oder es ist eine täuschend echte Rekonstruktion...

  • Erwähnenswert ist bei St. Matthias auch die Wieder-Öffnung der vermauerten Fenster. Ich finde, sie wurden modern, aber sehr schön gestaltet:

    Quote

    Den 90. Weihetag der St. Matthias-Kirche im Jahre 1985 begingen wir fast ohne Fenster. Beim Wiederaufbau nach dem Krieg hatte man von den 26 großen Fenstern fünfzehn zugemauert und acht erheblich verkleinert. Im Zuge der Jubiläumsfeierlichkeiten wurde die Idee geboren: wir öffnen die Fenster wieder - wenigstens die fünf mittleren in der Apsis. Als an Pfingsten 1987 durch das erste geöffnete Fenster Licht in den Altarraum flutete, gab es kein Halten mehr: Alle Fenster in der Apsis und in den beiden Seitenchören bekamen ihre alte Form und Größe zurück, und das Fenster über dem Hauptportal das ursprüngliche Maßwerk. Nur vier ehemalige Fenster im hinteren Bereich blieben zu (aber das stört niemanden), und die sechs Schiffenster sind auch in der verkleinerten Version gute Lichtspender.

    https://st-matthias-berlin.de/…rchenfenster-galerie.html

  • Neubau Nürnberger Straße N°68 - "Pandion the Haus" :peinlich:



    Die Umgebung kann allerdings nichts mehr schocken, alles ziemlich grausam dort.


    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Es gibt so ein paar Straßen, die man gänzlich meiden sollte, weil einem der Anblick solcher Scheusale ernsthafte gesundheitliche Schäden drohen. Spätestens jetzt gehört dieser Abschnitt der Nürnberger Straße dazu. :kopfwand::aufdenkopf::wuetenspringen:

  • Es stört hier nicht. Das grelle weiß fällt nur besonders ins Auge. Den Straßenabschnitt kann man eh knicken. Die andere Straßenseite besteht zu 80% aus Parkhaus. Der Neubau ist noch eines der Highlights :D.