Bad Schandau - Basteistraße

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    • Bad Schandau - Basteistraße

      In Bad Schandau wird zur Zeit, ohne dass dies vorher großartig publik gemacht wurde, ein doch recht schickes Gründerzeithaus an der Hohnsteiner Str. abgerissen. Begründung, der in der Nachbarschaft befindliche Lidl möchte 26 weitere Parkplätze(!!) rant:) Na dann mal fröhlichen Konsum im Discounter...

      Direkt nebenan ist übrigens eine Industrieanlage, die seit der Flut 2002 verfällt und einen echten (sic!) Schandfleck darstellt. Sie bleibt erhalten. Tolle Wurst!

      Ich habe in der Sächs. Zeitung nur über eine kleine Mitteilung, ob einer einseitigen Straßensperrung bis 23. März wegen eines Abrisses, darüber erfahren...

      So..seht und nehmt Abschied. :weinen:















      zum Kotzen...echt! Entschuldigt die Wortwahl.

      Gruß DV

      Bilder von mir und von heute
      "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

      "Why not reinventing something from the past, something combining, nature and art." Lebanon Hanover - Fall Industrial Wall
    • Das ist echt übel und wieder ein Tribut an die Bequemlichkeit.

      Das Gebäude im Jahr 1994:
      bildindex.de/bilder/mi13282a05a.jpg

      bildindex.de/bilder/mi13282a06a.jpg

      Dabei hat die Gemeinde Bad Schandau mit knapp über 4.000 Einwohnern - wie ich nachgesehen habe - noch einen weiteren Lidl.
      Was machen die denn dort ständig alle, dass man weitere 26 Parkplätze benötigt?
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Palantir schrieb:


      Auf diesem Bild sieht man noch den Garten, wo jetzt schon der Supermarktparkplatz bis ziemlich nahe an das Haus heranreicht. Wie so oft: Erst an das alte Haus dicht heranrücken, dass niemand mehr dort gern wohnen will (das Haus steht ja auch direkt an einer Fernstraße), und schließlich das Haus selber auch noch kassieren. Da scheint es mir nicht nur um die zusätzlichen Parkplätze zu gehen, sondern auch darum, dass man den Supermarkt dann leichter von der Straße aus sehen kann.
    • Wenn die Nahrungsversorgung scheinbar gefährdet ist, versteht man hier zu Lande leider wirklich keinen Spaß. Das irrsinnigste, mir bekannte Beispiel ist der Abriss des Lindenhof Varietés in der Zwickauer Marienthaler Straße um Parkplätzen für Lidl zu weichen. In der der gleichen Straße stehen sich keine 300m weiter stadteinwärts schon ein Netto und ein Aldi mit dahintergelegenem Getränkemarkt sowie Tankstelle gegenüber. Prost.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Saxonia ()

    • Schade um das schöne, alte Landhaus in Bad Schandau.
      Wieder ein "Schlachtopfer" mehr.

      Die "architektonisch" konfektionierten Lidl - Märkte, die sich in "vornehmstem" Barack - Stil, teilweise an städtebaulich bemerkenswerten Lagen etablieren, sind sehr entbehrlich.
      An banaler Scheußlichkeit sind sie nicht zu übertreffen, führen von jeglicher Architektur weg.

      Es bleibt den meisten Bürgern unverständlich, warum solche schäbigen Baracken überhaupt gebaut werden dürfen.
      Das jeweilige Ortsbild wird darüber hinaus mit diesem billigen Schrott, der sich in Konkurrenz zu Behelfsbauten der Nachkriegszeit setzt beschädigt.

      Steuererlöse für die jeweilige Kommune bleiben ohnehin aus. Auf ein paar ( wenige ) Arbeitsplätze, die im Gefolge der Baracken entstehen, kommt es dabei im Weiteren ebenfalls nicht an.
      Unbestritten ist weiterhin : die flächendeckende Errichtung dieser "zweckmäßigen" Baracken, bringt für die betreffende Kommunen keinerlei Vorteile. Ebenso nicht für die Versorgung der Bevölkerung.
      Da genügte in diesem Bereich durchaus ein Tante Emma - Laden !

      Lediglich die maximale Abschöpfung der Kaufkraft ist letztendlich für das betreffende Unternehmen von Interesse, was denn sonst.
    • Heute (!) war es der SZ mal einen größeren Artikel wert und die Informationen, die man daraus ziehen kann, machen die Sache nicht besser...

      Bad Schandau

      Dienstag, 12.03.2013

      Ein Denkmal wird plattgemacht


      Von einer alten Villaist bald nur noch ein Schutthaufen übrig. Dabei wäre ein Abriss vielleicht gar nicht nötig gewesen.

