Arnold von Westfalen und der Meißner Stil

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    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • Die Bürgerspitalskapelle, heute Stadtmuseum, mit einem schönen Renaissancegewölbe.


      011 by alexanderfranzlechner, auf Flickr


      Aber was ist das hier in der Apsis?


      008 by alexanderfranzlechner, auf Flickr


      ich mein jetzt nicht das Segel!


      010 by alexanderfranzlechner, auf Flickr

      Letzte Reste eines abgeschlagenen ZGs. Schade, dass es nicht mehr ist.
      Offenbar sind hier Bauleute aus Znaim im Einsatz gewesen. Znaim hat bekanntlich den größten Bestand an erhaltenen ZG in Bürgerhäusern.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Zellengewölbe

      Oeslau, Sankt Johannis

      ursus carpaticus schrieb:

      Auch in der AltBRD fand sich ein ZG, mein ZG-Buch war da ganz präzise, indem es neben Österreich auch "Grenzbereiche des Thüringer Waldes" als ZG-Gebiete jenseits des Eisernen Vorhangs anführte. Nur erschloss sich diese zweite Ausnahme erst nach näherem Studium, zumal das Buch von den historischen Grenzen ausging. Coburg und Umgebung gehörten bekanntlich bis ins 20.JH zu Thüringen. Dort gibt es ein Dorf namens Oeslau, dessen Kirche einen hübschen, einwandfreien ZG-Chor hat. Das ist der südlichste Punkt des ZG-Vorkommens im heutigen D.
      Vor ein paar Wochen war ich in Oeslau und habe mir mal das Zellengewölbe in der dortigen Pfarrkirche angeschaut.



      Von außen recht unscheinbar, aber praktischerweise direkt am Bahnhof gelegen. Nach dem Dehio „1953/54 Erweiterung nach Westen und Turmneubau.“

      „Unsere Kirche stammt in ihrem Kern aus der Spätgotik (Schlussstein 1517). Aus dieser Zeit stammt auch der Chor mit seinem singulären Zellengewölbe. Man vermutet, dass Heinz von Rosenau Bauherr der Kirche war. Sie war ursprünglich in die Anlage des Wasserschlosses Oeslau miteinbezogen.“
      Unsere Kirche St. Johannis (Geschichte)

      Und da ist es auch schon, besagtes, astreines Zellengewölbe im Chor mit Herbarium aus der Zeit um 1600:





      Der Vollständigkeit halber gibt es noch eine Gesamtansicht des erstaunlich prächtigen Inneren:


      Die Wappen über dem Chorbogen von Queen Victoria und Prinzgemahl Albert.

      „Unter Herzog Casimir wurden die jetzige Fassung (reich figurierte Flachdecke, Stuckreliefs, Malereien) sowie eine zweite Empore und eine Herrscherloge angebracht. Die Einweihung fand am 16.3.1604 statt...
      1863 ließ Königin Victoria von England im Andenken an ihren Gemahl Prinz Albert die sehr verwahrloste Kirche aus eigenen Mitteln gründlich renovieren, dem damaligen Zeitgeschmack folgend in Weiß und Gold.“
      Unsere Kirche St. Johannis (Geschichte)


      „Die farbig gefassten Stuckreliefs an der Brüstung zeigen ein christologisches Programm, das im Südwesten mit der Verkündigung beginnt und in seiner Wiederkunft am jüngsten Tag (in den Feldern an der Decke) gipfelt. Zwischen den Relieffeldern stehen auf Konsolen, an denen Köpfe von Frauen, Narren und Löwen mit phantastischen Fratzen angebracht sind, weißgewandete Propheten und Apostel. Den Sockel der Brüstung schmücken Imitationen verschiedenster Edelsteine.“
      Sankt Johannis Rödental Sehenswertes



      Neben der Kirche das ehemalige Rittergut.

