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Hamburg (Galerie)

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    • Hamburg (Galerie)

      Wie ich hier zu Michaels Bildserie mit alten Ansichten von Hamburg geschrieben hatte, war ich zum Jahreswechsel eine Woche lang in Hamburg. Sofern diese Bildserie auf Interesse stößt, werde ich in diesem Strang in der nächsten Zeit in mehreren Etappen meine im letzten Monat aufgenommenen Fotos aus Hamburg präsentieren.

      Da ich vorher bloß einmal für einen Kurzbesuch in Hamburg war, habe ich im letzten Monat vor allem den Innenstadtbereich und den Hafen erkundet und etwas genauer photographiert. Wie immer bei mir werden die schönen Impressionen überwiegen, also meine Ansichten ein etwas geschöntes Bild von Hamburg vermitteln.

      Generell ist mein Eindruck von Hamburg aber sehr positiv. Trotz der zahlreichen Hässlichkeiten der Nachkriegmoderne, gibt es im Zentrum noch genügend historische Bausubstanz zu bewundern. Speziell auch wegen der Lage am Wasser und der vielen Kanäle im Zentrum hat Hamburg einen besonderen Reiz, wie ihn die anderen Großstädte Deutschlands nicht vermitteln können, finde ich.
    • Hafenrundfahrt

      Beginnen möchte ich mit einigen Impressionen einer Hafenrundfahrt, die jedem Hamburg-Besucher dringend empfohlen sei. Hierfür begibt man sich zu den sogenannten Landungsbrücken im Hamburger Stadtteil St. Pauli, von wo aus seit 1839 auch zahlreiche Auswanderer in die Neue Welt verschifft wurden.

      Hier eine historische Ansicht:

      gemeinfrei

      Das zentrale 200 Meter lange Empfangsgebäude stammt von 1907-09.





      Direkt westlich hiervon steht dieser etwa gleichzeitig errichtete Kuppelbau als Eingang zum Alten Elbtunnel, der zur gegenüberliegenden Elbseite nach Steinwerder führt...



      ...hier von der anderen Seite, links der Turm von St. Michaelis:

    • Von den Landungsbrücken aus Richtung Osten gen Elbphilharmonie geblickt:



      Von dort aus startet man mit einem Boot wie diesem zu einer Hafenrundfahrt:



      hier ein Blick zurück auf die Landungsbrücken, im Hintergrund das geknickte neue Hochhaus von Teherani:



      ...der Backsteinbau in der Mitte in folgendem Bild ist die alte Navigationsschule,...



      ...in einer ansonsten durch moderne Bauten geprägten Hafengegend Hamburgs...

    • Weiter gen Westen..



      mit moderner Bebauung am Holzhafen



      Hier in der Mitte die ehemalige Hafengroßmühle H. W. Lange, 1841 als eine der ersten Dampfmühlen in Norddeutschland gegründet, ein massiver Backsteinbau von 1880, der später erweitert und wenig einfühlsam aufgestockt wurde:



      ...und rechts daneben die historische Fischauktionshalle von Altona, ein mit Ziegelwerk ausgefachter Stahlträgerbau von 1896, der nach Kriegszerstörungen noch in den 70er Jahren abgerissen werden sollte, zum Glück aber gerettet und nach alten Photos äußerlich rekonstruiert wurde:

    • So lange du noch bildlich im Hafen bist - schiebe ich mal diese Ergänzung dazwischen:

      Gegenüber den Landungsbrücken an der heutigen Einmündung der Helgoländer Allee stand früher das romantische Fährhaus St. Pauli; den Vorgängerbau (kein Verlust) hatte man in den 1890ern für diesen Neubau beseitigt.


      Bildquelle: zeno.org





      Hier von der anderen Seite der im vorigen Bild zu sehenden Helgoländer Brücke gesehen; im Hintergrund die Seewarte.

      Bildquelle der letzten drei jeweils: Library of Congress

      "Das St.Pauli Fährhaus wurde leider 1943 bei einem Bombenangriff zerstört."
      Quelle (mit schöner Zeichnung): fotocommunity.de/pc/pc/display/16078579

      Der Hamburger Hafen in Farbe im Jahr 1938 (gesprochen vom unvergesslichen Wilhelm Wieben):
      SrfdtuRu3dQ
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Danke für deine Ergänzung, Palantir. Sehr interessant.

      Zurück Richtung Landungsbrücken, im Hintergrund wieder die später noch genauer dargestellte St. Michaeliskirche inmitten moderner Bebauung...



      ...und weiter gen Westen...





      ...in Richtung Speicherstadt (in der Mitte) und HafenCity mit Elbphilarmonie (rechts)...

    • ...und von dort aus ein Blick nach Norden zum Baumwall...



