Hamburg - Innenstadt (Galerie)

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    • Östlich von der Elbphilharmie liegt als Teil der HafenCity der sogenannte Dallmannkai, der in den letzten Jahren bis 2009 mit dieser Ansammlung modernistischer Kuben bebaut wurde. Zielvorgabe der Bebauung war Kleinteiligkeit und Abwechslungsreichtum. Das ist zwar durchaus gelungen, aber mir gefällt diese unharmonische Ansammlung langweiliger modernistischer Architektur erwartungsgemäß nicht besonders.



      Noch weiter südlich liegt am Strandkai diese Bebauung von Behnisch von 2009, wobei ich gerade den sog. Marco-Polo-Tower durch seine unregelmäßig geschichteten Geschosse durchaus reizvoll finde und er hier keine (hier nicht existierende) historische Architektur stört:



      Für die komplett neu errichtete HafenCity musste übrigens keine wichtige historische Bebauung weichen und auch der unmittelbare Vorkriegszustand war nicht rekonstruktionswürdig, weil dort „lediglich“ simple Industrie- und Hafenbebauung mit Gaswerk und zahlreichen Lagerschuppen vorhanden war. Hier eine noch ältere Ansicht, wobei die Vorgängerbebauung der heutigen Speicherstadt direkt unter dem Schriftzug und noch weiter unten die heutige HafenCity zu lokalisieren wäre:


      gemeinfrei

      Fortsetzung folgt...

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    • Wer macht in Hamburg keine Hafenrundfahrt?!

      Vielen lieben Dank für die bisher gezeigten Aufnahmen. Ich freue mich schon auf weitere Bilder!

      Mir gefällt, dass man in Hamburg vergleichsweise mutig an Neubauvorhaben herangeht. Dabei kann zwar viel schiefgehen, aber auch recht gute Architektur entstehen. Irgendwann hat das ja mit dem legendären Chilehaus angefangen und spinnt sich nun weiter bis zur Elbphilharmonie. Bei diesem Gebäude spare ich mir alle Häme und behaupte, dass sich eine stolze Bürgerschaft so etwas einfach mal leisten muss.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Justizforum

      Schön, dass manche meine Photos interessieren!

      Fortfahren möchte ich mit Impressionen des Justizforums, ein Gebäudeensemble am Sievekingplatz im Nordwesten der Innenstadt von Hamburg. Das Justizforum besteht aus drei U-förmig angeordneten historistischen Gebäuden um einen Gründerzeitplatz, der seit 1912 nach dem Oberlandesgerichtspräsidenten Ernst Friedrich Sieveking benannt ist.

      Hier eine historische Ansicht des Platzes. Den Mittelpunkt der Anlage bildet das Oberlandesgericht, flankiert von den beiden einander gegenüberliegenden Bauten Ziviljustizgebäude und Strafjustizgebäude.


      gemeinfrei

      Die Gebäude sind heute noch weitgehend erhalten, beeinträchtigt wird der Platz aber durch den massiven Autoverkehr der am Platz entlangführt und auf meinen Photos nur zum Teil zu erahnen ist.



      Von der ursprünglichen Brunnenanlage dieses Platzes von 1912 sind als Reste noch diese Allegorien von Hansestädten...



      ...und Industrie und Seefahrt erhalten:

    • ...und wieder im rechten Winkel dazu, gegenüberliegend zum Strafjustizgebäude, das Ziviljustizgebäude von 1898–1903:





      ...hier an der Gebäudeecke fehlten wohl als Kriegsverluste zwei Giebel, wie mir durch Vergleich mit meiner einleitenden historischen Ansicht erscheint:



    • Denkmal Kaiser-Wilhelm-I.

      Am Rande des Sievekingplatzes, an einer vielbefahrenen Straßenkreuzung, haben die Hamburger in liebloser Weise die Reste ihres Denkmals von Kaiser-Wilhelm-I. von 1903 abgestellt:





      Das Denkmal stand ursprünglich auf dem Rathausplatz...


      gemeinfrei

      wurde 1930 aus politischen Gründen von dort entfernt und ist nach Kriegzerstörungen in wenig überzeugender Weise (man beachte den simplen Betonsockel Wilhelms) an dieser Straßenecke abgestellt worden.

