Duisburg - Mercator-Quartier

  • Das wäre eine seriöse und sehr bemerkenswerte Sache, die Rekonstruktion eines so alten Hauses in Duisburg. Sie könnte auch einen positiven Einfluß auf die übrige Planung des Mercator-Quartiers haben, in die Richtung von weiteren Rekonstruktionen oder wenigstens von traditionellen Neubauten. Es handelt sich beim Mercator-Quartier um die komplette Neubebauung eines kriegs- und nachkriegszerstörten Gevierts in der ehem. Duisburger Altstadt.

  • Nun ja, das Mercatorhaus wird nicht wirklich das Stadtbild Duisburgs verbessern. Man hätte besser den Renaissancegiebel am Rathaus oder den Turm der Kirche rekonstruieren sollen:
    Früher und Heute

  • Nach dem Bild zu urteilen finde ich das Neubauprojekt grauenhaft. Faktisch ist nur eine Verriegelung durch Flachdach-Großkomplexe für den Passanten sinnlich erfahrbar. Hier müsste dringend auf eine kleinteiligere Gestaltung und die Verwendung hoher Dächer gedrängt werden, um dem Quartier überhaupt einen Anschein vom Geist des Altstadt-Ortes zu vermitteln.

  • Ich finde es sehr interessant, dass der Anstoß für ein solches Reko-Projekt von jungen "Linken" ausgeht! Das zeigt mir, dass keiner mit den Nachkriegswüsteneien unserer Städte zufrieden ist und Rekos keineswegs Sache alter, gestriger "Knacker" sind. Ein weiteres Sandkorn im Getriebe der Gegner. Man kann nur sagen: Weiter so!
    Überall auch in Dortmund (Altes Rathaus), Braunschweig, Hannover usw.!

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Das sind ja annähernd Chemnitzer Verhältnisse wenn man die Luftaufnahmen so im Direktvergleich sieht. Als schwersten Fehler erachte ich dann aber doch die Liebfrauenkirche, als für die Stadt doch sehr prägnantes Ensemble neben der Salvatorkiche, nicht wieder aufgebaut zu haben.

  • Jedenfalls böten sich im Altstadtbereich doch attraktive Möglichkeiten einer Neu-Verdichtung mit maßstabsgerechter und altstädtisch anmutender Architektur. Welch ein Gewinn für Duisburg das wäre und sicherlich auch als Wohnlage nicht völlig unattraktiv. Die Chance ist bislang nicht wirklich ergriffen.

  • Wow, das hätte doch vor einigen Jahren wirklich niemand ausgerechnet von Duisburg erwartet! Also ich jedenfalls nicht.


    Welch ein Segen! Hoffentlich geht alles glatt - und hoffentlich nehmen andere Städte im Ruhrgebiet sich daran ein Beispiel. :) Dann klappt das vllt. auch mit dem attraktiver werden und aufhalten des Niedergangs...

  • Das klingt nach einer echten Chance für Duisburg. Das angedachte Mercator-Quartier ist ja recht groß und liegt direkt im städtebaulich wichtigen Bereich nahe dem Rathaus und der Salvatorkirche. Es bleibt jetzt nur noch zu hoffen, daß die bisherige Klötzchenarchitektur noch einmal deutlich überdacht wird. Sonst ist diese eine Rekonstruktion nur ein Tropfen auf den heissen Stein.

  • Eben. Im Inneren des Quartiers sieht es eigentlich ganz vielversprechend aus - kleinteilig und mit hohen Dächern. Warum es aber der Abriegelung des Quartiers nach außen durch überdimensionierte Flachdach-Blöcke bedarf, erschließt sich eigentlich nicht. Es wäre gut, den Außenring zu durchbrechen, statt dessen kleinteilige Bebauung mit hohen Dächern zu ermöglichen, die sich organisch mit dem Innenteil verbindet.

  • Gespannte Erwartung ist sicher gut. Zielführend allerdings ist es, zu eruieren, ob es bürgerschaftliche Gruppen und politische Fraktionen gibt, die eine traditionellere, eventuell an den alten Stadtgrundriss stärker angenäherte, Planung mittragen würden. Ohne Engagement von unten ist mein Vertrauen in städtische Planer mittlerweile nicht mehr sehr groß.

  • Bei den Entwicklungen um das Mercatorhaus übertrifft Duisburg meine kühnsten Erwartungen, daß so was in dieser Stadt möglich wäre.

  • Es geht ja nicht nur darum, dass Haus in das Viertel zu integrieren, sondern das Viertel in die Stadt zu integrieren. Und das erreicht man wohl nicht durch die Abriegelung mittels überdimensionierter Flachdach-Blöcke.

  • Aus dem WAZ-Artikel kann man entnehmen, daß dieses Rekonstruktionsprojekt vom Duisburger OB voll unterstützt wird. Das macht wohl der entscheidende Unterschied zu einem gewissen Magdeburger Projekt aus, wo genau der Gegenteil der Fall war/ist.

  • (...) Man kann nur hoffen, dass sie sich bei der Planung des Areals z.B. am Lübecker Gründerviertel orientieren, somit auf überdimensionierte Flachdachblöcke verzichtet wird.


    Da gebe ich Dir Recht. Die Stadt Duisburg könnte viel mehr aus sich machen und hat eine optische Aufwertung auch bitter nötig. Leider ist die Stadt jedoch total pleite. :crying:


    Eine kleinteilige Bebauung im vorgesehenen Bereich wäre großartig.

  • Modellbauer formen das Duisburg der Zukunft im Kleinformat
    http://www.derwesten.de/staedt…einformat-id10936389.html


    Dieses Zitat lässt ein wenig Hoffnung schöpfen:

    Quote

    Jüngst haben er und die Kollegen die Bebauung für das Mercator-Quartier gefräst, mit historischen Giebeln, so wie es einmal aussehen könnte. Die Modelle kommen bei Veranstaltungen mit Bürgern und Politikern zum Einsatz. Hin und wieder werden Alternativen gefertigt – die Häuser sind dann höher oder die Parkplätze an eine andere Stelle gesetzt.


    Duisburg gräbt sich ins Mittelalter, bevor es sich erneuert
    http://www.derwesten.de/staedt…ttelalter-id10901180.html


    Diese Äußerung kann alles und nichts bedeuten:

    Quote

    Die Bebauung auf historischem Grund soll zwar kleinteilig sein wie in früheren Zeiten, aber nicht die Historie nachahmend.


    Das Projekt sollte recht genau beobachtet werden. Es kann etwas großes dabei herauskommen oder aber nur ein beliebiges Neubauviertel.

  • (...) Das Projekt sollte recht genau beobachtet werden. Es kann etwas großes dabei herauskommen oder aber nur ein beliebiges Neubauviertel.


    Da tendiere ich eher zum beliebigen Neubauviertel. Alles andere würde mich sehr wundern.


    Die Modellbauer haben anscheinend ihr Hobby zum Beruf gemacht. Das wäre auch etwas für mich (jedoch nicht unbedingt in Duisburg). Aber nie im Leben handelt es sich bei den gezeigten Modellen um den Maßstab 1:500. Zum Vergleich ist die gängige Größe bei Eisenbahnmodellen (H0) 1:87. Das Stadtmodell ist wohl eher im Maßstab 1:100.