      Von Katrin Richter

      Schön war die Mitte des 19.Jahrhunderts gebaute Villa mit ihren Stahlschmiedebalkonen und den kunstvollen Bleigläsern schon immer. Auch noch, als sie leer stand. Die Villa an der Basteistraße ist Teil der von Georg Friedrich Hasse 1850 gegründeten Dampfsäge- und Hobelwerke Schandau und damit ein Stück Stadtgeschichte. Doch jetzt gehen Bagger dem altehrwürdigen Bau an die Substanz. Nur noch wenige Tage, dann verschwindet das wichtige Zeitzeugnis. Viele Bad Schandauer sind fassungslos.

      (...)

      Zu DDR-Zeiten bis Anfang der 1990er- Jahre war das Gelände im Eigentum der Produktionsgenossenschaft des Schneiderhandwerks. Anschließend stand das Verwaltungsgebäude leer, der berüchtigte Zahn der Zeit nagte am Gemäuer. 2008 siedelte sich schließlich am Ortseingang, kurz hinter der Elbbrücke und in unmittelbarer Nähe der Fabrikantenvilla die Lidl-Kette an. Die Villa sollte saniert werden, hieß es zunächst. Doch nun wird das historische Gebäude an der Bundesstraße172 für zusätzliche Parkflächen abgerissen.

      Nicht abreißen, sondern erhalten wollte Christoph Hasse, Betreiber des Campingplatzes Ostrauer Mühle, das einstige Vermächtnis seiner Vorfahren. 2010habe er – Urenkel von Georg Friedrich Hasse – sich an den zuständigen Grundstücksmakler gewandt und sein Kaufinteresse bekundet. Acht bis zehn Ferienwohnungen mit Blick auf die Elbe und in direkter Nähe zum Elberadweg sollten entstehen, erklärt der Nachfahre. Doch mit dem Augusthochwasser 2010 waren seine Pläne für die insgesamt 750 Quadratmeter große Fläche und das Wohnhaus vorläufig zum Erliegen gekommen. Im Sommer 2012 bohrte Hasse beim Makler nach. Als dieser immer noch keine Bewegung in die Sache brachte, wandte sich Hasse direkt an Lidl – und glaubte nicht recht zu hören. Das Areal gehöre der Real Entwicklungsgesellschaft aus Chemnitz und einem Abriss habe der Landkreis bereits 2011 zugestimmt.

      Laut Denkmalschutzbehörde des Landratsamtes besteht prinzipiell die Möglichkeit, Denkmale abzureißen. Allerdings nur mit dem Nachweis, dass ein Erhalt unzumutbar ist. Und im Falle der alten Hasse-Villa hat sich der Denkmalschutz offenbar überzeugen lassen. Ein Investitionsvolumen von 1,6 Millionen Euro war zur Rettung des Hauses veranschlagt, erklärt Hartmut Gräfe vom Denkmalreferat. Das wurde als unzumutbar gewertet. Christoph Hasse allerdings versichert, der hohe Sanierungsaufwand wäre für ihn kein Hemmnis gewesen.
      Die Denkmalschutzbehörde hat aber offenbar von dem potenziellen Investor und seiner Konzeption nichts gewusst.


      (...) Er müsse eine Fotodokumentation erstellen und Elemente der Fassade oder Türbögen fachgerecht archivieren, sagt Gräfe. Wo die eingelagert werden, darüber sei man noch im Gespräch, denn die Kreis-Denkmalschützer haben keine eigene Lagermöglichkeit.


      Fakt ist: Wenn das alte Kontorgebäude erst einmal weg ist, gibt es einen wenig einladenden Blick frei – auf die Ruinen der einstigen Fasi Fahrzeugsitze GmbH.


      sz-online.de/nachrichten/ein-d…plattgemacht-2528526.html

      Altes Bild: sz-online.de/nachrichten/ein-d…plattgemacht-2528526.html

      Kommentar:

      Ein fader Beigeschmack bleibt


      über den Abriss eines Denkmals

      Von Katrin Richter


      Bloß weg mit der Villa – dafür mehr Pkw-Stellflächen für Kunden, die im Einkaufsmarkt für Umsatz sorgen. Doch Moment, bei einem 160Jahre alten Gebäude meldet sich der Denkmalschutz. Dessen Ziel ist es eigentlich, alte Bausubstanz zu sichern und somit ein lebendiges Bild der Baukunst und Lebensweise vergangener Zeiten zu erhalten.


      Doch im Falle des alten Kontorgebäudes der Dampfsägewerke Schandau scheinen sich die Belange des Denkmalschutzes nicht gegen die wirtschaftlichen Interessen einer großen Einzelhandelskette durchgesetzt zu haben. Wie sonst lässt sich erklären, dass die Denkmalbehörde angibt, keine eindeutige Kenntnis von einem potenten Investor gehabt zu haben? Jetzt wird ein historisches Gebäude an der Basteistraße abgerissen. Die Auflagen, das Haus vor dem Abbruch fachmännisch zu untersuchen und zu dokumentieren, sind ein schwacher Trost.
      "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

      "Why not reinventing something from the past, something combining, nature and art." Lebanon Hanover - Fall Industrial Wall