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    • Brahms Kontor

      Im Hintergrund dieses Bildes...



      ...war bereits ein Seitenflügel des Brahms Kontor zu sehen, das am Johannes-Brahms-Platz direkt südlich anschließend an das Justizforum steht und von 1903 bis 1931 in mehreren Bauabschnitten vom Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband mit einer schlichten Klinkerfassade errichtet worden war.



      Auffällig ist der Bauschmuck wie hier die sechs tanzenden Bronzejünglinge:



      ...oder der Elefantenreiter...
    • Ich bin gespannt, wie weit du dem Bogen bei Hamburg noch ebendies angedeihen lässt, Frank.

      Das Zivilgerichtsgebäude finde ich besonders schön gestaltet:


      Das nicht bei allen beliebte Denkmal scheint immerhin jüngst gereinigt worden zu sein - hier Mitte 2012:


      Erstaunlich, wie unterschiedlich die Gebäudefarbe bei verschiedenen Lichtverhältnissen wirken kann - hier das Strafjustizigebäude ohne Sonnenschein:


      Hinter dem Strafjustizgebäude zweckmäßigerweise übrigens ein (recht hüscher) Knast; wie beim Kriminalgericht Moabit benötigt man bei Verurteilungen mitunter keine langen Wege.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Palantir wrote:

      Ich bin gespannt, wie weit du dem Bogen bei Hamburg noch ebendies angedeihen lässt, Frank.

      Ich auch. Schaun mer mal wie weit mich meine Motivation durch die Stadt treibt. Da ich eine Galerie nicht nur als Möglichkeit zum Online-Backup meiner Festplatte betrachte, dauert die Aufarbeitung und das Sammeln von Informationen zu den gezeigten Photos halt etwas länger.

      Palantir wrote:

      Das nicht bei allen beliebte Denkmal scheint immerhin jüngst gereinigt worden zu sein - hier Mitte 2012:

      Nein, wohl eher nicht. Auf den von mir hier gezeigten Photos sieht man es eher nicht, aber diese Farbflecken sind auch im Dezember noch vorhanden gewesen, wenn auch etwas verblasst

      Palantir wrote:

      Erstaunlich, wie unterschiedlich die Gebäudefarbe bei verschiedenen Lichtverhältnissen wirken kann - hier das Strafjustizigebäude ohne Sonnenschein:

      Ja, die Sonne (und die Sättigungsfunktion von PICASA ;-)) verrichten ihr Werk.

      Palantir wrote:

      Hinter dem Strafjustizgebäude zweckmäßigerweise übrigens ein (recht hüscher) Knast; wie beim Kriminalgericht Moabit benötigt man bei Verurteilungen mitunter keine langen Wege.

      Ja, sehr hübscher Knast, aber von Innen wollen wir ihn uns lieber nicht anschauen, gell.

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    • Denkmal aus der NS-Zeit

      Da wir gerade beim Denkmal für Kaiser Wilhelm I. waren, möchte ich noch ein weiteres mir vorher unbekanntes Denkmal kurz vorstellen, das ich zufällig am Dammtor entdeckt und kurz per Handy photographiert hatte. Diesen Bereich der Stadt hatte ich übrigens ansonsten leider nicht photographisch festgehalten, weil es zu sehr geregnet hatte.





      Das Denkmal ist bereits auf den ersten Blick als Kriegerdenkmal aus der NS Zeit zu erkennen, neben dem Skulpturenschmuck ist insbesondere die Inschrift “Deutschland muss leben, und wenn wir sterben müssen“ zeittypisch.

      Habe dann gleich mal nachgelesen, was es mit dem Denkmal auf sich hat und warum es überraschenderweise heute noch da steht.