    • Hallo Markus,

      danke für die schönen Bilder der Kirche von Oeslau, die wir vor etlichen Jahren im Rahmen einer Kunstfahrt nach Coburg und Umgebung besucht hatten. Dieses Gotteshaus hat im Chor wirklich ein ganz tolles Zellengewölbe. Die Renaissanceausstattung des Kirchenschiffs ist gleichfalls sehr schön. Meine mich zu erinnern, dass entweder an der Orgelempore unter unter derselben noch Figuren und/oder Reliefs vorhanden waren, die im Gegensatz zur Emporenbrüstung und der Kanzel noch ganz in Weiß gefasst waren. Sollte ich mal auf unsere damals aufgenommenen Bilder stoßen, kann ich sie gerne hier einstellen.
    • @ "Villa 1895"
      Im Raum Coburg kann man sich schon einiges anschauen. Bei mir war es dies mal ein Tagesausflug in Verbindung mit Schloss und Park Rosenau.

      Villa1895 schrieb:

      Sollte ich mal auf unsere damals aufgenommenen Bilder stoßen, kann ich sie gerne hier einstellen.
      Das ist bei mir im Moment auch mal wieder aktuell, bin auch am Suchen bestimmter Dias...
    • Markus schrieb:

      Vor ein paar Wochen war ich in Oeslau und habe mir mal das Zellengewölbe in der dortigen Pfarrkirche angeschaut.
      Bravo! Sehr aufmerkssam und gewissenhaft diesen Strang studiert! So ist es gut und richtig!
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Die Bilder zeigen sehr gut den Zauber der ZG. Von der Nähe wie Papiersterne, gleichzeitig leicht und komplex.
      Besonders schön ist der Blick aus der Distanz, wo sich die ZG raumergreifender als herkömmliche RippenG geben.
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    • Aber was sagt man dazu, ich bin bei der Suche nach Bildern von der Greinburg drauf gestoßen:


      Autor Wolfgang Sauber

      ich geb zu, dass dieses ZG a bissal flach ist, und nicht so ganz weit weg vom "Stichkappengewölbe mit verspielten Graten" des Markfürstenzimmers in der Plassenburg ist (siehe Beitrag von Breslau 06 oben:



      Aber es bleibt dabei: es ist ein ZG, da gibts keinen Zweifel!
      Warum dieses ZG nirgendwo aufgelistet ist, erscheint schleierhaft - es ist ein ganz prominentes Haus, eines der prominentesten Bürgerhäuser von ganz Österreich, das Göglhaus in Crembs.







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    • Neu

      Die Stadtkirche im böhmischen Sobieslau/Soběslav besitzt ein zweischiffiges Langhaus aus der Zeit um 1500 mit einem exzellenten Zellengewölbe.

      Quelle: commons.wikimedia.org/wiki/Fil…teho_Petra-a-Pavla_11.JPG Autor: Rihova Barbora

      Weitere Zellengewölbe finden sich in der Kirche und dem Kreuzgang des Franziskanerklosters von Bechin/Bechyně, ebenfalls aus der Zeit kurz vor 1500.

      PS: Ein weiterer Fund aus Bechin, genauer gesagt dem dortigen Schloss - ein Raum mit einem stark beschädigten, aber sehr bedeutendem Schlingrippengewölbe, wie ich es in dieser Form noch nicht gesehen habe. Die Übernahme von Motiven der Natur für die Teile des Gewölbes (etwa die Mittelsäule als Baumstamm) erreicht hier das Niveau des Bruck'schen Kornmesserhauses und kommt sogar nahe an die Tulpenkanzel im Freiberger Dom heran. Nun der Link zum Bild.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Mündener ()

    • Neu

      Super Leistung, Mündener.
      Von den Beispielen wusste ich (sind auch schon im Text erwähnt als erstklassige Beispiele), aber die Kirchen haben realiter immer zu, und Bilder hab ich nicht finden können.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)