      ...mit zwei der Hamburger Kontorhäuser, links dem massigen Sloman-Haus von 1909 und in der Mitte das Stellahaus von 1874/75, dessen ursprüngliche fünf Geschosse im Jahr 1921 um weitere fünf Geschosse aufgestockt wurden:



      Hier die westliche Schauseite der Speicherstadt zur Elbe hin, die leider nach Kriegszerstörungen fast nur mit Nachkriegsbauten wiederbebaut wurde. Die heutige Architektur, wie der klotzige banale Backsteinbau in der rechten Bildhälfte, wurden vorwiegend in den 1990er Jahren errichtet:



      Hier die vorherige Schauseite an dieser Stelle in einer etwa 1890, d.h. unmittelbar nach Fertigstellung dieser damaligen Neubauten photographierten Aufnahme:


      gemeinfrei

      Die Speicherstadt selbst werde ich in den nächsten Tagen noch im Detail vorstellen, bitte um etwas Geduld, Hamburg ist groß ;-)
    • Südlich von der Speicherstadt liegt der Sandtorkai als Teil der neuen HafenCity mit dem wohl berühmtesten und (fast) teuersten Neubau Deutschlands, der Elbphilharmonie



      Der Begriff Neubau ist natürlich nicht ganz richtig, weil die Elbphilharmonie nicht ganz neu ist, sondern „lediglich“ (für einen dafür schier unglaublich hohen Preis) der Glaskasten auf dem ehemaligen Lagerhaus Kaispeicher A,...



      …, das ist der simple Unterbau aus Backstein von 1963-66, aufgesetzt wurde:



      Dieser recht einfache Nachkriegsbau des Kaispeicher A...


      Quelle: wikipedia
      Urheber: K.l.a.u.s.

      ... hatte übrigens die folgende imposante neogotisch angehauchte historistische Vorgängerbebauung von 1875.


      gemeinfrei

      Nach Kriegszerstörungen war zwar noch der Turm und der Südflügel dieses historistischen Baus erhalten, dann aber in den 1960er Jahren zugunsten des Nachfolgebaus, des heutigen Unterbaus der Elbphilharmonie gesprengt worden.

      Obwohl der historistische Bau auch sehr beeindruckend gewesen sein muss, ist die Elbphilharmonie für mich einer der gelungensten modernistischen Neubauten der letzten Jahre in Deutschland, inbesondere auch wegen seiner schiffartigen Gestalt, die für diese Hafenlage sehr passend ist. Speziell von der von mir gezeigten Elbseite aus sehr imposant, finde ich.

      The post was edited 2 times, last by -Frank- ().

    • Östlich von der Elbphilharmie liegt als Teil der HafenCity der sogenannte Dallmannkai, der in den letzten Jahren bis 2009 mit dieser Ansammlung modernistischer Kuben bebaut wurde. Zielvorgabe der Bebauung war Kleinteiligkeit und Abwechslungsreichtum. Das ist zwar durchaus gelungen, aber mir gefällt diese unharmonische Ansammlung langweiliger modernistischer Architektur erwartungsgemäß nicht besonders.



      Noch weiter südlich liegt am Strandkai diese Bebauung von Behnisch von 2009, wobei ich gerade den sog. Marco-Polo-Tower durch seine unregelmäßig geschichteten Geschosse durchaus reizvoll finde und er hier keine (hier nicht existierende) historische Architektur stört:



      Für die komplett neu errichtete HafenCity musste übrigens keine wichtige historische Bebauung weichen und auch der unmittelbare Vorkriegszustand war nicht rekonstruktionswürdig, weil dort „lediglich“ simple Industrie- und Hafenbebauung mit Gaswerk und zahlreichen Lagerschuppen vorhanden war. Hier eine noch ältere Ansicht, wobei die Vorgängerbebauung der heutigen Speicherstadt direkt unter dem Schriftzug und noch weiter unten die heutige HafenCity zu lokalisieren wäre:


      gemeinfrei

      Fortsetzung folgt...

      The post was edited 2 times, last by -Frank- ().



    • Die ganze Unfähigkeit der sogenannten Moderne, ein harmonisches städtebauliches Gesamtbild zu erzeugen, ist in diesem Bild dokumentiert. Was für ein hässliches Konglomerat von Funktionskisten. huh:)

      Trotzdem bitte weiter mit den Bildern, find ich toll.
      Schade ist es auch um des Gebäude der Seewarte, das ja wohl auch im Krieg zerstört wurde.
      In dubio pro reko
    • Wer macht in Hamburg keine Hafenrundfahrt?!

      Vielen lieben Dank für die bisher gezeigten Aufnahmen. Ich freue mich schon auf weitere Bilder!

      Mir gefällt, dass man in Hamburg vergleichsweise mutig an Neubauvorhaben herangeht. Dabei kann zwar viel schiefgehen, aber auch recht gute Architektur entstehen. Irgendwann hat das ja mit dem legendären Chilehaus angefangen und spinnt sich nun weiter bis zur Elbphilharmonie. Bei diesem Gebäude spare ich mir alle Häme und behaupte, dass sich eine stolze Bürgerschaft so etwas einfach mal leisten muss.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Justizforum

      Schön, dass manche meine Photos interessieren!