      Bauherr des Denkmals waren die Traditionsvereine des Infanterieregiments 76. Die Errichtung dieses Denkmals war bereits vor der Machtübergabe an die Nationalsozialisten von den Initiatoren gefordert worden, es sollte als Gegendenkmal zu dem 1931 eingeweihten Hamburger Ehrenmal (Barlach-Stele) von Ernst Barlach am Rathausmarkt fungieren, das von nationalen Kreisen abgelehnt wurde. Die Einweihung fand am 15. März 1936 statt.

      Nach Ende des Zweiten Weltkrieges gab es Bestrebungen der britischen Besatzungsbehörden, das Denkmal zu sprengen. Der Hamburger Denkmalrat verhinderte dies mit einer Verfügung aus dem Jahr 1946, nach der lediglich die Reliefs und Inschriften entfernt werden sollten. Diese Verfügung wurde jedoch nicht umgesetzt.


      Weitere Infos: de.wikipedia.org/wiki/Dammtor#…rdenkmal_und_Gegendenkmal
      fredriks.de/Kuoehl/kriegerdenkmal.htm
    • Gegenüberliegend zum Brahms-Kontor...



      … steht man vom Verkehrslärm umgeben vor dem schönen Konzerthaus, der Laeiszhalle von 1904-08






      Von dort aus am Brahms Kontor vorbei verläuft in südlicher Richtung der Hamburger Neustadt der Pilatuspool, mit einigen dieser historistischen Wohnblocks der
      Abraham-Philipp-Schuldt-Stiftung , die Ende des 19. Jahrhunderts das Ziel hatte , möglichst preisgünstigen Wohnraum für „respektable und unbescholtene“ Mieter mit kleinem Einkommen zur Verfügung stellen.



      Hier der Stiftungsgründer:

    • Peterstraße, Neanderstraße

      Nun kommen wir zum „Hamburger Disneyland“, meinen die einen, nun kommen wir zu einem der großartigsten Hamburger Bauprojekte der Nachkriegszeit, meine ich :-)

      In diesem ehemaligen „Arme-Leute-Viertel“ im Westen der Neustadt sah es früher so aus


      gemeinfrei

      Nach umfangreichen Kriegszerstörungen war in dieser Gegend kaum mehr historische Bausubstanz vorhanden und auch die letzten Reste, wie das im folgenden Bild von 1944 zu sehende barocke Beyling Stift in der Peterstraße von 1751 in einem so heruntergekommen Zustand, dass in den 1960er Jahre bereits der Abriss beschlossen war



      Quelle: bildindex.de

      In dieser Situation rettete und restaurierte die Stiftung des Hamburger Kaufmanns Carl Toepfer sowohl das Beyling-Stift, als auch die daneben bzw. dahinter gelegenen Fachwerkhäuser. Darüber hinaus erwarb die Stiftung weitere Grundstücke in der Peterstraße/Neanderstraße/Hütten. Zwischen 1966 und 1982 entstand dort ein Häuserensemble mit Rekonstruktionen Althamburger Bürger- und Kaufmannshäuser, deren historische Fassaden aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert stammen. Diese Häuser, die sich einst an verschiedenen Stellen der Altstadt befunden hatten, wurden zu einem harmonischen Gesamtbild zusammengefügt, wobei vor Ort der frühere Standort eines jeden Gebäudes auf einer Bronzetafel kenntlich gemacht ist.

      Ausführliche Informationen gibt es hier

      Die Dogmatiker (auch in diesem Forum) rümpfen die Nase im Anbetracht der Tatsache, dass diese Traditionsinsel in dieser Form an diesem Ort nie bestanden hat.

      Mir ist das vollkommen gleichgültig, sondern ich bewundere den Mut (und die Finanzkraft) des Stifters, in den denkmalfeindlichen 1960er Jahren diese meist authentisch rekonstruierten Fassaden nicht als Solitäre, sondern transloziert zu einem so harmonischen Ensemble zusammengefügt zu haben. Das Problem von Hamburg ist nicht, dass es zu viele, sondern zu wenige dieser traditionellen Hamburger Häuser gibt.