Diskussion: Befestigungen von Klosteranlagen, Friedhöfen und Kirchhöfen in Bayern

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    Jahreshauptversammlung 2019: 1. und 2. Juni in Balingen/Zollernalb. Mach mit!

    • Wahrscheinlich war die Befestigung des Michelsberges so halbherzig wie die windige Stadtbefestigung. Ist ja auch, fortifikatorisch gesehen, keine besonders schlaue Idee, die (Teile der) Altstadt beidseits der Regnitz zu bauen. Außer für Leute, die den Durchfluss der Regnitz durch die Mitte der Stadt mögen und das Rathaus mittendrin. Gut, ohne diese topographische Situation wäre Bamberg auch nicht Bamberg.
    • Nach meinem Verständnis kommt es darauf an, ob es eine Befestigung war oder bloß eine Friedhofsmauer. Allerdings ist diese Trennung, die von der Grundidee einleuchtend erscheint, in der Praxis gar nicht so einfach. Ich bin mir auch nicht sicher, ob man es nicht so sehen muss, dass eine "ganz normale Friedhofsmauer" nicht auch schon eine Art von Befestigung war. Wir kennen ja auch die Geschichte von den Torhäusern in den ländlichen Orten, deren fortifikatorischer Wert gar nicht so sonderlich groß war, wenn es daneben keine mehr oder weniger wehrhafte Ortseinfriedung gegeben hat, so wie das etwa bei Sulzbürg (Markt Mühlhausen, Lkr. Neumarkt in der Oberpfalz) oder Pyrbaum (im selben Landkreis) der Fall war.

      Gerade das benachbarte (und auch zum Markt Marktbergel gehörende) Ottenhofen besitzt eine Friedhofsmauer, die in der Denkmalliste als "ehemalige Wehrmauer" bezeichnet ist. Daneben besitzt Buchheim (Stadt Burgbernheim) eine ähnliche Anlage, die ich auch als einstige Befestigung ansehen würde. Bekanntlich besitzt daneben Burgbernheim ja einen großartigen Torturm einer Friedhofsbefestigung.

      Für mich der Inbegriff für eine Friedhofsmauer, die ich gerne als einstige Befestigung ansehen würde, befindet sich im nahen Oberdachstetten. Gleichwohl finde ich auf eine Befestigung keinen konkreten schriftlichen Hinweis.

      In summa würde ich die Friedhofsmauer in Marktbergel nicht als Befestigung ansehen.
    • Man muss bei fortifikatorischen Anlagen stets unterscheiden zwischen Bauten, die lediglich einen gewissen Schutz boten - also passiv ausgelegt waren - und Architektur, die auch zur aktiven Verteidigungen genutzt werden konnte. Dabei ist zu achten auf Sperrbalkenvorrichtungen und Maueröffnungen, die den Einsatz von Fernwaffen erlaubten. Nicht jeder wehrhaft wirkende Kirchenbau besaß auch wirklich Wehrfunktion. Das wird leider allzu schnell und unkritisch angenommen.
      Kunsthistoriker, Webdesigner und Blogger
      Unterstützt den Verein ehrenamtlich als technischer Administrator und Webdesigner
    • Markus wrote:

      Kappel (Markt Hiltpoltstein): Friedhofsbefestigung
      Ich habe Zweifel daran, ob das wirklich eine Befestigung war. Wenn auch der Eingang an der Straße so bemerkenswert ist (aber auch sehr gefährlich unmittelbar an der verkehrsreichen B 2), so muss doch festgestellt werden, dass es in diesem Friedhof keine Kirche gegeben hat und lediglich der Friedhof ummauert ist. Möglicherweise war die Mauer nur von geringer Wehrhaftigkeit.