      Fortfahren möchte ich mit Impressionen des Justizforums, ein Gebäudeensemble am Sievekingplatz im Nordwesten der Innenstadt von Hamburg. Das Justizforum besteht aus drei U-förmig angeordneten historistischen Gebäuden um einen Gründerzeitplatz, der seit 1912 nach dem Oberlandesgerichtspräsidenten Ernst Friedrich Sieveking benannt ist.

      Hier eine historische Ansicht des Platzes. Den Mittelpunkt der Anlage bildet das Oberlandesgericht, flankiert von den beiden einander gegenüberliegenden Bauten Ziviljustizgebäude und Strafjustizgebäude.


      gemeinfrei

      Die Gebäude sind heute noch weitgehend erhalten, beeinträchtigt wird der Platz aber durch den massiven Autoverkehr der am Platz entlangführt und auf meinen Photos nur zum Teil zu erahnen ist.



      Von der ursprünglichen Brunnenanlage dieses Platzes von 1912 sind als Reste noch diese Allegorien von Hansestädten...



      ...und Industrie und Seefahrt erhalten:

    • ...und wieder im rechten Winkel dazu, gegenüberliegend zum Strafjustizgebäude, das Ziviljustizgebäude von 1898–1903:





      ...hier an der Gebäudeecke fehlten wohl als Kriegsverluste zwei Giebel, wie mir durch Vergleich mit meiner einleitenden historischen Ansicht erscheint:



    • Denkmal Kaiser-Wilhelm-I.

      Am Rande des Sievekingplatzes, an einer vielbefahrenen Straßenkreuzung, haben die Hamburger in liebloser Weise die Reste ihres Denkmals von Kaiser-Wilhelm-I. von 1903 abgestellt:





      Das Denkmal stand ursprünglich auf dem Rathausplatz...


      gemeinfrei

      wurde 1930 aus politischen Gründen von dort entfernt und ist nach Kriegzerstörungen in wenig überzeugender Weise (man beachte den simplen Betonsockel Wilhelms) an dieser Straßenecke abgestellt worden.

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    • Brahms Kontor

      Im Hintergrund dieses Bildes...



      ...war bereits ein Seitenflügel des Brahms Kontor zu sehen, das am Johannes-Brahms-Platz direkt südlich anschließend an das Justizforum steht und von 1903 bis 1931 in mehreren Bauabschnitten vom Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband mit einer schlichten Klinkerfassade errichtet worden war.



      Auffällig ist der Bauschmuck wie hier die sechs tanzenden Bronzejünglinge:



      ...oder der Elefantenreiter...
    • Ich bin gespannt, wie weit du dem Bogen bei Hamburg noch ebendies angedeihen lässt, Frank.

      Das Zivilgerichtsgebäude finde ich besonders schön gestaltet:


      Das nicht bei allen beliebte Denkmal scheint immerhin jüngst gereinigt worden zu sein - hier Mitte 2012:


      Erstaunlich, wie unterschiedlich die Gebäudefarbe bei verschiedenen Lichtverhältnissen wirken kann - hier das Strafjustizigebäude ohne Sonnenschein:


      Hinter dem Strafjustizgebäude zweckmäßigerweise übrigens ein (recht hüscher) Knast; wie beim Kriminalgericht Moabit benötigt man bei Verurteilungen mitunter keine langen Wege.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Palantir wrote:

      Ich bin gespannt, wie weit du dem Bogen bei Hamburg noch ebendies angedeihen lässt, Frank.

      Ich auch. Schaun mer mal wie weit mich meine Motivation durch die Stadt treibt. Da ich eine Galerie nicht nur als Möglichkeit zum Online-Backup meiner Festplatte betrachte, dauert die Aufarbeitung und das Sammeln von Informationen zu den gezeigten Photos halt etwas länger.

      Palantir wrote:

      Das nicht bei allen beliebte Denkmal scheint immerhin jüngst gereinigt worden zu sein - hier Mitte 2012:

      Nein, wohl eher nicht. Auf den von mir hier gezeigten Photos sieht man es eher nicht, aber diese Farbflecken sind auch im Dezember noch vorhanden gewesen, wenn auch etwas verblasst

      Palantir wrote:

      Erstaunlich, wie unterschiedlich die Gebäudefarbe bei verschiedenen Lichtverhältnissen wirken kann - hier das Strafjustizigebäude ohne Sonnenschein:

      Ja, die Sonne (und die Sättigungsfunktion von PICASA ;-)) verrichten ihr Werk.

      Palantir wrote:

      Hinter dem Strafjustizgebäude zweckmäßigerweise übrigens ein (recht hüscher) Knast; wie beim Kriminalgericht Moabit benötigt man bei Verurteilungen mitunter keine langen Wege.

      Ja, sehr hübscher Knast, aber von Innen wollen wir ihn uns lieber nicht anschauen, gell.

      The post was edited 1 time, last by -Frank- ().